Pankreatitis seit Weihnachten 2022
Verfasst: 28. März 2023, 16:59
Hallo liebe Forummitglieder,
ich lese hier schon seit Anfang des Jahres fleißig bei euch mit und da meine Beschwerden nicht besser werden, habe ich mir gedacht, dass ich mich auch mal bei euch vorstelle. Eventuell bekomme ich hilfreiche Tipps.
Zu mir:
Ich bin weiblich, 27 Jahre alt und komme aktuell bei 1,56m auf 48kg. Ich hatte zuvor noch nie irgendwelche Verdauungsstörungen oder etwas mit dem Darm/Magen/Bauchspeicheldrüse.
Meine ersten Beschwerden bemerkte ich abends am 14.12.2022. Ich hatte so ein drückendes Gefühl im Oberbauch und Unwohlsein. Dachte zuerst, dass ich sicher etwas schlechtes gegessen habe und mir daher meinen Magen schonen muss (dachte zu dem Zeitpunkt ich hätte eine Magenschleimhautentzündung - Dr. Google sagte das zumindest). Also habe ich mit 20mg Pantoprazol begonnen und auf Schonkost gesetzt.
2 Wochen später hat sich nichts geändert, der Schmerz blieb gleich.
Schon zu Beginn der Schmerzen hatte ich 1x einen seltsamen Stuhlgang bemerkt, der für meine Verhältnisse sehr komisch war. Er war knallgelb. Danach war er wieder normal.
An Weihnachten, 25.12.2022 gab es bei mir McDonalds. Ich hatte auf die Schonkost absolut gar keine Lust mehr und hatte großen Appetit auf Burger und Co.
In der Nacht zum 26. hat der Schmerz gegen 4 Uhr Nachts seinen absoluten Höhepunkt erreicht, sodass man mich ins Krankenhaus fahren musste.
Es war so schlimm. Mein kompletter Oberkörper hat geschmerzt und die Schmerzen kamen alle paar Minuten. So wellenartig? Ich dachte wirklich, ich sei im falschen Film. Und normalerweise denke ich so nie, ich habe in der Vergangenheit schon viel an Schmerzen erlebt. Aber das war anders schlimm.
Im Krankenhaus angekommen, hat man mich erstmal nicht ernstgenommen. Ich sagte den Pflegern, das ich ganz schlimme Magenschmerzen hätte. Der Assistenzarzt meinte dann nur, dass ich doch nichts ernstes haben könne in meinem Alter und war sichtlich genervt und ist nicht nett mit mir umgegangen.
Naja, 6 Stunden und einer Blutaufnahme später kam der Assistenzarzt wieder und hat sich erstmal 10x bei mir entschuldigt und meinte, dass ich ja doch was hätte. Ich hätte eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Er war ganz blass und konnte keine Worte finden, als er die Daten in seinem PC eintrug und mich mit Fragen durchbohrte. Nachhause gehen durfte ich nicht. Meine Lipase war zu dem Zeitpunkt bei 1175 U/I, Bilirubin normwertig.
Nach 3 Tagen wurde ich entlassen, mir ging es mit den Infusionen und Schmerzmitteln deutlich besser. Es wurde noch ein Ultraschall gemacht, da hieß es nur, dass die Bauchspeicheldrüse vergrößert sei, echoarm, peripankreatischer Flüssigkeitssaum, Organschwellung im Kopf, Ödemsaum im Kopf.
Außerdem hätte ich wohl eine Nebenmilz. Gut zu wissen?
Nebeninfo: Ich habe seit ein paar Jahren einen linken verengten Harnleiter und leichten Nierenstau, vermutlich postentzündlicher Ursache nach Nierenbeckenentzündung.
