verliere immer mehr Gewicht...
Verfasst: 28. Juli 2023, 12:56
Liebes Forum,
ich warne gleich mal vorweg, dass ich einer dieser verlorenen Leute mit unklarer Symptomatik bin. Poste dennoch hier im BSP-Austausch, weil (vom Gewichtsverlust abgesehen) stark erniedrigte Elastase und Fettstuhl meine einzigen handfesten Symptome sind. Ich und mein Hausarzt wissen nicht mehr weiter... ich schildere mal meinen ganzen Weg von Anfang an:
Ich bin 57 Jahre alt, Nichtraucher. Vor 5 Jahren bekam ich auf einer Chinareise hohes Fieber und übelsten Durchfall, so dass ich 2-3 Tage lang das Hotelbett (bzw. Klo) hüten musste. Wurde mit irgendwelchen chinesischen Pulvern auskuriert.
Etwa ein Jahr später fiel mir zuerst auf, dass ich seit dieser Reise öfters Durchfall, Erkältungen und andere kleinere Infekte gehabt und auch ein paar Kilo Gewicht verloren hatte, und bekam den Verdacht dass ich mir auf der Reise einen Bandwurm o.ä. eingefangen haben könnte. Meine damaliger Hausarzt ließ einen Stuhltest auf Parasiten machen, der negativ ausfiel. Damit war das für mich erledigt. (Heute weiß ich, dass ein einiger Test da nicht allzu aussagekräftig ist!)
Die Geschichte ging aber schleichend weiter. Trotz guter Zahnhygiene verlor ich nach und nach 3 Backenzähne nebeneinander aufgrund einer chronischen Zahnwurzel/Kieferentzündung, ohne dass ich da einen Zusammenhang erkannt hätte. Vor 2 Jahren schließlich ging ich aufgrund eines Räusperzwangs zum HNO, der das als sekundäre Untergewichtserscheinung attestierte. Darauf gingen dann die Nachforschungen beim (neuen) Hausarzt los. Zu dem Zeitpunkt wog ich noch 68kg, mein Normalgewicht vorher war 74kg. Ich hatte Fettstuhl, aber keine spezifischen Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, etc. Ich esse viel und gut - weitgehend vegetarisch aber ausgewogen.
Der Hausarzt ließ testen: Blutbild, Glukose, HbA1c, Cholesterin, LDL-Cholesterin, Harnsäure, Kreatinin,, CKD-EPI, GOT (AST), GPT (ALT), g-GT, TSH, Natrium, Kalium, Eisen, Bilirubin, PSA, Elastase. MPV (Plättchenvolumen) war leicht erhöht, sonst alles normal, aber: Elastase 125. Daraufhin weitere Tests: CRP, Lipase, Amylase, Hämoglobin im Stuhl, Vitamine A, D, E, K, sowie ein Bauchultraschall - alles normal. Eine Gastroskopie von Magen und Zwölffingerdarm sowie Endosonographie der BSP ergab außer Barretts (Sodbrennen, wurde mit 2 Wochen Pantoprazol behandelt) ebenso keine Auffälligkeiten. Histologie der entnommenen Proben: normal. Diagnose: idiopathische EPI, vermutlich Schaden auf zellulärer Ebene, vermutlich durch Virusinfekt, Autoimmunreaktion, o.ä. - auf deutsch: Schulterzucken.
Ich begann Pankreatin zu nehmen und Alkohol gänzlich zu meiden, der Stuhl wurde fester, und ich konnte mein Gewicht stabilisieren, sogar um Weihnachten rum etwas zunehmen (Lebkuchen! :) Im neuen Jahr (2022) verlor ich die Pfunde allerdings wieder. Elastase wurde noch 2x getestet: 35 und 40. Verschieden andere Labortests wurden wiederholt (alles normal), zusätzlich wurde BKSE (Blutsenkung) und CA19-9 getestet, beides normal. Ein weiterer Bauchultraschall vor einem Jahr war ebenfalls unauffällig.
