Meine Geschichte & Fragen zur Pankreaslinksresektion

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Amarandel
Beiträge: 13
Registriert: 23. August 2015, 10:28

Meine Geschichte & Fragen zur Pankreaslinksresektion

Beitrag von Amarandel »

Guten Morgen alle zusammen!
Ich bin 32 Jahre alt und soll mich übernächste Woche einer Pankreaslinksresektion unterziehen. Hierzu nehme ich auch an einer Studie zur möglichen Vermeidung von Pankreasfisteln teil. Zur Entfernung habe ich ein paar Fragen. Ich teile diesen Beitrag in zwei Abschnitte. Einmal meine gesundheitliche Vorgeschichte und einmal die Fragen zur OP. Ihr könnt euch also entscheiden, ob ihr zur Beantwortung noch die Vorgeschichte lesen möchtet. Ich packe mal alles in Richtung Tumore und auch 2015 rein. Vielleicht ist da ja was relevant dabei das ihr wissen müsst.

Fragen zur Pankreaslinksresektion
  1. Ich bin berufstätig und falle durch die OP natürlich im Geschäft erst einmal aus. Was mich brennend interessiert und worüber ich nichts gefunden habe ist die Frage, wie lange man im Allgemeinen ausfällt sprich, wie viel Zeit gebraucht wird um wieder auf die Beine zu kommen. Sicher, mir ist klar, dass dies von Person zu Person unterschiedlich ist. Deshalb auch eher die Frage, wie lange ihr zur Erholung gebraucht habt. Ein Richtwert bzw. Erfahrungswerte würden diese unbekannte Komponente für mich doch etwas erträglicher machen.
  2. Hattet ihr nach der Operation einen großen Gewichtsverlust? Ich habe gerade bei 1,69m ein Gewicht von knapp 69kg. Mein Mann mästet mich schon die ganze Woche mit allem was er finden kann, da er Angst hat, ich könne sonst später zu viel Gewicht verlieren. Mein bester Freund heißt aktuell Vomex.
  3. Hat eine Pankreaslinksresektion evtl. Auswirkungen auf unseren Kinderwunsch? Wir haben noch keine Kinder. Die Schwangerschaft im November war meine erste und bisher Einzige :( Ich habe gerade ein bisschen Angst, dass die OP uns da evtl. Schwierigkeiten machen könnte...
  4. Muss ich nach der Entfernung des Schwanzes definitiv eine bestimmte Diät einhalten, Pillen schlucken, Insulin spritzen, etc... oder besteht die Chance, hinterher ganz normal zu essen wie vorher auch?
Ich habe zwar viel gegoogled und nachgelesen, aber diese Fragen beschäftigen mich die ganze Zeit *seufz* Es ist wirklich ein Unterschied, ob man eine Broschüre, Wikipedia oder sonstiges liest oder ob man von betroffenen Auskunft bekommt.

Gesundheitliche Vorgeschichte

Ich habe von Hüfte bis Hals Neurofibrome. Einige dieser Neurofibrome sind auch neben dem Pankreas, in der Leber, etc... Eigentlich sind nur Milz und Herz nicht betroffen.

2010 tauchte zum ersten mal eine Art Zyste im Pankreas auf. 1cm betrug der Durchmesser damals. Handlungsbedarf sah man noch keinen. Man ordnete es den Fibromen zu. Bis auf eine kleine Entnahme eines Fibromes im Hals hatte ich seitdem meine Ruhe.

2012 begannen größere Probleme. Ich übergab mich nach so ziemlich jedem Essen, bekam ständig Durchfall und Migräne, etc... Damals wurde eine Nahrungsmittelunverträglichkeit entdeckt. Kein Weizen und kein Roggen mehr. Zusammen mit dem Verzicht auf diese Lebensmittel und einer Akkupunkturbehandlung gegen Migräne bekamen wir alles wieder in den Griff. Mir war zwar immer mal wieder noch Übel oder ich hatte mal zwischendrin Durchfall, aber das konnte ich meist mit zu fettem Essen oder versehentlichem Konsum von Weizen in Verbindung bringen.

