Hallo alle miteinander,
ich bin schon seit einiger Zeit hier im Forum unterwegs und habe auch schon viele Tipps herausziehen können. Vielen herzlichen Dank dafür schon mal. Allerdings bin ich bisher noch nicht in Erscheinung getreten. Jetzt wird' s endlich mal Zeit mich vorzustellen:
Ich heiße Martina, komme aus dem Schwarzwald und bin nahezu 44 (Geburtstag steht kurz bevor). Mein Alptraum begann am 13.Juli 09. Da wurde ein Pankreaskarzinom festgestellt. Bei der Whipple- OP am 28.Juli 09 wurde dann ein Tumor von 2,2 cm entfernt. Zusammen mit der Gallenblase, dem Zwölffingerdarm, 1/ 3 Magen und 44 Lymphknoten. Die OP wurde in Lahr von Dr. Lindemann durchgeführt. Von den Lymphknoten waren 2, die zwischen Zwölffingerdarm und Pankreas lagen, befallen, der Rest war aber ohne Befund. Die anschließende Chemo habe ich dann, bis auf die letzten ca. 8 mal gut vertragen. Die letzten Male hat sie mich dann aber fast umgehauen, und ich bin nur noch rumgelegen und war zu nichts mehr fähig. Ich konnte das Ende der Chemo fast nicht mehr erwarten. Leider gab' s nach der OP noch Komplikationen in Form von entzundenem, abgekapseltem Bauchwasser. Das trieb mich 3mal mit höllischen Schmerzen ins Krankenhaus ( sorry ich hab' hier im Forum schon mal geantwortet und 4mal angegeben, weil mir das beim Zurückdenken so vorkam, habe aber beim Lesen in den Unterlagen festgestellt, dass es doch "nur" 3mal war, war aber trotzdem schlimm genug),was jedesmal auch eine Unterbrechung der Chemo bedeutete und diese auch immer weiter verzögerte. Dort wurde ich dann mit Schmerzmittel und mit Antibiotika intravenös vollgepumpt und außerdem, um das Bauchwasser rauszubekommen, jedes mal punktiert. Dass das Bauchwasser zum Teil in vielen kleinen, zusammenhängenden Kammern abgekapselt war erschwerte die Sache und bescherte mir weitere unerträgliche Schmerzen, weil die Nadel ja immer wieder in die nächste Kammer geschoben werden musste und die örtliche Betäubung im Bauchraum nicht wirkt. Bei der letzten Punktion hat der Arzt dann zum Glück eine größere Abkapselung erwischt und konnte einiges an Bauchwasser entnehmen, ohne die Nadel verschieben zu müssen. Mir wird jetzt noch ganz schlecht, wenn ich daran denke. Danach war ich von Anfang April bis Anfang Mai 10 in der REHA in Bad Brückenau. Da konnte ich dann endlich anfangen wieder aufzubauen und der Spuk hatte ein Ende. Bis dahin hatte ich ja ständig Gewicht verloren,mittlerweile ca. 35 kg, ich war saft- und kraftlos, von Muskeln keine Spur, und meine Verdauung fuhr Achterbahn. Ich kann also sagen: ab Mai 10, also ab der REHA gings endlich aufwärts und die Verdauung besserte sich etwas, das Gewicht blieb endlich erst mal stehen und stieg dann, mit Unmengen an Essen, sogar an, und dadurch dass ich das Sportprogramm weiterführen konnte nahm die Muskelmasse wieder zu.
Ich muss dazusagen, ich war schon immer ein guter "Futterverwerter" und hatte vor der Krankheit enormes Übergewicht. So kam ich selbst bei der beträchtlichen Gewichtsabnahme nie wirklich ins Untergewicht und bin mittlerweile sogar wieder bei meinem Normalgewicht. Die Verdauung bestimmt aber immer noch den Tagesablauf und sobald der Körper sich überlastet fühlt, und das passiert schnell, meldet er sich umgehend mit Unterzuckerung. Man muß halt immer seine Pausen haben und sich den Tag selbst einteilen können. Dann läßt sich' s eigentlich den Umständen entsprechend ganz gut leben. So stabil, dass ich einer geregelten Arbeit über mehrere Stunden nachgehen könnte bin ich aber noch nicht. Dazu ist alles noch zu unbeständig. Aber ich kann mich mit vielem arrangieren und es kommt doch wieder etwas Normalität in den Alltag. Und man muß ja dankbar sein, dass es überhaupt weiter geht und man sich wieder an vielen Dingen erfreuen kann. Und bis jetzt waren alle Nachkontrollen ohne Befund, yeaaah!
Uuups! Habe gerade gesehen, dass ich schon ziemlich viel geschrieben habe, sorry!
Für' s erste reichts wohl mal und jetzt muss ich noch meine Frage loswerden:
Im letzten Befund bei der Nachkontrolle steht: Die Leber deutlich verfettet aber ohne fokale Läsionen.