Ich verlor aber weiter langsam an Gewicht; Anfang dieses Jahres wog ich noch 66kg. Seither hat sich das leider beschleunigt - jetzt verliere ich etwa 1kg pro Monat, wiege nur noch 61kg (bei 180cm Größe). Ich sehe inzwischen richtig anorexisch aus; Bekannte die mich länger nicht gesehen haben erschrecken sichtbar wenn sie mich treffen. Freunde fragen bei meiner Frau diskret an was denn mit mir los sei, ob ich eine Chemo durchmachen würde? Zudem habe ich das Gefühl, das Pankreatin wirkt nicht mehr so gut wie am Anfang - ich habe immer wieder Fettstühle obwohl ich den Fettgehalt meiner Nahrung ausrechne und 20,000 Einheiten pro 10g Fett nehme. Ich habe immer noch keine weiteren Symptome, fühle mich an sich gesund - aber es ist als ob mein Körper auf einmal beschlossen hätte, dass ich wie Mahatma Ghandi nach dem Hungerstreik aussehen muss. Dieser krasse Gewichtsverlust ängstigt meine Frau und mich - wie soll das denn enden?
Vorige Woche hatte ich wieder meinen jährlichen Bauchultraschall beim Hausarzt (alles normal) sowie weitere Labortests; unter anderem auf meine Initiative hin nochmal einen Check auf Parasiten. In einer Woche bin ich wieder dort zur Besprechung der Ergebnisse. Ich werde das schleichende Gefühl nicht los, dass die Ärzte und ich hier irgendwas übersehen. Ich hab natürlich ausgiebig nach Ursachen für Gewichtsverlust und niedriger Elastase gegoogelt und in Erwägung gezogen:
* Schilddrüsenprobleme: hab keine spezifischen Symptome; TSH normal
* Diabetes: hab keine spezifischen Symptome; HbA1c normal (obwohl nicht weit von der Grenze zum Prädiabetes)
* Zölliakie: Histologie des Zwölffingerdarms ohne Befund
* Eisenspeicherkrankheit: Symptome passen nicht
* Reizdarm: Symptome passen nicht
* heterozygoter Träger von Muskovizidose: mag sein, kann man aber eh nicht ändern
* SIBO: mag sein, Diagnose hilft aber (laut Hausarzt) auch nicht weiter
Meine Frage an Euch ist: habt ihr noch irgendwelche Ideen, was denn mit mir los sein könnte?
Was kann oder sollte man mit vertretbarem Aufwand noch untersuchen?
Erkennt jemand hier den Anfang seiner Geschichte wieder und kann mir verraten wie sie in Deinem Fall weiterging?
Und allen, die bis hier gelesen haben: ganz herzlichen Dank für Eure Anteilnahme!
ich warne gleich mal vorweg, dass ich einer dieser verlorenen Leute mit unklarer Symptomatik bin. Poste dennoch hier im BSP-Austausch, weil (vom Gewichtsverlust abgesehen) stark erniedrigte Elastase und Fettstuhl meine einzigen handfesten Symptome sind. Ich und mein Hausarzt wissen nicht mehr weiter... ich schildere mal meinen ganzen Weg von Anfang an:
Ich bin 57 Jahre alt, Nichtraucher. Vor 5 Jahren bekam ich auf einer Chinareise hohes Fieber und übelsten Durchfall, so dass ich 2-3 Tage lang das Hotelbett (bzw. Klo) hüten musste. Wurde mit irgendwelchen chinesischen Pulvern auskuriert.
Etwa ein Jahr später fiel mir zuerst auf, dass ich seit dieser Reise öfters Durchfall, Erkältungen und andere kleinere Infekte gehabt und auch ein paar Kilo Gewicht verloren hatte, und bekam den Verdacht dass ich mir auf der Reise einen Bandwurm o.ä. eingefangen haben könnte. Meine damaliger Hausarzt ließ einen Stuhltest auf Parasiten machen, der negativ ausfiel. Damit war das für mich erledigt. (Heute weiß ich, dass ein einiger Test da nicht allzu aussagekräftig ist!)
Die Geschichte ging aber schleichend weiter. Trotz guter Zahnhygiene verlor ich nach und nach 3 Backenzähne nebeneinander aufgrund einer chronischen Zahnwurzel/Kieferentzündung, ohne dass ich da einen Zusammenhang erkannt hätte. Vor 2 Jahren schließlich ging ich aufgrund eines Räusperzwangs zum HNO, der das als sekundäre Untergewichtserscheinung attestierte. Darauf gingen dann die Nachforschungen beim (neuen) Hausarzt los. Zu dem Zeitpunkt wog ich noch 68kg, mein Normalgewicht vorher war 74kg. Ich hatte Fettstuhl, aber keine spezifischen Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, etc. Ich esse viel und gut - weitgehend vegetarisch aber ausgewogen.
