Hallo liebe Forenmitglieder,
ich habe mich hier registriert, weil ich verzweifelt bin und auf ein wenig Klarheit mit eurer Hilfe hoffe. Ich bin 50 Jahre alt, 160 cm, 62 kg.
Seit ca. 2009 - etwa einmal pro Jahr, überfallen mich absolut vernichtende Schmerzattacken im Bauchraum. Aber wirklich nur einmal pro Jahr, danach ist wieder alles gut. Zuletzt waren die Attacken:
April 2012
Februar 2013
Juni 2014
Ich habe währenddessen keine Übelkeit, kein Erbrechen, keinen Durchfall. Ich könnte vom Magen-Darm her essen, habe sogar während der Attacke nach den vielen Stunden so eine Art Hungergefühl, da die Schmerzen sehr anstrengend sind. Wegen der starken Schmerzen ist aber an Essen natürlich nicht wirklich zu denken.
Keine Schmerzen in Rücken oder Schultern, keine Schmerzwellen, keine Koliken.
Einen Zusammenhang mit Essen kann ich nicht herstellen.
Seit Frühjahr 2011 ernähre ich mich komplett vegan, also kann´s auch keine Lactoseintoleranz sein. Ein Jahr kompletter Verzicht auf Kaffee hat nichts geholfen, seit dem trinke ich wieder ein, zwei Tassen am Tag.
Beschreibung Schmerz:
Die Schmerzen nehmen erst ganz langsam über 6 – 8 Stunden zu, zunächst eher in Oberbauch und Magengegend.
Die stärksten Schmerzen dauern dann 24 – 48 Stunden und betreffen den ganzen Bauchraum, vor allem eher mittig und rechts unten, schwer zu sagen.
Kompletter Bauchraum verkrampft, schlimmste Schmerzen, nicht in Wellen, keine Koliken, sondern ganz konstant zunehmend, auch brennend.
Folgende Schmerzmittel – auch gleichzeitig eingenommen - brachten mir keinerlei Erleichterung:
800 mg Ibuprofen, 2 x 10 mg/500 mg Buscopan Dragees, 1 Buscopan Zäpfchen, 30 Tropfen Novaminsulfon 500 oder Novaminsulfon gespritzt durch Arzt.
Besonders schlimm ist es dann in Rückenlage.
Die letzten ca. 12 Stunden kann ich nur noch seitlich sitzen, knien oder vornüber gebeugt sein. Manchmal kann ich dann auch auf dem harten Boden auf dem Rücken liegen.
Schlafen ist vor Schmerzen nicht möglich. Jede Drehung des Körpers bringt ein paar Sekunden Erleichterung vom unerträglichen Schmerz.
Wenn die schlimmste Schmerzattacke nach 12 – 36 Stunden abnimmt, konzentriert sich der Schmerz zunehmend auf ein kleineres Areal im rechten Unterbauch, ziemlich weit außen.
Rechtes Bein anheben tut weh, Druck auch; dies zwei, drei Tage lang, gleicht einem Muskelkater.
Untersuchungen:
Mein Hausarzt hatte mich während der akuten Attacke 2013 mit Verdacht auf Blinddarm ins KH überwiesen, keine Entzündung, nichts gefunden, Diagnose Ausschluss Appendizitis .
15.06.2012 Magenspiegelung ohne Befund.
2014 Darmspiegelung, Blasenspiegelung, gyn. Untersuchung, Fruktosetoleranztest, Lungenfunktionstest, umfangreiche Blutuntersuchungen ohne Befund. Keinerlei Unverträglichkeiten oder Allergien festgestellt usw.
Ultraschalluntersuchungen durch verschiedene Ärzte ergaben keinen Hinweis z. B. auf Gallensteine oder Nierensteine.
Die Schmerzattacke 2014 war zum ersten Mal von etwas erhöhter Temperatur 38°C begleitet.
Nach etwa drei Tagen bin ich jeweils vollkommen davon erholt, nur noch etwas Reißen in der Bauchmuskulatur bei bestimmten Bewegungen. Danach ist der Spuk vorbei und ich habe keine nennenswerten Probleme in Bauch, Magen oder Darm. Bis zur nächsten Attacke.
In den letzten Monaten kommt jetzt aber scheinbar doch eine Unverträglich oder Ähnliches hinzu bei gewissen Lebensmitteln. Jetzt bemerke ich, dass es mir viel besser geht, wenn ich Weizenprodukte, also auch Brot und Nudeln, seit etwa drei Monaten weg lasse. Dafür vertrage ich Kartoffeln, Amaranth, Hirse und Quinoa ausgezeichnet. Aber deshalb schreiben ich eigentlich nicht hier, damit kann ich sehr gut leben.
