Guten Abend!
ich bin neu hier, bin eine Angehörige und suche Erfahrungsaustausch. Meiner Mutter (84 Jahre) wurde Ende Februar 2011 die BSD entfernt (mit Galle und Milz). Es gab Komplikationen bei der OP (hoher Blutverlust) und sie war etwa 1 Woche auf der Intensivstation und längerer Zeit auf der Wachstation. Sie erholt sich nur langsam und ist jetzt im Krankenhaus in Woltersdorf als sogenannte Reha. Aber sie hat große Probleme mit dem Essen weil ihr ständig übel ist. Und jetzt hat sie Herzprobleme, so dass sie wieder auf einer Wachstation liegt. Die Ärzte sagen, dass sie es nicht schaffen würde selber die Insulinmengen nachher zu bestimmen und kontrollieren und ein völliger Pflegefall sein wird. Im Krankenhaus wo sie operiert wurde, hat man das anders gesehen. Da waren standen auch Diabetologen zur Verfügung, was in Woltersdorf nicht der Fall ist. Ich muss dazu sagen, dass meine Mutter vor der OP noch fit war, alleine gewohnt hat und ihren Haushalt selber geführt hat.
Meine Frage ist jetzt, ob es wirklich so schwerig ist, das Insulin bei Menschen ohne BSD einzustellen. Kann ein normaler Haushausarzt damit umgehen? Ist die Problematik sehr viel anders als bei Diabetes Typ I?
Und ich suche Adressen in Berlin für Ärzte und Pflegedienste, die sich mit sowas auskennen.
Herzliche Grüße, Angelika
Diabetes Einstellung nach Komplettentfernung BSD
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evamarianne
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- Lutz Otto
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Re: Diabetes Einstellung nach Komplettentfernung BSD
Hallo Angelika,
ich bin seit 10 Jahren mit meinem Diabetes in einer Diabetes - Schwerpunktpraxis ( Diabetologe ) in Behandlung, was ich euch auch empfehlen würde.
Sinn macht auch an einer Diabetes-Schulung teilzunehmen, welche heute angeboten und von den KK übernommen werden.
Diese sollte nicht nur zwei bis drei Stunden beinhalten, sondern doch über einen längeren Zeitraum angesetzt werden, da dieses Thema sehr komplex ist.
Vielleicht hast du die Möglichkeit daran teilzunehmen.
In vielen Regionen ( Gerade im Osten ) sprechen die Ärzte nicht vom Diabetes Typ 3c sondern als Typ 1.
Die Typbestimmung sollte aber nicht im Vordergrund stehen, sondern eine gezielte, erfolgreiche Therapie.
Ob deine Mutti wirklich ein " Pflegefall " werden wird, wage ich nicht zu beurteilen ( ich hoffe und wünsche euch -nicht ). Das bleibt aber erst einmal abzuwarten.
Der AdP e.V. ist fast im ganzen Bundesgebiet mit Gruppen und Ansprechpartner vertreten, wohin du vielleicht einmal Kontakt aufnehmen solltest. Vielleicht können dir die Ansprechpartner, Ärzte etc. in eurer Region "empfehlen" bzw. nennen.
Für die Region Berlin/ Brandenburg :
Barbara Hübenthal,
Husstr. 149, 12489 Berlin
Tel.: 030/67 89 26 03, Fax: 030/67 89 26 02
E-Mail: barbara.huebenthal@arcor.de
Vertreterin: Helga Bäumges,
Waßmannsdorfer Ch. 166 12355 Berlin,
Tel.: 030/663 38 28, Fax: 030/26 30 12 88
E-Mail: helga.baeumges@arcor.de
Ich wünsche dir und deiner Mutti alles, alles Gute.
ich bin seit 10 Jahren mit meinem Diabetes in einer Diabetes - Schwerpunktpraxis ( Diabetologe ) in Behandlung, was ich euch auch empfehlen würde.
Sinn macht auch an einer Diabetes-Schulung teilzunehmen, welche heute angeboten und von den KK übernommen werden.
Diese sollte nicht nur zwei bis drei Stunden beinhalten, sondern doch über einen längeren Zeitraum angesetzt werden, da dieses Thema sehr komplex ist.
Vielleicht hast du die Möglichkeit daran teilzunehmen.
In vielen Regionen ( Gerade im Osten ) sprechen die Ärzte nicht vom Diabetes Typ 3c sondern als Typ 1.
Die Typbestimmung sollte aber nicht im Vordergrund stehen, sondern eine gezielte, erfolgreiche Therapie.
Ob deine Mutti wirklich ein " Pflegefall " werden wird, wage ich nicht zu beurteilen ( ich hoffe und wünsche euch -nicht ). Das bleibt aber erst einmal abzuwarten.
Der AdP e.V. ist fast im ganzen Bundesgebiet mit Gruppen und Ansprechpartner vertreten, wohin du vielleicht einmal Kontakt aufnehmen solltest. Vielleicht können dir die Ansprechpartner, Ärzte etc. in eurer Region "empfehlen" bzw. nennen.
Für die Region Berlin/ Brandenburg :
Barbara Hübenthal,
Husstr. 149, 12489 Berlin
Tel.: 030/67 89 26 03, Fax: 030/67 89 26 02
E-Mail: barbara.huebenthal@arcor.de
Vertreterin: Helga Bäumges,
Waßmannsdorfer Ch. 166 12355 Berlin,
Tel.: 030/663 38 28, Fax: 030/26 30 12 88
E-Mail: helga.baeumges@arcor.de
Ich wünsche dir und deiner Mutti alles, alles Gute.
