Entscheidung gegen OP?
Verfasst: 19. August 2010, 16:00
Liebes Forum,
Ich habe schon einiges auf Euren Seiten gelesen und bin auf der Suche nach jemandem, der mir mit seinen Erfahrungen weiterhelfen kann.
Bei meinem Vater (60 Jahre) wurden vor sechs Wochen eher zufällig muzinöse Zysten in und am Bauchspeicheldrüsenschwanz entdeckt. Diese scheinen nach den histologischen Untersuchungen Krebszellen zu enthalten, wenn auch nur in geringem Maße. Die Ärzte sind sich einig, dass schnellstmöglich eine OP erfolgen sollte. Diese Ansicht wurde auch vom Tumorcenter in Heidelberg (NTC) bestätigt.
Eine Aussage zur Umfänglichkeit der OP möchte im Vorfeld keiner machen, was alles raus muss wird während der OP entschieden. Da aber auch am Pankreaskopf unklare Stellen zu sehen sind, ist auch die Möglichkeit einer vollständigen Entfernung vorhanden.
Soviel zum medizinischen Stand.
Mein Vater möchte diese OP jedoch nicht! Seine Argumentation ist, dass es ihm jetzt gut geht und er keinerlei Beschwerden hat, eine Operation ihn jedoch zu einem kranken Mann machen würde und ihm auch keiner sagen kann, wie lange diese Zysten schon da sind. Die aus der OP entstehenden Folgen scheinen ihm nicht lebenswert. Also will er lieber eine vielleicht auch extrem kurze Lebenserwartung in Kauf nehmen, als eventuell mit Diabetes und Enzymen leben zu müssen. Er meint, dass er 60 Jahre lang gut gelebt hat und das dann ja auch genug sei, die Kinder groß und "die Dinge geregelt" seien. Auch ein Kontakt zu einer betroffenen Angehörigen hat ihn eher darin bestätigt, dass die Lebensqualität zu sehr leidet.
Mir fehlt das Verständnis für dieses Verhalten. Mein Vater steht mit beiden Beinen im Leben, ist sehr aktiv und hat auch gesundheitlich keine anderen Einschränkungen, die einen "Lebensunmut" erklären könnten. Er hat sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und hat auch gutes medizinisches Verständnis, sodass ich ihm auch nicht zugutehalten kann, die Problematik nicht zu verstehen. Sonst ist er ein Kämpfer-Typ, der sich in alles einmischt und zu allem eine Meinung mit gesundem Menschenverstand hat.
Ich bin auch nicht der Ansicht, dass "Leben um jeden Preis" erstrebenswert ist, sehe jedoch nicht, dass er schon an einem Punkt angekommen ist, der solche Überlegungen rechtfertigt.
Meine Frage an Euch als Betroffene:
Kann mir jemand ehrlich schildern, wie das Leben nach einer kompletten Entfernung aussieht? Im Internet habe ich viele Aussagen finden können, von "heute kann man gut ohne Pankreas zurechtkommen" bis zu "ich kann mich nicht weit vom Klo entfernen, da die Verdauung gar nicht in den Griff zu bekommen ist".
Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Vielleicht habt ihr auch noch andere Ideen; mir gehen langsam die Argumente aus.
Herzliche Grüße
Sina
Ich habe schon einiges auf Euren Seiten gelesen und bin auf der Suche nach jemandem, der mir mit seinen Erfahrungen weiterhelfen kann.
Bei meinem Vater (60 Jahre) wurden vor sechs Wochen eher zufällig muzinöse Zysten in und am Bauchspeicheldrüsenschwanz entdeckt. Diese scheinen nach den histologischen Untersuchungen Krebszellen zu enthalten, wenn auch nur in geringem Maße. Die Ärzte sind sich einig, dass schnellstmöglich eine OP erfolgen sollte. Diese Ansicht wurde auch vom Tumorcenter in Heidelberg (NTC) bestätigt.
Eine Aussage zur Umfänglichkeit der OP möchte im Vorfeld keiner machen, was alles raus muss wird während der OP entschieden. Da aber auch am Pankreaskopf unklare Stellen zu sehen sind, ist auch die Möglichkeit einer vollständigen Entfernung vorhanden.
Soviel zum medizinischen Stand.
Mein Vater möchte diese OP jedoch nicht! Seine Argumentation ist, dass es ihm jetzt gut geht und er keinerlei Beschwerden hat, eine Operation ihn jedoch zu einem kranken Mann machen würde und ihm auch keiner sagen kann, wie lange diese Zysten schon da sind. Die aus der OP entstehenden Folgen scheinen ihm nicht lebenswert. Also will er lieber eine vielleicht auch extrem kurze Lebenserwartung in Kauf nehmen, als eventuell mit Diabetes und Enzymen leben zu müssen. Er meint, dass er 60 Jahre lang gut gelebt hat und das dann ja auch genug sei, die Kinder groß und "die Dinge geregelt" seien. Auch ein Kontakt zu einer betroffenen Angehörigen hat ihn eher darin bestätigt, dass die Lebensqualität zu sehr leidet.
Mir fehlt das Verständnis für dieses Verhalten. Mein Vater steht mit beiden Beinen im Leben, ist sehr aktiv und hat auch gesundheitlich keine anderen Einschränkungen, die einen "Lebensunmut" erklären könnten. Er hat sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und hat auch gutes medizinisches Verständnis, sodass ich ihm auch nicht zugutehalten kann, die Problematik nicht zu verstehen. Sonst ist er ein Kämpfer-Typ, der sich in alles einmischt und zu allem eine Meinung mit gesundem Menschenverstand hat.
Ich bin auch nicht der Ansicht, dass "Leben um jeden Preis" erstrebenswert ist, sehe jedoch nicht, dass er schon an einem Punkt angekommen ist, der solche Überlegungen rechtfertigt.
Meine Frage an Euch als Betroffene:
Kann mir jemand ehrlich schildern, wie das Leben nach einer kompletten Entfernung aussieht? Im Internet habe ich viele Aussagen finden können, von "heute kann man gut ohne Pankreas zurechtkommen" bis zu "ich kann mich nicht weit vom Klo entfernen, da die Verdauung gar nicht in den Griff zu bekommen ist".
Ich hoffe, ihr könnt mir helfen, etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Vielleicht habt ihr auch noch andere Ideen; mir gehen langsam die Argumente aus.
Herzliche Grüße
Sina