Ich ernähre mich gesund, viel Obst und Gemüse, selten Süßigkeiten, dann Edelbitterschoki, da vegan, und trinke auch sehr wenig Alkohol, nur mal bei Festen ein, zwei Gläser Wein oder Sekt, ein paar Mal im Jahr, ansonsten gar nicht.
Stuhlgang habe ich regelmäßig einmal täglich am Morgen, die Konsistenz ist breiig, nicht geformt, nicht flüssig, normal riechend. Ich selbst empfinde es nicht als Durchfall, sondern völlig normal.
Familienanamnese:
Vater: Bauchspeicheldrüsenkrebs
Bruder des Großvaters väterlicherseits: Leberkrebs
Schwester der Großmutter mütterlicherseits: Leberkrebs
Als nächste Untersuchung steht nun ein MRCP zur Abklärung chronische Pankreatitis, Pankreas divisum, Gallenwegsanomalie an. Angenommen wird eine mittelschwere Pankreasinsuffizienz aufgrund irgendeines Blutwertes, ich weiß nicht mehr, welcher. Dieser könne aber wegen des breiigen Stuhls auch verfälscht sein, meinte der Arzt. Ich fühle mich aber überhaupt nicht krank, ganz im Gegenteil.
Ich habe leider erst für Mitte Januar 2015 einen MRCP-Termin bekommen!!!
Jetzt mache ich mich wahnsinnig verrückt, ob es sich hier wirklich um eine chronische Pankreatitis handeln könnte?! Und muss nun Weihnachten und Silvester mit der Ungewissheit verbringen.
Bitte, kann mir vielleicht jemand sagen, ob sich meine beschriebenen Beschwerden, die nur einmal jährlich kommen, nach einer Pankreatitis anhören?
Vielen lieben Dank an den Menschen, der mir antwortet!
Vernichtende Schmerzattacken 1x jährl - chron. Pankreatitis?
-
Dolores
- Beiträge: 3
- Registriert: 26. November 2014, 19:43
Vernichtende Schmerzattacken 1x jährl - chron. Pankreatitis?
Wer sich ärgert, büßt die Sünden anderer Leute. (Adenauer)
-
thphilipp
- Beiträge: 1615
- Registriert: 2. November 2010, 07:17
Re: Vernichtende Schmerzattacken 1x jährl - chron. Pankreati
Hallo,
habe alles gelesen und so ähnlich war (ist) meine Geschichte ja auch. Welcher Blutwert ist
denn da nicht in Ordnung gewesen, wegen der Pankreasinsuffizienz??
habe alles gelesen und so ähnlich war (ist) meine Geschichte ja auch. Welcher Blutwert ist
denn da nicht in Ordnung gewesen, wegen der Pankreasinsuffizienz??
_______________________________________
Liebe Grüße Thorsten
Liebe Grüße Thorsten
-
Dolores
- Beiträge: 3
- Registriert: 26. November 2014, 19:43
Re: Vernichtende Schmerzattacken 1x jährl - chron. Pankreati
Hallo, ich weiß nicht, welcher Wert das war, habe es leider vergessen. Der Arzt meinte, es könne auch durch den breiigen Stuhl sein, müsse also nichts bedeuten. Wenn das MRCT nichts ergäbe, wolle er noch mal Stuhluntersuchungen vornehmen. Hab jetzt natürlich Angst. Ich habe die Werte des Labors vorliegen, welchen Wert müsste ich nachschauen?
Wer sich ärgert, büßt die Sünden anderer Leute. (Adenauer)
-
thphilipp
- Beiträge: 1615
- Registriert: 2. November 2010, 07:17
Re: Vernichtende Schmerzattacken 1x jährl - chron. Pankreati
Hallo,
das wäre für mich mal sehr interessant. Schauen Sie doch mal nach. Wie waren denn die anderen Werte alle so?
das wäre für mich mal sehr interessant. Schauen Sie doch mal nach. Wie waren denn die anderen Werte alle so?
_______________________________________
Liebe Grüße Thorsten
Liebe Grüße Thorsten
-
Andi
- Beiträge: 1060
- Registriert: 15. Februar 2011, 20:42
Re: Vernichtende Schmerzattacken 1x jährl - chron. Pankreati
Hallo Dolores,
hast Du den mal eine Stuhlprobe abgegeben, zur Bestimmung der Elastase ?, konnte ich nicht so richtig rauslesen aus Deinem Beitrag, damit kann man doch eine Pankreasinsuffiziens nachweisen.
Wegen der starken Schmerzen, sprich doch den Arzt noch mal darauf an, es gibt auch noch andere Schmerzmittel, Du mußt nicht leiden.
