Nach der OP

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elfe
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Nach der OP

Beitrag von elfe »

Hallo,

bei mir wurde ein mucinöses Zystadenom diagnostiziert. Noch gutartig, doch es soll operiert werden, um schlimmeres zu verhindern.
Hier im Forum habe ich schon gelesen, dass man sich besser an ein Pankreaszentrum wendet. Das werde ich beherzigen und mir in Bochum einen Termin geben lassen.

Bin Mitte 50 und habe (zum Glück) wenig Krankenhauserfahrung. Was mir am Herzen liegt und was mir nur Betroffene beantworten können:

Wie fühlt man sich direkt nach der OP? Wie stark sind die Schmerzen? Wie ist das mit der Magensonde? Bitte beschreibt Eure Erfahrungen, so genau wie möglich. Ich muss wissen, was auf mich zukommt.

Viele Grüße
Elfe
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Paula
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Re: Nach der OP

Beitrag von Paula »

Hallo

Wenn ich da jetzt nicht ganz falsch liege, so bist du hier leider oder vielleicht auch zum Glück an der falschen Adresse. Hier geht es um Bauchspeicheldrüsen Probleme.

Wenn ich dich richtig verstehe so hast du ein Eierstock Problem.
Da gibt es im Krebs Kompass einen Bereich.

http://www.krebs-kompass.org/showthread.php?t=9034
.
19.3.2012 klassische Whipple OP in Heidelberg pT3,pN1,(5/31) cM0,Pn1,L1,G2,R1 mit Rezidiv und Lungenmetastasen. Weitergehende Infos unter http://www.peh.blogger.de/
elfe
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Re: Nach der OP

Beitrag von elfe »

Bei mir handelt es sich um eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung.
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Paula
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Re: Nach der OP

Beitrag von Paula »

Ja, habe mich gerade etwas Schlau gemacht...
Dieser Tumor hat seinen Ursprung in den Keimdrüsen siehe diesen Link b und c

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Z ... 756.0.html

solange es noch kein Krebs ist hast du sicher eine sehr gute Prognose und du bist in Bochum oder Heidelberg sicher gut aufgehoben. aber wie es dir nach der OP geht, hängt von vielen Faktoren ab.Auch davon wo der Tumor sitzt und welchen Umfang die OP dann hat und ob es "nur" ein Problem des Pankreas ist.Denke da an den Ursprung des Tumors ???

Ich zb. habe meine Pankreas Kopfkarzinom Whipple OP sehr gut überstanden. Am 2. Tag schon normale Kost zwar noch in kleinen Mengen aber alles völlig Problemfrei. Schmerzen außer beim ein oder aussteigen aus dem Bett ein unangenehmes ziehen im Wundbereich gar keine. Aber das ist sicher nicht immer so. Es kommt da auch auf die gesamt Konstitution des Patienten an und was oft unterschätzt wird auch auf die psychische Verfassung.
.
19.3.2012 klassische Whipple OP in Heidelberg pT3,pN1,(5/31) cM0,Pn1,L1,G2,R1 mit Rezidiv und Lungenmetastasen. Weitergehende Infos unter http://www.peh.blogger.de/
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Sonnenblume
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Re: Nach der OP

Beitrag von Sonnenblume »

Hallo Elfe,

bei mir wurde 2009 auch der Verdacht auf ein muzinöses Zystadenom geäußert....

Ich habe damals hier einiges darüber geschrieben. Vielleicht magst Du da ja mal nachlesen und ich kann Dir so ein bisschen weiterhelfen...

>Klicke hier<

Liebe Grüße und alles Gute für Dich,
Silke
Endokrines Pankreaskopfkarzinom - pp Whipple-OP Sept.'09 (G1, pT2, pN0, M0, L0, V0)

Leben allein genügt nicht, sagte der Schmetterling,
Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man
auch haben..........

Hans Christian Andersen
elfe
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Re: Nach der OP

Beitrag von elfe »

Hallo Silke,

herzlichen Dank! Das beantwortet viele meiner Fragen.

Liebe Grüße
Elfe
Muggle
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Registriert: 24. November 2012, 17:58

Re: Nach der OP

Beitrag von Muggle »

Liebe Elfe, eigentlich lohnt es nicht, zu fragen, wie es anderen gegangen ist. Es kann immer so oder so werden. Ich bin ins Krankenhaus gegangen mit der Voraussicht, in 3 Wochen wieder draußen zu sein- weil ich auf Erfahrungsberichte anderer mich verließ. Bin völlig positiv gestimmt ins Krankenhaus, da ich bisher gute Erfahrungen mit OPs gemacht hatte und allgemein der Sache nicht so riesigen Stellenwert beimaß... so dass man mich mehrfach darauf aufmerksam machte, dass es doch eine schwere OP sei, damit ich nicht unvorbereitet mit einem Schlauch in der Nase aufwachen würde (direkt über die OP informiert hatteich mich nicht, hatte gedacht,die werden schon wissen, was sie tun, wie bisher bei den Ops ja auch).

