Untersuchung im KH im Anfangsstadium

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zauberzicke29
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Untersuchung im KH im Anfangsstadium

Beitrag von zauberzicke29 »

Hallo an alle,
ich habe gestern wieder keine endgültige Diagnose von meiner Hausärztin bekommen.
Ich weiß immer noch nicht, ob es sich bei mir um eine akute oder chronische Pankreatitis handelt.

Es fielen Wörter wie Autoimmunpankreatitis, was aber noch mit einem KH-Aufenthalt geklärt werden soll,
den ich dann am 06.05 haben werde.

Bisher hatte ich ein CT, ein MRT mit MRCP und diverse Ultraschalluntersuchung.

Ich hörte, dass bei mir ein ERCP (ist das die Endosonographie?) gemacht werden soll.

Was meint Ihr Erfahrenden, was kommt da wohl noch alles auf mich zu. Ich hatte bisher erst zwei Anfälle von P. wobei der
erste schmerzhaft war (im Januar ) und der zweite (wohl nach Genuss von Alkohol und Zigaretten), was jetzt zwei Wochen her ist.
Ich hatte da nur die bekannten Schmerzen, aber absolut auszuhalten. Es zwickte halt sehr auf der linken Seite und zwischen den Rippen tat es weh.

Meine Bitte an euch, könntet ihr mir Tipps geben, was alles zu erfragen ist im KH, und auf was ich achten sollte, was am besten dort gemacht werden soll?

Ich habe z.Z. wenig Vertrauen in die Ärzte, da ich immer das Gefühl habe, ich müsste hinter allem hinterher rennen. Der Besuch beim Gastroentologen z. B. der kam auf meinem Wunsch zum Tragen.

Dann noch eine letzte Frage, ist es so, wenn ich im Anfangsstadium bin und ich eventl. mit Medikamenten "geheilt" werden sollte, muss ich für immer auf ein Glas Wein oder Bier verzichten? Ich muss sagen, ist es so (und das sind die Ansichten einiger Ärzte, aber halt nicht aller Ärzte, die ich gefragt habe, habe ich ein Problem. Dieser doofe Alkohol gehört einfach mit zur Gesellschaft und ich trinke gerne einen leckeren italienischen Wein zum Essen. Genauso ein Bier oder zwei mit meiner Freundin. Ich kann auf die ganzen "harten" Sachen verzichten, doch dassssssssss......? HILFE

Martina
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Paula
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Re: Untersuchung im KH im Anfangsstadium

Beitrag von Paula »

Hallo

Auch auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen, was hast du für ein Problem mit dem Alkohol. Wenn Alkohol oder Tabak dir nicht gut tun, so lasse sie weg. Ja, es ist schon richtig, Alkohol ist ein in der ganzen Gesellschaft vorhandenes Problem und da geht es meist um mehr wie nur das Glas Wein zum Essen, wenn du mal ehrlich zu dir bist. Wie soll es zu einer Heilung kommen wenn du nicht bereit bist selbst etwas dafür zu tun. Da wäre erst mal alles was deine Probleme auslöst oder verstärkt weg zu lassen. Das geht nicht wegen deines gesellschaftlichen Umfeldes? Dann hast du vielleicht die falschen Freunde. Du solltest dir Freunde suchen, die Verständnis für deine Probleme haben und dir bei deren Lösung helfen. Was nun bei den dir bevorstehenden Untersuchungen herauskommen mag, kein Arzt und keine Medizin wird dich heilen können wenn du dabei nicht mitwirkst. Wenn die Probleme mit der BSD erst mal angefangen haben, wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Rest des Lebens darauf Rücksicht nehmen müssen. Vielleicht solltest du dir therapeutische Hilfe suchen, denn das eine Problem wird ohne das andere zu lösen nicht zu einem guten Ende kommen.
19.3.2012 klassische Whipple OP in Heidelberg pT3,pN1,(5/31) cM0,Pn1,L1,G2,R1 mit Rezidiv und Lungenmetastasen. Weitergehende Infos unter http://www.peh.blogger.de/
uwe
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Re: Untersuchung im KH im Anfangsstadium

Beitrag von uwe »

Hallo zauberzicke,
Ich würde mich paula Meinung anschliessen.
Wenn die BSD entzündet ist kann Alkohokonsum tödlich enden...
Oder du sorgst dafür das es auf jeden fall chronisch wird...
Les dir hier mal ein paar krankheitsverläufe, vielleicht hilft es dir abstinent zu sein..
Schönes wochenende
Uwe
sternej
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Re: Untersuchung im KH im Anfangsstadium

Beitrag von sternej »

