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Ab wann wird’s chronisch?

Verfasst: 22. April 2023, 18:01
von sammy
Hallo ihr lieben,

kann mir jemand sagen, ab wann eine Pankreatitis chronisch wird? Kann das schon nach ein paar Tagen, Wochen, Monate oder erst Jahre später passieren? Oder wenn man Pech hat, gleich sofort nach dem man eine akute Entzündung hatte?
Oder ist das ganz individuell?

Und stimmt es, dass je öfter man eine Entzündung durchlaufen hat, desto eher steigt das Risiko das es chronisch wird?

Ich kann aktuell gar nicht mehr deutlich sagen, ob ich einen leichten Schub habe oder eine ausgewachsene Entzündung, weil ich täglich die selben Schmerzen habe seit Beginn der Erkrankung in Dezember. Manchmal ist es schlimmer, manchmal ist es besser, aber der Schmerz ist nie ganz weg.
Bedeuten denn tägliche Schmerzen, dass es schon chronisch ist?

Danke schon mal an alle :)

LG
sammy

Re: Ab wann wird’s chronisch?

Verfasst: 24. April 2023, 12:18
von kamaha
Hallo Sammy,
ich habe bestimmt 1 ganzes Jahr gebraucht, bis es mir besser ging nach der aktuten BSDE. Ich musste höllisch aufpassen beim Essen und hatte trotzdem immer wieder Probleme. Irgendwann war es besser, meine Blutwerte und bildgebende Untersuchungen waren alle ok. Nach ca 1 1/2 Jahren war ich zur Kontrolle bei Prof. Niedergethmann in Essen, der mir bestätigte, dass meine BSD sich gut erholt hat und ich keine chronische Entzündung davongetragen habe. Das ganze ist jetzt 6 Jahre her und mir geht es gut, allerdings bin ich nach wie vor sehr vorsichtig beim Essen und trinke keinen Alkohol. Geraucht habe ich auch vorher nicht. Also habe Geduld und denke positiv. Nicht jede akute Entzündung wird chronisch.
Liebe Grüße aus dem Pott
Karla

Re: Ab wann wird’s chronisch?

Verfasst: 25. April 2023, 11:54
von sammy
Hallo Kamaha,

vielen Dank für deine Antwort! Tut mir sehr leid, dass es bei dir ein ganzes Jahr lang so ging.
Erfreulicherweise ist es bei dir heute besser und deine Bauchspeicheldrüse hat keinen Schaden bekommen! :)
Wie schaut es bei dir heute mit dem Essen aus? Kannst du wieder alles essen und vertragen? Hast du noch die typischen Begleitsymptome wie Fettstuhl, Blähungen?
Alkohol und rauchen ist klar, das sollte man in Zukunft tatsächlich meiden.

Bei mir ist es leider so, dass ich aktuell eher negativ denke. Ich hatte gestern einen Termin zur Magenspiegelung, man hat eine Biopsie genommen, da die Schleimhaut im Magen durchscheinende Gefäße hat. Die Biopsie dient zum Ausschluss einer Autoimmungastritis. Ich hoffe, das Ergebnis ist negativ. Ansonsten würde bei mir eine Autoimmunpankreatitis auch noch im Raum stehen. 🙄

Die Magenspiegelung habe ich nur bekommen, nachdem ich meinen Hausarzt so lange genervt habe, bis ich eine Überweisung bekommen habe, um Erkrankungen im Magen und Zwölffingerdarm auszuschließen.
Die Pankreatitis mit Lipase Werte von über 1000 habe ich ja seit Dezember. Und bis heute habe ich noch kein MRT oder CT bekommen. Nur Ultraschall.
In 2 Wochen habe ich nun endlich einen Termin zum MRT bei einem Prof. Radiologen in München. Den Tipp habe ich von einen lieben User von hier bekommen, da ich aus der Nähe von München komme.
Für die Überweisung musste ich natürlich auch beim Hausarzt betteln.

Darf ich fragen, wie hoch deine Lipase Werte während der akuten Entzündung waren? Warst du auch im Krankenhaus?

Liebe Grüße aus dem Süden.
sammy

Re: Ab wann wird’s chronisch?

