Schwerbehinderung nach OP abgelehnt

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

Hier haben Sie als Betroffene(r) und/oder ratsuchende(r) Besucher(in) dieser Plattform die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen oder Hilfestellung zu geben.
Antworten
glueckspilz
Beiträge: 7
Registriert: 15. April 2016, 07:51

Schwerbehinderung nach OP abgelehnt

Beitrag von glueckspilz »

Bei mir wurde vor 8 Wochen der Bauchspeicheldrüsenkopf entfernt.

Nachfolgen der OP :

Zuckerkrank, muss wenn auch wenig Insulin spritzen und Kreon wegen der Verdauung.

Habe Schwerbehindertenantrag gestellt auf Grund der Gesundheitseinschränkung. Viele Koll. und auch der Sozialdienst des Krankenhauses meinten das ich da 50% bekommen würde, doch heute kam die Antwort der Behörde Antrag abgelehnt.
Hat jemand von euch Erfahrung was ich da noch machen kann bzw. hat das Sinn Einspruch einzulegen.
Habt ihr einen Schwerbehindertenausweis bekommen und wenn ja mit wie viel %. Dazu ist aber bei mir zu sagen das der Bauchspeicheldrüsenkopf entfernt wurde wegen einer Zyste es liegt aber kein Krebs vor.
Suedhessen
Beiträge: 52
Registriert: 20. Mai 2016, 12:56

Re: Schwerbehinderung nach OP abgelehnt

Beitrag von Suedhessen »

Ich kann nicht direkt zu diesem Thema Tipps geben, sondern nur eine Erfahrung widergeben, die nur ganz am Rande vergleichbar ist:
Mir wurde von der Dt. Rentenversicherung eine Reha mal abgelehnt. Ich habe rechtlichen Beistand in Anspruch genommen und die Reha wurde dann eben doch genehmigt.
So ein Schwerbehindertenausweis kann Vorteile haben. Ich würde diese Vorteile abwägen mit dem Aufwand, Widerspruch einzulegen, ggfs. weitere Atteste einzuholen etc.: Sowas kann Monate oder länger dauern und manche Menschen empfinden das als Stress.
Kostengünstigen, ggfs. vielleicht sogar kostenlosen Rechtsbeistand kann man u.U. erreichen, z.B. durch bestimmte Verbände / Vereine.
Viel Glück!
kiki
Beiträge: 12
Registriert: 2. November 2014, 11:59

Re: Schwerbehinderung nach OP abgelehnt

Beitrag von kiki »

Bei mir wurde vor einem Jahr auch der BSD Kopf nach Whipple entfernt.War anschließend zur Rhea in Bad Driburg und von dort aus wurde von der Sozialarbeiterin gleich der Antrag auf Schwerbehinderung gestellt weil ich seit der OP einen sehr schwer einzustellenden Diabetes Typ 3c habe und es auch trotz hoher Enzymdosierung(300-500000 Einheiten Kreon pro Tag)mit der Ernährung und der Verdauung überhaupt nicht klappt.Habe seit dem chronische Durchfälle die wohl laut Gastrodoc auch nicht mehr verschwinden werden.Mein Antrag wurde mit 40% auch abgelehnt.Bin dann natürlich in Widerspruch gegangen und bekam dann schließlich doch 50%,denn die Behörden lehnen erstmal grundsätzlich jeden Antrag ab.Lege Fristgerecht Widerspruch ein und versuche so gut wie möglich zu begründen welche Einschränkungen Du hast und wie diese Dich in deiner Täglichen Lebensführung beeinträchtigen dann wird das bestimmt auch klappen :daumenh:
absshiva
Beiträge: 159
Registriert: 17. Mai 2013, 09:47

Re: Schwerbehinderung nach OP abgelehnt

Beitrag von absshiva »

Hatte auch Whipple OP wegen Zyste, kein Diabetes aber chronische Durchfälle und Erschöpfungszustände, auch nur 40% bekommen, 2 Widersprüche wurden abgelehnt, Beratung beim Anwalt, der riet von Klage ab (dauert zu lange Erfoglsaussichten ungewiss, in Köln sind sie wohl besonders hart drauf was Schwerbehinderungsanerkennung angeht) Habe 40% wegen Whipple udn 3 mal 10% wegen anderer Sachen, was aber nicht hilft, da nicht einfach addiert wird. Anwalt meinte am einfachsten sei es, zu versuchen eine der 10%ter auf 20% zu heben, dann würden nämlich davon die Hälfte also 10% zu den 40% addiert, vielleicht hast du ja noch was anderes mit der Chance dafür 20% zu bekommen?
uwe
Beiträge: 301
Registriert: 11. März 2008, 10:50
Wohnort: Dorsten

Re: Schwerbehinderung nach OP abgelehnt

Beitrag von uwe »