2014 wieder eine Kontrolle. 3,2cm Durchmesser im Pankreas mit der Empfehlung, nächstes Jahr nochmals zu untersuchen. Im November einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Zu der Zeit hatte ich wieder verstärkt Probleme mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen. Logischerweise wurde dies mit der Schwangerschaft in Verbindung gebracht. Im Januar verlor ich das Kind bzw. es stellte sich in der 12 Woche heraus, dass es nur ein Windei gewesen war. Bei der Ausschabung ging etwas schief, weswegen ich noch einen Termin zur Wiederherstellung meiner Fruchtbarkeit habe. Seit Januar habe ich also puren seelischen Streß. Im April bekam ich plötzlich ständig Rückenschmerzen, wachte Nachts mit Bauchkrämpfen auf, hatte starke Blähungen, Übelkeit, Durchfälle. Die Rückenschmerzen machten mich beim Sitzen fast wahnsinnig...

Wir schoben die Symptomatik auf den seelischen Streß. Rückenschmerzen evtl. vom Bett (wg. operiertem Rücken), Übelkeit kannten wir bei mir schon. Nur die Durchfälle und Bauchkrämpfe machten uns Sorgen. Im Juli saß ich deshalb beim Arzt. Dieser ordnete ein MRT vom Darm an. Mit dem Darm war alles in Ordnung, jedoch entdeckte der Arzt, dass die Zyste im Pankreas nun 4,7cm groß war. Das Ding wuchs immer mehr. Eine Woche später saß ich schon beim MRCP des Pankreas.

Letzte Woche hatte ich einen Termin in der Pankreas Sprechstunde der Chirugie Heidelberg. Der Arzt besah sich die Bilder und erklärte mir dann, dass er vermute, es handele sich um muzinöse Zystadenome. Er klärte mich und meinen Mann auf, dass diese meist gutartig sind aber bösartig werden können und das man den Pankreasschwanz entfernen sollte. Am liebsten hätte er dies nächste Woche schon erledigt, jedoch möchte ich erst den Termin wg. der Ausschabungsverletzung wahrnehmen. Auf diesen warte ich bereits seit Juni. Mit einem Klinikaufenthalt von 10-14 Tagen wäre das nicht machbar. Im Zuge der OP wird die Zyste auch auf Gutartig- / Bösartigkeit untersucht.
Er untersuchte die Zyste nochmals und maß mittlerweile knapp 5cm Durchmesser, Tendenz steigend.

Zusätzlich zur OP nehme ich an einer Studie zur Verbesserung der Wundheilung teil. Hierbei bekomme ich 5 Tage vor der OP eine Endoskopische Untersuchung bei der in den Schließmuskel zwischen Darm und Pankreas 1g Botox injiziert wird. Dies soll den Abfluss des Bauchspeichelsekrets verbessern und Pankreasfisteln vorbeugen. Bei den bisherigen Teilnehmern hat dies wohl schon super funktioniert.


Ich danke euch vielmals für eure Zeit und eure Antworten!

Liebe Grüße,
Steffi
Superwischmop
Beiträge: 180
Registriert: 5. Januar 2015, 20:38
Wohnort: In der Nähe von Nürnberg

Re: Meine Geschichte & Fragen zur Pankreaslinksresektion

Beitrag von Superwischmop »

Hallo
War schon länger nicht mehr aktiv im Forum weil ich zur Zeit eine Menge um die Ohren habe.

Bin auch Pankreasschwanz und Pankreaskörper operiert.

Gewicht verloren habe ich seit op 9 kg (November 2014)

Mit dem wieder arbeiten war bei mir schwierig, da ich nach der OP Einen Narbenbruch hatte und nochmal operiert wurde.Bin aber jetzt so fit das ich ab 10 2015 wieder halbtags arbeiten werde.

Zwegs kinderwunsch mal mit dem Arzt sprechen. Meine sind 22 und 19 und ich will und kann nach diesen ops keine mehr haben (Habe 2 30x30 cm Netze im Bauch das es nicht nochmal reist.)