Nach 3 Wochen allerdings lag ich noch auf Intensiv und brauchte noch Sauerstoff- nix war mit eigenen Beinen, nichtmal aus dem Bett- ich hab einfach Komplikationen gehabt, die vorher nicht zu vermuten waren und eine zog die andere nach sich. Das kann bei jeder- auch noch so kleinen- OP so sein- oder eben auch nicht. Bisher hab ich alle Operationen (u.a. Bandscheibe HWS) völlig problemlos überstanden und bei denen war ich dann zuweilen am Post-OP-Tag schon heimlich ins Gärtchen gewackelt ;) So in etwa hatte ich das diesmal auch erwartet. Aber diesmal war nix mit unkompliziert und ich war anfangs nichtmal in der Lage, meine eigene Situation zu überblicken weil das Denken schlichtweg überhaupt nicht vernünftig funktionierte, am Telefon schlief ich nach ein paar Sätzen schlichtweg ein. Es ist nicht immer so, wie ja oft behauptet wird, dass man besonders wehleidig oder negativ sein muss, um sie zu bekommen. Es spielen so viele Faktoren eine Rolle... ob die Naht aufgeht, dafür kann die Psyche nix. Es ist sicherlich gut, ein Krankenhaus mit erfahrene Chirurgen zu wählen, um die Chance auf Komplikationen klein zu halten.

Was ich dir sagen kann: wenn man sie bekommt, dann ist es kein Spaziergang, es dauert, es ist ein Anschlag auf die GEduld, aber auch dann ist es zu überleben. Und bei der Nasensonde ist das Schlimmste das Schlucken und das brauchst du vermutlich nicht, da sie sicherlich nach der OP direkt liegen wird. Geh an die Sache heran mit der festen Gewissheit: was auhc immer passiert, du wirst es schaffen! Irgendwie geht es immer weiter.

Es ist gut, wenn man beides weiß und dann aus dem, was einen betrifft, das Beste macht. Du weißt nie, ob du eine derjenigen sein wirst, wo alles glatt läuft oder eine derjenigen, die die Komplikationen kriegt. Selbst die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation ist unrelevant, wenn man sie bekommt.

Wenn alles gut läuft, dann kannst du in 3 Wochen draußen sein, dafür, dass die Schmerzen bekämpft werden, wird in einem guten Krankenhaus gesorgt, zumindest sollte das so sein- das lässt sich medikamentös in Schach halten. Wichtig ist, dass du für dich und deine Bedürfnisse eintrittst. Wenn du Schmerzen hast: sag es. Wenn du Angst vor einer Untersuchung/Behandlung hast, dann gibt es oft Möglichkeiten, das weniger schlimm zu gestalten, wenn du danach fragst. Für manche Untersuchungen und Behandlungen- sollten diese notwendig werden- gibt es die Möglichkeit eine Sedierung.

Lass dich informieren, was man mit dir macht und warum. Frag, wenn dir etwas unklar ist. Im Krankenhaus geht manches unter, man kann eine Menge dazu beitragen, dass es einem gut geht. Sei nicht zu zurückhaltend, nimm dich selbst und deine Bedürfnisse auch wichtig. Es ist schon gut, wenn man als Patient auch mal warten kann- andere Patienten brauchen die Pflege ja auch- aber was ich erlebt habe, waren oft Menshcen, die sehr unsicher waren, ob sie z.b. die Schwester noch einmal erinnern oder noch einmal nachfragen dürfen. Ja, du darfst. Und so kannst du eine Menge dazu beitragen, dass es dir im Krankenhaus gut geht. Auch, indem du bei den Therapien gut mitarbeitest (z.b. das kleine Dings zum reinpusten regelmäßig benutzt, dich bewegst sofern esdir möglich ist usw. - diese aktive Mitarbeit des Patienten ist super wichtig!) Bis auf ein paar Ausnahmen habe ich durchweg Ärzte, Schwestern und Pfleger mit einem guten Willen erlebt- die wollen einem nix Böses, man hat ein gemeinsames Ziel, nämlich dass man selbst schnell wieder auf die Beine kommt.

