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Fragen zur chron. Pankreatitis
Verfasst: 10. September 2011, 09:19
von Staufer
Guten Morgen liebe Leute,
Ich bin 56 Jahre jung und seit dem Jahr 2003 an chron. Pankreatitis erkrankt. Diese wurde damals mit meiner gleichzeitig diagnostizierten Diabetes 2 festgestellt.
Bis auf wenige Tage mit weichem Stuhl oder Durchfall habe ich keinerlei Beschwerden - Schmerzen habe ich Null!
Bei der letzten Sonografie wurden leichte Verkalkungen der BSD festgestellt. Mein behandelnder Hausarzt ist Internist.
Folgende Fragen habe ich an euch:
1.) eine Statistik macht mir große Angst. Nach dieser hat man nämlich nach der Diagnose nur noch 20 - max. 25 Jahre zu leben.
Was muss ich davon halten?
2.) muss ich mir wegen der Verkalkungen Sorgen machen?
3.) ich bin leidenschaftlicher Kaffeetrinnker. Muss/soll ich auf Kaffee verzichten?
4.) Alkohol trinke ich lediglich alle 14 Tage im Stadion (2 Rotweinschorle). Genehmigt?
Hoffentlich könnt ihr mir meine Fragen beantworten, und ein paar gute Tipps geben.
Vielen Dank dafür im Vorraus.
Grüße vom Staufer

Re: Fragen zur chron. Pankreatitis
Verfasst: 10. September 2011, 15:01
von Norbert
Hallo Staufer,
diese Statistiken mit der Lebenserwartung sollten mal zum Mond geschossen werden. Wahrscheinlich sind sie schon veraltet. An was sterben dann die Leute mit der chron. Pankreatitis? Es gibt viele Totgesagte, die noch immer noch unter uns weilen, selbst ohne BSD kann man gut Leben. Könnte mir höchstens vorstellen an den Folgen des Diabetes zu sterben.
Solange die Verkalkungen keine Beschwerden machen, sollten sie dich auch nicht beunruhigen.
Gönne dir ruhig deine Weinschorlen, ein bisschen Lebensfreude will man ja auch ab und an mal haben. Solange du den Kaffee verträgst, kannst du ihn auch trinken.
Dass du keine Schmerzen hast ist schon verwunderlich.
Alles Gute weiterhin
Norbert
Re: Fragen zur chron. Pankreatitis
Verfasst: 12. September 2011, 08:54
von Staufer
Hallo Norbert,
Danke für Deine aufbauenden Worte. Ob Du´s glaubst oder nicht - diese haben mir echt weitergeholfen

.
Eine Frage habe ich noch: meinst Du, dass ich bei meinem Internisten gut aufgehoben bin, oder soll ich besser regelmäßig
eine spezielle Pankreas-Sprechstunde im Krankenhaus aufsuchen?
Viele Grüße vom Staufer
Re: Fragen zur chron. Pankreatitis
Verfasst: 12. September 2011, 14:31
von Norbert
Hallo Staufer,
wenn dein Internist sich mit dem Pankreas auskennt und du dich dort gut aufgehoben fühlst, würde ich weiterhin bei ihm bleiben.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine Pankreassprechstunde in einer Klinik nur dann Sinn macht, um sich eine Zweitmeinung einzuholen, oder man möchte sich operieren lassen. Einen Internisten vor Ort brauchst du sowieso.
Viele Grüße
Norbert
Re: Fragen zur chron. Pankreatitis
Verfasst: 13. September 2011, 14:48
von Staufer
Hallo Norbert,
Kennst Du einen Hausarzt (meiner ist zudem noch Internist), der sich Zeit für ein ausgiebiges Gespräch nimmt bzw. nehmen kann?
Also ich nicht...mein Doc hat mit einem total überfüllten Wartezimmer zu kämpfen.
Bislang hatte ich überhaupt keine Möglichkeit, mit ihm großartig über dieses Thema zu reden.
Ich habe deshalb einen Termin in der Pankreassprechstunde im Katharinenhospital in Stuttgart vereinbart. Soviel Zeit muss sein -
wie Du richtig sagtest, braucht man eine Zweitmeinung. In diesem Fall hole ich mir die Info von einer Kapazität auf diesem Gebiet.
Mein Termin ist am 26.9.. Ich berichte dann über das stattgefundene Gespräch.
Viele Grüße vom Staufer

