Einmal Kreon vergessen und gleich Katastrope???

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Tina R.
Beiträge: 66
Registriert: 23. April 2012, 13:19
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Re: Einmal Kreon vergessen und gleich Katastrope???

Beitrag von Tina R. »

Hallo Uwe,

das ist lieb von Dir, dass Du mir nochmals geschrieben hast.
Bei der Ernährungsberatung war ich schon mehrere Male und eine Anschlußreha, direkt nach der Whipple OP hatte ich auch, allerdings war die Reha ziemlich für die Katz`, da ich nur Dauerdurchfall hatte, Infusionen bekam und mehr oder weniger auf dem Zimmer rumlag. Eine Reha zu einem späteren Zeitpunkt wäre wahrscheinlich sinnvoller gewesen. Damals, aber das war ja auch erst ja ca. 14Tage nach der OP, bekam ich in der Taubertalklinik auch eine Beratung hinsichtlich des Essens, aber da dachte ich noch, dass sich das ja alles mit der Zeit einspielen wird. Im Gegensatz dazu geht es mir natürlich heute auch besser ( ich habe zugenommen, nicht mehr so ganz schlimme Durchfälle usw.) aber das mit dem Essen ist nach wie vor merkwürdig. Theoretisch weiß ich alles über die richtige Ernährung und Einnahme der Enzyme, aber bei mir scheint es eben einfach irgendwie anders zu laufen. Kommt Zeit, kommt Rat. ( hoffe ich zumindest ) :(
danke noch mal
Tina
Andi
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Registriert: 15. Februar 2011, 20:42

Re: Einmal Kreon vergessen und gleich Katastrope???

Beitrag von Andi »

Hallo ,
habe gerade die Beiträge gelesen . Ich denke wenn man gut mit dem Kreon eingestellt ist geht das ganze einigermaßen , obwohl es bei mir trotzdem manchmal schief geht ( habe eine chron. Pankreatitis ). Manchmal kann ich echt nicht sagen , von was die Beschwerden wieder kommen , ich denke viele kleine Sünden beim Essen addieren sich und dann geht es erst mal bergab. Mit Gaststätten ist es eh so eine Sache, man weis ja nie was die so in das Essen rühren , am besten ist es immer zu Hause , aber ich weiß manchmal geht es nicht anders und man kann sich nicht ganz abschotten .
Oft geht es mir auch so, das ich mich nicht unter Kontrolle habe , wir sind ja alles blos Menschen und müssen auf so vieles verzichten, das geht bei mir manchmal schon beim Einkaufen los, wenn ich an den Regalen vorbei muß , es ist grausam .
Mit der Ernährung ist das auch so eine Sache, man probiert , es geht gut und das nächste mal geht die Sache schief weil man irgendwie noch was anderes dazu gegessen hat und man fragt sich was los ist , ist eine ganz schwierige Problematik , viele Ernährungsberater haben mir gesagt ich soll es ausprobieren :roll:
Ich nehme manchmal das Risiko auf mich, weil ich nicht wiederstehen kann , lebe dann aber auch mit dem was dann kommt . Etwas will man ja vom Leben auch noch haben und das wichtigste ist es hat geschmeckt ( vielleicht ist meine Einstellung falsch).
Wenn ich unterwegs bin habe ich außer dem Kreon immer noch Schmerzmittel dabei , ich glaube die sind bei mir fast noch wichtiger .

Es hilft nur noch nach vorn zu schauen :daumenh:

Viele Grüße Andi
Tanja P.
Beiträge: 27
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Re: Einmal Kreon vergessen und gleich Katastrope???

Beitrag von Tanja P. »

Hallo Andi,

:daumenh:

...da muß ich Dir vollkommen beipflichten!!! Immer positiv denken und weiter machen, auch wenn es manchmal schwer fällt!

Liebe Grüße,
Tanja
AdP - Mitglied seit Juni 2012
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chrissi33
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Re: Einmal Kreon vergessen und gleich Katastrope???

Beitrag von chrissi33 »

Hallo,

mir geht es auch so, dass ich sehr Vieles nicht vertrage, auch wenn ich Kreon dazu nehme. Trotzdem sind die Beschwerden eben seit der Einnahme von Kreon besser geworden, und das Gewicht geht nicht mehr bergab. Komischerweise gehen besonders Stärkehaltige Lebensmittel gar nicht, besonders nicht in Verbindung mit Ballaststoffen. Also z.B. habe ich auch Probleme mit Kartoffeln oder Vollkorngetreide. Zucker ist auch problematisch. Ich habe aber auch schon mehrere Ernährungsberater aufgesucht, die mir nicht helfen konnten.
Ich habe mittlerweile ganz gut rausgefunden, was geht und was nicht, aber wenn ich mich daran halte, macht das Essen wirklich wenig Spaß.
Von daher esse ich auch häufiger mal Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie schlecht vertrage.
Vor allem merke ich in meinem sozialen Umfeld, dass es sehr schwierig ist, weil andere Menschen das absolut nicht nachvollziehen können.
Unter der Woche geht bei mir alles ganz gut, da ich da meist alleine esse, aber sobald ich am Wochenende mal mit anderen unterwegs bin, merke ich erst, wie sehr ich mich sonst einschränke. Normal essen ist eben etwas anderes. Sei es der spontane Besuch in der Eisdiele, der Spieleabend mit vielen Knabbereien.....aber das ist ja auch schon mit dem Diabetes schwierig.

