Wie sieht die weitere zukunft nach whipple aus?

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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andreas_123
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Registriert: 30. März 2013, 20:57

Wie sieht die weitere zukunft nach whipple aus?

Beitrag von andreas_123 »

hallo an euch,ich bin neu hier,meine op war nach plötzlicher Gelbsucht und Magenbeschwerden so schnell entschieden,begriffen hab ich das erst richtig,als ich wieder von der intensivstation herunter war.kein weiterer befall der Lymphe,nach 3 Wochen konnte ich nach hause.das alles war im November 2012.seit Januar bekomme ich nun chemo in Verbindung mit einer studienmedikation.die Nebenwirkungen halten sich in grenzen,das eint´zige,was mich wirklich stört ist,das ich nicht wieder zunehme.ich war vorher schon nicht üppig und seit seit Sache wieg ich noch 60 kg bei 1,67.
weiß jemand,wie das alles weitergeht nach der chemo.wie sieht es beruflich aus?was ich mit der schwerbehinderung?

ich grüße euch alle

andreas
Muggle
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Re: Wie sieht die weitere zukunft nach whipple aus?

Beitrag von Muggle »

Wie es im Fall, dass Krebs die Ursache der OP war, ärztlicherseits weiter aussieht, kann ich dir nicht sagen, aber einen Antrag auf Schwerbehinderung stell auf jeden Fall und schreib da alle Beeinträchtigungen rein, auch die, die dir vielleicht nicht der Beachtung wert scheinen- bei akuter Krebsdiagnose unter Chemo spielen da ja viele Sachen eine Rolle und nicht zuletzt ist der psychische Druck jetzt für dich sehr hoch, es ist ja keine Spielzeugdiagnose.

Wenn du wieder arbeitsfähig wirst (kann sein, kann nicht sein, je nachdem wie es dir geht und was du arbeitest) und deinen Job behalten kannst, dann bringt dir ein Schwerbehindertenausweis neben Steuervorteilen auch einen besonderen Kündigungsschutz und Sonderurlaub. Inwieweit Berufstätigkeit aber überhaupt ein Thema ist, könntest du mal mit deinem Arzt überlegen.

Was dein Gewicht betrifft, so finde ist das zwar für einen Mann nicht üppig, aber ich finds noch nicht besorgniserregend. Wenn das so bleibt, dann bist du gut dabei.
andreas_123
Beiträge: 23
Registriert: 30. März 2013, 20:57

Re: Wie sieht die weitere zukunft nach whipple aus?

Beitrag von andreas_123 »

ich danke dir erstmal für die antwort,mir hilft alles,was ich an tipps bekomme.z.z. steck ich auch in einem ganz schönen tief,jeder,den man trifft,der sagt "ach,das kenn ich von dem,der hat das auch gut überstanden ".das kann ich nicht mehr hören.die schwerbehinderung hab ich vor ca 2 Monaten beantragt,da wurde mir eine nummer zugeschickt,unter der ich jetzt beim Briefwechsel etc. geführt werde,mehr noch nicht.beruflich arbeite ich schon eher körperlich,das kann ich mir derzeit gar nicht vorstellen,aber irgendwas muß ich doch tun.ich bin 50
Muggle
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Re: Wie sieht die weitere zukunft nach whipple aus?

Beitrag von Muggle »

Das mit dem Schwerbehindertenausweis kann dauern, das ist aber normal. im moment - sorry meine Großstelltaste klemmt ganz oft- bist du ja sicherlich noch krank geschrieben?

Es gibt beim Arbeitsamt möglichkeiten zur beruflichen Wiedereingliederung- da könntest du dich zu gegebener zeit beraten lassen- allerdings mit 50 lohnt sich eine umschulung in einen anderen job wohl nicht mehr wirklich, vielleicht denkst du mal darüber nach, ob Frührente etwas wäre, mit dem du dich grundsätzlich anfreunden könntest- ich könnte mir vorstellen, dass es bei der Diagnose kein problem ist, die zu bekommen, aber dazu können dir andere mehr sagen. Auf jeden Fall ist die Beantragung etwas, was sich auch über mehrere Monate hin ziehen kann.

