Whipple-Op Es kann auch gut ausgehen

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Pemus
Beiträge: 2
Registriert: 24. April 2016, 23:09

Whipple-Op Es kann auch gut ausgehen

Beitrag von Pemus »

Hallo; Oft lese ich hier nur negatives zur Whipple op und den Folgen.
Im Jahr 2002 fing das Elend an...Schmerzen im Unterbauch.Ab ins Krankenhaus..Verdacht auf Blindarm.
Leider war es eine Bauchspeicheldrüsenentzündung.4 Tage war ich im KH dann durfte ich nachhause.
Niemand hat mir da genau erklärt was eine Entzündung der Drüse auf sich hat oder das ich aufpassen müsse mit Alkohol und fettem Essen.
Also ich das KH verlassen...das nächste Wochenende los zur Grünkohltour.Montags war ich wieder im KH.
Nachdem das paarmal so war habe ich mich mal näher mit dem Thema beschäftigt und bin aus allen Wolken
gefallen.Dann habe ich keinen Alkohol mehr getrunken und etwas Diät gelebt....zu spät!!!!
Es vergingen 2 Jahre zwischen Zuhause und Krankenhaus immer wieder Schübe.Dann schickte mir meine
Schwester einen Bericht über eine Klinik in Bremen wo ein Professor aus dem Pankreaszenntrum Heidelberg
eine Stelle angenommen hat.Ich beim nächsten Schub nach Bremen in die Klinik.War eine Woche da und dann hatte ich ein Ergebniss......Im Kopf des Pankreas ist irgendwas.....was genau würde man erst sehen wenn man operiert.
Ich sagte ich mache eine Schmerztherapie ich möchte nicht operiert werden.
Der Arzt sagte nur"Ihre Entscheidung wir sehen uns wieder"
Er hatte recht..Schmerzen ohne Ende.Also kam ich wieder.Was jetzt kam war die Whipple OP.
Ich hatte es mir leichter vorgestellt aber alles ging gut nach 14 Tagen wurde ich entlassen.
Gefunden hat man ein kleines Geschwür was bis heute nicht beurteilt werden konnte ob böse oder nicht.
Ein Stück vom Kopf der Drüse war weg..mein Zwölffingerdarm,ein drittel des Magens.
Gottseidank kein Diabetes!!!Mit 50 Kg auf den Rippen wurde ich entlassen(vorher hatte ich gut 80 kg).
Anfangs noch etwas Probleme mit der Verdauung aber es ging aufwärts.
Jetzt sind 12 Jahre vergangen ich wiege 84 Kg kann alles essen ....Bier schmeckt auch ...Schnaps habe ich nie wieder angefasst.Ich führe ein normales Leben und verzichte seit einem Jahr sogar auf Kreon.Das einzigste
Medikament was ich noch brauche ist Omeprazol.

Ich hoffe ich habe manchem oder mancher hier etwas Hoffnung gemacht.

Liebe Grüsse Peter
thphilipp
Beiträge: 1615
Registriert: 2. November 2010, 07:17

Re: Whipple-Op Es kann auch gut ausgehen

Beitrag von thphilipp »

Guten Morgen Peter,

finde ich super Deinen Bericht und macht uns Mut, die das noch vor sich haben werden.

Danke Danke Dank
_______________________________________
Liebe Grüße Thorsten
Allende
Beiträge: 327
Registriert: 21. Dezember 2013, 18:09

Re: Whipple-Op Es kann auch gut ausgehen

Beitrag von Allende »

Hallo,

möchte auch Danke sagen, wünsche dir das alles so bleibt !!!!

