Nekrotisierende Pankreatitis, 13. im KKH. Hilfe benötigt

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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MABI
Beiträge: 7
Registriert: 19. November 2012, 10:31
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Nekrotisierende Pankreatitis, 13. im KKH. Hilfe benötigt

Beitrag von MABI »

Hallo Ihr Lieben,

mein Lebensgefährte 58J jung; wurde am 27. August mit sehr starken Schmerzen ins KKH eingeliefert. Noch in der Notaufnahme stand fest, Pankreatitis aufgrund festsitzender Gallensteine. Opiate und am nächsten Tag ERCP. 4 Tage später wurde dann auch noch in einer NotOP laparoskopisch die Gallenblase entfernt. Langsam erholte er sich, die Reha war beantragt und plötzlich wieder starke Schmerzen, eine erneute Entzündung mit Flüssigkeitsansammlungen um die BSPD. Intensivstation seit dem 03.10.2012. Er befand sich in einem kleinen Krankenhaus in Essen und es wurde von OP gesprochen. Inzwischen hatten wir uns umfangreich informiert und wollten auf keinen Fall, dass eine Op in diesem KKH durchgeführt werden sollte. Unser Wunsch war Dr. Uhl in Bochum. 5 Tage versuchten die Ärzte in Essen dort ein Bett zu bekommen, es war keines frei. Dann kam die Info am 09.10.2012 im Knappschaftskrankenhaus Bochum UKB war ein Intensivplatz frei. Dort wurden schnell Drainagen in den Magen gelegt. Dabei wurde zeitgleich 1,5 Liter vereiterte Flüssigkeit aus der Zyste entfernt. Die Entzündungswerte besserten sich aber nicht. Inzwischen hatte er rapide Gewicht verloren, die üblichen Behandlungen mit Flüssigkeitszufuhr, Antibiotika und künstlicher Ernährung sind die ganze Zeit gelaufen. Da sich der Zustand nicht besserte stand dann die große OP an um die Nekrosen zu entfernen. Am 25.10. erfolgte diese. es musste weder ein künstlicher Ausgang gelegt werden, noch eine Dünndarmschlinge . Die Ärzte waren sehr zufrieden mit dem Verlauf. 3 Tage nach der OP wurde mein Mann auf die Normalstation verlegt. Einen Tag später wurde der Befall mit ESBL festgestellt. Da er so stark geschwächt ist, liegt er nun seit dem 3. Oktober nur noch. 2 von 5 Drainagen liegen noch. Die Klammern sind aus der langen Narbe entfernt. Die Ärzte sind mit dem Zustand der BSPD zufrieden. Kostaufbau wurde durchgeführt. Er könnte aktuell alles essen. Nun spielt aber die Psyche einen Streich. Er hat eine Depression, erbricht dauernd und sagt, wenn er nur an das Wort mit E(ssen) denke, müsse er sich übergeben. Er übergibt sich aber auch wenn er den ganzen Tag nichts isst. Kennt ihr das und was kann man dagegen tun? Ich bin trotz Vollzeitbeschäftigung nahezu täglich bei meinem Liebsten und versuche ihn zu unterstützen wie es nur geht. Jetzt weiss ich aber nicht mehr weiter. Wie kann ich ihn motivieren wieder Freude am Essen zu haben und endlich alles zu tun um aus dem Bett wieder aufzustehen. Zweimal täglich kommt die Physio, aber er ist wenig motiviert. Er erbricht grünlichen Schleim und hat einen sehr ausgeprägten Würgereiz.
Omeprazol und Kevatril bekommt er intravenös über den ständigen Zugang am Hals. Bin für jeden Tipp dankbar.
Norbert
Beiträge: 412
Registriert: 11. März 2008, 10:55
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Re: Nekrotisierende Pankreatitis, 13. im KKH. Hilfe benötigt

Beitrag von Norbert »

Hallo MABI,

es ist schon schwierig, jemanden in solch einer Situation wieder aufzumundern. Nach diesem langen Krankheitsverlauf ist es nicht verwunderlich, dass man erst mal runterschaltet und zu gar nichts mehr Lust hat. Das wird meistens zu Hause wieder besser.

Du kannst versuchen sein Lieblingsessen zu kochen und in ganz kleinen Portionen anbieten. Krankenhauskost wird oft abgelehnt. Oder man nimmt Babygläschen, die mit Obst, es geht ja erst mal nicht um Kalorien, sondern dass was im Magen bleibt. Jetzt ist Wunschkost angesagt.

Wurden schon mal Atosiltropfen gegen die Übelkeit gegeben? Zusammen mit den anderen Antibrechmitteln, in geringer Dosierung, kann manchmal Wunder bewirken.