Verfasst: 26. April 2023, 12:11
von kamaha
Hallo Sammy,
meine Lipase lag bei 5000 und ich war 13 Tage im Krankenhaus. Dann war ich 3 Wochen zuhause und die Entzündung ist noch einmal zurückgekommen. Da lag der Wert bei 1300 und ich war wieder 10 Tage im KH. Mittlerweile kann ich fast alles essen, aber manchmal vertrage ich das eine oder andere nicht so gut, das macht sich dann mit leichten Durchfällen bemerkbar und ein bisschen Unwohlsein. Nach 1 bis 2 Tagen ist es aber wieder gut. Kommt auch selten vor.
Für deine kommenden Untersuchungen drücke ich die Daumen und wünsche dir alles Gute. Habe Geduld und denke positiv.
Liebe Grüße aus dem Pott

Re: Ab wann wird’s chronisch?

Verfasst: 26. April 2023, 15:12
von sammy
Hallo Kamaha,
5000 ist ja extrem hoch…gut, dass du so lange im Krankenhaus warst! Weißt du denn noch, ob du da ununterbrochen Infusionen bekommen hast? Ich habe Naci Lösungen für den Flüssigkeitsverlust und Schmerzmittel intravenös bekommen.
Mittlerweile frage ich mich, ob ich nicht auch hätte länger bleiben müssen. Ich war 3 Tage stationär. Gleich als ich wieder Zuhause war, hat es wieder angefangen. Zwar nicht ganz so schlimm wie am Anfang, aber es war dennoch schmerzhaft.

Freut mich sehr für dich, dass du alles wieder vertragen kannst :) und das dein Körper mit Durchfall reagiert nach einer Unverträglichkeit, ist meiner Meinung nach „positiv“. Dann weißt du ja direkt, dass du ein bestimmtes Lebensmittel in Zukunft lieber meiden solltest.
Herzlichen Dank! Ich bleibe positiv. Mehr als warten und auf die Ernährung zu achten kann ich eh nicht. Alles Gute weiterhin für dich Karla 😊

Lieben Gruß,
Sammy

Re: Ab wann wird’s chronisch?

Verfasst: 27. April 2023, 13:27
von kamaha
Hallo Sammy,
ich habe bestimmt 4 Tage keine Nahrung, sondern nur Infusionen bekommen und dann ganz langsam wieder ein bisschen Nahrung, nichts festes sondern Süppchen usw.
Aber alles gut und das wird es bei dir mit Sicherheit auch.
Dir auch alles Gute und liebe Grüße
Karla

Re: Ab wann wird’s chronisch?

Verfasst: 27. April 2023, 21:38
von sammy
Hallo Kamaha,
danke für deine Erfahrungen! Ganz schön interessant, dass jedes Krankenhaus anders vorgeht.
Leider geht es mir wieder schlechter. Ich liege seit heute Nachmittag im Krankenhaus. Hatte in der Nacht wieder ganz schlimme Schmerzen, Schüttelfrost und auch so einen komischen Juckreiz auf der Kopfhaut.

Seltsamerweise bekomme ich nur Schmerzmittel intravenös, aber keine Flüssigkeit (beim letzten Mal stationär gab es zusätzlich Flüssigkeit).
Den Schmerz verspüre ich aber noch . Auch sind wohl dieses Mal die Leberwerte erhöht, was letztens nicht so war…
Danke für deinen lieben Zuspruch! 😊

Liebe Grüße,
Sammy

Re: Ab wann wird’s chronisch?

Verfasst: 28. April 2023, 11:07
von kamaha
Oh Sammy, das tut mir wirklich leid für dich. Hoffentlich stellen sie dich gründlich auf den Kopf, damit auch eine handfeste Diagnose rauskommt und es wirklich aufwärts geht. Ich drücke dir die Daumen und wünsche eine baldige Besserung.
GLG Karla aus dem Pott

Re: Ab wann wird’s chronisch?