Also ich brauch Kreon ( zur meiner Freude langsam etwas weniger) Zucker ist zu hoch aber nicht behandlungsbedürftig. Und ich lebe nicht Diät. Ich esse was ich will.

Wenn du noch Fragen hast melde dich.

Gruß Susi
Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.
Manu1966
Beiträge: 69
Registriert: 2. Februar 2015, 21:39
Wohnort: Nähe Nürnberg

Re: Meine Geschichte & Fragen zur Pankreaslinksresektion

Beitrag von Manu1966 »

Liebe Amarandel,

mein Mann hatte am 05.06. eine Linksresektion aufgrund eines Karzinoms. Natürlich war das ein etwas größerer Eingriff, als der, der auf Dich zukommen wird, weil das Krebsgewebe sehr weit herausgeschnitten wurde (Milz, Nebenniere, etc). Die OP war im Übrigen in Heidelberg - große Klasse, wenn man von der Unterbringung absieht.

Ohne Dir Angst machen zu wollen: Mein Mann BEKAM eine Fistel. Gewichtsverlust danach rapide (den davor zähle ich jetzt nicht dazu, der war dem Karzinom geschuldet). Mein Mann wog nach der OP 57 kg bei 183 cm, jetzt kämpfen wir mittels parenteraler Ernährung, dass er wenigstens seine 52 kg hält. Vielleicht klingt das jetzt bissig, aber Du stehst ganz gut im Futter - die Reserven sollten ausreichen.

Womit Du nach der Resektion unserer Erfahrung nach rechnen musst:

Verdauungsprobleme: Blähungen, Krämpfe, Unwohlsein, unregelmäßiger Stuhlgang.

Durchfall hat mein Mann nicht, der kämpft eher mit Verstopfung.

Kreon wird Pflicht.

Insulin nicht - Blutzucker ist bis jetzt absolut in der Norm.

Auf die Beine kommt man nach so einer OP nur allmählich. Addiert sich die Komplikation einer Fistel, vergiss den Rest des Jahres.

Das klingt jetzt ziemlich brutal, aber ich hätte mir gewünscht, dass uns irgendwer auf das vorbereitet hätte, was da auf uns zukommt. Auch wenn die Krankheitsgeschichten nicht direkt vergleichbar sind - eine Erkrankung oder OP an der BSPD ist alles andere als ein Spaziergang.

Stell Dich auf einige Monate Rekonvaleszenz, auf Umstellung Deiner Ernährungsgewohnheiten, auf minutiöse Beobachtung der Nahrung die Du verträgst und ja, auch auf Gewichtsabnahme ein.

Du hast, glaube ich, einen relativ guten Start: Du bist noch recht jung und Du hast Gewichtsreserven - Du schaffst das!

Liebe Grüße,
Manu
Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens.
Amarandel
Beiträge: 13
Registriert: 23. August 2015, 10:28

Re: Meine Geschichte & Fragen zur Pankreaslinksresektion

Beitrag von Amarandel »

Huhu Susi und Manu,

Danke für eure Antworten. Das hilft mir auf jeden Fall weiter.

@Manu vor allem danke, für deine ungeschönten Worte. Ich weiß das zu schätzen.

Nur zwei Anmerkungen: mit Konfektionsgröße 38 habe ich dann doch keine so guten Polster, als das ich sehr viel abnehmen könnte. Auch wenn ich bei deinen Kommentar breit grinsen musste :D Ein Teil des Gewichts kommt vom riesigen, ebenfalls vorhandenen Tumorgewebe in mir und von mehreren Titanimplantaten an der Wirbelsäule :/ Nach BMI konnte ich deshalb noch nie gehen. Vor 10 Kilo bekam ich sogar eine Zeitlang Fresubin um dem “Untergewicht“ gegen zu wirken (Haut und Knochen)... Ich werde wohl mit deiner Aussage damit rechnen, die alten Sachen aus dem Schrank zu holen :/

Vor einer Fistel habe ich auch keine Angst. Ich bin mir sicher, die Studienteilnahme zur Verhinderung solcher Komplikationen klingt viel versprechend :)

Auf die Ernährungsumstellung stelle ich mich ein. Danke. Wird schon werden, man gewöhnt sich an alles. Ich wünsche deinem Mann noch gute Besserung und euch alles Gute!

