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Richtige einnahme von Kreon

Verfasst: 5. August 2011, 10:30
von Bigfoot
Guten Morgen miteinander,
ich möchte mich kurz vorstellen.
Ich bin der Roland aus Nürnberg 39Jahre jung und hatte am 08.06.2011 eine Pankreasresektion aufgrund eines Bösartigen Tumors.
Habe eine weile überlegt hier zu schreiben bin dann aber gestern über einen iteresannten beitrag bezüglich der Einnahme von Kreon gestossen.
Bisher fühle ich mich mit meiner Geschichte ziemlich alleine gelassen und hoffe hier ein wenig Rat bei euch zu finden.
Meine frage bezüglich Kreon.
Gibt es eine richtige methode Kreon einzunehmen?
Bisher nehme ich 2-2-2 Kapseln/Tag ein plus Abends eine Pantozol (Säureblocker), jetzt las ich hier gestern aber das die einnahme vom Fettgehalt der Speisen abhängig ist.
Weis da von euch jemand rat dazu?

Des weiteren Plagen mich nach der OP Nervenstörungen in den Füßen.
Links "nur" eine nervenstörung die ein brennen und Kribbeln auf dem linken Fuß verursacht, Rechts aber eine Peroneuslähmung aufgetreten ist deren ursache bis jetzt nicht geklärt wurde und ich Angst vor bleibenden schäden habe.
Gestern wurde im MRT eine entzündung im wadenbeinkopf festgestellt woher die auch immer kommen mag.
Ich freue mich auf erfhrungsaustausch mit euch.
Gruß Roland

Re: Richtige einnahme von Kreon

Verfasst: 5. August 2011, 11:28
von Lutz Otto
Hallo Roland,

herzlich willkommen im Forum des AdP e.V.. Schön dass Du Dich entschieden hast, hier am Erfahrungsaustausch teilzunehmen.

Die Einnahme von Enzymen sollte man nicht "pauschalisieren". Sprich eine Verordnung wie 1-1-1 oder 2-2-2 zu den Hauptmahlzeiten ist oft sinnlos.
Neben der Reguliereung des Blutzuckers produziert die Bauchspeicheldrüse auch Sekret welche u.a. folgende Funktionen übernimmt:

*Amylase - verdaut Kohlenhudrate
*Trypsin- Verdaut Eiweiße
*Lypase - verdaut Fette
( Das war die Kurzform)

Weil die Bauchspeicheldrüse in ihrer Funktion eingeschränkt ist, muss das " Ersatzenzym " jetzt die Funktionen übernehmen.
Die Einnahme von Verdauungsenzymen sollte den Umständen und vor allen den Mahlzeiten angepasst werden.
Als Faustregel gilt da : 1 gr. Fett = Einnahme von 2000 E Enzyme.
Ganz wichtig ist auch, das die Einnahme der Enzyme verteilt während den Mahlzeiten erfolgen sollte. Nie vor oder nach dem Essen.
Solltest Du Untergewicht, Durchfälle,Fettstühle beklagen zu haben, macht es Sinn die Einheiten der Enzyme zu erhöhen. Nicht ungeachtet sollten auch die Zwischenmahlzeiten bleiben.
Oft macht man bei der Erstellung der Diagnose " kleine Rechenspiele " welche später fast aus dem " FF " beherrscht werden. Gerade am Anfang nutzte ich zur Berechnung z.B. die Packungsbeilagen.
Als ich das zweite Mal operiert wurde, hatte ich ein Körpergewicht von 53 kg bei einer Körpergröße von 1,85 cm. Aus Angst weiter an Gewicht zu verlieren, habe ich die Enzymsubstitution ganz hoch angesetzt. Heute wiege ich 80 kg und muss aufpassen, das es bei dem Gewicht bleibt.

Ich hoffe ich konnte Dir erst einmal ein wenig helfen. Ich hoffe es melden sich noch weitere Forennutzer.

Ich wünsche Dir alles, alles Gute.

Re: Richtige einnahme von Kreon

Verfasst: 5. August 2011, 11:51
von uwe
Moin Lutz,
was soll man da noch hinzufügen?
Besser hätte das auch kein Fachbuch erklären können.
Ich dosiere meine Enzyme auch seit Jahren wie du beschrieben hast....
Lieber eine zuviel als eine zu wenig... damit gehts bei mir ganz gut.
Die Säureblocker nehme ich morgens vor dem Frühstück.
Ich denke der Schutzfilm sollte aufgebaut werden im Magen bevor es mit dem Verdauen losgeht.

Schönes Wochenende
uwe

Re: Richtige einnahme von Kreon

Verfasst: 5. August 2011, 13:06
von Bigfoot
Danke euch für die Antworten, die Säureblocker soll ich laut Arzt abends nehmen damit nachts der Magen nicht übersäuert.
Muss mir dann doch nochmal den kreon beipackzettel vornehmen ich hab den immer weggeschmissen (dumm ich weis)
Also gerade bei Gewichtsabnahme die Kreon höher dosieren, mir ist schon stellenweise aufgefallen das ich nach verschiedenen malzeiten mit übelkeit und Magengrummeln zu kämpfen hab, den beschriebenen Fettstuhl bekomm ich auch nicht in den Griff, abgesehen von den üblen Gasen.