VG
wostep
Beiträge: 3
Registriert: 14. April 2013, 22:33

Re: Whipple-Op Es kann auch gut ausgehen

Beitrag von wostep »

Ich kann dem Bericht von Pemus aus meiner Sicht nur zustimmen. Mir hat die Whippel-Op das Leben gerettet.
Oktober 2011 von jetzt auf gleich ohne Vorwarnung starke Schmerzen im Bauchbereich bekommen. Im KH 3 Tage auf der Intensivstation verbracht, um die Schmerzen in den Griff zu bekommen. Die Diagnose lautete akute Bauchspeicheldrüsenentzündung. Die Bauchspeicheldrüse war derart angeschwollen, daß der Magen abgeschnürt wurde. Nahrungsaufnaheme war nicht mehr möglich. Das KH wußte nicht mehr weiter und hat mich in die Uniklinik Jena überwiese. Hier lag ich auf der Inneren und habe den Aussagen des Herrn Professor auf Heilung vertraut. Mit künstlicher Sondenernährung hat man mich am Leben erhalten. Ohne Schmerzkatheter mit Opiaten ging nichts mehr. In der Zwischenzeit ist aus der Entzündung eine nakrodisierende Pankreatitis geworden. Unzählige Stunts zur Ableitung des Bs.Sekretes sind fehlgeschlagen. Nach einem Totalzusammenbruch hat sich dann der chirogische Professor meinen Fall angenommen mit der Aussage, daß inzwischen alle benachbarten Organe stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und nur eine Whippel-Op mir das Leben retten kann. Nach der Op fehlten mir die Bauchspeicheldrüse komplett, der Magen, die Milz und die Galle. Und zur Krönung habe ich noch ein Dünndarmstoma verpasst bekommen. Hätte ich nur nicht zu lange auf Heilung gesetzt, da wären mir sicherlich einige Organe erhalten geblieben. Mit 92 kg bin ich in die Krankheit und mit 53 kg aus der Reha. Die erste Zeit war alles fast unerträglich. Nach den Ratschlägen der Mediziner bezüglich der Nahrung hätte ich so gut wie nichts mehr essen können. Diabetes, kein Magen und Stoma vertragen sich nicht. Aber mit der Zeit und guten Willen lernt man mit der Situation umzugehen. Inzwischen wiege ich wieder 66 kg, Essen probiere ich in geringen Mengen fast alles und mit der Diabetes kämpfe ich bei jeder Nahrungsaufnahme mehr oder weniger erfolgreich. Trotz dieser ganzen Einschränkungen versuche ich ein halbwegs normales Leben zu führen, was mir immer besser gelingt.
Man sollte also in vergleichbaren Fällen kein Scheu vor der Whippel-Op haben. Sie kann auch Leben retten.
TobiasSchiffer
Beiträge: 2
Registriert: 8. April 2023, 05:00

Re: Whipple-Op Es kann auch gut ausgehen

Beitrag von TobiasSchiffer »

Hallo Peter. Deine Texte machen mir Mut. Ich bin 7jahre mit Pankreatitis Rum gelaufen und hatte davon die letzten beiden Jahre noch eine 5 cm Pseudo Zyste im Pankreaskopf. Die letzten 12 Monate habe ich 16 mal mit akuten Schub stationär im Krankenhaus verbracht ( hatte hinterher eine chronische Bauchspeicheldrüsen Entzündung) wie dem auch sei vor 16 Tagen also am 22.03.23 bin ich operiert worden. Ich habe eine Duodenumerhaltende Pankreaskopf Entfernung gehabt. Bei mir ist das Glück das ich bis aus Gallenblase Zyste und Pankreaskopf alles behalten dürfte. Magen ist Normal, 12 Fingerdarm ist vollständig erhalten sowie alles andere. Bereits jetzt nach 16 Tagen vertrage ich wieder so gut wie alles an Essen. Dein Text macht Hoffnung und Mut das es alles noch besser werden kann.
TobiasSchiffer
Beiträge: 2
Registriert: 8. April 2023, 05:00

Re: Whipple-Op Es kann auch gut ausgehen

Beitrag von TobiasSchiffer »

Lieber Peter, war dieser Arzt aus Heidelberg zufällig ein Prof Dr Ulrich dünn mit Brille? Wenn ja der hat früher in Heidelberg gearbeitet und ist dann jetzt in Neuss im Lukas Krankenhaus als Chefarzt und spezialisiert auf Bauchspeicheldrüsen Ops . Er hat mich auch operiert. Ich denke er war das den du meinst. Liegt ja nah beisammen wenn er in Heidelberg vorher war. Super Arzt.
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