Hallo,
ich schreibe hier für meinen Freund, 37 Jahre, seit 4 Jahren Diabetes Typ III, trockener Alkoholiker. Seit dieser Zeit hat er immer mal wieder Probleme mit der BSD, sprich mehr oder minder starke Schmerzen.
Seit einigen Wochen sind die Schmerzen so stark geworden - inkl. Ausstrahlung in den Rücken und Gewichtsabnahme - dass die verschriebenen Novalgin-Tropfen nicht mehr helfen, zuletzt vor der Einweisung ins KH lag er bei ca. 300 Tropfen in etwa 6 Stunden! Sein Hausarzt wollte ihm nichts stärkeres verschreiben wegen der Suchtgefahr. Im KH hat er Opiate erhalten, selbst mit diesen Medis lagen auf einer Skala von 0 - 10 seine Schmerzen noch bei 5 - 6.
Ende Januar hat er sich in Heidelberg vorgestellt, nach einem CT war eine OP geplant. Jetzt kam die Notaufnahme ins ortsnahe KH dazwischen, die haben sich mit Heidelberg in Verbindung gesetzt, und auf einmal weiß keiner mehr was von einer OP ... Gestern war er zum CT in Heidelberg, es wird wohl nicht operiert werden, weil kein Grund da sei.
Die Ärztin meinte, dass die BSD verkalkt wäre und wohl auch 2 Steine da wären, die aber nicht schlimm wären, bis Montag würde sie sich nochmals melden, wenn sie alles mit dem OA besprochen hätte. Derzeit hätte er einen akuten Schub einer chronischen Pankreatitis, die innerhalb der nächsten 2 Wochen abklingen müsste, und sie empfiehlt eine Schmerztherapie.
So, jetzt sind wir wieder beim Hausarzt, der nichts stärkeres verschreibt, und wohl kaum einer Schmerztherapie zustimmt ...
Es ist ganz schlimm zu sehen, wie er sich quält mit den Schmerzen ...
Sollten wir vielleicht noch eine 2. Meinung einholen? Was könnte man noch tun?
Danke und schönes WE wünscht
Maura
Wir sind ratlos und drehen uns im Kreis ...
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Maura
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- Lutz Otto
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Re: Wir sind ratlos und drehen uns im Kreis ...
Liebe Maura,
erst einmal ein herzliches Willkommen im Forum des AdP e.V.
Ich würde zunächst erst einmal die Rückmeldung von Heidelberg abwarten und dann auch dort noch einmal gezielt die Frage stellen, warum damals von einer geplanten Operation die Rede war und es nun nicht mehr so sei. Dafür muss es ja eine Erklärung geben. In diesem Gespräch würde ich noch einmal explizit auf den akuten Schmerzzustand Deines Freundes hinweisen.
Ich bin halt auch nur Betroffener, jedoch finde ich die Einnahme von 300 Tropfen Novalgin auf sechs Stunden schon erheblich. Meiner Meinung nach, zeugt das ja davon, dass die gewünschte Schmerztherapie nicht zum Erfolg führt. Wenn ihr schon in Heidelberg in Behandlung seid, dann bemüht Euch doch dort um eine Weitervermittlung zum Schmerzzentrum (Therapeuten) was heutzutage jede Große Klinik führt/ anbietet. Sollte er sich wiederum in einer Stationären Behandlung befinden, kann er dort auch um eine Vorstellung beim Facharzt (Schmerztherapie) bitten. Ich möchte Dir hier nicht zu nahe treten bzw. kann ich mir leider kein Urteil erlauben, aber vielleicht haben die Ärzte einfach nur Angst, wegen der früheren Alkoholabhängigkeit. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, das einige sich dann einer Ersatzdroge beschaffen. Vielleicht ist es auch eine Möglichkeit, dass Ihr um ein gemeinsames Gespräch bei einem Facharzt bittet , dann diesen die z.Z. extreme Schmerzsituation schildert und dann um eine Möglichkeit der weiteren Schmerztherapie fragt. Andernfalls habt ihr auch jederzeit die Möglichkeit Eure KK um Rat zu fragen. Diese müssen ja den enormen Verbrauch von Novalgin in ihren Unterlagen nachvollziehen können.
Ich bin selbst seit Jahren Schmerzpatient und wurde damals mit Absprache der behandelnden Gastroenterologen/ Chirurgen an die Schmerzambulanz der Klinik verwiesen.
