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Tumorentfernung an Pankreaskopf mit 82 ??
Verfasst: 22. Dezember 2022, 10:15
von Ramona
Hallo liebes Forum,
Ich bin neu hier. Grund ist der letzte Woche diagnostizierte Bauchspeicheldrüsekrebs bei meiner 82 jährigen Mutter. Er sitzt im Pankraskopf und ist aktuell lt. Ärzten als T1 (1 cm groß) noch sehr klein.
Jetzt will man von uns über Weihnachten eine schnelle Entscheidung für oder gegen eine Whipple-OP mit anschließender Chemo.
Meine Eltern leben beide noch gemeinsam in ihrer Wohnung, sind Selbstversorger, kaufen ein, putzen, Wäsche, im Sommer ein großer Garten zu versorgen. Altersgemäße Wehwehchen hier und da, aber sonst noch recht fit für ihr Alter. Sie hat allerdings stark abgenommen durch den Krebs.
An euch die Frage: habt ihr Erfahrungen bzgl. dieser OP? Würdet ihr einer 82 jährigen eher zu- oder abraten? Ich habe verstanden, dass es ein ziemlich schwerer und langer Eingriff ist und auch mit OP die Überlebenschancen nicht die allerbesten sind. Ich würde ja gern alles versuchen, aber tut man ihr damit wirklich einen Gefallen ??
Ich bin überfragt und hoffe hier auf Erfahrungswerte von Betroffenen...
Lieben Dank vorab,
Ramona
Re: Tumorentfernung an Pankreaskopf mit 82 ??
Verfasst: 22. Dezember 2022, 10:40
von Wuermsee
Hallo Ramona,
das ist in der Tat eine sehr schwierige Entscheidung!
Bei meiner OP waren auch einige Ältere auf der Station die sich der Kausch-Whipple OP unterzogen haben.
Fakt ist es ist ein sehr sehr großer Eingriff. Der Verlauf danach ist jedoch auch sehr individuell. Genauso wie die Rahmenbedingungen bzw. die Aussichten/Prognosen deiner Mutter, sonst würden das die Ärzte nicht zur Entscheidung anbieten.
Ich bin kein Spezialist aber der Logik nach ist evtl. ein laproskopischer Kompromiss mit Ausschabung möglich. Fragen würde ich was pro und contra ist. Chancen Risiken der Alternativen in Bezug auf Chirurgie und Tumorprognose ….
Re: Tumorentfernung an Pankreaskopf mit 82 ??
Verfasst: 22. Dezember 2022, 14:29
von ginibambini1008
Sehr schwer zu entscheiden. 82 ist in der Tat schon alt. Mein Mann war bei OP 34 Jahre alt und war das erste halbe Jahr wirklich zu nichts zu gebrauchen ... arbeiten geht jetzt nach 1,5 Jahren erst so langsam wieder. Ich weiß nicht, ob die Lebensqualität eine bessere nach dem Eingriff ist, vorallem wenn noch eine Chemo folgen soll.
Liebe Grüße 🙂
Re: Tumorentfernung an Pankreaskopf mit 82 ??
Verfasst: 22. Dezember 2022, 15:31
von Kerstin2015
Hi, am Wichtigsten finde ich ,das deine Ma ihre Entscheidung trifft und nicht aus Rücksichtnahme auf die Familie heraus einer Whipple OP mit anschließender Chemo zustimmt,die sie vielleicht gar nicht will.
Entweder will sie kämpfen oder sie will gehen.
Gut ,das der Tumor noch klein ist....
die Sorte Krebs ist einer der fiesesten ,die OP eine der größten.
Ich wünsche Euch alles Gute bei allem was kommt...so oder so.
Liebe Grüße Kerstin
Re: Tumorentfernung an Pankreaskopf mit 82 ??
Verfasst: 22. Dezember 2022, 20:15
von Wuermsee
Kerstin2015 hat geschrieben: ↑22. Dezember 2022, 15:31
die Sorte Krebs ist einer der fiesesten ,die OP eine der größten.
Das ist die treffendste Formulierung!
Re: Tumorentfernung an Pankreaskopf mit 82 ??
Verfasst: 22. Dezember 2022, 20:20
von Wuermsee
ginibambini1008 hat geschrieben: ↑22. Dezember 2022, 14:29
Mein Mann war bei OP 34 Jahre alt und war das erste halbe Jahr wirklich zu nichts zu gebrauchen ... arbeiten geht jetzt nach 1,5 Jahren erst so langsam wieder.
Bei mir es es ähnlich. Nur das ich 37 bei der OP war.
Zur Orientierung, Ramona. Allerdings wie erwähnt hatte ich auch Zimmernachbarn ca 78+ die das dem Anschein nach gut weggesteckt haben. Objektiv gesehen war es ein kurze Momentaufnahme.
Frag doch mal die Ärzte wie alt ihre ältesten Patienten waren. Als Orientierung.
Re: Tumorentfernung an Pankreaskopf mit 82 ??
Verfasst: 5. Januar 2023, 13:31
von Schnerrine
Hallo Ramona,
bin zufällig auf deinen Beitrag gestoßen. Hat sich Deine Mutter entschieden wegen der OP?
Ich stand voriges Jahr im Januar vor der gleichen Entscheidung. Bin nächste Woche 70. Mein Tumor war 3 cm im Kopf der BSD und gut operabel.
Man hat mir 4 Monate gegeben....
Also hab ich mich am 16.3.23 operieren lassen. Alles gut verlaufen, gut verheilt und nach 12 Tagen entlassen worden mit Informationen zur Ernährung, da die Galle und der Zwölffingerdarm entfernt wurde und der Rest det BSD mit dem Dünndarm verbunden wurde.
Ich muss sagen, dass ich sehr gut zu Recht komme, obwohl ich zum Diabetiker Typ 3 c geworden bin!
Miss mich 4 x spritzen und Enzyme einnehmen.
Das ist natürlich alles sehr aufwändig und ich weiß nicht, ob ich das alles mit 80 durchmachen will.....ich weiß, die Entscheidung muss jeder selbst treffen.
Hinzu kommt eine halbjährige Chemo als Begleitung nach der OP, die bei mir relativ gut verlaufen ist (nur Übelkeit an 2 bis 3 Tagen ). Aber nach Beendigung jetzt im Oktober habe ich pelzige Füße bekommen und auch die Fingerspitzen sind fast taub. Also die übliche Neuropathie, die die Meisten nach der Chemo entwickeln und die nicht mehr weg geht.
Also es ist wirklich sehr abzuwägen, der Tumor wächst sehr schnell, meiner ist innerhalb eines Monats 1,5 cm gewachsen weil die OP wegen einer Corona- Positivtestung nochmal verschoben wurde.
Im Oktober wurde dann ein CT gemacht und da war alles krebsfrei und in Ordnung. Im Februar muss ich wieder zur Kontrolle, was da ist, steht in den Sternen.
Ich wünsche euch viel Glück und Kraft für die Entscheidung, wie auch immer und alles erdenklich Gute.