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Anfrage nach Zeitfenster für eine Chemo nach Whipple Op

Verfasst: 20. September 2011, 13:23
von Pankrine
An alle Forenbenutzer,
meine liebe Frau Brigitte(58) liegt in Heidelberg in der chirurgischen Klinik. Ihre whipple-Op ist nun bald 4 Wochen her. Sie hat schon eine Reihe von Komplikationen hinter sich , neben starken post-Op Schmerzen und hohen Schmerzmittelanforderungen, hauptsächlich wegen eines scheinbar nicht dichten Gallen und Bauchspeicheldrüsenganges, was erneute Drainageverlegungen erforderlich machte. Außerdem tritt aus der großen Op Narbe immer noch an einigen Stellen schubweise Wasser(sieht wirklich aus wie klares Wasser) aus.!? Die Ärzte sagen , man werde das nun noch ein paar Tage beobachten und dann ggf. noch einmal an einer Stelle mit ein paar Stichen die Narbe dicht machen müssen. Außerdem ist ihre Leber stark angeschwollen und 'vergrößert' nach Aussage der Ärzte. Meine erste Frage:Wer hat in Bezug auf die Leber ähnliches erlebt bei sich oder seinen Angehörigen ? Kann das mit der Verarbeitung der hohen Mengen Antibiotika oder den Schmerzmittelgaben zusammenhängen -oder womit sonst?
Meine eigentliche Frage ist aber folgende: Die Onkologin hat sie auf eine Chemotherapie vorbereitet. Damit sollte nicht länger als 6 Wochen nach der Op begonnen werden, danach würde sie zunehmend sinnlos!? Entspricht das den Tatsachen ? So- 4 wochen sind nun rum . Wer hat Erfahrungen mit einer chemo nach pankreas-OP? Meine Frau hat mindestens seit 'Ausbruch' der Krankheit 10 kg abgenommen, und ist durch den stationären Aufenthalt in der Klinik, weigehendes im Bett liegen, sehr geschwächt. -Kann es denn vor diesem Hintergrund denn überhaupt sinnvoll sein in 2 Wochen eine Chemo zu beginnen? Ist es wirklich so, dass ein späterer Beginn praktisch nutzlos wäre ?
Für baldiges antworten wäre ich Euch dankbar.
Mit dankbaren Grüßen Michael Albrecht

Re: Anfrage nach Zeitfenster für eine Chemo nach Whipple Op

Verfasst: 20. September 2011, 13:48
von Danny67
Hallo Michael,

auch mich interessieren die Antworten auf Deine Frage.

Yannik's OP ist am Donnerstag 4 Wochen her und auch er sollte noch 1-2 Blöcke Chemo bekommen.

Sobald ich einen Arzt sehe, werde ich fragen - dann geb' ich Dir Bescheid was sie gesagt haben.

Grüsse, D.

Re: Anfrage nach Zeitfenster für eine Chemo nach Whipple Op

Verfasst: 22. September 2011, 08:45
von Norbert
Hallo Michael,

würde mit der Chemo so lange warten, bis die Wundheilung weitestgehenst abgeschlossen ist. Eine Chemo beeinflusst ja auch die gesunden Zellen. Wenn früher mit der Chemo begonnen wird, kann es zu massiven Wundheilungsstörungen kommen.

Grüße

Norbert

Re: Anfrage nach Zeitfenster für eine Chemo nach Whipple Op

Verfasst: 27. September 2011, 14:12
von rolf
Hallo Michael,

gerade Heidelberg (das Pankreas-Zentrum?) hat doch einen gewissen Ruf. Schmerzen sollte man eigentlich kaum haben. Wegen der schwierigen Nahttechnik kann es natürlich zu Komplikationen am Pankreas und Gallengang kommen. Ein erfahrener Chirurg sollte das aber beherrschen. Mit Röntgen und Untersuchung der Drainagenflüssigkeit kann man aber doch feststellen, ob alles dicht ist.
Die große OP-Narbe war wahrscheinlich geklammert, und darunter ist alles in mehreren Schichten vernäht. Da sollte nichts an Flüssigkeit herausdrücken. Da würde ich darauf bestehen, dass sich das ein Ober- oder Chefarzt mal anschaut. Das Krankenhaus verdient an der OP und dem Aufenthalt mehrere zehntausend Euro, da kann man als Kunde sehr wohl auch mal etwas fordern! Aus den Drainageöffnungen kann aber durchaus klare Flüssigkeit austreten. Bei mir wurden die nach neun Tagen zugenäht.
Die Leber muss alles entsorgen: das Narkosemittel, das Schmerzmittel, das zerstörte Gewebe durch die Schnitte, die Nähte. Das dauert viele Wochen, und bei Schwerstarbeit vergrössert sie sich etwas. Fragt den Gastroenterologen, ob das normal ist.
Die Chemo sollte nach vier bis sechs Wochen beginnen. Danach setzen sich die jetzt noch im Blutkreislauf befindlichen Tumorzellen möglicherweise im Gewebe fest und bilden Metastasen. Sieben Wochen ist bestimmt auch kein Problem, aber ich würde keine drei Monate warten. Auch hier gilt: fragt die Onkologin, holt euch eine zweite Meinung ihres Chefs, hinterfragt und löchert, das Recht habt ihr!
Wenn es Gemzar mono ist, dann ist das im Allgemeinen so gut verträglich, dass man damit ruhig beginnen kann. Ich wurde vor zwei Monaten operiert, bekomme jetzt die Chemo und merke eigentlich nichts davon.
Vom Gewicht her bin ich von 90 auf 76 kg runter, das ist normal und bessert sich langsam wieder. Wenn Deine Frau natürlich nur 60 kg gewogen hat, sind 10 kg relativ viel.
Auch die Schwäche ist normal. Laufen, wann immer es geht, auch mit Schläuchen und Infusionsständer. Physiotherapeut verlangen! Hinsetzen, und sei es nur die Bettkante, um den Kreislauf etwas zu fordern!
Hoffe, das hilft erst einmal. Bei weiteren Unklarheiten gerne nachfragen!

Michael