Alles, alles Gute und eine hoffentlich schmerzfreie Zeit......
erst einmal ein herzliches Willkommen im Forum des AdP e.V.
Ich würde zunächst erst einmal die Rückmeldung von Heidelberg abwarten und dann auch dort noch einmal gezielt die Frage stellen, warum damals von einer geplanten Operation die Rede war und es nun nicht mehr so sei. Dafür muss es ja eine Erklärung geben. In diesem Gespräch würde ich noch einmal explizit auf den akuten Schmerzzustand Deines Freundes hinweisen.
Ich bin halt auch nur Betroffener, jedoch finde ich die Einnahme von 300 Tropfen Novalgin auf sechs Stunden schon erheblich. Meiner Meinung nach, zeugt das ja davon, dass die gewünschte Schmerztherapie nicht zum Erfolg führt. Wenn ihr schon in Heidelberg in Behandlung seid, dann bemüht Euch doch dort um eine Weitervermittlung zum Schmerzzentrum (Therapeuten) was heutzutage jede Große Klinik führt/ anbietet. Sollte er sich wiederum in einer Stationären Behandlung befinden, kann er dort auch um eine Vorstellung beim Facharzt (Schmerztherapie) bitten. Ich möchte Dir hier nicht zu nahe treten bzw. kann ich mir leider kein Urteil erlauben, aber vielleicht haben die Ärzte einfach nur Angst, wegen der früheren Alkoholabhängigkeit. Es ist ja nicht von der Hand zu weisen, das einige sich dann einer Ersatzdroge beschaffen. Vielleicht ist es auch eine Möglichkeit, dass Ihr um ein gemeinsames Gespräch bei einem Facharzt bittet , dann diesen die z.Z. extreme Schmerzsituation schildert und dann um eine Möglichkeit der weiteren Schmerztherapie fragt. Andernfalls habt ihr auch jederzeit die Möglichkeit Eure KK um Rat zu fragen. Diese müssen ja den enormen Verbrauch von Novalgin in ihren Unterlagen nachvollziehen können.
Ich bin selbst seit Jahren Schmerzpatient und wurde damals mit Absprache der behandelnden Gastroenterologen/ Chirurgen an die Schmerzambulanz der Klinik verwiesen.
Alles, alles Gute und eine hoffentlich schmerzfreie Zeit......
Ein herzlichen Gruß aus Magdeburg
Lutz Otto
AdP e. V. - Vorstrandsvorsitzender
Lutz Otto
AdP e. V. - Vorstrandsvorsitzender
-
Maura
- Beiträge: 2
- Registriert: 16. März 2013, 07:20
Re: Wir sind ratlos und drehen uns im Kreis ...
Hallo Lutz,
Danke für Deine Antwort.
Ich denke, dem Hausarzt geht es nicht so sehr um die "Ersatzdroge", sondern darum, dass ein Alkoholiker schneller abhängig wird als ein Otto Normalverbraucher ... und wir beide verstehen das ja auch ... aber mit solchen Schmerzen rumlaufen ist auch nicht Sinn und Zweck des Lebens. Mir ist auch bewusst, dass eine OP an der Bauchspeicheldrüse nicht einfach mal wie eine Blinddarm-OP gemacht wird ...
Wir warten jetzt mal ab, was Heidelberg sagt.
Danke.
Danke für Deine Antwort.
Ich denke, dem Hausarzt geht es nicht so sehr um die "Ersatzdroge", sondern darum, dass ein Alkoholiker schneller abhängig wird als ein Otto Normalverbraucher ... und wir beide verstehen das ja auch ... aber mit solchen Schmerzen rumlaufen ist auch nicht Sinn und Zweck des Lebens. Mir ist auch bewusst, dass eine OP an der Bauchspeicheldrüse nicht einfach mal wie eine Blinddarm-OP gemacht wird ...
Wir warten jetzt mal ab, was Heidelberg sagt.
Danke.
-
Norbert
- Beiträge: 412
- Registriert: 11. März 2008, 10:55
- Wohnort: Raum Erlangen
Re: Wir sind ratlos und drehen uns im Kreis ...
Hallo Maura,
Novalgin sollte man nur 5 Gramm pro 24 Std. nehmen, das wären dann 5 mal 40 Tropfen pro Tag. Sonst kann es zu Schädigungen an den Nieren kommen.