Hi,
in welches KH kommst Du denn?
Hört sich zwar doof an, aber bevor Du nicht in einer Spezialklinik warst, werden es nur Vermutungen sein, was Du hast.
Erst dort kennen sich dier Ärzte wirklich mit der BSD aus und haben auch gute Geräte, bei denen die BSD gut sichtbar ist. Das ist nämlich leider nicht in allen KH so. An Deiner Stelle würde ich mich nicht fragen, ob ich eine akute oder chronische Pankreatis habe, das ändert nämlich erstmal eh nichts.
Ich selber habe ein angeborene Abnormalität der BSD (pankreas divisum) und hatte auch schon mehre leichte BSDentzündungen, wie du wohl auch. Keine Ahnung, ab wann es chronisch ist. Finde ich aber im Anfangsstadium auch nicht wirklich relevant. Ein ERCP wurde bei mir im KH nicht gemacht.
Leider gibt es keine Medikamente, die eine BSD "reparieren", so wie es auch keine Medikamente gibt die einen ambutierten Arm, wieder wachsen lassen. Das einzige was man tun kann, um BSDentzündungen zu vermeiden, ist auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Wie Du, bin auch ich im Anfangsstadium und kenne (auch noch) keine extrem schmerzhaften Entzündungen. Da ich die auch gar nicht kennenlernen will, bin ich es meiner Familie und mir selbst schuldig auf Alkohol zu verzichten. Geraucht habe ich eh nie. Ich finde so wichtig kann Alkohol nicht sein, dass es einen krank macht. Du wirst sehen, es ist gar nicht so schwer keinen mehr zu trinken und dann kann man stolz auf sich sein, das richtige zu tun. Auch wenn Alkohol einen hohen Stellenwert in Deutschland hat, weiss ich mittlerweile, dass es der Hauptgrund für BSDkrankheiten ist. Natürlich muss jeder da für sich einen Weg finden, damit klar zu kommen, aber ich denke den Alkohol zu reduzieren ist absolut notwendig. Mir selbst fällt es leichter gar keinen Alkohol mehr zu trinken (und zu essen, bye, bye Tiramisu) als noch kleine Mengen zu trinken. Mittlerweile "vergesse" ich schon ein bisschen wie er geschmäckt hat und mittlerweile hat auch mein Familien- und Bekanntenkreis begriffen, dass ich wirklich nie mehr Alkohl trinke. Und dann wird es noch leichter, weil dir auch keiner mehr Alkohol gibt. Ich vertrage im übrigen auch keinen Salat, darauf zu verzichten finde ich selbst viel schwieriger.
Im Kh selbst würde ich ganz relaxed sein, desto weniger die sich um dich kümmern müssen desto einfacher deine Krankheit. Ich habe einfach alle Untersuchungen machen lassen (das nannte sich Erstdiaknostik) und erst genau vor der Entlastung alle meine Fragen gestellt. Die Fragen hatte ich mir aufgeschrieben, um nichts zu vergessen. Ich habe auch erst am letzten Tag alle Ergebnisse bekommen/erfragt. Du kannst davon ausgehen, wenn Du etwas wirklich schlimmes hast, werden sie es dir sofort sagen.
Wenn Du jetzt schon Fragen hast, schreib sie auf und nimm sie mit ins KH. Manche werden sich wahrscheinlich mit der Diagnose von selber lösen.
Hast Du denn eine Pankreasinsuffizienz?
Alles gute für Dich
stern
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Lutz Otto
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Re: Untersuchung im KH im Anfangsstadium

Beitrag von Lutz Otto »

Liebe Foren-Mitstreiter,

ich war gestern bei einem Referat >>> Akute und chronische Bauchspeicheldrüsenerkrankungen aus internistischer Sicht. Im Referat wurden Risikofaktoren von PD Dr. Rosendahl-Uni Leipzig erörtert. Unter anderen befasst er sich seit 8 Jahren mit Pankreas-Studien. Im Referat belegend auf aussagekräftige Studien konnte " Alkohol" als Risikofaktor ausgeschlossen werden. Die jahrelange Aussage Alkohol (in Maßen) sei einer der Hauptursachen, haben sich nicht bestätigt.Vielmehr bestätigt sich die Konstellation >>> Nikotin>>Alkohol. Ich schreibe hier nicht von Alkoholexzessen, welche wohl fast jedes Organ schädigen würden. Man geht davon aus, das Gallensteine, Rauchen und Gendefekte die Ursachen sind. Wollte das nur mal zur Info einbringen.
Ein herzlichen Gruß aus Magdeburg

Lutz Otto

AdP e. V. - Vorstrandsvorsitzender
Eckert
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Re: Untersuchung im KH im Anfangsstadium

Beitrag von Eckert »

Hallo Mitleidende

Ich muss meinem vorredner ein wenig wiedersprechen, ich habe selber auch eine Autoimunpankreatitis, und habe nie geraucht und Alkohol nur selten und wenn dann ein zwei Bier getrunken.
Bei mir fing die ganze BSD Geschichte im Oktober letzten Jahres an, ich hatte mit mal keinen Appetit mehr und mußte oft würgen, nicht direkt brechen sondern nur so das ich den Brei im Mund hatte.Ich habe dann Abends mal gedacht, trink mal einen Magenbitter, das habe ich so 4 bis fünf mal gemacht, danach hatte ich Höllenschmerzen, und habe es wvorsichtshalber gelassen.Die starken Schmerzen ließen dann wieder nach, aber mir wurde immer schneller übel, ich brauchte zuletzt nur noch eine Scheibe Brot riechen, dann mußte ich schon brechen.
Nach der feststellung der AutoimunPankreatitis hat man mir im Krankenhaus von Alkohol abgeraten und von Kaffee, sowie sehr fettem Essen.
Genetische Veranlagung gibt es bei mir ebenfalls nicht, da ich wohl der erste in meiner Familie bin, der mit dem Problem und einem zusätzlichen Morbus Chron zu kämpfen hat.