Leider habe ich nach wie vor auch sehr große Probleme mit meinem Gewicht (38 kg bei 1,70 m). Seit ich Insulin spritze und Kreon nehme ist es schon besser geworden (ich war schon bei 36 kg), aber es ist ein Kämpfen um jedes Gramm.....

Viele Grüße

Chrissi
Näheres zu meiner Krankheitsgeschichte unter http://www.chrschwahn.de/1156222.htm
ReKa
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Registriert: 27. Oktober 2008, 14:09

Re: Einmal Kreon vergessen und gleich Katastrope???

Beitrag von ReKa »

Hallo an alle Enzymschlucker,
die Kapseln kann man in eine kleine Metallkapsel füllen und diese am Schlüsselbund befestigen. In diese Kapsel gehen zwei 25000 und man bekommt sie im Outdorladen oder wie ich gehört habe beim Tierbedarf (für ans Hundehalsband). So kann man Enzyme immer dabei haben. Aber ich würde sie zur Vorsicht nicht zu lange in der Kapsel lassen, vor allem nicht im Sommer.
liebe Grüße
Renate Kaifer
Regionalgruppenleiterin Koblenz
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Tina R.
Beiträge: 66
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Re: Einmal Kreon vergessen und gleich Katastrope???

Beitrag von Tina R. »

Hallo,

ja, man muss immer nach vorne schauen, denn sonst hat man verloren und eine ganz große Portion (Galgen)Humor braucht man auch :zw:
Mittlerweile habe ich mich auch daran gewöhnt, dass manche meinen ich würde "nur wegen der Figur" auf´s Schlemmen verzichten (schön wär`s), aber man hat auch keine Lust immer und überall etwas über seine Erkrankung zu erzählen.
Es passieren einem manchmal Dinge, die ein Gesunder oft nicht nachvollziehen kann. (.... jetzt trink halt `n Schnaps, dann hast` ka Bauchgrimmeln meh.......usw.) :shock:
Gutes Essen gehört eindeutig zur Lebensqualität dazu und da wir Betroffenen das leider (oder zum Glück) nicht in der gleichen Sekunde "quittiert" bekommen, sündigen wir alle auch hin und wieder. (Obwohl wir es büßen müssen) :( Ich habe auch ein "Care-Paket" dabei wenn ich fortgehe - erinnert mich langsam an die Riesentasche, die ich damals als mein Sohn noch ein Baby war, gepackt habe (Windeln, Feuchttücher......) So eine Tasche braucht jetzt die Mama. :oops:

Liebe Grüße auch an Chrissi!
Du hast auch gaaaaanz arg viel durchgemacht und bist auch so lange im Dunkeln getappt (und tust es zum Teil auch heute noch). Habe Deinen Krankheitsverlauf gelesen.
Weißt Du womit ich noch am meisten zugenommen habe? Mit Bockshornkleesamenpulver ! (ich interessiere mich sehr für Heilpflanzen). Das Pulver galt schon in der Antike als Wunderdroge gegen Auszehrung und wurde auch von den Kriegern als Stärkungsmittel eingesetzt. Es wirkt zudem blutzuckerspiegelsenkend. Ist höllisch bitter!!!! Du kannst es ja mal nachlesen, z.B.bei Pfarrer Kneipp. Bitte frag aber lieber zur Sicherheit einen Heilpraktiker. Ich doktere zwar an mir selber herum, aber bei anderen möchte ich nichts Falsches sagen.

Tina

Alles wird gut!
robinhood
Beiträge: 2
Registriert: 22. Mai 2012, 09:58

Re: Einmal Kreon vergessen und gleich Katastrope???

Beitrag von robinhood »

Ich habe einmal beim Italiener mein Kreon vergessen. Zum Glück hatte es keine Folgen
Sternschnuppchen
Beiträge: 232
Registriert: 14. Oktober 2009, 10:41
Wohnort: Kaiserslautern

Re: Einmal Kreon vergessen und gleich Katastrope???