Kennt das jemand? Ist das normal nach so einer OP? Mein Onkologe hat das jedenfalls nicht angesprochen. Ich habe das erst zuhause im Befund gelesen. Aber man wird halt hellhörig, wenn man sowas liest, nach der Krankheitsgeschichte.
Liebe Grüße an alle
Martina
sozusagen neu hier und Frage zu Leber verfettet
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Martina
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bicolor
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Re: sozusagen neu hier und Frage zu Leber verfettet
hallo Martina, ich schreibe hier unter bicolor, heisse Hilde und wurde 1998 an einem Pankreas-Ca operiert. Mein Adeno-CA war 3,5 x 4 cm groß, von 35 entfernten Lymphknoten war einer befallen. eine Chemo (FU 5 und Cisplatin) konnte ich überhaupt nicht vertragen und habe diese am 3. Tag abgebrochen und nie wieder neu begonnen. Zur Fettleber: Auch mir wurde gleich in Verbindung mit den ersten Kontroll-nachuntersuchungen gesagt, ich hätte eine extreme Fettleber (vermutlich auf die 2-tägige Chemo zurückzuführen??). Ich habe seit fast 12 Jahren ständig das Gefühl, eine geschwollene Leber zu haben. d.h. ich kann keine engen Hosen-oder Rockbunde in der Taille haben, das kneift und schmerzt. Ärzte äußern sich nicht weiter zur Fettlleber. Mich würde schon mal interessieren, ob das auch andere Pankreastektomierte haben und was man letztendlich dagegen tun kann.
Falls du Fragen hast, meine mail: bicolor-sun@arcor.de.
Viele Grüße
Hilde
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Viele Grüße
Hilde
- Ingo
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Re: sozusagen neu hier und Frage zu Leber verfettet
Ich wurde in 07/2004 Whipple operiert und habe seitdem auch des öfteren den Befund "erhebliche Fetteinlagerungen in der Leber" bekommen. Das scheint nicht dramatisch zu sein, denn bis jetzt hat noch keiner der Ärzte gesagt, dass man etwas dagegen tun müsste.
Gruß
Ingo
Gruß
Ingo
Lieber 'ne Canneloni als 'ne Wanne-Eickel !!!
- yasmin75
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Re: sozusagen neu hier und Frage zu Leber verfettet
Eine fettige Leber haben sehr viele und meines Wissens wird da auch nichts gemacht.
Bei meinem Bruder hies es nur,auf das essen achten und viel Bewegung/Sport.
Ist also nichts was dich sehr beunruhigen sollte.
LG
Bei meinem Bruder hies es nur,auf das essen achten und viel Bewegung/Sport.
Ist also nichts was dich sehr beunruhigen sollte.
LG
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Martina
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Re: sozusagen neu hier und Frage zu Leber verfettet
Hallo an Euch,
danke für die Antworten.
Tja man bekommt immer ein bisschen Panik, wenn man nach solchen Befunden dann im Internet "googelt".
Danach kommt ja nach der Diagnose Fettleber schon ziemlich bald die Leberzirrhose und dann kann man ja bekanntlich das zerstörte nicht mehr retten.
Aber eigentlich müsste ich' s ja besser wissen; das Internet ist mit Vorsicht zu geniessen (wenn ich daran denke wie die Prognosen für ein Pankreaskarzinom laut Internet sind....)
Eure Antworten haben mich jetzt doch beruhigt, die Fettleber scheint ja doch weit verbreitet zu sein nach der Krankheit.
Und wenn ich mir dann so Eure Daten anschaue, wann ihr operiert worden seid....
Echt super, das lässt einen hoffen!
Wie heisst' s so schön: Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast!
Viele liebe Grüße
Martina
danke für die Antworten.
Tja man bekommt immer ein bisschen Panik, wenn man nach solchen Befunden dann im Internet "googelt".
Danach kommt ja nach der Diagnose Fettleber schon ziemlich bald die Leberzirrhose und dann kann man ja bekanntlich das zerstörte nicht mehr retten.
Aber eigentlich müsste ich' s ja besser wissen; das Internet ist mit Vorsicht zu geniessen (wenn ich daran denke wie die Prognosen für ein Pankreaskarzinom laut Internet sind....)
Eure Antworten haben mich jetzt doch beruhigt, die Fettleber scheint ja doch weit verbreitet zu sein nach der Krankheit.
Und wenn ich mir dann so Eure Daten anschaue, wann ihr operiert worden seid....
Echt super, das lässt einen hoffen!
Wie heisst' s so schön: Traue keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast!
Viele liebe Grüße
Martina
- yasmin75
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Re: sozusagen neu hier und Frage zu Leber verfettet
Hallo Martina,
freut mich das du jetzt positiver denkst.Denn das wichtigste was mir meine Krankheit beigebracht hat,Statistiken zählen nicht,laut der wäre ich auch schon längst Tod.