Du schreibst nicht, welche Art von pankreaskrebs du hast, aber wenn du von Chemo berichtest, dann ist es bösartig und- ich will es mal so offen sagen und hoffe das ist okay für dich- die meisten Sorten von pankreaskrebs haben trotz Therapien eine arg lebenszeitlimitierende prognose... Auch wenn die lymphe nicht befallen war, was ja eine menge hoffnugn macht, dass du gute Chancen hast, ist es dann aber vielleicht auch schön, wenn du nicht mehr für deinen lebensunterhalt arbeiten musst, weil ob du dann mal in das Rentenalter kommen wirst, das du genießen kannst, weißt du ja nicht. Freiwillig als zuverdienst oder ehrenamtlich bleibt dir ja immer noch, um nicht in dieses nicht-gebraucht-werden-loch zu fallen.

Was du natürlich auch machen könntest, wenn du noch nicht in Rente gehen möchtst, wäre zu versuchen, ungelernt in einen körperlich leichteren job zu gehen. Dazu kann ich natürlich wenig sagen, weil ich weder weiß, was du gelernt hast noch dich kenne mit deinen Stärken- aber ich kenne viele Menschen, die ohne spezielle Ausbildungen gemacht zu haben in einem anderen Bereich arbeiten als in dem, für den sie eigentlich ausgebildet wurden. Dass du dir nicht vorstellen kannst, körperlich wieder schwer arbeiten zu können, kann ich mir sehr gut vorstellen, das ist sicher auch realistisch so.

Hat man dir eigentlich eine Anschlussheilbehandlung nahe gelegt? Das wäre etwas, was ich mir gut vorstellen könnte, wenn man diese Fragen noch zu klären hat, weil im Rahmen dieser Reha auch die Einschränkungen geprüft werden können, die dein zukünftiges Arbeitsleben betreffen. Falls dir niemand das angeboten hat, könntest du dich vielleicht erkundigen, ob das nicht für dich in Frage kommen könnte.

Dass du in einem Tief hängst und dich die oberflächlichen kommentare der leute, die garnicht dich als person sehen, nerven, kann ich nur zu gut verstehen. menschen sind oft hilflos, wenn sie mit krankheit konfrontiert sind und dann reden viele einfach nur noch mist. Es ist einfach so in unserer Gesellschaft, dass man nicht mehr gewohnt ist, mit leid umzugehen und darin keine übung haben. Vermutlcih merkst du jetzt, wer deine wirklichen Freunde sind und das kann schmerzhaft sien. ich wünsche dir, dass welche übrig bleiben, die für dich da sind und dir beistehen und auch zuhören... und nicht direkt ihre eigenen Geschichten oder die ihrer Verwandten anbringen.

Wenn du dich allein und überfordert mit dem Thema fühlst, dann scheue dich bitte nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es gibt in den meisten Städten Ehe- und Familienberatungsstellen, die aber durchaus auch einzelberatungen anbieten. Es muss also ncith immer gleich ein Psychologe sein, aber ein bisschen Unterstützung, jemand der zuhört und mitdenkt, das kann manchmal nicht schaden. Ich habe das in meinem leben schon mehrfach in Anspruch genommen und es hat mir gut getan und mich gestärkt.

ich wünsche dir, dass die Therapie anschlägt und dass sich deine lebenssituation bald klärt.
andreas_123
Beiträge: 23
Registriert: 30. März 2013, 20:57

Re: Wie sieht die weitere zukunft nach whipple aus?

Beitrag von andreas_123 »

ich danke dir sehr für die ausführlichen zeilen.mein Tumor war bösartig,pankreaskopf.es wurde zwölfingerdarm,gallenblase,die halbe Bauchspeicheldrüse und ein kleiner teil des Magens entfernt.die Lymphe waren nicht betroffen.also alles in allem wohl eine gute Diagnose,wenn man davon sprechen kann.ich vertrag die chemo auch recht gut,der Arzt spricht immer davon,das meine Blutwerte gut sind.das ct nach der hälfte der chemo war auch unauffällig.aber wie du sagst,man hat jetzt immer irgendwie den Gedanken im kopf,das kann schnell wieder kommen.arbeitsmäßig bin ich bei uns in der kommune im Bauhof beschäftigt,also öff.dienst,klingt sicher,aber diese arbeit trau ich mir momentan und auf dauer nicht mehr zu.und in ein Büro passe ich auch nicht.viel mehr hat ja eine kommune nicht zu bieten an Jobs.über rent hab ich auch nachgedacht,aber dann wird's ja finanziell sehr eng,denk ich mal.reha möchte ich schon im anschluss machen,davon war damals im Krankenhaus auch die rede.

lg andreas
Karl-Josef
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Wohnort: Düsseldorf

Re: Wie sieht die weitere zukunft nach whipple aus?

