Hoffnungslosigkeit

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Hope
Beiträge: 24
Registriert: 17. April 2012, 16:28

Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Hope »

Hallo,
mein Lebensgefährte (Pankreas-CA mit Lebermetastasen), ich hatte es bereits geschrieben, hat seine Chemo wegen Unverträglichkeit abgebrochen, er möchte auch an keiner mehr teilnehmen. Einen Heilpraktiker mit Erfahrung in
biologischer Krebstherapie hat er bis heute nicht kontaktiert, ich hatte mich erkundigt und auch einen Arzt gefunden.
Ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Niemand ist da, mit dem ich darüber reden kann, da in unserer Familie, seit Anfang der Krankheit, keiner davon was wissen will. Deshalb schreibe ich hier.
Lg Susanne
Kaba18
Beiträge: 180
Registriert: 9. Juli 2012, 08:38

Re: Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Kaba18 »

Liebe Susanne, ich spüre den Schmerz in Deinem Herzen :o( allerdings weiß ich leider nicht, was ich dir /Euch raten soll, außer
auf jeden Fall nach anderen Therapiemöglichkeiten zu suchen. Die Chemotherapie, kann sie nicht umgestellt werden auf andere,
verträglichere Medikamente? Keine Möglichkeit, die Nebenwirkungen einzudämmen bzw. dagegen zu steuern? Vielleicht braucht
Dein Lebensgefährte auch einfach jetzt ein paar Tage Zeit, um sich zu erholen und dann bereit zu sein für einen neuen Weg?
Wenn Du magst, schreib mir gerne eine PN! Ich denke ganz doll an Euch!!
Liebe Grüße

Kaba

"Zeiten ändern Dich" (Bushido)
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Paula
Beiträge: 106
Registriert: 3. August 2012, 18:59
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Re: Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Paula »

Hallo
Ich weiß nicht ob ich da etwas tröstliches sagen kann.
Wenn ich von mir ausgehe,so gibt es sicher einen Punkt an dem man einen als aussichtslos empfundenen Kampf nicht mehr kämpfen will.Dieser Punkt ist bei jedem Menschen sicher anders wo angesiedelt.Sicher würde ich so eine Entscheidung akzeptieren,hinnehmen und ich hoffe meine Angehörigen und Freunde werden so eine Entscheidung,wenn sie bei mir auch einmal zu treffen sein wird akzeptieren.Irgendwann kommt der Punkt an dem man einfach los lassen muß.
Krebs mit Metastasen und einer Chemo Unverträglichkeit,das sind keine guten Aussichten.Man sollte als begleitender Partner von dem Kranken nicht mehr erwarten,wie dieser noch Kraft und Lebenswillen hat.Ich möchte kein von mir nicht mehr als lebenswert empfundenes Leben unnötig lange leben müssen.Sicher das ist meine Sicht der Dinge,andere mögen das anders sehen.
Das ist sicher nicht tröstlich,aber man sollte darüber nachdenken. Mit lieben Grüßen
19.3.2012 klassische Whipple OP in Heidelberg pT3,pN1,(5/31) cM0,Pn1,L1,G2,R1 mit Rezidiv und Lungenmetastasen. Weitergehende Infos unter http://www.peh.blogger.de/
uwe
Beiträge: 301
Registriert: 11. März 2008, 10:50
Wohnort: Dorsten

Re: Hoffnungslosigkeit

Beitrag von uwe »

Paula hat geschrieben:Hallo
Ich weiß nicht ob ich da etwas tröstliches sagen kann.
Wenn ich von mir ausgehe,so gibt es sicher einen Punkt an dem man einen als aussichtslos empfundenen Kampf nicht mehr kämpfen will.Dieser Punkt ist bei jedem Menschen sicher anders wo angesiedelt.Sicher würde ich so eine Entscheidung akzeptieren,hinnehmen und ich hoffe meine Angehörigen und Freunde werden so eine Entscheidung,wenn sie bei mir auch einmal zu treffen sein wird akzeptieren.Irgendwann kommt der Punkt an dem man einfach los lassen muß.
Krebs mit Metastasen und einer Chemo Unverträglichkeit,das sind keine guten Aussichten.Man sollte als begleitender Partner von dem Kranken nicht mehr erwarten,wie dieser noch Kraft und Lebenswillen hat.Ich möchte kein von mir nicht mehr als lebenswert empfundenes Leben unnötig lange leben müssen.Sicher das ist meine Sicht der Dinge,andere mögen das anders sehen
Das ist sicher nicht tröstlich,aber man sollte darüber nachdenken. Mit lieben Grüßen
Hallo Paula,
Du hast mir aus der Seele. Geschrieben, Mir. Fällt es deullich schwere so einfühlsam zu schreibe.
Stelle aber gern ein offenes Ohr und meine zehnjährige erfahrung zu verfügung.
Tel 0521 892874
uwe, Regionlgruppe Bielefed
Norbert
Beiträge: 412
Registriert: 11. März 2008, 10:55
Wohnort: Raum Erlangen

Re: Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Norbert »

Liebe Susanne,

ich spüre da ganz viel Verzweiflung und Angst. Das kann ich gut verstehen. Du hast so viele Möglichkeiten ausgeschöpft, um deinen Lebensgefährten zu helfen.
Zum großen Bedauern hat er aber eine ganz schlechte Prognose, um die er aber Bescheid weiß.
Vielleicht kannst du versuchen seine Entscheidung zu akzeptieren, auch wenn es noch einige Zeit braucht. Lass die Suche nach immer wieder neuen Wunderheilern sein, das ist oft nur noch Geldschneiderei. Ich will jetzt hier keinen Heilpraktiker verurteilen, unterstützend kann es sicherlich sein, aber Heilung würde ich mir davon nicht versprechen.
Vielleicht gelingt dir dieses Festhalten wollen, in Loslassen können. Dadurch wird vieles leichter für euch beide. Sprecht miteinander, akzeptiere seine Entscheidungen. Es ist sein Leben. Eventuell könnt ihr noch etwas schönes Unternehmen oder er hat irgendwelche andere Wünsche, die er sich noch erfüllen möchte.