Ein herzlichen Gruß aus Magdeburg
Lutz Otto
AdP e. V. - Vorstrandsvorsitzender
Lutz Otto
AdP e. V. - Vorstrandsvorsitzender
- Reinhard
- Beiträge: 656
- Registriert: 1. Mai 2008, 09:32
- Wohnort: Bückeburg
Re: Diabetes Einstellung nach Komplettentfernung BSD
Hallo Angelika,
auch mit 3 mal Pflegedienst pro Tag, sollte Deine Mutter nicht allein bleiben. Der Diabetes 3c ist schon schwerer einstellbar als der Typ I.. Wie Lutz schon schrieb sollte dies unbedingt ein Diabetologe vornehmen . Schwierig macht diese auch das fehlende Glukagom, der Gegenregulator zum Insulin, das sonst in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und anregt, dass Zucker kommen muss. Es kann deshalb zu der von uns gefürchteten Unterzuckerung kommen, aus der, wenn sie nicht rechtzeitig von Deiner Mutter erkannt und gegen gesteuert wird, sie dann ohne fremde Hilfe nicht mehr hinauskommt.
Ich will keine Panik verbreiten, die Folgen einer totalen Pankreasentfernung sind schon sehr komplex. Bei der Einstellung der BZ sollte (und kann man auch nicht) hier nach meiner Meinung nicht streng nach dem Lehrbuch vorgehen. Ich denke es kommt mehr auf die Lebensqualität der ihr noch verbleibenden Jahre (und nicht auf Langzeitfolgen) an. Entscheiden muss das aber ein Arzt. Damit dass Essen wieder "normal" abläuft, würde ich einen kompetenten Gastroenterologen aufsuchen. Auskunft erteilt unsere Kontaktstelle. Dort sitzen sehr erfahrene und nette Damen, die Dir bestimmt helfen. Wichtig ist vorab darauf zu achten, dass auch ausreichend Enzyme zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Bei weiteren Fragen einfach schreiben..
Auch ich wünsche Dir und Deiner Mutter alles Gute
auch mit 3 mal Pflegedienst pro Tag, sollte Deine Mutter nicht allein bleiben. Der Diabetes 3c ist schon schwerer einstellbar als der Typ I.. Wie Lutz schon schrieb sollte dies unbedingt ein Diabetologe vornehmen . Schwierig macht diese auch das fehlende Glukagom, der Gegenregulator zum Insulin, das sonst in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und anregt, dass Zucker kommen muss. Es kann deshalb zu der von uns gefürchteten Unterzuckerung kommen, aus der, wenn sie nicht rechtzeitig von Deiner Mutter erkannt und gegen gesteuert wird, sie dann ohne fremde Hilfe nicht mehr hinauskommt.
Ich will keine Panik verbreiten, die Folgen einer totalen Pankreasentfernung sind schon sehr komplex. Bei der Einstellung der BZ sollte (und kann man auch nicht) hier nach meiner Meinung nicht streng nach dem Lehrbuch vorgehen. Ich denke es kommt mehr auf die Lebensqualität der ihr noch verbleibenden Jahre (und nicht auf Langzeitfolgen) an. Entscheiden muss das aber ein Arzt. Damit dass Essen wieder "normal" abläuft, würde ich einen kompetenten Gastroenterologen aufsuchen. Auskunft erteilt unsere Kontaktstelle. Dort sitzen sehr erfahrene und nette Damen, die Dir bestimmt helfen. Wichtig ist vorab darauf zu achten, dass auch ausreichend Enzyme zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Bei weiteren Fragen einfach schreiben..
Auch ich wünsche Dir und Deiner Mutter alles Gute
Lieben Gruß
Reinhard
Reinhard
-
evamarianne
- Beiträge: 2
- Registriert: 22. April 2011, 00:12
Re: Diabetes Einstellung nach Komplettentfernung BSD
Hallo Lutz und Reinhard
danke für die Antworten, die guten Wünsche und die Adressen. Das hilft mir schon weiter.
Lutz: Danke für den Link zu Deinen Website. Es ist schlimm, was Du alles durchgemacht hast. Aber ich danke Dir, dass Du Deine Geschichte und viele Informationen mit uns teilst. Das ist wichtig für Menschen die neu mit diesen Problemen konfrontiert sind.
Reinhard: Meine Mutter bekommt Enzyme zum Essen im Krankenhaus, aber da sie sich oft übergeben muss, weiss ich nicht ob die auch da ankommen, wo sie gebraucht werden. Und so lange sie im Krankenhaus ist, können wir wohl keine anderen Ärzte hinzuziehen.
Im Moment liegt sie noch auf der Wachstation wegen der Herzgeschichte, aber sie soll in 1-2 Tagen wieder auf die normale Station kommen.
Wir werden wahrscheinlich erstmal Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen und dann sehen, wie sie sich entwickelt.
Alles Gute für Euch und noch ein schönes Osterfest!
Angelika
danke für die Antworten, die guten Wünsche und die Adressen. Das hilft mir schon weiter.
Lutz: Danke für den Link zu Deinen Website. Es ist schlimm, was Du alles durchgemacht hast. Aber ich danke Dir, dass Du Deine Geschichte und viele Informationen mit uns teilst. Das ist wichtig für Menschen die neu mit diesen Problemen konfrontiert sind.
Reinhard: Meine Mutter bekommt Enzyme zum Essen im Krankenhaus, aber da sie sich oft übergeben muss, weiss ich nicht ob die auch da ankommen, wo sie gebraucht werden. Und so lange sie im Krankenhaus ist, können wir wohl keine anderen Ärzte hinzuziehen.
Im Moment liegt sie noch auf der Wachstation wegen der Herzgeschichte, aber sie soll in 1-2 Tagen wieder auf die normale Station kommen.
Wir werden wahrscheinlich erstmal Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen und dann sehen, wie sie sich entwickelt.
Alles Gute für Euch und noch ein schönes Osterfest!
Angelika