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Ich bin zum ersten Mal hier, aber ich hab so das Gefuehl, die Bauchspeicheldruese wird in Zukunft eine grosse Rolle in meinem Leben spielen.
Um's kurz zu machen: Meine Mutter (die leider kein Internet hat) war gestern beim Spezialisten und hat eine obere Endosonographie machen lassen. Raus kam, dass sie eine Zyste in der Bauchspeicheldruese hat. Um festzustellen, was fuer eine Zyste das ist, hat der Arzt zwei Moeglichkeiten aufgelistet: erstens, sie laesst einen Eingriff machen, was zu Nebenwirkungen (Blutungen) kommen kann, oder zweitens, sie kommt alle drei Monate zur Untersuchung. Nun ist sie ganz durcheinander und weiss nicht, was sie machen soll. Sie hat erstmal ihren Befund bei ihrem Hausarzt abgegeben und wartet nun auf den Anruf. Fuer mich klingt das so, als muesse sie da nochmal genau beraten werden. Aber ich dachte mir, man kann ja auch mal im Internet gucken.
Und deshalb bin ich hier. Klingt das denn normal? Auf was koennen wir uns gefasst machen? Auf eure Erfahrungsberichte waere ich ja ganz gespannt. Danke!
aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Thema Zyste an der Bauchspeicheldrüse sehr komplex ist.
Es gibt verschiedene zystische Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse. Da wären zum einen die sog. "Pseudozysten", welche sich in Folge einer Pankreatitis bilden und eigentlich gar keine richtigen Zysten sind.
Dann gibt es auch noch diverse zystisch Neoplasien, welche sich meist mittels eines bildgebenden Verfahrens (z.B. MRT/MRCP) zuordnen lassen.
Hat die Zyste z.B. Verbindung zum Pankreasgangsystem (Haupt- oder Seitengang) so handelt es u.U. um eine IPMN (Intraduktale papilläre muzinöse Neoplasie), also um einen Tumor, welcher einen Schleim absondert, der dann die Zyste ausmacht. Da die IPMNs im Laufe der Zeit mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit (abhängig ob am Seiten- oder Hauptgang gelegen) bösartig werden, besteht oft die Notwendigkeit einer OP.
Hat die Zyste keine Verbindung zum Gangsystem, so gibt es 2 oder 3 realtiv harmlose zystische Neoplasien, es gibt aber auch eine Form die sog. MCN (Muzinöse zystische Neoplasie), ebenfalls ein Tumor, welcher fast ausschließlich bei Frauen auftritt und auch bösartig werden kann.
Ich selbst (weibl. und Mitte vierzig) hatte eine IPMN und habe die Erfahrung gemacht, dass es besser ist die Sache gleich bei Spezialisten abklären zu lassen - besser einmal unnötig beim Spezialisten als vielleicht dann doch zu lange gewartet. Da die zystischen Neoplasien am Pankreas relativ selten sind, haben eigentlich nur die Spezialisten genügend Erfahrung um die Sache beurteilen zu können. Ich rate euch ein Pankreaszentrum (HD, Bochum, ....) aufzusuchen und die Sache dort abklären zu lassen.
Falls ihr noch Fragen habt, könnt ihr mich auch gerne direkt kontaktieren.
Das hoert sich ja schon alles ein wenig kompliziert an. Ich denke auch, dass meine Mutter wohl besser nochmal zum Spezialisten (der ist in Meiningen/Thueringen und das naechste Pankreaszentrum in Erfurt) geht und sich die Sache erklaeren laesst. Wir haben beide keine Ahnung, welche Zyste das genau ist. Und es hoert sich so an, als ob eben nur zum Klarstellung ein Eingriff notwendig ist, bei dem es zu Blutungen kommen kann.
Nochmals dankeschoen fuer die ausfuehrliche Antwort. Ich werde meiner Mutter auf jeden Fall empfehlen, nicht ewig rumzuwarten (sie denkt, bevor September bekommt sie keinen Termin bei ihrem Arzt), sondern sofort auf Abklaerung und Ueberweisung zu einem Spezialisten zu draengen. Ich will das nicht auf die leichte Schulter nehmen.