Nortase bei EPI Verdacht?

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Babybunny
Beiträge: 45
Registriert: 13. Mai 2016, 18:46

Nortase bei EPI Verdacht?

Beitrag von Babybunny »

Hallo,

nachdem ich jetzt, seit der akuten Pankreatitis im Mai, ständig Probleme mit meiner Verdauung habe und nicht mehe weiter weiß, will ich mir Nortase aus der APO kaufen und schauen, ob es mir damit besser geht.
Ich habe am Montag einen Termin bei einer neuen Ärztin und hoffe, sie kann vllt herausfinden, was mir fehlt. Aber ich vermute ja, dass ich eine EPI entwickelt habe?
Folgende Symptome:
- Grummeln im Darm
- Gelb-braunen Stuhlgang (hatte jetzt auch schwimmenden Stuhl vor zwei Tagen!)
- ab und an eine bleiernde Müdigkeit den ganzen Tag über
- Schmerzen im Rücken
- Völlegefühl

Gleichzeitig ist mir aber aufgefallen, dass es nicht immer auf den Fettgehalt der Nahrung an kommt. :? Hatte am Samstag den fettigsten Brownie der Welt gegessen und alles war gut. Aber jetzt geht es mir seit drei Tagen richtig schlecht nachdem ich Blumenkohlmuffins (wenig Fett) und Brot gegessen habe..
Hatte am nächsten Morgen zweimal klebrigen, schwimmenden und schleimig-gelben Stuhlgang. Zwei Tage lang. :cry: Ich hab es so satt...ich hab noch ein Baby das ich stille und brauche eigentlich meine Energie und vor allem Nährstoffe! Aber ich weiß nicht mehr was ich essen soll. Habe gestern Reis gegessen (veg. Sushi mit Kürbis) und 5 Stunden lang das schlimmste Völlegefühl allerzeiten gehabt. Dabei habe ich nur 12 Makis gegessen.

Könnte ich das mit Nortase versuchen so lange noch nichts festgestellt wurde?

Lg
Suedhessen
Beiträge: 52
Registriert: 20. Mai 2016, 12:56

Re: Nortase bei EPI Verdacht?

Beitrag von Suedhessen »

Hallo,

die übliche Diagnose der Exokrinen Insuffizienz läuft über eine Stuhlprobe: Der Elastasewert wird angesehen. Das tut nicht weh und kostet meines Wissens nicht sonderlich viel Geld. Manche Ärzte meinen, der Test sollte mehrfach wiederholt werden. Die zwei Gastroenterologen, mit denen ich darüber sprach, kamen allerdings nicht auf die Idee, dass man das mehrfach wiederholen müsste.

:arrow: Ich würde annehmen, dass Dir der Elastasewert vermutlich am ehesten helfen sollte, sicherere Informationen über Deinen Körper zu erhalten.

Warum willst Du Nortase nehmen statt Kreon? Weil Kreon aus Schweinebauchspeicheldrüsen gewonnen wird?
Oder erhoffst Du Dir eine bessere Wirkung durch Nortase statt durch Kreon?

Versteh mich nicht falsch bitte. Wenn Du einen Grund hast, keine Schweinebestandteile aufzunehmen, dann ist das völlig in Ordnung. Ich frage nur deshalb, weil Kreon "leichter" von Ärzten verschrieben wird und besser bekannt scheint.

Ich finde ja leider keinen Arzt, der mir Nortase verschreibt. Ich habe schonmal einen kurzen Test durchgemacht, aber ich muss wohl nochmal ein paar hundert Euro in einen größeren Test investieren, ein Test über mind. 10 Tage bei deutlich höherer Dosierung von Nortase.
Suedhessen
Beiträge: 52
Registriert: 20. Mai 2016, 12:56

Re: Nortase bei EPI Verdacht?

Beitrag von Suedhessen »

Bauchspeicheldrüse und Fett:

Ich spreche hier u.a. aus meiner persönlichen Erfahrung, ich bin aber kein Arzt!
  • Fettreiche oder fettarme Nahrung ist bei mir erstmal nicht sooo relevant. Denn fürs Fett ist ja das Kreon zuständig!
  • Die Portionsgröße ist allerdings sehr wichtig.
  • Wenn der Fettanteil einer Mahlzeit irgendwo ca. 15g überschreitet (nicht "wissenschaftlich" ermittelt!), kann ich es oft nicht gut verdauen, so meine ich zumindest, selbst bei relativ kleinen Portionen.
  • Das obige klingt erstmal widersprüchlich? Dann bitte weiterlesen: Es geht darum: Ist die Portion zu groß, dann kann der Fettanteil noch so klein sein, ich kriege Probleme. Ist die Portion aber klein - und der Fettanteil mit z.B. 30% recht groß, kann es sein, dass ich das gut vertrage! Dann ist aber auch die Gesamtmenge an Fett bescheiden und die Enzyme wie Kreon können noch ausreichend wirken. Beispiel: 100g fette Wurst mit 30% Fett -> 30g Fett. Vertrage ich eher nicht so, auch nicht, wenn ich mehrere Kreons einwerfe (30g mal 6000 Einheiten macht 4,5 Kapseln mit 40.000 Einheiten bei dreifacher Dosierung). 50g von dieser fetten Wurst dürften aber vermutlich weniger Probleme verursachen.
  • Wie gesagt: Fett nicht verteufeln, dafür nimmt man Enzyme. Aber darauf achten, was man wirklich verträgt!
  • Einige Lebensmittel gehen trotz Enzymen eher gar nicht, u.a.:
  • Viele Salatsorten; Salatgurken sind ok, aber nur ohne Schale
  • Nüsse und Mohn, auch Sesam
  • Schwer verdauliches Gemüse wie Paprika (ohne Schale ganz ok, aber mit Schale schrecklich), Mais, ich glaube auch Zucchini
  • Pilze sind auch schwer verdaulich
Ein paar der o.g. schwer verdaulichen Lebensmittel hasse ich ohnehin, andere liebe ich eigentlich und bin auch nach Jahren noch traurig, dass ich die praktisch nicht essen kann.

