Am 7.8.2012 hatte mein Sohn (14) einen schweren Fahrradunfall, bei dem es zu einer Pankreasruptur mit totaler Gangruptur (D. pancreaticus) um 2 cm Breite kam. Er lag 2 1/2 Monate in der Charite Berlin und wurde zunächst konventionell per ERCP (fehlgeschlagene Versuche der Stentsetzung) behandelt. Insgesamt 8 x. Die Ärzte gingen davon aus, dass sich das Parenchym und auch der Gang wieder richten könnten, weshalb man von einer OP ersteinmal absah. 2 Bauchdrainagen förderten während dieser Zeit sehr gut das Pankreassekret und der Bauchraum war stetig frei von freier Flüssigkeit (Sono), auch die Lipase konnte mit Ernährungsumstellung auf MCT-Fette gut geregelt werden. Da sich die Gangruptur allerdings im Bereich des Sockels (Übergang Kopf/Corpus) befand, konnte lediglich nach 2 Monaten ein Stent in den vorderen abgetrennten Gangteil gesetzt werden, der nach kurzer Zeit verrutschte und ausgetauscht werden musste, allerdings jedoch keine Verbingung zum hinteren abgetrennten Gangteil herstellte.
Am 11.10.2012 konnte mein Sohn dann entlassen werden, da die Drainagen kein Sekret mehr förderten und sich das Gewebe geschlossen hatte. Auch die Verdauung funktionierte wieder und der Stuhlgang war ebenfalls wieder normal.
Bei den Nachkontrollen am 15.10. und 21.10. wurde per Sono eine Gangerweiterung von zunächst 2,2 mm und dann 2,8 mm festgestellt. Allerdings wurden keine Lipasewerte überprüft, da man von einer "sich noch im Normbereich" befindlichen Gangweite ausging (Der Gang war zuvor bis über 3 mm dilatiert). In der darauffolgenden Untersuchung am 5.12. war der Gang dann auf 3,5 mm erweitert und zusätzliche Blutentnahmen zeigten eine Lipase von über 500!!!
Daraufhin wurde die stationäre Aufnahme eingeleitet und 2 Tage später eine ERCP, die einen Komplettverschluss des Ganges zeigte. Im MRT konnte eine 5 mm breite feste Striktur, ausgelöst durch das umliegende Narbengewebe, erkannt werden. 2 Tage später veränderte sich der Stuhlgang bereits von okka-gelb klebrig in dunkgelgrün-flüssig.
Folge: Anastomosierung/Pancreatojejunostomie nach Rochelle im Corpusbereich.
Nach einer Blutung am 2. postoperativen Tag direkt am Anastomosenbereich (HB Abfall von 12 auf 8 - daraufhin CT-Kontrolle), die man mit Gerinnung und Blutkonservengabe in den Griff bekam, ging der Heilungsverlauf relativ gut voran.
Am 30.12.12 konnten wir unseren Sohn mit nach Hause nehmen. Er erholt sich zwar langsam, ist aber noch sehr blass und sehr abgemagert und schwach. Nun machen wir uns sehr große Sorgen, wie es sich mit solch einer komplizierten Anastomose leben lässt (evtl. Fibrosen, Insuffizienz...), zumal es keine aussagekräftigen Langzeitstudien diesbezüglich gibt (Duct-auf-Mucosa-Anastomose). Studien über Drainagen-OPs gibt es im Netz nur im Zusammenhang mit einer Pankreatitis.
Wer hat mit dieser doch sehr seltenen Pankreas-Drainagen-OP (ohne Resektion) bereits längere Erfahrungen (bezüglich körperliche Belastung, Haltbarkeit der Anastomose auf lange Sicht, Verletzungsrisiko im Bauchbereich, Sport, etc.).
Wir wären für einen Austausch sehr dankbar.
Liebe Grüße aus Berlin
Pankreas-Drainagen-OP (Rochelle-Roux-y) nach Pankreasruptur
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julienany
- Beiträge: 1
- Registriert: 4. Januar 2013, 15:38
- Wohnort: Berlin
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svenneTm
- Beiträge: 1
- Registriert: 29. Juni 2013, 19:39
Re: Pankreas-Drainagen-OP (Rochelle-Roux-y) nach Pankreasrup
Schönen Guten Tag,
ich hoffe ihr Artikel ist noch einigemaßen Aktuell.
So eben bin ich auf ihren Bericht gestoßen der Interesse in mir geweckt hat, da ich mir selber (23), vor drei Jahren eine Pankreasruptur mir bei einem Fahrradunfall zu gezogen habe.
Ruptur am Pankreasschwanz. Ich bekam jedoch eine andere Therapie, bei mir wurde die Stelle an der die Ruptur war mit dem großen Bauchnetz (Omentum Majus) verplombt.
Da ich damit jetzt schon sehr viel zu tun hatte, könnte ich ihnen bei Fragen gerne zu Verfügung stehen,sofern Sie meinen,dass es ihnen von Nutzen sein könnte.Therapiert wurde ich übrigens in München.
Viele Grüße
Sven
ich hoffe ihr Artikel ist noch einigemaßen Aktuell.
So eben bin ich auf ihren Bericht gestoßen der Interesse in mir geweckt hat, da ich mir selber (23), vor drei Jahren eine Pankreasruptur mir bei einem Fahrradunfall zu gezogen habe.
Ruptur am Pankreasschwanz. Ich bekam jedoch eine andere Therapie, bei mir wurde die Stelle an der die Ruptur war mit dem großen Bauchnetz (Omentum Majus) verplombt.
Da ich damit jetzt schon sehr viel zu tun hatte, könnte ich ihnen bei Fragen gerne zu Verfügung stehen,sofern Sie meinen,dass es ihnen von Nutzen sein könnte.Therapiert wurde ich übrigens in München.
Viele Grüße
Sven