Allgemeinbefinden 1 Jahrnach Whipple immer noch so lala

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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absshiva
Beiträge: 159
Registriert: 17. Mai 2013, 09:47

Allgemeinbefinden 1 Jahrnach Whipple immer noch so lala

Beitrag von absshiva »

Glaube mein Betreff des ersten Postings war zu speziell nur auf Sport ausgerichtet, deshalb unter neuem Betreff nochmal, ich weiss auch, im Vergleich zu einigen anderen hier jammere ich auf "hohem Niveau" aber vielleiht hat ja trotzdem nochjemand Tipps oder kann mir Hoffnung machen (aus eignere Erfahrugn falls die OP länger als 1 Jahr zurückliegt), dass ich einfach noch länger Geduld brauche, bis alles wieder halbwegs normal läuft. Es nervt halt, wenn die Ärzte sagen, alles ok, aber man fühlt sich nicht danach, macht einen so hilflos.

Meine OP ist jetzt genau ein Jahr her, und prinzipiell geht alles einigermassen, keine Einschränkungen beim Essen, Gewicht fällt nicht mehr, etc. Leider klappt es mit dem Sport garnicht gut (habe vorher 8-9 mal die Woche Sport gemacht, am WE 2-3 Einheiten, u.a. auch Laufwettkämpfe 10-21 km) An manchen Tagen läuft das Training einigermassen, an manchen Tagen muss ich nach 2-3 km abbrechen weil ich kein Bein vors andere kriege, auch Tempomäßig bin ich weit von meinen Bestzeiten entfernt, obwohl ich nun 12 Kilo leichter bin und jetzt Wettkampfidealgewicht habe. Wenn ich einigermassen gut drauf bin schaffe ich vielleicht 4 mal die Woche Sport (maximal 12 km), in schlechten Zeiten 1 mal, was mich völlig frustriert.

Dazu kommen Schlafstörungen (schlafe super ein werde aber immer wieder wach, komme so auf 4-5 Stunden Schlaf die Nacht, bin folglich auf der Arbeit dauermüde und schlafe in Telefonkonferenzen ein, kommt nicht gut!), Nachtschweiss, Muskelkrämpfe (ohne Magnesiumzufuhr geht garnichts), allgemeine Schlappheit, abends oft erhöhte Temperatur bis 38 Grad.

Blutwerte habe ich überprüfen lassen, alle Vitamine und Mineralstoffe im grünen Bereich, keine Diabetesanzeichen, Check up in Bochum bei Prof. Uhl war auch voll OK, so langsam verzweifle ich und verliere die Motivation zum Sport, aber mein Ziel ist es eigentlich mal wieder wettkampfmäßig laufen zu können bzw. mich zumindest wieder halbwegs munter und fit zu fühlen und nicht dauermüde gähnend durch den Tag zu laufen.

Hat einer von Euch noch eine Idee, was man noch untersuchen lassen könnte bzw. was man noch einnehmen kann ???


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Thekla
Beiträge: 20
Registriert: 16. Juni 2014, 11:34
Wohnort: Münster

Re: Allgemeinbefinden 1 Jahrnach Whipple immer noch so lala

Beitrag von Thekla »

Hallo Absshiva, ich habe dir schon unter dem anderen Posting geschrieben und kann dir dir nur noch sagen das du Geduld haben musst und das du die Krankheit annehmen musst. Meine Op ist 9 Jahre her und bei mir verläuft vieles schwieriger (z.B. schwere Diabetes). Ich habe lange gehadert und war sehr unzufrieden und habe nur noch das gesehen was ich nicht mehr kann. Heute ist das anders. Ich lebe noch ! Ich habe viele neue Hobbys, mit einem verdiene ich mir sogar noch was dazu. Ich habe mir zwei kleine Hunde angeschafft die ich sehr liebe und mit denen ich täglich mehrere Stunden unterwegs bin. Diese Veränderung der Sichtweise habe ich durch eine Pschotherapie und pschiatrische Behandlung erreicht. Vielleicht ist das ja auch was für Dich. Liebe Grüsse Thekla
Fritzpop