Verfasst: 28. April 2023, 21:21
von sammy
Ich bin auch so gespannt. Irgendetwas muss ja jetzt gemacht werden. Vorher möchte ich nicht Nachhause. Ich bin jetzt seit 2 Tagen da und untersucht wurde ich noch nicht. Immerhin wollen sie eine Stuhl- und Urinprobe und haben 2x Blut abgenommen. Gestern Nacht musste ich mich 3x übergeben, das war alles Magensäure und Wasser. Weil sie mir ein Betäubungsmittel in die Vene gespritzt haben. Das hat mir gar nicht gut getan und ich wäre fast bewusstlos geworden.
Ganz lieben Dank Karla, das macht Mut.

Alles gute dir und viele herzliche Grüße <3
Sammy

Re: Ab wann wird’s chronisch?

Verfasst: 5. Mai 2023, 11:15
von sammy
Hallo ihr Lieben, ich dachte mir ich gebe euch mal ein Update von mir.

Ich bin nun wieder seit 2 Tagen nach meinem 1-wöchigen Krankenhausaufenthalt Zuhause.
Leider verstehe ich gar nichts mehr. Eventuell kann mir jemand Tipps geben, wie ich weiter vorgehen soll.

Ich hatte in der Nacht vom 26.04. auf den 27.04. wieder einen sehr schmerzhaften Schub gehabt, sodass ich ins Krankenhaus musste.
Den Auslöser kenne ich: Ich war mit meiner Schwester im Kino und habe eine kleine Tüte süßes Popcorn gegessen. In der Nacht kamen dann die Beschwerden. :(

Ich habe Infusionen und Schmerzmittel bekommen, viele Abführmittelchen da ich so unter Verstopfung litt. Man hat mir Schmerzmittel gegeben, die aber für meine Größe und Gewicht zu viel waren, musste mich in der selben Nacht 3x vor lauter Übelkeit übergeben. War alles Magensäure und Flüssigkeit glaube ich. Bin aber auch generell sehr empfindlich gegenüber Medikamente. Das was ich bekommen habe war Morphin.

2 Tage vor Entlassung wurde ein Ultraschall gemacht, man findet keine Gallensteine, die Gänge sollen frei sein.
Die Bauchspeicheldrüse sieht auch normal aus, nicht so verschwollen wie bei der ersten Entzündung (Lipase war da bei 1175). Man kann den Schwanz aber nicht so gut einsehen (ich habe aber auch wirklich einen extrem starken Blähbauch).

Und jetzt kommt’s: Dieses Mal ist meine Lipase nur bei 54!!! Wie kann das sein, wenn ich die gleichen Schmerzen hatte wie im Dezember? Dieses Mal waren zwar die Schmerzen nicht ganz so heftig wie beim letzten Mal, aber sehr ähnlich und auch mit Schüttelfrost und wehen-artige Schmerzen.
Kann der „Fehler“ gewesen sein, dass ich zu spät ins Krankenhaus gegangenen bin? Ich bin erst ca 24std später in die Notaufnahme, kann da der Lipase Spiegel schon so schnell sinken?

Was in meinem Blutbild aber auffällig ist, ist ein leicht erhöhter Bilirubin Spiegel:
- P Bilirubin gesamt = 1.26 mg/dl (Referenzbereich 0 - 1.2)
- P Bilirubin direkt = 0.54 mg/dl (Referenzbereich 0 - 0.3)

(Daneben steht noch: „Wert unter Vorbehalt: Interferenz durch Hämolyse möglich!“)

Meine Leberwerte sind normal-niedrig.
Auf meinem Entlassungsbrief steht auch: „Isolierte Erhöhung ANA-IIFT-Titer (1:400), ambulante Wiederholung empfohlen“.

Abschließend wären nun meine Fragen:

- Kann es möglich sein, dass da doch etwas meine Galle oder die Gänge reizt aufgrund der Bilirubin Werte? Und das dann wiederum meine Bauchspeicheldrüse reizt?
- Ich habe nächste Woche endlich mein MRT vom Abdomen -> kann man da auch mögliche Gallensteine/Grieß/Gallenstau erkennen?
- Warum hören meine Beschwerden immer noch nicht auf? Den Fettstuhl z.B., obwohl meine Elastase noch gut ist? Mir fällt auch auf, dass mein Stuhl breiig, schmierig und gelb ist. Er sinkt aber immer sofort und schwimmt nicht?

Ich bedanke mich jetzt schon ganz herzlich bei Euch!

Liebe Grüße
Sammy