Re: Fragen zur chron. Pankreatitis
Verfasst: 14. September 2011, 14:29
von Norbert
Hallo Staufer,
auch mein Arzt hat mit vollen Wartezimmern zu kämpfen, aber er hat bzw. hatte (da es mir momentan recht gut geht) für meine Probleme immer ein offenes Ohr. Er hat sich auch nicht gescheut mich weiter zu überweisen. Sonst hätte ich meinen Arzt schon längst gewechselt.
Ist ja gut, dass du dich bei einem Spezialisten vorstellst. Hoffentlich werden deine Erwartungen erfüllt.
Wünsche dir alles Gute
Norbert
Re: Fragen zur chron. Pankreatitis
Verfasst: 27. September 2011, 10:23
von Staufer
Guten Morgen allerseits,
Gestern war ich nun beim Spezialisten im Stuttgarter Katharinenhospital. Es ist komisch - irgendwie kann ich dem Gespräch rein gar nichts abgewinnen. Außer der Information, dass Alkohol und Gallensteine die Hauptauslöser sind, und dass es noch weitere aber weniger besorgniserregende Faktoren gibt, erhielt ich keine tiefergehenden Infos. Alkohol und Gallensteine treffen bei mir nicht zu. Der Spezialist möchte deshalb eine ERCP vornehmen, die ich aber abgelehnt habe.
Auf meine Frage betreffend Lebenserwartung antwortete er lapidar: ich soll nicht alles glauben, was im I-Net steht!
Außerdem hätten höhere Lipasewerte bei einem Diabeteskranken wie mir eine andere Bedeutung als bei Nicht-Diabetikern.
Im Oktober folgt wieder meine jährliche Sono bei meinem Internisten. Bin mal gespannt, was das neue Bild so hergibt. Beim letzten Mal wurden leichte Verkalkungen festgestellt, die aber normal wären. Sonst nichts. Komisch - ich hatte weder vor/bei der Diagnosestellung vor über 10 Jahren irgendwelche Schmerzen, noch habe ich heute mit Schmerzen zu kämpfen. Mitunter Völlegefühl, öfteres Aufstoßen, oder häufigerer oder breiartiger Stuhlgang sind meine Probleme, die, im Vergleich zu anderen Betroffenen hier, letztlich aber keine Probleme sind.
Mein größtes Problem ist sicherlich die Angst vor der Krankheit selbst. Ich schaffe es einfach nicht, völlig losgelöst durch den Tag zu kommen.
Gibt´s dagegen denn ein Mittel? Habt ihr hierfür denn Tipps?
Viele Grüße vom Staufer
Re: Fragen zur chron. Pankreatitis
Verfasst: 30. September 2011, 12:05
von Norbert
Hallo Staufer,
tut mir Leid, dass das Gespräch in Stuttgart nicht der volle Erfolg war. Aber was sollen sie schon sagen, bei einer chron. Pankreatitis bist du eh aufgeschmissen.
Chronisch ist eben chronisch.
Wie du mit deiner Krankheit klarkommen sollst, da gibt´s kein Allheilmittel.
Bei mir stand auch eine zeitlang die Krankheit im Vordergrund, da ich immer wieder Schmerzen hatte. Seit ich operiert bin und keine Schmerzen mehr habe, denke ich auch nicht mehr so oft daran. Ich habe gelernt mit der chron. Pankreatitis zu leben. Klar wirst du täglich beim Essen daran erinnert, wegen Enzymen und Insulinspritzen. Aber das gehört einfach jetzt zu meinem Leben. Über meine Lebenserwartung mache ich mir keine Sorgen. Wer weiß, was noch in uns schlummert oder ein Unfall kann auch passieren. Ich will damit sagen, man hätte es noch schlimmer treffen können. Ich versuche nicht so weit in die Zukunft zu schauen, sondern im Heute zu leben. Ich fühle mich gut und das genieße ich momentan. Das gelingt aber nicht jedem.
Kannst ja mal Bachblüten probieren, weiß nicht was du davon hälst, aber Schaden können sie nichts.
Viele Grüße
Norbert