Re: Allgemeinbefinden 1 Jahrnach Whipple immer noch so lala

Beitrag von Fritzpop »

Hallo,

gebe dem Vorschreiber absolut recht. Wir müssen alle einsehen, dass wir das
Niveau alter Zeiten nicht mehr erreichen werden. Wenn wir 90% erreichen, dann
ist das sehr sehr viel. Wir müssen die Sichtweise ändern.
Alles in Allem möchte ich behaupten, dass Du mit Deinem Zustand sehr zufrieden sein
könntest. Akzeptiere es und freue Dich, dass es ist wie es ist.
Als ich 1,5 Jahre nach der OP eine Halbmarathon in einer gemessen an alten Zeiten
grottenschlechten Zeit gelaufen bin, habe ich wie ein Schlosshund geheult.
Ich war so dankbar, dass ich den HM überhaupt geschafft habe.

Alles wird gut!!
Allende
Beiträge: 327
Registriert: 21. Dezember 2013, 18:09

Re: Allgemeinbefinden 1 Jahrnach Whipple immer noch so lala

Beitrag von Allende »

Hallo,

bin auch Leistungssportler, derzeit "nur" exokrine Insuffizienz, aber wir sehen ja, wie es oft endet auf diesen Seiten (ohne uns was vorzumachen). Ich kann dir mehr als nachfühlen!! Leistungssport schüttet unsere Endorphine aus, welche wir zur Sicherung unserer Lebensqualität dringend benötigen und da weg zu kommen von der "Droge", ist eigentlich nicht möglich!!
Oft stelle ich mir die Frage, was wäre, wenn ich vor der Entscheidung, ähnlich deiner stehe?! - gegen Bochum habe ich mich innerlich jedenfalls schon mal entschieden.
Was ich aber begriffen habe und da schließe ich mich allen anderen auch an- das, was dir am Training bleibt, nicht nur an Leistung fest zu machen, sondern am Genuss; jeden Schritt, der noch funktioniert, ist es wert, gemacht zu werden!! Ich konnte nach Diagnose und dem darauf folgendem "Loch" lange gar nichts tun- immer krank! Erst Stück für Stück, über Monate, habe ich mich wieder hinein gearbeitet- manchmal läuft es besch...... . ABER - ich geniesse was noch geht, denke nicht an die nächste Einheit, denke immer, vielleicht ist das deine Letzte und fühle den Lauf dabei nur um so intensiver- geil ;-) .

Was mir in deinem Bericht allerdings leicht Sorgen macht, ist deine erhöhte Temperatur- ist das schon angesprochen worden? Wenn du nicht trainierst, ist sie dann auch erhöht? Wird der NSE bei dir kontrolliert?

Alles Liebe und Gute!!
absshiva
Beiträge: 159
Registriert: 17. Mai 2013, 09:47

Re: Allgemeinbefinden 1 Jahrnach Whipple immer noch so lala

Beitrag von absshiva »

Temperatur war lange erhöht, z.B: während der Reha, vom Sport unabhängig, habe in meiner Verzweiflung jetzt zu Salz gegriffen (in Form von Salzbrezeln und Salzstangen) und siehe da, es geht besser. Hatte relativ viel Duchfall (so 6 mal vormittags), Kreon nehme ich seit 3 Tagen nicht mehr, da geht es dem Magen und Darm auch besser mit, keine Durchfälle mehr und nicht das elende Völlegefühl, udn zugenommen habe ich (leider) auch schon. Moentna ist die Temperatur wieder normal, werde einfahc mal regelmäßig messen und Protokoll führen.

PS: Ich hatte mich nach 5 Krankenhäusern, wo man teilweises haarsträubende Aussagen gemacht hat, für Bochum entschieden und war zufrieden, was war denn Dein Grund dagegen, Bauchgefühl ? (kannst Du mir auch gerne privat schreiben, wenn Du es mir überhaupt sagen willst:))
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