Re: Richtige einnahme von Kreon

Verfasst: 5. August 2011, 15:04
von Lutz Otto
Nochmals hallo,

ich hoffe du hast meinen Satz mit Packungsbeilagen (meinte nicht die von Enzymen) nicht verkehrt verstanden. Die Nährwert -Tabellen auf Nahrungsmittel sollten Dir ein Gefühl für Fette etc. bei der Nahrung geben, um dann in etwa die Fette in Mahlzeiten zu berechnen.

Im allgemeinen solltest Du Deinem Körper noch etwas Zeit geben. Deine OP ist gerade erst zwei Monate her.
Viele sind gerade nach der OP zu ungeduldig. Die OP war nicht " ohne "und da muss sich Dein Körper erst einmal darauf einstellen.

LG Lutz

Re: Richtige einnahme von Kreon

Verfasst: 5. August 2011, 18:49
von Bigfoot
Oh ja das merke ich täglich aufs neue das alles noch nicht so recht zusammenspielt.
Habe heute zu den Mahlzeiten die enzyme etwas erhöht und siehe da der Stuhl normalisiert sich, dafür ist mir übel....

Re: Richtige einnahme von Kreon

Verfasst: 5. August 2011, 18:56
von Danny67
Hi Bigfoot,

ich kann fachlich nix beitragen - nur: wenn ich die Probleme hier so lese (und in den anderen Threads), dann wird mir ganz schlecht wenn ich an die Whipple denke :cry:

Alles Gute für Dich.

Nachdenkliche Grüsse, D.

Re: Richtige einnahme von Kreon

Verfasst: 5. August 2011, 19:59
von Bigfoot
Danny67 kann schlecht tröstende worte finden aber was sein muss muss sein besser so als daran verstorben.
Spass macht es keinen aber es gibt mir (und dir sicher auch) eine neue Chance und das Leben ist einfach lebenswert.

Re: Richtige einnahme von Kreon

Verfasst: 6. August 2011, 08:22
von Lutz Otto
Bigfoot hat geschrieben: und siehe da der Stuhl normalisiert sich, dafür ist mir übel....
Vielleicht macht es Sinn ein Ernährungstagebuch zu führen. Daraus kannst Du vielleicht Schlussfolgern, welche Sachen Du bei der Ernährung oder Getränken nicht so gut verträgst.
Diese solltest Du dann in Zukunft meiden. Gerade nach meiner OP habe ich zB. keinen Kaffee vertragen. Eine halbe Tasse und ich konnte auf Übelkeit oder auch Durchfällen warten. Dies ist nur ein Beispiel. Heute kann ich ihn wieder ohne Probleme genießen.

Des weiteren ist es sicherlich sinnvoll, wenn Du solche Sachen mit Deinem behandelnden Arzt besprichst. Vielleicht kann er Dir ein Medikament verordnen. Dafür sind auf dem Markt diverse verfügbar.
Ich habe zB. immer Buscopan und Paspertin für den Notfall zu Hause. In den vielen Jahren habe ich mir auch angewöhnt, einen kleinen Vorrat bei Unternehmungen ( Ausflügen etc. ) am Mann zu haben, um bei Beschwerden zB. nach dem Essen entgegen zu wirken. Ich kann mich noch daran erinnern, das ich diese Medikamente kurz nach der Op nicht zur Verfügung hatte und so oft " eine Spaßbremse" gerade nach Mahlzeiten mit der Familie, Freunden war.

Ich möchte mich hier als " Nur-Betroffener " nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, daher sollte das oben geschriebene nur eine Anregung/ Beispiel sein. Einzelheiten, ob organische Sachen ausgeschlossen werden können usw. kann nur ein Arzt beurteilen.

Aber das sind Erfahrungswerte welche man mit der Zeit sammelt, oder auch gerade beim Austausch mit Betroffenen erfährt.

Ich wünsche Dir alles Gute und verbleibe mit LG

Lutz

Re: Richtige einnahme von Kreon

Verfasst: 6. August 2011, 11:04
von Sonnenblume
Hallo Bigfoot,

ich kann Lutz nur zustimmen...
Bin im September `09 gewhippelt worden und hatte in der ersten Zeit auch so meine Probleme, was das verdauungstechnische anbelangt. Übelkeit und starke, schmerzhafte Blähungen waren oft meine Begleiter.

Mittlerweile ist es sehr viel besser geworden.
Ich nehme morgens eine Nexium mups und zu den Mahlzeiten Kreon je nach Fettgehalt. Bei danach auftretenden Blähungen nehme ich Saab simplex oder, wenn's schlimmer wird, Buscopan.
Von allen dreien habe ich auch immer einen kleinen Vorrat bei mir, wenn ich unterwegs bin. Man weiß ja nie... ;)

Ansonsten habe ich mir in der ersten Zeit aufgeschrieben, wann ich mich besonders schlecht gefühlt habe und was ich da vorher gegessen hatte. So kann man mit der Zeit herausfiltern, auf welche Lebensmittel/Getränke man besser erstmal verzichtet oder sie viellecht nur in ganz kleinen Mengen zu sich nimmt..
Ich habe zum Bspl. überhaupt keine Eier vertragen - weder das Frühstücksei, noch gebraten oder sonstwie. Das hat bei mir nach Verzehr solch heftige Übelkeit hervorgerufen, dass ich darauf über 1 Jahr komplett verzichtet habe....
Mittlerweile geht eine kleine Portion Rührei zum Frühstück wieder...freu.

Dir wünsche ich alles Gute und hab ein bisschen mehr Geduld mit Deinem Körper.

Viele liebe Grüße aus dem Münsterland,
Silke