Was auch noch sein kann, was man schwer verträgt:
- Industrielle (Fertig-) Lebensmittel

Und was meiner Erfahrung nach definitiv einen Unterschied macht: Die Zubereitungsart.
Gedünstetes Gemüse mit Kartoffelbrei (ohne Milch), möglichst ohne Gewürze und evtl. auch nur wenig Salz <-- ist wohl wunderbar verdaulich. Man verliert aber vor Heißhunger schnell den Verstand, zumindest mir geht es so.

Ansonsten zwei weitere Einflussfaktoren aus meiner Erfahrung:
- Verlauf der Krankheit: Je älter ich werde, desto schlimmer meine Beschwerden. Muss nicht bei allen Patienten so sein.
- Tagesform: Inzwischen nicht mehr ganz so relevant wie früher. Aber negativer Stress, generell schlechter Gesundheitszustand führen auch zu eher schlechterer Verdauungsleistung.
Babybunny
Beiträge: 45
Registriert: 13. Mai 2016, 18:46

Re: Nortase bei EPI Verdacht?

Beitrag von Babybunny »

Vielen dank für deine antwort. Mir geht es leider inzwischen noch viel schlechter als vorher. Langsam werde ich ziemlich depressiv und Essen macht keine Freude mehr.

Ich war bei einer neuen Hausärztin. Diese hat einige Tests durchgeführt.
- Genetische Glutenunverträglichkeit (negativ)
- Genetische Laktoseunverträglichkeit (negativ)
- Stuhlprobe unv. Nahrungsreste (negativ bzw. Unauffällig

Elastasewert hat sie dummerweise nicht kontrolliert...
Einzig auffällige war der Lipasewert 63 (bei Höchstwert 60)

Und das wars schon. Sie hat mich zu einem internisten überweisen. Der Termin ist aber noch ewig hin und mir geht es sooo kacke.

Tagsüber geht es komischerweise. Es fängt erst gegen 16 Uhr, manchmal auch erst 22 Uhr an.
Darmgeräusche. Immer lauter. Immer nerviger. Dann kommen Blähungen dazu und Am Ende Schmerzen. Wenn ich Glück habe Schlafe ich ein und der Spuk ist vorbei, meistens aber quält mich das fast die ganze Nacht...vor allem die Schmerzen. Kennt das so jemand?!

Ich bin verzweifelt.

Lg
Babybunny
Beiträge: 45
Registriert: 13. Mai 2016, 18:46

Re: Nortase bei EPI Verdacht?

Beitrag von Babybunny »

Achso und Nortase weil ich die Vorstellung Enzyme vom Schwein zu nehmen komisch finde...aber im Moment würd ich sogar das Schwein selbst essen, wenn es mir bloss helfen würde....

Lg
Suedhessen
Beiträge: 52
Registriert: 20. Mai 2016, 12:56

Re: Nortase bei EPI Verdacht?

Beitrag von Suedhessen »

Hallo,

ich würde behaupten, dass es keine sonderlich gute Idee wäre, "irgendetwas" auszuprobieren, was anonyme Leute (wie ich z.B.!) Dir im Internet empfehlen.

Du kannst meiner Meinung nach höchstens die Nahrungsbeobachtung als Tipp aufnehmen: Schreib vielleicht ein Ernährungstagebuch. Vom AdP bekommen Mitglieder meines Wissens ein Ernährungstagebuch, aber ansonsten könntest Du einfach selber eins ansetzen auf Papier oder im Internet einfach suchen, ob es sonst welche gibt, die Du kostenlos wo herunterladen kannst - oder ggfs. auch einfach eines im Buchhandel kaufen. Ob es ein Ernährungstagebuch im Buchhandel käuflich zu erwerben gibt - weiß ich nicht. Ist eine Vermutung.

Es tut mir leid, dass Dein Arzttermin so weit weg liegt.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Ausdauer und hoffe, dass Du bald Linderung erfährst.
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