Bitte explizit um Tipps nach radikaler Pankreatektomie
Verfasst: 3. Mai 2023, 18:56
Liebe Leser,
ich hatte mich kurz nach Ostern hier angemeldet. Ich wollte eigentlich öffentlich nicht sehr viel Preis geben und habe daher manchmal etwas Kryptisch geschrieben. Ich wollte nicht das andere aus meiner Familie mich hier am geschrieben erkennen können. Ich wollte stark sein und meine Angst und Verunsicherung nicht zeigen. Allerdings sollte ich mich vielleicht auch etwas öffnen damit ich hier überhaupt auf Antworten hoffen kann…
Betroffen ist mein Vater, er ist 59 Jahre alt und war „vorher“ Kerngesund. Hat immer gearbeitet, nie geraucht, gelegentlich mal ein Bierchen im Garten getrunken und hat keinerlei andere Vorbelastung oder Erkrankung. Jetzt schlug aus heiterem Himmel die Bombe in unsere Familie ein und er bekam die Diagnose invasives duktales Adenokarzinom des Pankreaskopfes. Zum Glück äußerte sich dieses Rechtzeitig durch eine Gelbsucht bevor er Lymphknoten befallen hatte oder metastasieren konnte. Auch mit 2cm Durchmesser war die Größe ok und man konnte alles R0 resizieren. Allerdings gab es nach der OP mehrere Komplikationen so dass er eine lange ITS Zeit mit künstlichem Koma hinter sich hatte. Mein Vater war vorher schon schlank aber recht muskulös. In dieser kurzen Zeit hat er natürlich viel an Fett und Muskeln verloren. Durch das einwöchige Zeitfenster von Erstdiagnose zur OP konnte er sich nicht mehr wirklich was „anfuttern“. Aus jenem Grund jetzt der neue Beitrag von mir.
Meine ersten Beitrag hier hatte ich zur Diagnostik gestellt. Dass hat sich mittlerweile geklärt da diese „durch“ ist. Nun habe ich ein paar spezifischere Fragen und hoffe dass ihr mir helfen könnt.
Er ist noch zu schwach um wirklich auf Station etwas zu bekommen wie Diabetesschulung und Ernährungsberatung. Beides ist aber im KH geplant. Er isst jetzt erst wieder seit 2 Tagen - Joghurt/Pudding, Fesubin und heut erstmalig Kartoffelbrei. Die Parenterale Ernährung über den ZVK haben sie vor 2 Tagen beendet und gesagt er soll selbst essen um alles wieder in Gang zu bringen. Er zwingt sich auch zum Essen aber er schafft die Menge die er müsste nicht und ist durch die Komplikationen immer noch geschwächt. Er bekommt auch nur Insulin und noch kein Kreon. Wieso weiß ich nicht. Wie war dass bei euch? Habt ihr sofort zum Kostaufbau in der Klinik Kreon bekommen?
Was könnte man tun um ihm wieder etwas Körperfett aufzubauen? Darf er Kartoffelbrei mit Butter und zb Rührei oder Milchreis mit Butter und Zucker? Wie habt ihr es geschafft schnell den geschwächten Körper mit Kalorien zu stärken.
Das 2. Problem ist der Muskelabbau. Er versucht jeden Tag seine Wegstrecke über die Station zu verlängern. Aber er ist so schwach. Eine Teekanne halten ist schon ein enormer Akt. Auf ITS bekam er Physio. Auf der normalen Chirurgie ist „Personalmangel“ und es war noch keine Physio dort. Was kann er tun um trotz der körperlichen Schwäche wieder Muskeln und Kondition aufzubauen. Welche Übungen haben Physiotherapeuten mit euch gemacht? Kann ich ihm einen Handmuskeltrainer und andere kleine und leichte Trainingsgeräte mitbringen?
Es kann doch nicht sein dass er bis zur Chemo immer mehr Muskeln und Körperfett abbaut. Wir sind dort schon allen „auf die Füße getreten“ aber es passiert nix - kein Personal!
Ich bin dankbar für jede Idee, jeden Tipp, jede Erfahrung! Was hat euch, abseits von Muskelaufbau und Kostaufbau geholfen? Die Psyche ist auch so ein Thema aber da kommt zum Glück ein Psychoonkologe auf Station.