Also kurz auf den Punkt: du steckst nicht drin, was passieren wird- aber du kannst immer deine Situation ins Positive lenken. Wenn du dir dessen bewusst bist, sollte die Angst vor der OP eigentlich schon etwas schwinden.
elfe
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Registriert: 23. März 2013, 20:03

Re: Nach der OP

Beitrag von elfe »

Liebe(r)? Muggle,

danke für Deinen Beitrag. Du hast ja so recht mit allem, was Du schreibst und hast Dinge, die für mich wichtig sind, auf den Punkt gebracht.
Das hat mir tatsächlich geholfen :=).

Es tut mir sehr leid, dass es bei Dir so schlecht gelaufen ist. Warst Du in einer Fachklinik?

LG
Elfe
Muggle
Beiträge: 224
Registriert: 24. November 2012, 17:58

Re: Nach der OP

Beitrag von Muggle »

elfe hat geschrieben: Es tut mir sehr leid, dass es bei Dir so schlecht gelaufen ist. Warst Du in einer Fachklinik?
Ich war schon in einer der größeren Kliniken, von der mein Arzt sagte, dass sie Erfahrung haben und ich las in einem Krebs-Forum Positives über den Professor, dass er Erfahrung in diesem Bereich habe- und als ich einen Termin für die OP machte, hieß es, damit warten wir besser bis der Professor wieder da ist. Nur leider erfuhr ich am OP-Morgen, dass nicht der Professor mich operieren würde. Ob das letztlich das Problem war, weiß ich nicht, vielleicht wäre alles genauso gekommen, hätte er mich operiert, vielleicht hat er ja auch daneben gestanden.

Im Moment habe ich Schwierigkeiten, an die Unterlagen zu kommen- ich habe natürlich ein Recht darauf, sie einzusehen, aber ich darf sie nicht ausleihen, d.h. man KANN sie garnicht in Ruhe lesen. Man kann sie auch kopiert bekommen, allerdings kostet eine a4-Seite 50 Cent- das ist bei den Papierbergen unbezahlbar. Ist ein schlauer Schachzug, so hat das Krankenhaus theoretisch seine Pflicht erfüllt, praktisch kann ich mein Recht aber nicht in Anspruch nehmen. Was genau der Punkt war, an dem es anfing schief zu laufen, weiß ich also immer noch nicht und das würde ich gerne. Ich habe nicht vor, das Krankenhaus zu verklagen oder sonstwas, aber ich hätte gern um meine eigene Geschichte deutlicher zu bekommen die Unterlagen. Dass man mir das so erschwert, macht mich ziemlich wütend, auch wenn ich gegen das Krankenhaus selbst nix habe und zumindest sagen kann, dass man dort gut betreut wird (inwieweit das alles medizinisch die richtigen Entscheidungen waren, kann ich ohne die Unterlagen nicht überblicken)

Wie gesagt, du kannst einiges dafür tun, dass es bei dir gut läuft, dazu gehört z.b. die sorgfältige Wahl der Klinik. Der Rest aber wird woanders entschieden, denke ich mal.

Ich wünsche dir, dass alles nach Plan läuft und du genauso wie viele andere hier nach 3 Wochen putzmunter aus der Klinik tanzt :-)
elfe
Beiträge: 5
Registriert: 23. März 2013, 20:03

Re: Nach der OP

Beitrag von elfe »

Danke für die guten Wünsche :=)

Ich kann Dich gut verstehen. Selbst wenn man sowieso keine Chance hat, jemanden zur Rechenschaft zu ziehen, will man doch zumindest wissen, was schiefgelaufen ist. Ich würde die Kosten für die Kopien auf jeden Fall investieren. Meinst Du wirklich, dass da so viel zusammenkommt?
Leztes Jahr hatte ich meine erste und bisher einzige OP, die laparoskopisch ausgeführt wurde. Ich hatte auch das Gefühl, dass was nicht richtig gelaufen ist und mir deshalb hinterher die ganze Krankenakte angefordert. Habe sie kostenlos bekommen, der Umfang der Akte hielt sich aber auch in Grenzen.

Inzwischen war ich in der Fachklinik und fühle mich dort sehr gut beraten. Es wird eine Linksresektion in Frage kommen. Zuerst werden drei Tage lang mehrere Untersuchungen gemacht und dann entschieden, ob operiert werden muss oder noch abgewartet werden kann. Die Chancen stehen 50:50. Das ist ja schon mal sehr positiv. Weiterhin habe ich das Glück, dass darüber nachgedacht werden kann, die OP laparoskopisch durchzuführen. Ist ja wohl noch selten z.Zt., aber so käme ich um die offene OP herum. Im großen und ganzen habe ich großes Glück, dass die Zyste überhaupt per Zufallsbefund entdeckt wurde. Dafür muss man in dem ganzen Desaster dankbar sein.
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