Der Hausarzt ließ testen: Blutbild, Glukose, HbA1c, Cholesterin, LDL-Cholesterin, Harnsäure, Kreatinin,, CKD-EPI, GOT (AST), GPT (ALT), g-GT, TSH, Natrium, Kalium, Eisen, Bilirubin, PSA, Elastase. MPV (Plättchenvolumen) war leicht erhöht, sonst alles normal, aber: Elastase 125. Daraufhin weitere Tests: CRP, Lipase, Amylase, Hämoglobin im Stuhl, Vitamine A, D, E, K, sowie ein Bauchultraschall - alles normal. Eine Gastroskopie von Magen und Zwölffingerdarm sowie Endosonographie der BSP ergab außer Barretts (Sodbrennen, wurde mit 2 Wochen Pantoprazol behandelt) ebenso keine Auffälligkeiten. Histologie der entnommenen Proben: normal. Diagnose: idiopathische EPI, vermutlich Schaden auf zellulärer Ebene, vermutlich durch Virusinfekt, Autoimmunreaktion, o.ä. - auf deutsch: Schulterzucken.
Ich begann Pankreatin zu nehmen und Alkohol gänzlich zu meiden, der Stuhl wurde fester, und ich konnte mein Gewicht stabilisieren, sogar um Weihnachten rum etwas zunehmen (Lebkuchen! :) Im neuen Jahr (2022) verlor ich die Pfunde allerdings wieder. Elastase wurde noch 2x getestet: 35 und 40. Verschieden andere Labortests wurden wiederholt (alles normal), zusätzlich wurde BKSE (Blutsenkung) und CA19-9 getestet, beides normal. Ein weiterer Bauchultraschall vor einem Jahr war ebenfalls unauffällig.
Ich verlor aber weiter langsam an Gewicht; Anfang dieses Jahres wog ich noch 66kg. Seither hat sich das leider beschleunigt - jetzt verliere ich etwa 1kg pro Monat, wiege nur noch 61kg (bei 180cm Größe). Ich sehe inzwischen richtig anorexisch aus; Bekannte die mich länger nicht gesehen haben erschrecken sichtbar wenn sie mich treffen. Freunde fragen bei meiner Frau diskret an was denn mit mir los sei, ob ich eine Chemo durchmachen würde? Zudem habe ich das Gefühl, das Pankreatin wirkt nicht mehr so gut wie am Anfang - ich habe immer wieder Fettstühle obwohl ich den Fettgehalt meiner Nahrung ausrechne und 20,000 Einheiten pro 10g Fett nehme. Ich habe immer noch keine weiteren Symptome, fühle mich an sich gesund - aber es ist als ob mein Körper auf einmal beschlossen hätte, dass ich wie Mahatma Ghandi nach dem Hungerstreik aussehen muss. Dieser krasse Gewichtsverlust ängstigt meine Frau und mich - wie soll das denn enden?
Vorige Woche hatte ich wieder meinen jährlichen Bauchultraschall beim Hausarzt (alles normal) sowie weitere Labortests; unter anderem auf meine Initiative hin nochmal einen Check auf Parasiten. In einer Woche bin ich wieder dort zur Besprechung der Ergebnisse. Ich werde das schleichende Gefühl nicht los, dass die Ärzte und ich hier irgendwas übersehen. Ich hab natürlich ausgiebig nach Ursachen für Gewichtsverlust und niedriger Elastase gegoogelt und in Erwägung gezogen:
* Schilddrüsenprobleme: hab keine spezifischen Symptome; TSH normal
* Diabetes: hab keine spezifischen Symptome; HbA1c normal (obwohl nicht weit von der Grenze zum Prädiabetes)
* Zölliakie: Histologie des Zwölffingerdarms ohne Befund
* Eisenspeicherkrankheit: Symptome passen nicht
* Reizdarm: Symptome passen nicht
* heterozygoter Träger von Muskovizidose: mag sein, kann man aber eh nicht ändern
* SIBO: mag sein, Diagnose hilft aber (laut Hausarzt) auch nicht weiter
Meine Frage an Euch ist: habt ihr noch irgendwelche Ideen, was denn mit mir los sein könnte?
Was kann oder sollte man mit vertretbarem Aufwand noch untersuchen?
Erkennt jemand hier den Anfang seiner Geschichte wieder und kann mir verraten wie sie in Deinem Fall weiterging?
Und allen, die bis hier gelesen haben: ganz herzlichen Dank für Eure Anteilnahme!