Liebe Grüße,
Steffi
Manu1966
Beiträge: 69
Registriert: 2. Februar 2015, 21:39
Wohnort: Nähe Nürnberg

Re: Meine Geschichte & Fragen zur Pankreaslinksresektion

Beitrag von Manu1966 »

Liebe Steffi,

ich bin heilfroh, dass Du mir meine direkte Art nicht krumm nimmst. Ich hab mich schon gar nicht mehr ins Forum getraut, ohne Witz....

Dein Gewicht war für mich irgendwie Jammern auf hohem Niveau; was meinen Mann betrifft, weißt Du ja Bescheid, und ich wiege grad mal noch 57 kg bei 178 cm...

Nix für ungut, manchmal liegen einfach die Nerven blank.

Alles Liebe für Dich

Manu
Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens.
Amarandel
Beiträge: 13
Registriert: 23. August 2015, 10:28

Re: Meine Geschichte & Fragen zur Pankreaslinksresektion

Beitrag von Amarandel »

Hallo Manu!
Dein Gewicht war für mich irgendwie Jammern auf hohem Niveau; was meinen Mann betrifft, weißt Du ja Bescheid, und ich wiege grad mal noch 57 kg bei 178 cm...
Ach du Schande, so wenig? Oo Ich hoffe, das ändert sich bei euch beiden bald :( Dagegen war mein Untergewicht vor Jahren noch die reinste Speckschicht :/

Jammern lag nicht in meiner Absicht :) Ich bin mir tierisch nervös vor dieser OP und möchte deshalb vorher alles wissen und mich auf alles vorbereiten können. Meine Zeit in der Onkologie und die große OP am Rücken liegen jetzt 16 Jahre zurück. Damals ging es mir weiß Gott schlimmer als heute, da ich vorher nur aus Haut und Knochen bestand und hinterher noch fast verblutet bin und richtig Gewicht verloren habe... Ich habe Jahre gebraucht um auf mein heutiges Gewicht zu kommen und bin immer stolz gewesen, dass ich das geschafft habe.
Man hofft ja immer, dass es das war und nichts mehr kommt. Auch wenn ich sagen muss, dass diese Hoffnung bei mir naiv war. Das irgendwann mal was mit der Neurofibromatose sein wird steht schon fast fest. Das es jetzt aber nicht die NF ist sondern scheinbar was anderes macht mich ganz schön nervös. Irgendwie war da immer der Glaube, da die NF sich durch den ganzen Körper zieht, wäre da kein Platz mehr für was anderes. Sag niemals nie :roll:

Ich bin ja mal gespannt, was die Gewebeprobe hinterher sagt. Aber heute geht es erstmal in Richtung andere OP. Dann habe ich wenigstens eine Sorge weniger.

Ich hoffe, das ihr bald auch sorgloser sein könnt. *drück*

Liebe Grüße,
Steffi
Notorisches Steh-Auf-Männchen - auch wenn etwas erstmal umhaut, man richtet sich irgendwann IMMER wieder auf.
Manu1966
Beiträge: 69
Registriert: 2. Februar 2015, 21:39
Wohnort: Nähe Nürnberg

Re: Meine Geschichte & Fragen zur Pankreaslinksresektion

Beitrag von Manu1966 »

Liebe Steffi,

erstmal *zurückdrück*

Ich kann meinem Mann zugucken, stirbt er an dem Krebs oder an der Unterernährung???

Letzteres wird zumindest gebremst durch die parenterale Ernährung. Aber wenn ich ihn anschaue, die Ärmchen, die dünnen Beine - dagegen bin ich die reinste Wuchtbrumme...

Meine Nerven liegen total blank und ein direkter Mensch bin ich auch... sorry, ich wollte Dich wirklich nicht blöd anmachen.

Alles, alles Liebe und Gute für Dich, und melde Dich wieder.

Herzliche Grüße,
Manu
Die Hoffnung ist der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens.
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