Beitrag von Sternschnuppchen »

Hallo chrissi,
ich bin auch ein Leicht/Federgewicht von 99 Pfund bei 171 cm. Vor der Whipple-Op vor 12 Jahren wog ich noch 125 Pfund. Um mein Gewicht halten zu können, esse ich 7-mal am Tage in Verbindung mit 15-20 Kreon-Kaps 25000. Laut Diätassistentin soll ich 2300 Kcal täglich zu mir nehmen, dass ich aber nie schaffe (höchstens 1600 Kcal). Wenn ich satt bin, bin ich satt, dann geht nichts mehr herunter. Dazu habe ich noch eine Laktose- und eine Fruktose-Intoleranz und bin dadurch sehr eingeschränkt. Ich führe ein Ernährungsbuch, damit ich einigermaßen klar komme. Jeder Tag ist ein neuer Kampf, um nicht noch mehr an Gewicht zu verlieren.
Bin schnell ausgepowert und muss meinem Körper dann Ruhe gönnen und mich hinlegen. Es ist schwierig unter diesen Umständen soziale Kontakte zu pflegen, weil ich gedanklich immer mit dem Essen beschäftigt bin. Zu kleinen Spaziergängen ohne große Anstrengungen reicht es hin und wieder, aber auch nur, wenn die Luft "pollenfrei" ist. Ich kann verstehen, dass man unter diesen Umständen meine Gesellschaft nicht bevorzugt. Vor 1 Jahr ist die letzte Freundin abgesprungen.
In einem Restaurant kann ich schon lange nicht mehr essen. Was mich immer noch hin und wieder kränkt, wenn mich Leute irgendwo im Supermarkt ansprechen und wissen wollen, ob ich eine Heidi klum-Diät mache oder wenn ich beim Metzger betone, dass die Wurst nicht viel Fett enthalten darf und die Verkäuferin meint, "och, sie könnten das doch vertragen, denn sie haben doch sowieso nichts auf den Rippen." Einmal sagte ich ihr, dass sie mir bitte das Verlangte geben soll, aber ohne ihre unüberlegten Kommentare. Ich habe keine Lust, mich immer rechtfertigen zu müssen, was ich inzwischen auch abgelegt habe. Ich bin so, wie ich bin, und das ist für mich ok so und sollte es auch für Andere sein. Basta!
Der heutige Tag ist gut und ich konzentriere mich auf ihn und lasse es mir gut gehen, so weit, dass möglich ist. Morgen sehen wir dann weiter.
Manchmal hilft mir der Satz "ich lege mein Leben in Gottes Hand." Somit kann ich für eine Weile meine 'Sorgen ihm übergeben.
Ich grüße dich mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Ich kann trotzdem auch noch lustig sein. Vielleicht nennt sich das Galgenhumor?
Sende dir liebe Grüße und ein paar Pfündchen mehr.

Sternschnuppchen
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chrissi33
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Re: Einmal Kreon vergessen und gleich Katastrope???

Beitrag von chrissi33 »

Hallo Sternschnuppchen,

ja von den gut gemeinten Bemerkungen kann ich auch ein Lied singen. Ich habe viele Dinge, die ich einfach nicht vertrage, z.B. auch Schokolade. Manche Leute verstehen das dann einfach nicht, wenn sie mir Schokolade anbieten und ich sie ablehne. Oder sie sagen: Iss doch einfach jeden Tag eine Tafel Schokolade extra, dann nimmst Du auch zu. Erklärungen bringen da nicht viel. Sogar innerhalb meiner Familie wird mir da Unverständnis entgegen gebracht.
Bei mir ist es auch so, dass ich meinen Tag sehr genau nach den Mahlzeiten ausrichten muss. Ich brauche meine ganz festen 5 Mahlzeiten am Tag. Meinen Freund habe ich zum Glück in dieser Richtung schon gut erzogen. :lol: auch wenn ich ihn manchmal noch dran erinnern muss, dass ich jetzt schon wieder essen muss. Wo er sich eben mittags den Bauch voll haut und dann auch mal 7-8 Stunden ohne kann, geht das bei mir eben nicht.

Mit Fremden oder auch Freunden ist das schon schwieriger, weil die ganze Spontanität verloren geht. Ist traurig, aber eben leider nicht zu ändern.
Ich scheue deshalb auch immer mehr vor gemeinsamen Unternehmungen zurück.

Viele Grüße Chrissi
Näheres zu meiner Krankheitsgeschichte unter http://www.chrschwahn.de/1156222.htm
uwe
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Re: Einmal Kreon vergessen und gleich Katastrope???

Beitrag von uwe »

Hallo Chissi,

Verstehen koennen uns Gesunde Leute nicht,das ist auch meine Erfahrung
Aber dafür gibt es ja auch die Selbsthilfe...
Ich weis nich wie die ganze Geschichte bei mir ausgegangen wär.??
So gehts aber bei mir jetzt schon seit 10 Jahren immer irgendwie weiter...
Schönes Wochenende an alle
uwe
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