Wünsche Dir eine schönen ersten Advent und Alles Gute
Lg Andi
hast Du den mal eine Stuhlprobe abgegeben, zur Bestimmung der Elastase ?, konnte ich nicht so richtig rauslesen aus Deinem Beitrag, damit kann man doch eine Pankreasinsuffiziens nachweisen.
Wegen der starken Schmerzen, sprich doch den Arzt noch mal darauf an, es gibt auch noch andere Schmerzmittel, Du mußt nicht leiden.
Wünsche Dir eine schönen ersten Advent und Alles Gute
Lg Andi
-
Coldarix
- Beiträge: 6
- Registriert: 18. März 2013, 22:49
Re: Vernichtende Schmerzattacken 1x jährl - chron. Pankreati
Hallo Dolores,
du könntest in deinen Laborwerten einmal nachsehen ob der Lipase, Amylase und CRP-Wert in Ordnung ist. Daran kann man normalerweise gut erkennen ob die Bauchspeicheldrüse beteiligt ist. Vorausgesetzt das Blut wurde während einer Schmerzphase abgenommen. Weil diese Werte sich auch schnell wieder stabilisieren.
Ich selbst habe eine Chronische Pankreatitis und eine Gallengangstenose, manchmal mit Entzündungen des Gangsysstems und der Gallenblase.
Habe daher auch schon einige Erfahrungen mit Schmerzen im Bauchraum gemacht.
Zur Schmerzbekämfung würde ich mir für Zuhause Novalgin und Tramadol-Tropfen verschreiben lassen. Die kann man beide gut kombinieren. Haben mir oft schon bei Stärksten Schmerzen geholfen. Das Tramadol kann wohl zu Beginn der Einnahme, je nach Empfindlichkeit teils unangenehme Nebenwirkungen wie z.B. Übelkeit verursachen.
Ich würde mich jetzt da erst mal nicht verrückt machen. Vielleicht steckt bei dir auch eine Harmlose Sache dahinter.
LG
Coldarix
du könntest in deinen Laborwerten einmal nachsehen ob der Lipase, Amylase und CRP-Wert in Ordnung ist. Daran kann man normalerweise gut erkennen ob die Bauchspeicheldrüse beteiligt ist. Vorausgesetzt das Blut wurde während einer Schmerzphase abgenommen. Weil diese Werte sich auch schnell wieder stabilisieren.
Ich selbst habe eine Chronische Pankreatitis und eine Gallengangstenose, manchmal mit Entzündungen des Gangsysstems und der Gallenblase.
Habe daher auch schon einige Erfahrungen mit Schmerzen im Bauchraum gemacht.
Zur Schmerzbekämfung würde ich mir für Zuhause Novalgin und Tramadol-Tropfen verschreiben lassen. Die kann man beide gut kombinieren. Haben mir oft schon bei Stärksten Schmerzen geholfen. Das Tramadol kann wohl zu Beginn der Einnahme, je nach Empfindlichkeit teils unangenehme Nebenwirkungen wie z.B. Übelkeit verursachen.
Ich würde mich jetzt da erst mal nicht verrückt machen. Vielleicht steckt bei dir auch eine Harmlose Sache dahinter.
LG
Coldarix
-
Dolores
- Beiträge: 3
- Registriert: 26. November 2014, 19:43
Re: Vernichtende Schmerzattacken 1x jährl - chron. Pankreati
Lieben Dank für all eure Antworten! Ja, Stuhlproben habe ich über drei Tage entnommen und abgegeben.
Das Blut wurde NICHT während einer Schmerzphase abgenommen, danke dir Coldarix für diesen wertvollen Hinweis! Ich werde bei der nächsten Attacke versuchen, irgendwie trotzdem zur Blutabnahme zu kommen, wenn das so wichtig ist.
Novalgin in Verbindung mit Buscopan hatten mir bisher leider keinerlei Linderung verschafft. Ich habe mir nun Tramadol-Tropfen verschreiben lassen und hoffe, dass du recht hast, dass sie helfen werden
Ich kann beim besten Willen in den Auswertungen keinen Elastase-Wert finden.
Amylase finde ich ebenfalls nicht.
Lipase 24 U/l
CRP quantitativ 0,6 mg/l
Mir sagen diese Werte allerdings rein gar nichts...
Kann mir jemand sagen, ob die Schmerzen, wie ich sie beschrieben habe (also über viele, viele Stunden immer stärker werdend, dann ein, zwei Tage so schlimm, dass ich das Zimmer nicht verlassen kann und mir kein Mittel geholfen hat, anschließend ein paar Stunden abklingend und danach ist wieder für ein Jahr alles in Ordnung) von einer Pankreatitis herrühren könnten? Entspricht das diesen Schmerzen?
Mein Bauch ist auch niemals druckempfindlich oder ähnliches...