Mir geht es schon seit Sommer 2019 nicht mehr gut wegen anderen gesundheitlichen Problemen. Musste wegen mehreren Infektionen mal hier und da Antibiotika nehmen. Das schlimmste das mich nervt und beeinträchtigt ist meine chronische Schlaflosigkeit. Das mit der Nierenentzündung hat zeitlich mit dem Schlaf angefangen. Seitdem kommen immer weitere körperliche Probleme hinzu, die ich vorher nie hatte.
Nun ja, zurück zu meiner Bauchspeicheldrüsen Geschichte:
Bald 4 Monate später geht es mir immer noch nicht gut. Seit dem Krankenhaus Aufenthalt habe ich täglich immer noch Beschwerden. Den Fettstuhl habe ich nun täglich, meistens Verstopfung und nur sehr wenig Stuhl. Ich fühle mich danach nie wirklich erleichtert.
Ich habe täglich ein flaues Gefühl im Magen und so stumpfe, pochende und wellenartige Oberbauschmerzen mittig. Egal ob nüchtern oder nicht. Tendenziell ist es aber ein wenig besser nach dem Essen.
Mir ist oft übel, habe weniger Appetit, immer einen aufgeblähten Bauch, der nicht zu meiner Statur passt (bin zierlich gebaut). Seit der akuten Entzündung am Weihnachten traue ich mich an vielen Lebensmittel nicht mehr und habe deshalb schon an Gewicht abgenommen. Außerdem fallen mir sehr viele Haare aus 😔 (vermutlich aus Vitamin- und Nährstoffmängel, nachdem ich alles mit dem Stuhl ausscheide). Ich habe seit der Sache auch eine für mich ungewöhnliche starke und schmerzhafte Periode. Ich bin dadurch noch schwächer als sonst. Mein ganzer Körper steht unter Stress, so fühlt es sich an. Der fehlende Schlaf tut natürlich auch weh.
Beim Hausarzt bin ich immer wieder zur Blutkontrolle um die Lipase im Blick zu haben. Mal geht sie nach oben und mal nach unten. Der niedrigste Wert den ich bisher „geschafft“ habe, war bei 214 U/I. Also immer noch deutlich erhöht. Auch die Amylase ist immer erhöht.
Einmal haben wir noch einen Ultraschall gemacht. Da meinte er nur, dass er nichts auffälliges sehen kann. Ich hätte nur viele Darmgase, daher sei auch mein Unterleib sehr aufgebläht.
Ein MRT will er mir nicht verschreiben, weil man ja auf dem Ultraschall auch nichts sehen könne meinte er. Gallensteine hätte ich wohl auch nicht.
Da ich mir wegen meinen unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen vieles notieren muss, welche Medikamente wann ich einnehme und ob ich Nebenwirkungen verspüre, kann ich immer ziemlich genau sagen, seit wann ich gewisse Beschwerden habe. Ich habe ein gutes Gespür für mein Körpergefühl und leider reagiere ich auch empfindlich/allergisch auf einige Medikamente.
Zu den möglichen Ursachen meiner Pankreatitis:
Ich habe wegen einem Gerstenkorn am 08.12.2022 Antibitotika Augentropfen und Augensalbe mit der Bezeichnung „Ofloxacin Ophtal“ eingenommen. Ofloxacin gehört zu den Antibiotika der Fluorchinolone Familie.
Alle paar Stunden musste ich sie mir also ins Auge Tropfen und die Salbe nachts vor dem Schlafen ins Auge schmieren. Knapp eine Woche später, genau einen Tag nach Behandlungsende, haben die Bauchschmerzen am 14.12.2022 angefangen.
Jetzt könnte man meinen, warum soll ich denn von Augentropfen eine Pankreatitis bekommen?
Im Beipackzettel steht als Nebenwirkung mögliche Magen-Darm Beschwerden.
Und naja, leider war ich so dumm und habe statt einen Tropfen je Auge Auge mehrmals getropft, weil ich mit der Dosierung so ungeschickt war und mir immer daneben getropft habe. „Mehr schadet ja nicht“ dachte ich mir.