gruß Uwe
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Lutz Otto
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Re: Untersuchung im KH im Anfangsstadium

Beitrag von Lutz Otto »

Hallo Uwe,

die erwähnten Risikofaktoren gelten hierbei nur dem Vergünstigen, um eine Pankreatitis zu bekommen. Ich meinte damit, dass sie meist nicht als Alleinauslöser für das Beschwerdebild ausschlaggebend sind, was vor einigen Jahren noch ganz anders diskutiert wurde. Sicherlich ist jeder Patient individuell und daher auch einzeln zu betrachten.
Es war gestern "nebenbei" auch die Rede von Süßgetränken und einer eventuellen Verbindung. Ob sich das wirklich später einmal als Faktor bestätigt steht noch in den Sternen.
Sicherlich gibt es noch viele andere Möglichkeiten um an einer Pankreatitis zu erkranken, was wir wiederum dank der Forschung erst später erfahren werden.
Ich wollte hierbei nur einmal den " Alten Hasen" mitteilen, dass was man uns damals als "Auslöser Nummer 1 " vermittelte aus heutiger Sicht nicht bestätigen konnte.

LG Lutz.
baru
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Re: Untersuchung im KH im Anfangsstadium

Beitrag von baru »

Hallo Lutz,
eine Frage dazu. Ist er auf Süssgetränke (nur Zucker oder auch Süssstoff?) näher eingegangen ?
Der Rest würde so ziemlich passen bei mir. Gallensteine waren vor meiner OP kein Thema.
Doch heute ohne Gallenblase schon, denke ich mal. Gallensteine entstehen ja meist durch individuell falscher Ernährung. Finde deshalb die Steine nur eine Begleiterscheinung. Ich forsche zur Zeit an mir selbst :zw: .
@.Eckert,
keinerlei Verdacht oder Ahnung was die Sache herbeigeführt haben kann oder diese verschlimmert, außer Alkohol ?
Das mit dem "trockenem Würgen" kenne ich auch, von vor meiner Erkrankung. Meist morgens bei der ersten Zigarette und am schlimmsten, wenn ich am Vorabend aus war (feiern :prost: ).

Gruß baru
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Lutz Otto
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Re: Untersuchung im KH im Anfangsstadium

Beitrag von Lutz Otto »

Hallo baru,

leider kann ich Dir dazu keine Details nennen. Es wurde nur am Rande erwähnt, dass man dabei ist zu forschen/ untersuchen, ob es zu Süßgetränken ein Bezug gibt. Ob es so ist, ist auch noch nicht bestätigt.

LG Lutz
Norbert
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Re: Untersuchung im KH im Anfangsstadium

Beitrag von Norbert »

Hallo Martina,

wenn dein MRCP aussagekräftig genug ist, würde ich eine ERCP (da wird mit einem Endoskop die Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge angeschaut) ablehnen.
Zu therapeutischen Maßnahmen ist sie sinnvoll, z.B. Gallensteine entfernen oder Stents einbringen. Nur zur Diagnostik eine ERCP zu machen ist etwas risikovoll, weil sie eine Pankreatitis auslösen kann.
Die Sache mit dem Alkohol muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Wenn du nicht darauf verzichten kannst, ist das schon ein Zeichen, das zum Nachdenken anregen sollte. Man kann seinen Alkoholkonsum auch beschönigen. Aber die Wahrheit weißt nur du selbst. Wenn ihn andere vertragen, heißt das nicht, dass es für einen selbst zutrifft. Jeder ist individuell verschieden, genauso wie die Krankheitsbilder und -verläufe.

Bei mir war es so, dass ich einen "gemäßigten" Alkoholkonsum hatte. Viele Ärzte glaubten mir, dass meine Pankreatitis nicht vom Alkohol kommt. Es wurden viele Untersuchungen angestellt, um die Ursache zu finden. Ich hatte einen "schnellen " Verlauf einer chron. Pankreatitis und ließ mich 3 Jahre später, nach Erstdiagnose operieren. Erst ein Jahr später kam die Diagnose, dass es eine vererbte Pankreatitis ist. Auch in meiner Familie kam es nicht zu dieser Erkrankung. Es gibt sehr viele Varianten von Vererbbarkeit, deshalb macht es die Suche so schwierig.
Solche Untersuchungen machen auch nur große Pankreaszentren, die an der Forschung interessiert sind.

Mir wurde nach der OP auch erlaubt 1 Flasche Bier zu trinken. Schärfere Sachen mag ich sowieso nicht.

Das erst Mal von meiner Seite,

Grüße

Norbert
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