Ich habe auch eine chron. Pankreatitis, die ich vor der OP auch mit Schmerzmitteln bekämpfte. Ich bekam damals Novalgin in der o.g. Dosis und Ibuprofen dazu. Für die starken Schübe noch ein Opiat.
Bin dann in Heidelberg operiert worden und bin seitdem schmerzfrei. Ich verstehe gar nicht, dass sie die OP nicht mehr machen wollen, einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Ich hoffe für euch, dass es doch noch in Heidelberg klappt.
Ansonsten, wie Lutz schon schreibt, unbedingt eine Schmerzambulanz aufsuchen. So ist es kein Dauerzustand!!!!
Viele Grüße
Norbert
Novalgin sollte man nur 5 Gramm pro 24 Std. nehmen, das wären dann 5 mal 40 Tropfen pro Tag. Sonst kann es zu Schädigungen an den Nieren kommen.
Ich habe auch eine chron. Pankreatitis, die ich vor der OP auch mit Schmerzmitteln bekämpfte. Ich bekam damals Novalgin in der o.g. Dosis und Ibuprofen dazu. Für die starken Schübe noch ein Opiat.
Bin dann in Heidelberg operiert worden und bin seitdem schmerzfrei. Ich verstehe gar nicht, dass sie die OP nicht mehr machen wollen, einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Ich hoffe für euch, dass es doch noch in Heidelberg klappt.
Ansonsten, wie Lutz schon schreibt, unbedingt eine Schmerzambulanz aufsuchen. So ist es kein Dauerzustand!!!!
Viele Grüße
Norbert
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Muggle
- Beiträge: 224
- Registriert: 24. November 2012, 17:58
Re: Wir sind ratlos und drehen uns im Kreis ...
Da ist ja alles richtig, aber auch als Otto-Normal-Mensch ohne Suchthintergrund wird man von den Opiaten abhängig und muss dann irgendwann schauen, wie man da wieder runter kommt. Sieh es mal so: wenn er trockener Alkoholiker ist, dann hat er bereits einmal bewiesen, dass er in der Lage ist, einer Sucht die Stirn zu bieten. Das schafft nicht jeder! Ich hab da echt Hochachtung vor jedem, der das durchzieht und der einen Sieg davon trägt! Gerade bei Alkohol, der einem nun wirklich an jeder Straßenecke begegnet, da hat er schon Großes geleistet.
Ich denke, ihr solltet euch an ein Schmerzzentrum wenden, es gibt da viele Möglichkeiten. So können z.b. Applikationsformen gewählt werden, die keinen "Kick" verursachen und die Schmerzmedikamente könnten notfalls- wenn es Missbrauchspotential gibt- auch von einer Sozialstation eingegeben werden. Alle solche Möglichkeiten gibt es und die sollten auch ausgeschöpft werden, denn gegen den Schmerz muss ja irgendwas unternommen werden.
Ein guter Schmerztherapeut kennt Möglichkeiten der Schmerzbekämpfung, auch bei Menschen mit Suchtvergangenheit. Der Hausarzt muss da überhaupt nirgendwo zustimmen, wenn ihr euch woanders hin wendet, das könnt ihr einfach machen, ggf. in Zusammenarbeit mit heidelberg, da es oft lange WArtezeiten bei Schmerzambulanzen gibt und da ggf. ein Arzt was drehen kann.
Ich denke, ihr solltet euch an ein Schmerzzentrum wenden, es gibt da viele Möglichkeiten. So können z.b. Applikationsformen gewählt werden, die keinen "Kick" verursachen und die Schmerzmedikamente könnten notfalls- wenn es Missbrauchspotential gibt- auch von einer Sozialstation eingegeben werden. Alle solche Möglichkeiten gibt es und die sollten auch ausgeschöpft werden, denn gegen den Schmerz muss ja irgendwas unternommen werden.
Ein guter Schmerztherapeut kennt Möglichkeiten der Schmerzbekämpfung, auch bei Menschen mit Suchtvergangenheit. Der Hausarzt muss da überhaupt nirgendwo zustimmen, wenn ihr euch woanders hin wendet, das könnt ihr einfach machen, ggf. in Zusammenarbeit mit heidelberg, da es oft lange WArtezeiten bei Schmerzambulanzen gibt und da ggf. ein Arzt was drehen kann.