Eine weitere mögliche Ursache:
Ich hatte ca. Mitte Mai 2022 eine Corona Infektion gehabt. Mir ging es sehr schlecht und ich hatte noch Wochen später immer noch einen unerträglichen Husten.
Am 10. Juni 2022 hatte ich abends plötzlich große Lust auf Pommes. Habe mir dann gleich 2 große Tüten gekauft. Einen Tag später hatte ich dann so ein Völlegefühl und Bauchschmerzen. Mir war klar, dass es von den vielen Pommes kommt, normalerweise esse ich nicht so viel auf einmal davon. Hatte dann auch einen Tag später unverdaute Pommes im Stuhlgang :P
Danach war alles wieder wie immer und hab mir auch nichts dabei gedacht.
Ich denke, dass die Corona Infektion einen leichten Schub ausgelöst hat. Die antibiotischen Augentropfen haben mir dann den letzten Schlag gegeben.
Mittlerweile ist auch bekannt, dass Corona die Bauchspeicheldrüse infizieren kann.
„Bei Autopsien an verstorbenen COVID-19-Patienten zeigte sich eine SARS-CoV-2-Infektion des Pankreas. Selbst nachdem in der Lunge keine Virusproteine mehr zu finden waren, konnten diese in der Bauchspeicheldrüse noch nachgewiesen werden.“ Quelle: https://www.labor-riegel.de/de/aktuelles/riegelnews/meldungen-riegelnews/2021-04-06-sars-cov-2-infiziert-die-bauchspeicheldruese.php
Naja, ich war zwischenzeitlich wieder beim Hausarzt und er hat mir Kreon und Pangrol 10.000 verschrieben, in der Hoffnung, das sich mein Stuhl wieder normalisiert und der Blähbauch und die Schmerzen besser werden. Außerdem sollte dadurch der Nährstoffmangel behoben werden.
Leider habe ich beides nicht vertragen.
Hatte nach Einnahme ständig Hautjucken am ganzen Körper. Der Arzt meinte, dass mein Körper das wohl nicht möchte und soll diese nicht weiter nehmen.
Eventuell war es auch nur Zufall, muss es die Tage mal wieder ausprobieren, ob ich wieder so reagiere.
Zwischenzeitlich habe ich meinen Hausarzt auch um eine Stuhluntersuchung gebeten, der Test kostet stolze 170€. Habe ich dann auch gemacht (komisch das man es mir nicht von selbst anbietet, um vor allem die Elastase zu überprüfen?)
Auffällige Werte:
- Escherichia coli: 1 x 10^8 (normal: 1×10^6 - 9×10^7)
- Clostridium species: <1 x 10^5 (normal: < 1×10^6)
- Enterococcus species: <1 x 10^4 (normal: 1×10^6 - 9×10^7)
- Fett i. Stuhl: 2,1g (normal: <4,6)
- Alpha-1-Antitrypsin i. Stuhl: 7,2 mg/dl (normal: <27,5)
- Eosinophiles Protein X i. Stuhl (kann Nahrungsmittelunverträglichkeit, Parasitose oder eine unspezifische entzündliche Darmschleimhauterkrankung sein): 1627,5 ng/ml (normal: <440)
- beta-Defensin 2 (Schleimhautimmunität): 8,4 ng/ml (normal: 8,0 - 60.0)
Meine Elastase liegt bei 463,2. Also im normalen Bereich. Allerdings ist der Test vom 06.02.2023. Es kann daher sein, dass der Wert sich verändert hat. Der bleibt ja nie gleich, wie ich im Forum schon oft gelesen habe.
Pilze habe ich keine.
Nächste Woche, am 05.04.2023 habe ich bei mir im Ort einen Termin in der Gastroenterologie Ambulanz meiner Uniklinik. Ich werde dort ein Gespräch mit einem Gastroenterologen Oberarzt haben und es wird eine Blutabnahme gemacht. Ich hoffe auch sehr, dass ich endlich mal ein MRT oder CT bekomme, nachdem das Ganze 4 Monate lang nun geht und nicht besser wird.