Versuche in aufzumundern, Lachen ist erlaubt, und stelle die Krankheit nicht in den Vordergrund. Auch wenn es schwer fällt.


Herzliche Grüße

Norbert
MABI
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Registriert: 19. November 2012, 10:31
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Re: Nekrotisierende Pankreatitis, 13. im KKH. Hilfe benötigt

Beitrag von MABI »

Hallo Norbert,

lieben Dank für Deine Infos. Ich komme gerade aus Bochum und hatte ein Gespräch mit dem Stationsarzt. Nach Hause zu kommen steht noch in den Sternen. Atosil Tropfen hat er noch nicht bekommen, ich rege das aber gerne an bei dem Doc. Es ist schwierig die Krankheit nicht in den Vordergrund zu stellen, zumal sie das schon selbst macht. Wenn ich bei ihm bin, erzähle ich immer von allem Anderen was geschehen ist. Albere mit ihm herum und betüddel ihn ein wenig. Manchmal ist er aber auch so erschöpft, dass er nur meine Hand nimmt und dann schläft. Ist mir alles Recht solange es ihm gut tut. Ich gebe jedenfalls meinen Optimismus nicht auf, dass Alles am Ende gut wird, Anders könnte ich dieses dauernde Auf und Ab nicht ertragen.

Liebe Grüße Marianne
MABI
Beiträge: 7
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Re: Nekrotisierende Pankreatitis, 13. im KKH. Hilfe benötigt

Beitrag von MABI »

An Nordwind, posting.php?mode=reply&f=14&t=1341#

lieben Dank für deine PN, ich hatte eine lange Antwort geschrieben, konnte aber nicht antworten. Ich bekam die Information, dass ich diese Funktion noch nicht nutzen kann, daher hier ganz liebe Grüße in den hohen Norden.

Marianne
Ruscho
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Re: Nekrotisierende Pankreatitis, 13. im KKH. Hilfe benötigt

Beitrag von Ruscho »

:hallo: Marianne

da Du aus Essen kommst, tut sich mir die Frage auf:
Wo bist Du bisher im KH gewesen? :denk:

Uniklinik? Essen-Süd? :denk:
Liebe Grüsse vom Ruscho
auch unter
www.ruscho.de
zu erreichen.
MABI
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Re: Nekrotisierende Pankreatitis, 13. im KKH. Hilfe benötigt

Beitrag von MABI »

Hallo Ruscho,

mein Mann war im Phillippusstift...
MABI
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Re: Nekrotisierende Pankreatitis, 13. im KKH. Hilfe benötigt

Beitrag von MABI »

Hallo Ihr Lieben,

meinem Mann soll nun ein PEG durch die Bauchdecke gelegt werden, damit das Sekret aus dem Magen ablaufen kann. Ich habe viel darüber gelesen und auch, dass eine BSPD Entzündung eine Kontraindikation ist. Ich kannte PEG bisher nur als Zugang zur künstlichen Ernährung. Die Sonde durch die Nase hat er bereits mehrfach gehabt. Ich habe ein ungutes Gefühl bei der Sache, zumal die Aufklärung über das WARUM sehr unzureichend erfolgte. Morgens bei der Visite wird einfach festgelegt, ein PEG durch die Bauchdecke wird gelegt, abends kommt der Chirurg und will über den Eingriff aufklären, kann aber auch nicht sagen warum diese Sonde gelegt werden soll. Ich habe mir die Stationsärztin gesucht und mir sagen lassen warum der Eingriff gemacht werden soll. Siehe oben. Künstlich ernährt werden soll mein Mann angeblich nicht über diese Sonde. Das ganze ist angeleiert worden, weil er dauernd erbrechen muss und ihm oft übel und schwindelig ist. den Zusammenhang verstehe ich nicht wirklich. Habt Ihr ähnliche Erfahrungen?

Gruß am Morgen

Marianne
Norbert
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Re: Nekrotisierende Pankreatitis, 13. im KKH. Hilfe benötigt

Beitrag von Norbert »

Hallo Marianne,

eine PEG legt man ja nur, wenn sie länger liegen bleiben soll. Sehe da nicht ganz den Sinn dieser Aktion. Es muss doch auch eine andere Möglilchkeit geben, diesen Würgereiz in den Griff zu bekommen. Ständig das Sekret abzuleiten ist doch auch nicht die Lösung.

Es handelt sich hier um meine eigene Meinung, möchte da euch aber nicht reinreden. Hinterfragt doch noch mal die Ärzte.

Herzliche Grüße

Norbert
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