Geändert in meiner Person hat es mich auch,ich fress nicht mehr jeden Kummer,Zorn,Unzufriedenheit usw. in mich rein.Genieße das leben jetzt intensiver und mir ist vieles egal,lass fast nichts mehr an mich ran.Irgendwie denk ich halt jede Krankheit sagt schon was aus,das der Weg wie man bisher lebte für den Körper doch nicht gut war
und bis jetzt muss ich sagen,stimmt meine eigene Theorie,seit dem geht es mir besser auch wenn ich strak eingeschränkt bin im Alltag,nehm ich das gerne in Kauf.
LG
Yasemin
freut mich das du jetzt positiver denkst.Denn das wichtigste was mir meine Krankheit beigebracht hat,Statistiken zählen nicht,laut der wäre ich auch schon längst Tod.
Geändert in meiner Person hat es mich auch,ich fress nicht mehr jeden Kummer,Zorn,Unzufriedenheit usw. in mich rein.Genieße das leben jetzt intensiver und mir ist vieles egal,lass fast nichts mehr an mich ran.Irgendwie denk ich halt jede Krankheit sagt schon was aus,das der Weg wie man bisher lebte für den Körper doch nicht gut war
und bis jetzt muss ich sagen,stimmt meine eigene Theorie,seit dem geht es mir besser auch wenn ich strak eingeschränkt bin im Alltag,nehm ich das gerne in Kauf.
LG
Yasemin
-
Martina
- Beiträge: 5
- Registriert: 7. März 2011, 14:15
- Wohnort: BW
Re: sozusagen neu hier und Frage zu Leber verfettet
Hallo Yasemin,
Du hast recht, das mit der Änderung der Person habe ich an mir auch bemerkt. Ich sehe vieles nicht mehr so eng wie vorher. Sachen, die ich machen möchte, schiebe ich auch nicht mehr " auf die lange Bank". Ich wollte z.B. immer mal reiten lernen. Das habe ich vorher immer vor mir hergeschoben und immer neue Ausreden gefunden, warum' s gerade nicht geht. Nach dem Tumor, natürlich erst seit jetzt alles eigentlich gut verheilt ist, hab' ich mit den Reitstunden angefangen ( Soooo schöööööön! ). Urlaube haben mein Mann und ich gerne mal zuhause verbracht, wohlwissend, dass man sich da nie wirklich erholt, weil man immer irgendwelche Baustellen findet. Schwupps ist der Urlaub vorbei und man ist ausgelaugter als vor dem Urlaub. Jetzt lasse ich den Sommerurlaub nicht mehr ausfallen und wir fahren weg, natürlich immer mit gesicherter Toilettenereichbarkeit, muss ja nicht weit sein. Hauptsache Tapetenwechsel und es gibt keine Baustellen. Ich bin zur gleichen Einsicht gekommen wie Du: das Leben vorher war zu verplant, zu sehr in der Tretmühle, zu viele Sachen über die man sich aufregt. Das was das Leben ausmacht, nämlich sich an kleinen schönen Dingen erfreuen, Geselligkeit geniessen, sich nicht über alles aufregen und einfach mit seinen Lieben Zeit verbringen war einfach zu sehr im Hintergrund.
Manchmal braucht man wohl so einen Einschnitt um wieder wichtige von unwichtigen Dingen unterscheiden zu können.
Also sehen wir das mal als Chance sein Leben wieder neu auszurichten.
LG
Martina
Du hast recht, das mit der Änderung der Person habe ich an mir auch bemerkt. Ich sehe vieles nicht mehr so eng wie vorher. Sachen, die ich machen möchte, schiebe ich auch nicht mehr " auf die lange Bank". Ich wollte z.B. immer mal reiten lernen. Das habe ich vorher immer vor mir hergeschoben und immer neue Ausreden gefunden, warum' s gerade nicht geht. Nach dem Tumor, natürlich erst seit jetzt alles eigentlich gut verheilt ist, hab' ich mit den Reitstunden angefangen ( Soooo schöööööön! ). Urlaube haben mein Mann und ich gerne mal zuhause verbracht, wohlwissend, dass man sich da nie wirklich erholt, weil man immer irgendwelche Baustellen findet. Schwupps ist der Urlaub vorbei und man ist ausgelaugter als vor dem Urlaub. Jetzt lasse ich den Sommerurlaub nicht mehr ausfallen und wir fahren weg, natürlich immer mit gesicherter Toilettenereichbarkeit, muss ja nicht weit sein. Hauptsache Tapetenwechsel und es gibt keine Baustellen. Ich bin zur gleichen Einsicht gekommen wie Du: das Leben vorher war zu verplant, zu sehr in der Tretmühle, zu viele Sachen über die man sich aufregt. Das was das Leben ausmacht, nämlich sich an kleinen schönen Dingen erfreuen, Geselligkeit geniessen, sich nicht über alles aufregen und einfach mit seinen Lieben Zeit verbringen war einfach zu sehr im Hintergrund.
Manchmal braucht man wohl so einen Einschnitt um wieder wichtige von unwichtigen Dingen unterscheiden zu können.
Also sehen wir das mal als Chance sein Leben wieder neu auszurichten.
LG
Martina