Allerdings weiß ich nicht genau, welches radiologische Verfahren in meinem Fall besser wäre.
Aktuell habe ich seit Februar auch einen hartnäckigen Schnupfen, der nicht weggehen möchte. Ich schiebe das auch auf die Pankreas Geschichte, da ich einfach schon so geschwächt bin und mein Körper mit der Infektion nicht zurecht kommt. Ich war auch schon beim HNO, dieser meint es ist eine Nasennebenhöhlenentzündung. Ein neuer Mist, den ich vorher auch noch nie hatte. Seit diesem Schnupfen bekomme ich auch kaum Luft durch die Nase und habe seit Februar dicke, angeschwollene Halslymphknoten die nicht mehr abschwellen wollen.
Mein HNO hat mir Antibiotika verschrieben, allerdings habe ich auch Angst, das dies einen erneuten Schub auslösen könnte. Hab ihm das auch so erklärt und er meinte, dass Penicillin den Darm nicht so sehr angreift wie andere Antibiotika. Bin mir allerdings sehr unsicher…die wenigsten Ärzten kennen sich ja bekanntlich gut mit der Bauchspeicheldrüse aus.
Es tut mir schon mal unfassbar leid, dass dieser Text hier so lang geworden ist. Ich hoffe, dass mir einige Mitglieder in irgendeiner Weise helfen können oder Tipps geben, was ich noch auf jeden Fall probieren sollte oder was ich bei meinen Termin nächste Woche unbedingt ansprechen sollte.
Das Leben macht gerade keinen Spaß mehr und soziale Kontakte vermeide ich so gut wie es geht aufgrund von dem ständigen Unwohlsein und den Schmerzen. Mit meinen 27 komme ich mir ehrlich vor wie 77.
Ganz liebe Grüße,
sammy
ich lese hier schon seit Anfang des Jahres fleißig bei euch mit und da meine Beschwerden nicht besser werden, habe ich mir gedacht, dass ich mich auch mal bei euch vorstelle. Eventuell bekomme ich hilfreiche Tipps.
Zu mir:
Ich bin weiblich, 27 Jahre alt und komme aktuell bei 1,56m auf 48kg. Ich hatte zuvor noch nie irgendwelche Verdauungsstörungen oder etwas mit dem Darm/Magen/Bauchspeicheldrüse.
Meine ersten Beschwerden bemerkte ich abends am 14.12.2022. Ich hatte so ein drückendes Gefühl im Oberbauch und Unwohlsein. Dachte zuerst, dass ich sicher etwas schlechtes gegessen habe und mir daher meinen Magen schonen muss (dachte zu dem Zeitpunkt ich hätte eine Magenschleimhautentzündung - Dr. Google sagte das zumindest). Also habe ich mit 20mg Pantoprazol begonnen und auf Schonkost gesetzt.
2 Wochen später hat sich nichts geändert, der Schmerz blieb gleich.
Schon zu Beginn der Schmerzen hatte ich 1x einen seltsamen Stuhlgang bemerkt, der für meine Verhältnisse sehr komisch war. Er war knallgelb. Danach war er wieder normal.
An Weihnachten, 25.12.2022 gab es bei mir McDonalds. Ich hatte auf die Schonkost absolut gar keine Lust mehr und hatte großen Appetit auf Burger und Co.
In der Nacht zum 26. hat der Schmerz gegen 4 Uhr Nachts seinen absoluten Höhepunkt erreicht, sodass man mich ins Krankenhaus fahren musste.
Es war so schlimm. Mein kompletter Oberkörper hat geschmerzt und die Schmerzen kamen alle paar Minuten. So wellenartig? Ich dachte wirklich, ich sei im falschen Film. Und normalerweise denke ich so nie, ich habe in der Vergangenheit schon viel an Schmerzen erlebt. Aber das war anders schlimm.