Ganz liebe Grüße

Norbert
stocki
Beiträge: 119
Registriert: 23. August 2010, 08:57
Wohnort: Meerbusch (Nähe Düsseldorf)

Re: Hoffnungslosigkeit

Beitrag von stocki »

Liebe Susanne,
ich kann mir gut vorstellen, wie schlimm die Situation für Dich ist, vor allen Dingen diese Hilflosigkeit tut weh. Es es gut und richtig, wie Du für Deinen Partner andere Wege und Möglichkeiten suchst, allerdings liegt die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung natürlich letztendlich bei ihm. Es tut sicherlich doppelt weh mitanzusehen, wie er "aufgibt", aber wie Paula das Loslassen sehr treffend beschrieben hat, muss man das akzeptieren.
Ich glaube, dass wenn ich in seiner Situation wäre, mir am meisten helfen würde, wenn mein Partner meine Entscheidung akzeptiert. Ich bin bei meiner Erstdiagnose von einer Lebenserwartung von ca. 6 Monaten ausgegangen. Wenn ich daran zurückdenke, bin ich meinem Mann dafür so dankbar, dass er Tag und Nacht für mich da war und mit mir über meine Ängste geredet hat. Das hat mir am meisten geholfen, weil ich mich verstanden fühlte. Vielleicht habt ihr auch noch die Möglichkeit gemeinsam Dinge zu erleben, die ihr vielleicht immer schon machen wolltet.
Ich wünsche Dir und Deinem Partner ganz viel Kraft.
Ganz liebe Grüße, Claudia
Hope
Beiträge: 24
Registriert: 17. April 2012, 16:28

Re: Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Hope »

An Alle
die mir geschrieben haben, vielen, vielen Dank.
Nur weiß ich nicht, woher ich die Kraft nehmen soll, die Gleichgültigkeit der Familie belastet auch, weil man es einfach nicht verstehen kann. Und Jochem raucht wie ein Schlot, er nimmt abends Haschich zu sich, um besser schlafen zu können.
Leider schreibt Jochem nicht im Forum, deshalb tue ich es.
Aber ich wollte niemanden von Euch belästigen. Ich wollte einfach nur von der Seele weg schreiben.
Liebe Grüße
Susanne
Norbert
Beiträge: 412
Registriert: 11. März 2008, 10:55
Wohnort: Raum Erlangen

Re: Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Norbert »

Liebe Susanne,

erstmal, du belästigst hier niemanden, wenn dir danach ist, schreibe einfach drauf los.
Den Lebenswandel von Jochem kannst du leider auch nicht mehr ändern. Lass ihn machen, sonst endet das nur in Streit und Bevormundung. Das akzeptieren die wenigsten in dieser Lebenssituation.
Ich glaube schon, dass du das ganze schaffst. Du erscheinst mir ziemlich stark und du bist eine Kämpferin. Also verliere nicht den Mut.

Wünsche dir viel Kraft

Norbert
HoKa
Beiträge: 175
Registriert: 7. Januar 2012, 12:27
Wohnort: Sachsen-Anhalt

Re: Hoffnungslosigkeit

Beitrag von HoKa »

Liebe Susanne,

ich kann dich gut verstehen... Angst um den Partner, Akzeptanz der Situation... es ist so schwer!

Ich sende auch dir ein großes Kraftpaket!

Lieber Gruß
Kathrin
*Was auch immer gut für deine Seele ist: MACH ES!*
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Tina R.
Beiträge: 66
Registriert: 23. April 2012, 13:19
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Re: Hoffnungslosigkeit

Beitrag von Tina R. »

Liebe Susanne,

Es tut mir so unsagbar leid, habe ja auch schon mal mit Dir geschrieben und sehr oft an Euch denken müssen. Es ist so schrecklich, dass Du Dich in Deiner Familie nicht fallen lassen darfst. Besteht da nicht doch noch die Hoffnung einer Aussprache oder Versöhnung? Verständnis und Umarmungen innerhalb der Familie wären jetzt schon stärkend und hilfreich. Wir können Dich leider nur virtuell in den Arm nehmen, wir verstehen Dich hier aber alle so sehr, können mit Dir absolut mitfühlen und Deinen Kummer und die Verzweiflung so sehr nachvollziehen, weil wir uns mit diesem Thema alle schon einmal, mehr oder weniger, befasst haben.
Du hast hier nicht im Entferntesten jemand belästigt - ich glaube, dass momentan hier alle mit Dir bangen und Dir aber auch so gern helfen würden. Wir denken alle an Dich und Deinen Jochem und ich hoffe, dass ihr in dieser gemeinsamen Zeit, die ihr habt, egal wie lange diese Zeit sein wird, noch so viel Wunderbares wie es nur geht, erleben dürft.
Ich wünsche Dir ganz, ganz viel Kraft und melde Dich bitte jederzeit.
In Gedanken bei Dir, liebe Susanne...
Tina
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