Beitrag von Karl-Josef »

Hallo Andreas,

bei Bauchspeicheldrüsenkrebs bekommst Du auf jeden Fall 100% Schwerbehinderung für 5 Jahre, danach wird Dein Gesundheitszustand neu geprüft.
Schicke Deine OP Unterlagen mit, dies ging dann bei mir ziemlich schnell mit dem Ausweis. Der gilt dann auch rückwirkend zum Antragsdatum.
Mit der Arbeit muss jeder für sich entscheiden, ob er die noch machen muss und möchte, hängt natürlich auch vom Alter ab.
Ich bekam es nicht mehr in den Kopf, arbeiten gehen zu müssen, denn ich machte die Arbeit für meinen Tumor verantwortlich.
Aber ich war auch schon 60.

Viele Grüße
Karl-Josef
Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern
andreas_123
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Re: Wie sieht die weitere zukunft nach whipple aus?

Beitrag von andreas_123 »

hallo karl-josef,
wie lange hast du auf die Benachrichtigung der schwerbehinderung ungefähr gewartet?ich hab anfang Februar den antrag gestellt,die krankenhausunterlagen hab ich als Kopie mitgeschickt.was hab ich denn mit 100% für Möglichkeiten zu arbeiten?ich arbeite im Bauhof bei unserer Stadtverwaltung und das ist schön körperliche arbeit.aber wie du sagst,du warst 60,ich bin erst 50.

lg andreas
Muggle
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Registriert: 24. November 2012, 17:58

Re: Wie sieht die weitere zukunft nach whipple aus?

Beitrag von Muggle »

Ja, finanziell ist es dann natürlich nicht mehr so rosig- musst halt schauen was möglich und nötig ist. Wenn du eh in Reha willst, ist das sicher ein guter Ort, das mit dem Sozialdienst dort mal durchzusprechen, wie es weiter gehen soll.
Andy
Beiträge: 26
Registriert: 21. Juni 2012, 09:52

Re: Wie sieht die weitere zukunft nach whipple aus?

Beitrag von Andy »

Hallo,
also finanziel muß es nicht immer schlechter sein bei einer Rente bei voller Erwerbsminderung.
Allerdings sollte man ja sowieso eine Berufsunfähigversicherung abgeschlossen haben,
denn die wird bei der Rente nicht angerechnet.
Zur Not darf man auch noch 450 € ohne Abschlag dazu verdienen.
Auch mit dem Schwerbehindertenausweiß hat man Vergünstigungen in Deutschland ,
aber auch im Ausland.
Auch ich habe die Whippel OP im November 2011 gehabt.
Allerdings im Januar 2013 Lebermetastasen bekommen und seitdem wieder Chemo.
Ich schaue positiv und geniese mein ( Rest-) Leben.
Aber die Ärzte geben mir wenig Hoffnung und Mut.
Ich aber versuche das beste daraus zu machen
und bemühe mich den Krebs zu besiegen.
Ach ja,auch ich verliere mein Gewicht ( 180 cm + 73 Kg )tendenz sinken.

Aber ich gebe niemals die Hoffnung auf!!!

Andy
andreas_123
Beiträge: 23
Registriert: 30. März 2013, 20:57

Re: Wie sieht die weitere zukunft nach whipple aus?

Beitrag von andreas_123 »

hallo Andy,danke für deine zeilen.das mit den lebermetastasen ist ja schrecklich.hatten sie bei dir damals nach whipple auch Entwarnung gegeben,weil kein lymph befallen war?
ich bekomm ja derzeit adjuktive chemo.

ich drück dir ganz doll die Daumen,ganz ehrlich,ich kann mich seit meiner op sehr gut in andere hineinversetzen und leide mit ihnen.

lg andreas
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