Im Krankenhaus angekommen, hat man mich erstmal nicht ernstgenommen. Ich sagte den Pflegern, das ich ganz schlimme Magenschmerzen hätte. Der Assistenzarzt meinte dann nur, dass ich doch nichts ernstes haben könne in meinem Alter und war sichtlich genervt und ist nicht nett mit mir umgegangen.
Naja, 6 Stunden und einer Blutaufnahme später kam der Assistenzarzt wieder und hat sich erstmal 10x bei mir entschuldigt und meinte, dass ich ja doch was hätte. Ich hätte eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Er war ganz blass und konnte keine Worte finden, als er die Daten in seinem PC eintrug und mich mit Fragen durchbohrte. Nachhause gehen durfte ich nicht. Meine Lipase war zu dem Zeitpunkt bei 1175 U/I, Bilirubin normwertig.
Nach 3 Tagen wurde ich entlassen, mir ging es mit den Infusionen und Schmerzmitteln deutlich besser. Es wurde noch ein Ultraschall gemacht, da hieß es nur, dass die Bauchspeicheldrüse vergrößert sei, echoarm, peripankreatischer Flüssigkeitssaum, Organschwellung im Kopf, Ödemsaum im Kopf.
Außerdem hätte ich wohl eine Nebenmilz. Gut zu wissen?
Nebeninfo: Ich habe seit ein paar Jahren einen linken verengten Harnleiter und leichten Nierenstau, vermutlich postentzündlicher Ursache nach Nierenbeckenentzündung.
Mir geht es schon seit Sommer 2019 nicht mehr gut wegen anderen gesundheitlichen Problemen. Musste wegen mehreren Infektionen mal hier und da Antibiotika nehmen. Das schlimmste das mich nervt und beeinträchtigt ist meine chronische Schlaflosigkeit. Das mit der Nierenentzündung hat zeitlich mit dem Schlaf angefangen. Seitdem kommen immer weitere körperliche Probleme hinzu, die ich vorher nie hatte.
Nun ja, zurück zu meiner Bauchspeicheldrüsen Geschichte:
Bald 4 Monate später geht es mir immer noch nicht gut. Seit dem Krankenhaus Aufenthalt habe ich täglich immer noch Beschwerden. Den Fettstuhl habe ich nun täglich, meistens Verstopfung und nur sehr wenig Stuhl. Ich fühle mich danach nie wirklich erleichtert.
Ich habe täglich ein flaues Gefühl im Magen und so stumpfe, pochende und wellenartige Oberbauschmerzen mittig. Egal ob nüchtern oder nicht. Tendenziell ist es aber ein wenig besser nach dem Essen.
Mir ist oft übel, habe weniger Appetit, immer einen aufgeblähten Bauch, der nicht zu meiner Statur passt (bin zierlich gebaut). Seit der akuten Entzündung am Weihnachten traue ich mich an vielen Lebensmittel nicht mehr und habe deshalb schon an Gewicht abgenommen. Außerdem fallen mir sehr viele Haare aus 😔 (vermutlich aus Vitamin- und Nährstoffmängel, nachdem ich alles mit dem Stuhl ausscheide). Ich habe seit der Sache auch eine für mich ungewöhnliche starke und schmerzhafte Periode. Ich bin dadurch noch schwächer als sonst. Mein ganzer Körper steht unter Stress, so fühlt es sich an. Der fehlende Schlaf tut natürlich auch weh.
Beim Hausarzt bin ich immer wieder zur Blutkontrolle um die Lipase im Blick zu haben. Mal geht sie nach oben und mal nach unten. Der niedrigste Wert den ich bisher „geschafft“ habe, war bei 214 U/I. Also immer noch deutlich erhöht. Auch die Amylase ist immer erhöht.