Den Rest des Jahres ärgere ich mich eher mit Reizdarmsymptomen herum, die ich aber mit Bentonit und vorsichtiger Ernährung gut im Griff habe.
Und danke fürs Beruhigen Coldarix, das tut gut!
Das Blut wurde NICHT während einer Schmerzphase abgenommen, danke dir Coldarix für diesen wertvollen Hinweis! Ich werde bei der nächsten Attacke versuchen, irgendwie trotzdem zur Blutabnahme zu kommen, wenn das so wichtig ist.
Novalgin in Verbindung mit Buscopan hatten mir bisher leider keinerlei Linderung verschafft. Ich habe mir nun Tramadol-Tropfen verschreiben lassen und hoffe, dass du recht hast, dass sie helfen werden
Ich kann beim besten Willen in den Auswertungen keinen Elastase-Wert finden.
Amylase finde ich ebenfalls nicht.
Lipase 24 U/l
CRP quantitativ 0,6 mg/l
Mir sagen diese Werte allerdings rein gar nichts...
Kann mir jemand sagen, ob die Schmerzen, wie ich sie beschrieben habe (also über viele, viele Stunden immer stärker werdend, dann ein, zwei Tage so schlimm, dass ich das Zimmer nicht verlassen kann und mir kein Mittel geholfen hat, anschließend ein paar Stunden abklingend und danach ist wieder für ein Jahr alles in Ordnung) von einer Pankreatitis herrühren könnten? Entspricht das diesen Schmerzen?
Mein Bauch ist auch niemals druckempfindlich oder ähnliches...
Den Rest des Jahres ärgere ich mich eher mit Reizdarmsymptomen herum, die ich aber mit Bentonit und vorsichtiger Ernährung gut im Griff habe.
Und danke fürs Beruhigen Coldarix, das tut gut!
Wer sich ärgert, büßt die Sünden anderer Leute. (Adenauer)
-
SaSem
Re: Vernichtende Schmerzattacken 1x jährl - chron. Pankreati
Hallo, bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung fühlt sich der Bauch beim Abtasten oftmals „gummiartige“ an. Grund dafür ist die vermehrte Luft im Darm. Infolge der Bauchspeicheldrüsenentzündung ist der Darm wie „gelähmt“, daher stauen sich Darmgase.Dolores hat geschrieben:Lieben Dank für all eure Antworten! Ja, Stuhlproben habe ich über drei Tage entnommen und abgegeben.
Das Blut wurde NICHT während einer Schmerzphase abgenommen, danke dir Coldarix für diesen wertvollen Hinweis! Ich werde bei der nächsten Attacke versuchen, irgendwie trotzdem zur Blutabnahme zu kommen, wenn das so wichtig ist.
Novalgin in Verbindung mit Buscopan hatten mir bisher leider keinerlei Linderung verschafft. Ich habe mir nun Tramadol-Tropfen verschreiben lassen und hoffe, dass du recht hast, dass sie helfen werden
Ich kann beim besten Willen in den Auswertungen keinen Elastase-Wert finden.
Amylase finde ich ebenfalls nicht.
Lipase 24 U/l
CRP quantitativ 0,6 mg/l
Mir sagen diese Werte allerdings rein gar nichts...
Kann mir jemand sagen, ob die Schmerzen, wie ich sie beschrieben habe (also über viele, viele Stunden immer stärker werdend, dann ein, zwei Tage so schlimm, dass ich das Zimmer nicht verlassen kann und mir kein Mittel geholfen hat, anschließend ein paar Stunden abklingend und danach ist wieder für ein Jahr alles in Ordnung) von einer Pankreatitis herrühren könnten? Entspricht das diesen Schmerzen?
Mein Bauch ist auch niemals druckempfindlich oder ähnliches...
Den Rest des Jahres ärgere ich mich eher mit Reizdarmsymptomen herum, die ich aber mit Bentonit und vorsichtiger Ernährung gut im Griff habe.
Und danke fürs Beruhigen Coldarix, das tut gut!
Diese Werte sollten bei einer Entzündung auffällig sein: Lipase, Amylase, Laktatdehydrogenase (LDH),
C-reaktive Protein (CRP), Kalziumwert im Blut. Ich habe eine chronische BSD durch ein Pankreas Devisum mit einer Exokrine Pankreasinsuffizienz. Eine chronische BSD zeigt sich durch wiederkehrenden Entzündungsschübe dadurch vernarbt das Pankreasgewebe mit der Zeit und es bilden sich Verkalkungen. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes (Abdomensonografie) kann erste Hinweise darauf liefern. Liegen solche Verkalkungen vor, gilt das als Beweis für eine chronische Pankreatitis. LG Sabine