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Whipple nach ERCP

Verfasst: 31. Juli 2011, 19:47
von Gummibär
Guten Tag,
nach meiner Whipple-Op habe ich viel über meine Krankheit hier in diesem Forum erfahren können.
Gerne möchte ich einen Teil davon zurückgeben und mein Erlebtes berichten, evtl. ist es ja für den einen oder anderen genau so hilfreich wie die anderen zahlreichen Berichte und Erfahrungen.

Am 5.10 des verg. Jahres bin ich mit Gallensteine in`s Krankenhaus gekommen. Per 7.10 ist eine ERCP
durchgeführt wurden, dabei wurde mein Gallengang 1,5 cm lang perforiert.
Leider blieb dieses ca. 24 Stunden unentdeckt, obwohl ich enorme Schmerzen hatte.
Am 8.10. wurde dann in einer 1. Not-OP die Wiederherstellung versucht, was jedoch scheiterte.
Am 10.10.2010 (ein markantes Datum...) wurde ich dann "Not-Gewhipplet", pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion.
Ca. 10 Tage intensiv, weitere 6,5 Wochen stationärer Aufenthalt.
Das ganze hatte ich eigentlich körperlich bis dahin ganz gut überstanden, ein wenig Kampf mit dem Blutdruck, Krämpfe im Oberbauch, geschwollener rechter Arm und Fuß (Narkose?) aber keine Schmerzen (dank an die Anästhesisten).
Entlassen dann Ende November mit anschliessender Reha.
Ab Januar ging es dann los:
Erste Entzündung der Gallengänge, behandelt mit Antibiotikum, welches ich leider nicht vertragen habe und was in eine
Collitis (sehr unangenehm, heftiger Durchfall, Erbrechen, Schmerzen...) mündete.
Nach 6 Tagen Krankenhaus wieder entlassen.
Die Entzündungen kamen ca. alle 4 Wochen mit hohem Fieber wieder.
Ab Anfang April habe ich dann UDC genommen, seit dem habe ich damit Ruhe gehabt, hilft wunderbar.
Leider entzündete sich ab Juni in gleichen Abständen die BSD, somit wieder Krankenhaus und und und.....
Nehme jetzt auch Creon (hilft auch) und meide zu hohe Dosen Fett sowie Alkohol (obwohl ich immer noch hoffe, doch noch mal ein Bierchen zu trinken...).
Nach einer Untersuchung in Bochum wurde der Verdacht auf Stenosen geäussert, somit wird eine Neu-OP
unumgänglich (Re-Do)

Somit werde ich Anfang September nochmalig operiert und hoffe auf Besserung.
Fazit:
-unsägliches Pech gehabt, das ausgerechnet mir so etwas passiert ist und es keiner merkte
-unverschämtes Glück gehabt, das ich noch lebe
-immer wieder aufstehen ist schwer
-nach wie vor Schmerzen knapp unterhalb der Narbe
-nach wie vor kribbelt der Fuß, wenn ich liege
-muss es immer eine ERCP sein ?
-Angst und Hoffnung
-Prof. Uhl ist eine Reise wert

Ich werde nach erfolgter OP weiter erzählen, Re-Do`s scheinen ja selten zu sein.
Ein Dank an alle, die etwas in dieses Forum eingestellt haben.

Re: Whipple nach ERCP

Verfasst: 1. August 2011, 08:44
von uwe
Moin Gümmibär,

da hast du ja auch bisher schon einen ganz schönen Leidensweg hinter dir.
Bei mir ging das ganze Programm 2002 los.
Bei mir waren auch zwei OPs notwendig um einen halbwegs lebenswerten Zustand
zu erreichen.
Bei mir hat auch Prof. Uhl den Zustand so herstellen können, das ich jetzt relativ beschwerdefrei bin. Einschränkungen in der Lebensführung sind nach so einer Op unumgänglich. Alkohol sollte an erster Stelle stehen.
Den zu verstoffwechseln bedeutet für die BSPD Schwerstarbeit.
Ich glaube bei Prof. Uhl bist du in den besten Händen.
- Whippel OPs machen mittlerweile Krankenhäuser....
Aber aus meiner Erfahrung geht es den Patienten besser wenn sie bei einem Erfahrenen
Operateur waren.
Und Prof. Uhl gehört zu den ersten Adressen.
Berichte doch wie es weiter geht.
Mir haben die Erfahrungen hier im Forum auch bei vielem weitergeholfen....

Viel Gesundheit
uwe