Einmal haben wir noch einen Ultraschall gemacht. Da meinte er nur, dass er nichts auffälliges sehen kann. Ich hätte nur viele Darmgase, daher sei auch mein Unterleib sehr aufgebläht.
Ein MRT will er mir nicht verschreiben, weil man ja auf dem Ultraschall auch nichts sehen könne meinte er. Gallensteine hätte ich wohl auch nicht.
Da ich mir wegen meinen unterschiedlichen gesundheitlichen Problemen vieles notieren muss, welche Medikamente wann ich einnehme und ob ich Nebenwirkungen verspüre, kann ich immer ziemlich genau sagen, seit wann ich gewisse Beschwerden habe. Ich habe ein gutes Gespür für mein Körpergefühl und leider reagiere ich auch empfindlich/allergisch auf einige Medikamente.
Zu den möglichen Ursachen meiner Pankreatitis:
Ich habe wegen einem Gerstenkorn am 08.12.2022 Antibitotika Augentropfen und Augensalbe mit der Bezeichnung „Ofloxacin Ophtal“ eingenommen. Ofloxacin gehört zu den Antibiotika der Fluorchinolone Familie.
Alle paar Stunden musste ich sie mir also ins Auge Tropfen und die Salbe nachts vor dem Schlafen ins Auge schmieren. Knapp eine Woche später, genau einen Tag nach Behandlungsende, haben die Bauchschmerzen am 14.12.2022 angefangen.
Jetzt könnte man meinen, warum soll ich denn von Augentropfen eine Pankreatitis bekommen?
Im Beipackzettel steht als Nebenwirkung mögliche Magen-Darm Beschwerden.
Und naja, leider war ich so dumm und habe statt einen Tropfen je Auge Auge mehrmals getropft, weil ich mit der Dosierung so ungeschickt war und mir immer daneben getropft habe. „Mehr schadet ja nicht“ dachte ich mir.
Eine weitere mögliche Ursache:
Ich hatte ca. Mitte Mai 2022 eine Corona Infektion gehabt. Mir ging es sehr schlecht und ich hatte noch Wochen später immer noch einen unerträglichen Husten.
Am 10. Juni 2022 hatte ich abends plötzlich große Lust auf Pommes. Habe mir dann gleich 2 große Tüten gekauft. Einen Tag später hatte ich dann so ein Völlegefühl und Bauchschmerzen. Mir war klar, dass es von den vielen Pommes kommt, normalerweise esse ich nicht so viel auf einmal davon. Hatte dann auch einen Tag später unverdaute Pommes im Stuhlgang :P
Danach war alles wieder wie immer und hab mir auch nichts dabei gedacht.
Ich denke, dass die Corona Infektion einen leichten Schub ausgelöst hat. Die antibiotischen Augentropfen haben mir dann den letzten Schlag gegeben.
Mittlerweile ist auch bekannt, dass Corona die Bauchspeicheldrüse infizieren kann.
„Bei Autopsien an verstorbenen COVID-19-Patienten zeigte sich eine SARS-CoV-2-Infektion des Pankreas. Selbst nachdem in der Lunge keine Virusproteine mehr zu finden waren, konnten diese in der Bauchspeicheldrüse noch nachgewiesen werden.“ Quelle: https://www.labor-riegel.de/de/aktuelles/riegelnews/meldungen-riegelnews/2021-04-06-sars-cov-2-infiziert-die-bauchspeicheldruese.php
Naja, ich war zwischenzeitlich wieder beim Hausarzt und er hat mir Kreon und Pangrol 10.000 verschrieben, in der Hoffnung, das sich mein Stuhl wieder normalisiert und der Blähbauch und die Schmerzen besser werden. Außerdem sollte dadurch der Nährstoffmangel behoben werden.
Leider habe ich beides nicht vertragen.
