Starke Bauchschmerzen 1,5 Jahre nach Whipple OP

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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AlexDk
Beiträge: 2
Registriert: 21. Dezember 2016, 16:35

Starke Bauchschmerzen 1,5 Jahre nach Whipple OP

Beitrag von AlexDk »

Liebes Forum

Zunäschst einmal hoffe ich, dass es ok ist, dass ich hier schreibe und dass ich im richtigen Forum gelandet bin, Es geht hier nicht sondern um meinen Vater. Letztes Jahr im Mai wurde bei ihm ein bösartiger Tumor in der Bauchspeicheldrüse festgestellt. Dabei hat er noch wahnsinniges Glück. Der Tumor hat auf die Leber gedrückt weshalb er früh Symptome entwickelt hat und der Krebs noch relativ früh gefunden wurde.
Es wurde eine Whipple OP mit Teilentfernung des Magens durchgeführt. Danach hat er eine leichte Chemo bekommen und seitdem waren alle Scans clean.
Nur hat er seit der OP mit starken Bauchschmerzen zu kämpfen. Er hat eigentlich schon alles durch. Alternative Medizin, Ernährungsberatung etc. etc.
Die Schmerzen wurden nie besser. Mir ist klar, dass er eine große Bauch OP hinter sich hat und dass sich das Verdauungssystem erst wieder neu einstellen muss.
Mich würde nur interessieren ob es hier jemanden gibt, dem es ähnlich geht/ging und wie man ein bisschen mehr Lebensqualität zurück gewinnen kann.

Sein ganzes Leben dreht sich nur noch um die Schmerzen. Er traut sich gar nicht mehr richtig raus bzw. hat Angst davor raus zu gehen.
Ich denke die Psyche spielt da auch eine sehr große Rolle.

Kennt ihr vielleicht auch eine gute Kur Klinik in Baden-Württemberg bei der die psychische Komponente einen große Rolle spielt?

Wir wären für jeden Tipp dankbar. Es tut weh ihn so leiden zu sehen und gleichzeitig schränkt es uns auch alle ein. Ich wohne mit meiner Familie über 1000 km weg und er bekommt seine Enkelkinder sehr selten zu sehen, da er sich die lange Reise nicht zutraut.

Ich Danke euch, dass ihr euch meinen Beitrag durchgelesen habt und wünsche euch allen schöne schmerzfreie Feiertage!
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Cerberus
Beiträge: 577
Registriert: 28. Juli 2016, 09:04

Re: Starke Bauchschmerzen 1,5 Jahre nach Whipple OP

Beitrag von Cerberus »

Hat er es auch mal mit krampflösenden Mitteln wie Buscopan probiert?
Aus einem verzagten Arsch kommt nie ein fröhlicher Furz. (Martin Luther) :mrgreen:
AlexDk
Beiträge: 2
Registriert: 21. Dezember 2016, 16:35

Re: Starke Bauchschmerzen 1,5 Jahre nach Whipple OP

Beitrag von AlexDk »

Vielen Dank für die Antwort. Er darf leider kein Buscopan nehmen weil er zusätzlich noch Probleme mit der Prostata hat.
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Cerberus
Beiträge: 577
Registriert: 28. Juli 2016, 09:04

Re: Starke Bauchschmerzen 1,5 Jahre nach Whipple OP

Beitrag von Cerberus »

Ich hatte auch eine Whipple-OP, bin aber aus Hessen. Kliniken in BW kenne ich leider keine. Für meine Bauch-/Verdauungsprobleme nehme ich eben das Buscopan, aber auch tinctura opii, Lopedium, Novalgin u. schlucke nach Bedarf Kohlekompretten.
Alles muß sich immer die Waage halten mit der Dosierung, weil sonst das Ganze kippt. Eben ging es noch gut, plötzlich Schmerzen u. Durchfall z.B.
Aus einem verzagten Arsch kommt nie ein fröhlicher Furz. (Martin Luther) :mrgreen:
Dieter Prey
Beiträge: 16
Registriert: 8. März 2008, 18:20

Re: Starke Bauchschmerzen 1,5 Jahre nach Whipple OP

Beitrag von Dieter Prey »

Hallo AlexDK,
die Schmerzen können viele Ursachen haben.
Ich stelle immer wieder fest, dass kleine Ursachen große Auswirkungen haben.
Wie viele Verdauungsenzyme nimmt Ihr Vater zu welchem Essen?
Bekommt Ihr Vater Säureblocker wie Omeprazol, Pantropazol?
Zu den Kliniken finden Sie auf der Homepage des AdP ausführliche Informationen.
Herzliche Grüße Dieter Prey
Muggle
Beiträge: 224
Registriert: 24. November 2012, 17:58

Re: Starke Bauchschmerzen 1,5 Jahre nach Whipple OP

Beitrag von Muggle »

Schmerzen können einige Ursachen haben. Bei mir waren die Schmerzen verwachsungsbedingt (z.b. waren Magen und Darm regelrecht eingeschnürt). Nach einer diesbezüglichen OP sind sie wesentlich besser. Ich denke, man muss ziemlich vorsichtig damit sein, sowas auf die Psyche zu schieben. Starke Schmerzen SIND sehr beeinträchtigend und ich würde da als allererstes mal zu einem gescheiten Schmerztherapeuten gehen- die Wartezeiten sind aber leider oft recht lang, deswegen verliert keine Zeit, Termin absagen kann man immer noch. Die Psyche ist nur ein Faktor von vielen. Eventuell lohnt es sich aber doch noch etwas ausführlicher nach der Ursache zu schauen, und die muss nicht immer direkt auf der Hand liegen. Natürlich kann man auch mit Schmerzen umgehen lernen, aber dass ein starker Schmerz, der nicht ausreichend behandelt ist, das Leben ein Stückweit bestimmt, ist erstmal völlig normal. Wenn er in eine Klinik geht, die hauptsächlich auf diesem Gebiet arbeitet, werden sie auch hauptsächlich aus dieser Richtung drauf schauen. Das wird, falls die Schmerzen verwachsungsbedingt sein würden zum Beispiel (was man in der Bildgebung nicht unbedingt sieht), nicht unbedingt zielführend sein. ZUERST sollte m.e. die körperliche Seite wasserdicht abgeklärt werden. Im Moment ist es doch so: DU glaubst, er könnte, wenn er wollte. Aber was, wenn du dich irrst?