Hallo Glückspilz. .wir haben vom Adp Regionalverband Rhein Ruhr eine Veranstaltung zum Thema Reha, Recht und Rente...am 12.7.2016 im Alfrid-Krupp Krankenhaus Rüttenscheit..
Du kannst mich aber auch vorher auch telefonisch erreichen
023629996828
Uwe Neumann
Regionagruppenleiter Essen
....lege gegen denBescheid erst einmal fristgerecht widersprüchlich ein..Weil deine Einschränkungen nicht ausreichend berücksichtigt. ..Ausführlicher Bericht wird nachgereicht. .
Für einen Widerspruch entstehen keine Kosten
Muggle
Beiträge: 224
Registriert: 24. November 2012, 17:58

Re: Schwerbehinderung nach OP abgelehnt

Beitrag von Muggle »

Hallo Glückspilz,
ruhig Blut, das ist Methode :) Die wenigsten Menschen werden gleich beim ersten Antrag richtig eingestuft. Da wird man ja auch noch garnicht begutachtet. Das geht nach Aktenlage und die lesen nur Diagnosen. Du solltest in den Widerspruch schreiben, dass du deinen Gesundheitszustand nicht richtig eingeschätzt findest. Um zu verstehen, musst du wissen, dass in den Richtlinien für die Gutachter bei den Erkrankungen immer verschiedene Schweregrade möglich sind, in die sie die Erkrankungen einstufen können. Wenn also nur "Diabetes" steht, dann nehmen sie erstmal an, dass das unkompliziert ist und stufen dich da ein. Oft spielt bei der Einstufung der Schwere eine Rolle, inwieweit dein Alltag dadurch beeinträchtigt wird. Heißt, dass du zunächst Widerspruch einlegen solltest. Und dem Widerspruch würde ich eine Liste hinzufügen, in welcher Weise du in deinem Alltag durch deine Erkrankung eingeschränkt bist. Also jeder Pups, alles was du nicht kannst, was komplizierter ist bis hin zu evtl. psychischer Beeinträchtigung durch Angst vor Rückfällen oder resultierend aus der Kliniksituation usw (wenn du sowas hast, unbedingt angeben, psychische Beeinträchtigungen werden vergleichsweise hoch bewertet). Das alles mal aufschreiben, damit klar wird, wie sehr dich das beeinträchtigt. Idealerweise ist das alles einigermaßen beweisbar (alles was du an Schriftlichem darüber hast, fügst du noch dazu). Mit ein bisschen Glück (das hast du deinem Namen nach bestimmt) wird dann schon klar, dass die Einstufung zu niedrig ist. Du solltest auch alles angeben, was du sonst noch so hast, von Allergie bis Hörschaden oder ständige Kopfschmerzen... eben alles. Wahrscheinlich wirst du dann irgendwann zum Gutachter eingeladen. Dann brauchts ein bisschen Glück, da gibts solche und solche. Ich persönlich bin nach dem Gutachter wesentlihc höher raus gekommen als bei der ursprünglichen Einstufung. Also nicht beirren lassen, derzeit wird ziemlich viel versucht, Leute runter zu stufen oder garnicht erst so hoch einzustufen, also einfach Widerspruch schreiben und einen langen Atem haben :) Du kannst dir dafür Hilfe holen, kannst es aber auch allein machen. So schwierig ist es auch wieder nicht und die Versorgungsämter beißen meistens nicht (jedenfalls die mit denen ich zu tun hatte, waren alle sehr nett).
Zuletzt geändert von Muggle am 2. Juli 2016, 22:28, insgesamt 1-mal geändert.
Muggle
Beiträge: 224
Registriert: 24. November 2012, 17:58

Re: Schwerbehinderung nach OP abgelehnt

Beitrag von Muggle »

P.s. Du kannst hier mal einen groben Überblick bekommen, wonach dei entscheiden
http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads ... cationFile

Wichtig ist, dass nicht die einzelnen Zahlen addiert werden, sondern dass in der Regel der höchste genommen wird und dann wird geschaut, inwieweit für die anderen Erkrankungen noch was dazu gegeben werden kann. Dabei spielt eine Rolle, inwieweit die Erkrankungen aufeinander wirken, also wer eh schon eine Lähmung im Bein hat, bekommt wahrscheinlich nicht noch zusätzlich was zuerkannt weil der Zeh fehlt, aber wer z.b. schwerhörig ist und gleichzeitig schlecht sieht, wird sicher großzügig was dazu bekommen. Man kann also anhand dieser Tabellen nicht genau sagen, was dabei raus kommen wird, aber so kannst du mal grob drüber schauen, damit du auch nix vergisst anzugeben :)
Padiga
Beiträge: 9
Registriert: 30. Oktober 2015, 17:02

Re: Schwerbehinderung nach OP abgelehnt

Beitrag von Padiga »

Hallo allerseits,

Verstehe ich gar nicht, das es da Probleme gibt. Ich habe seinerzeit 100 % beantragt und auch nach 2 Monaten erhalten. Und das sogar rückwirkend für ein ganzes Jahr. ( und auch die Steuerrückzahlung für das rückwirkende Jahr habe ich schon erhalten ) Möglicherweise war das aber alles so problemlos, da ich von einer Schwerbehindertertenvertretung unterstützt wurde. Grüße Paul
Antworten