Vielen Dank und herzliche Grüße aus Halle
ich hatte mich kurz nach Ostern hier angemeldet. Ich wollte eigentlich öffentlich nicht sehr viel Preis geben und habe daher manchmal etwas Kryptisch geschrieben. Ich wollte nicht das andere aus meiner Familie mich hier am geschrieben erkennen können. Ich wollte stark sein und meine Angst und Verunsicherung nicht zeigen. Allerdings sollte ich mich vielleicht auch etwas öffnen damit ich hier überhaupt auf Antworten hoffen kann…
Betroffen ist mein Vater, er ist 59 Jahre alt und war „vorher“ Kerngesund. Hat immer gearbeitet, nie geraucht, gelegentlich mal ein Bierchen im Garten getrunken und hat keinerlei andere Vorbelastung oder Erkrankung. Jetzt schlug aus heiterem Himmel die Bombe in unsere Familie ein und er bekam die Diagnose invasives duktales Adenokarzinom des Pankreaskopfes. Zum Glück äußerte sich dieses Rechtzeitig durch eine Gelbsucht bevor er Lymphknoten befallen hatte oder metastasieren konnte. Auch mit 2cm Durchmesser war die Größe ok und man konnte alles R0 resizieren. Allerdings gab es nach der OP mehrere Komplikationen so dass er eine lange ITS Zeit mit künstlichem Koma hinter sich hatte. Mein Vater war vorher schon schlank aber recht muskulös. In dieser kurzen Zeit hat er natürlich viel an Fett und Muskeln verloren. Durch das einwöchige Zeitfenster von Erstdiagnose zur OP konnte er sich nicht mehr wirklich was „anfuttern“. Aus jenem Grund jetzt der neue Beitrag von mir.
Meine ersten Beitrag hier hatte ich zur Diagnostik gestellt. Dass hat sich mittlerweile geklärt da diese „durch“ ist. Nun habe ich ein paar spezifischere Fragen und hoffe dass ihr mir helfen könnt.
Er ist noch zu schwach um wirklich auf Station etwas zu bekommen wie Diabetesschulung und Ernährungsberatung. Beides ist aber im KH geplant. Er isst jetzt erst wieder seit 2 Tagen - Joghurt/Pudding, Fesubin und heut erstmalig Kartoffelbrei. Die Parenterale Ernährung über den ZVK haben sie vor 2 Tagen beendet und gesagt er soll selbst essen um alles wieder in Gang zu bringen. Er zwingt sich auch zum Essen aber er schafft die Menge die er müsste nicht und ist durch die Komplikationen immer noch geschwächt. Er bekommt auch nur Insulin und noch kein Kreon. Wieso weiß ich nicht. Wie war dass bei euch? Habt ihr sofort zum Kostaufbau in der Klinik Kreon bekommen?
Was könnte man tun um ihm wieder etwas Körperfett aufzubauen? Darf er Kartoffelbrei mit Butter und zb Rührei oder Milchreis mit Butter und Zucker? Wie habt ihr es geschafft schnell den geschwächten Körper mit Kalorien zu stärken.
Das 2. Problem ist der Muskelabbau. Er versucht jeden Tag seine Wegstrecke über die Station zu verlängern. Aber er ist so schwach. Eine Teekanne halten ist schon ein enormer Akt. Auf ITS bekam er Physio. Auf der normalen Chirurgie ist „Personalmangel“ und es war noch keine Physio dort. Was kann er tun um trotz der körperlichen Schwäche wieder Muskeln und Kondition aufzubauen. Welche Übungen haben Physiotherapeuten mit euch gemacht? Kann ich ihm einen Handmuskeltrainer und andere kleine und leichte Trainingsgeräte mitbringen?
Es kann doch nicht sein dass er bis zur Chemo immer mehr Muskeln und Körperfett abbaut. Wir sind dort schon allen „auf die Füße getreten“ aber es passiert nix - kein Personal!
Ich bin dankbar für jede Idee, jeden Tipp, jede Erfahrung! Was hat euch, abseits von Muskelaufbau und Kostaufbau geholfen? Die Psyche ist auch so ein Thema aber da kommt zum Glück ein Psychoonkologe auf Station.
Vielen Dank und herzliche Grüße aus Halle