P.S. Eine Reise von 1000km .... vielleicht solltest du deine Erwartungen nochmal überdenken. Die Genesung nach einer Pankreasoperation kann sich lange hinziehen. Dass das auch Dich einschränkt, ist doof, aber ist nun mal nicht zu ändern. Jedenfalls lese ich "traut er sich nicht zu" und denke gleichzeitig, dass er sich da vermutlich völlig richtig einschätzt :) Eine Reise dieser Größenordnung mache ich persönlich auch immer noch nicht
M-R
Beiträge: 55
Registriert: 1. September 2015, 12:26

Re: Starke Bauchschmerzen 1,5 Jahre nach Whipple OP

Beitrag von M-R »

Sie schreiben leider nicht, wo Ihr Vater operiert wurde. Vermutlich bei Prof.Büchler in Heidelberg? Bei Ihrem Vater wird doch sicherlich zumindest alle sechs Monate eine Kontrolle mit CT/MRT durchgeführt. Was sagen denn die Kollegen in der Ambulanz der Chirurgischen Klinik zu den Beschwerden? Ich kann mir aus eigener Erfahrung heraus nicht vorstellen, daß sie das einfach auf die Psyche schieben. Welche Medikamente nimmt denn Ihr Vater? Wie ist denn seine Gewichtsentwicklung seit der Operation? Wie alt ist Ihr Vater? Wie ist sein Stuhlgang (geformt, breeig, flüssig, spritzend etc...)? Verträgt er Milch, Kornprodukte? Nimmt er die empfohlenen fettlöslichen Vitamine ein oder werden sie gespritzt (Entgegen Expertenmeinung (auch im Handbuch so ausgeführt) werden Vitamin A, D, E und K auch als Tabletten bzw.Tropfen hervorragend in den Körper aufgenommen)? Wie sind seine Blutzuckerwerte? Kontrolliert er sie regelmäßig (z.B.mittels Freestylelibre von Abott, dann braucht er sich nicht mehr in die Fingerbeere zu stechen, selbst die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen inzwishen die Kosten (Barmer GEK, DAK etc....)? Werden seine Elektrolyte (Kalium, Natriom, Calcium, Magnesium etc.) regelmäßig kontrolliert? Welche Kreondosen nimmt er zu den Mahlzeiten ein?

MfG
Ihr
MR
ITTI
Beiträge: 19
Registriert: 20. Januar 2017, 10:37
Wohnort: Kiel

Re: Starke Bauchschmerzen 1,5 Jahre nach Whipple OP

Beitrag von ITTI »

Hallo. Ich habe im Juni 2014 die Whipple in Heidelberg machen lassen. Nun sind 2,5 Jahre vergangen ubd die Schübe nehmen wieder zu. Auch die Schmerzen werden von Mal zu Mal stärker. Ständig lande ich wieder im Krankenhaus. Dprt bekomme ich TÄGLICH 4 -6 Ampullen Dipidolor IV. Mich schränkt es sehr ein in meinem Leben. Ich bin nun 28 und seit 7 Jahren treten die Beschwerden auf. Schon fast 50× war ich nun aufgrund der unerträglichen Schmerzen im Krankenhaus. Auslöser ist bei mir eine SPINK Genmutation. Trotzdem bekomne ich jedes mal vorgeworfen, Alkoholiker zu sein. Dabei habe ich den letzten Tropfen 2009 zu mir genommen. Und das auch nie viel. Ich esse nicht mal etwas, worin Alkohol verkocht sein könnte. Nun nehmen die Schmerzen wieder zu. Die Abstände zwischen den Schüben verringern sich wieder. Pro Woche verbringe ich Aufgrund starker Schmerzen 2-3 Tage in der Waagerechten. Ich bin so eingeschränkt dadurch. Kann nicht arbeiten, bekomme minimalste Grundsicherung (weniger als ALG II), bin körperlich immer schwächer, trau mich nicht alleine weg. Es ist ätzend! Es frustet richtig! Ich weiß auch nicht mehr weiter. Die Ärzte sind furchtbar ubd machen Aussagen wie
-“Na. Wieviel Alkohol haben sie dieses Mal getrunken?“
-“Diese Mutation kenne ich nicht. Sind sie sich sicher, dass sie sich das nicht ausdenken?“
-“Wieso kennen sie denn die Namen von den Schmerzmitteln, die sie von uns bekommen? Da kennt sich wohl einer sehr gut aus was!? Seit wann sind sie denn Drogensüchtig?“
“Ach wenn das Morphium nicht mehr wirkt, finden wir schon etwas stärkeres“
“Stellen sie sich nicht so an! Seien sie soch froh, dass sie die Erkrankung haben, dadurch haben sie wenigstens Zeit für ihre Familie. Ich muss jeden Tag arbeiten und habe keine Zeit für meine Kinder“

Und noch viel mehr! Man fühlt sich nicht nur hilflos, sondern auch komplett ausgeliefert.
Hoffe von ganzem Herzen, dass dein Vater einen Weg findet!
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