Hatte nach Einnahme ständig Hautjucken am ganzen Körper. Der Arzt meinte, dass mein Körper das wohl nicht möchte und soll diese nicht weiter nehmen.
Eventuell war es auch nur Zufall, muss es die Tage mal wieder ausprobieren, ob ich wieder so reagiere.
Zwischenzeitlich habe ich meinen Hausarzt auch um eine Stuhluntersuchung gebeten, der Test kostet stolze 170€. Habe ich dann auch gemacht (komisch das man es mir nicht von selbst anbietet, um vor allem die Elastase zu überprüfen?)
Auffällige Werte:
- Escherichia coli: 1 x 10^8 (normal: 1×10^6 - 9×10^7)
- Clostridium species: <1 x 10^5 (normal: < 1×10^6)
- Enterococcus species: <1 x 10^4 (normal: 1×10^6 - 9×10^7)
- Fett i. Stuhl: 2,1g (normal: <4,6)
- Alpha-1-Antitrypsin i. Stuhl: 7,2 mg/dl (normal: <27,5)
- Eosinophiles Protein X i. Stuhl (kann Nahrungsmittelunverträglichkeit, Parasitose oder eine unspezifische entzündliche Darmschleimhauterkrankung sein): 1627,5 ng/ml (normal: <440)
- beta-Defensin 2 (Schleimhautimmunität): 8,4 ng/ml (normal: 8,0 - 60.0)
Meine Elastase liegt bei 463,2. Also im normalen Bereich. Allerdings ist der Test vom 06.02.2023. Es kann daher sein, dass der Wert sich verändert hat. Der bleibt ja nie gleich, wie ich im Forum schon oft gelesen habe.
Pilze habe ich keine.
Nächste Woche, am 05.04.2023 habe ich bei mir im Ort einen Termin in der Gastroenterologie Ambulanz meiner Uniklinik. Ich werde dort ein Gespräch mit einem Gastroenterologen Oberarzt haben und es wird eine Blutabnahme gemacht. Ich hoffe auch sehr, dass ich endlich mal ein MRT oder CT bekomme, nachdem das Ganze 4 Monate lang nun geht und nicht besser wird.
Allerdings weiß ich nicht genau, welches radiologische Verfahren in meinem Fall besser wäre.
Aktuell habe ich seit Februar auch einen hartnäckigen Schnupfen, der nicht weggehen möchte. Ich schiebe das auch auf die Pankreas Geschichte, da ich einfach schon so geschwächt bin und mein Körper mit der Infektion nicht zurecht kommt. Ich war auch schon beim HNO, dieser meint es ist eine Nasennebenhöhlenentzündung. Ein neuer Mist, den ich vorher auch noch nie hatte. Seit diesem Schnupfen bekomme ich auch kaum Luft durch die Nase und habe seit Februar dicke, angeschwollene Halslymphknoten die nicht mehr abschwellen wollen.
Mein HNO hat mir Antibiotika verschrieben, allerdings habe ich auch Angst, das dies einen erneuten Schub auslösen könnte. Hab ihm das auch so erklärt und er meinte, dass Penicillin den Darm nicht so sehr angreift wie andere Antibiotika. Bin mir allerdings sehr unsicher…die wenigsten Ärzten kennen sich ja bekanntlich gut mit der Bauchspeicheldrüse aus.
Es tut mir schon mal unfassbar leid, dass dieser Text hier so lang geworden ist. Ich hoffe, dass mir einige Mitglieder in irgendeiner Weise helfen können oder Tipps geben, was ich noch auf jeden Fall probieren sollte oder was ich bei meinen Termin nächste Woche unbedingt ansprechen sollte.
Das Leben macht gerade keinen Spaß mehr und soziale Kontakte vermeide ich so gut wie es geht aufgrund von dem ständigen Unwohlsein und den Schmerzen. Mit meinen 27 komme ich mir ehrlich vor wie 77.
Ganz liebe Grüße,
sammy