Tumormarker

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Lilafrosch
Beiträge: 3
Registriert: 12. Januar 2017, 14:12

Tumormarker

Beitrag von Lilafrosch »

Hallo, ich bin ein neuer Betroffener,

kurz zu meiner Geschichte. Anfang Nov. wurde ich durch Whipple operiert, BSDK T3, kein Metastasen, kein Lympfbefall. Ich habe keine Chemo gemacht und bin beim Heilpraktiker in Behandlung.
Dort wird erstmal mein Immunsystem mit 5 verschiedenen Mittelchen stabil gebracht.
Im Dezember und jetzt im Januar wurden im Blut die Tumormarker gemessen.

CA 19-9 Dez. 11 Jan. 7
CEA Dez. 1 Jan. 1
M2 PK Dez. 35 Jan. 40

Durch den M2 PK hat mein Heilpraktiker gesagt, da der Wert erhöht ist geht es schon wieder los mit einem neuen Tumor. Mein Arzt meinte der Tumormarker M2 PK hätte da nichts zu sagen.

Habt ihr da Erfahrungen? Freue mich schon auf Eure Antworten.
nick0609
Beiträge: 226
Registriert: 12. Oktober 2016, 08:56

Re: Tumormarker

Beitrag von nick0609 »

Grüß Dich,

zunächst einmal: Weg vom Heilpraktiker!!! Zumindest als primär behandelnder Arzt. Gerade wenn es um Krebs geht.
Erste Ansprechstation sollte immer der Hausarzt oder Onkologe sein. Ein Heilpraktiker kann ergänzend hinzugezogen werden.

Zu der Sache mit dem Marker - und da rede ich aus persönlicher Erfahrung - Das kann einen auch in die Irre führen.
Bei mir habe ich auf eigene Kappe aufgrund von Verdauungsbeschwerden den Marker CA 19-9 bestimmen lassen. Das war im übrigen die dümmste Idee meines Lebens - Wert 49,2 U/ml (Referenz <37).
Ich hatte Todesangst und wurde komplett auf den Kopf gestellt. MRT-Abdomen, Elastase Bestimmung im Stuhl, zweimal Ultraschall und eine Endosonographie, großes Blutbild und und und.. Ergebnis: Nichts! Gar nichts! Keine Entzündung oder Tumor an der Bauchspeicheldrüse, Galle oder sonst wo. Sowas kommt eben auch bei Gesunden vor. Oder man kann auch einen Normalwert haben und dennoch ist da ein Tumor vorhanden.

Da du aber tatsächlich schon Vorbelastet bist, würde ich das eben von einem richtigen Schulmediziner abklären lassen. Heilpraktiker haben bei weitem nicht den Umfang einer medizinischen Ausbildung wie ein Onkologe oder so. Und das kann dann auch schnell mal in die Hose gehen.
Lilafrosch
Beiträge: 3
Registriert: 12. Januar 2017, 14:12

Re: Tumormarker

Beitrag von Lilafrosch »

Danke Nick für Deine Antwort,

also der Chirurg hat mich operiert - schreib im Brief das alles im gesunden entfernt wurden ist. Wie schon geschrieben Tumor 3, keine Metas, keine Lympfknoten befallen.
So dann lag ich auf der ITS, Blutwerte waren gut also runter von der ITS Normalstation, da bin ich die 10 Tage fast verhungert - grins
Nach Hause - dann hatte ich einen Termin zur Nachsorge Sono bei dem Chirurg er meinte alles ok, wir sehen uns im Mai wieder. Eine Woche später hatte ich einen Termin wegen einer prophylaktischen Chemo bei dem Onkologen in dem KKH wo ich war, der meinte zu mir, es wäre ihm sch.... egal was ich mache, ich sterbe eh spätestens in 1 Jahr. Danke für die Auskunft dann bin ich gegangen.
Mein Hausarzt meinte nur - Oh und wo steht denn die Medikation vom KKH - ah ok na dann Rezept raus (das waren Schmerztabletten, welche ich schon auf der ITS nicht genommen habe). Meine Frau hat dann gegoogelt und festgestellt das ich Enzyme brauche, also zum Hausarzt hin und ihm das gesagt. Oh ja das könnte gut sein war seine Aussage und schrieb uns Kreon auf. Seit dem ich die nehme vertrage ich das Essen super.
Was soll ich jetzt beim Hausarzt?????? Der fragt mich "Wie geht es?" - Gut - "Haben Sie Schmerzen" - Nein - dann können Sie wieder gehen. Der wusste ja noch nicht mal was von Enzymen :-(

Der Onkologe hier im KKH in unserer Stadt will mir eine Chemo geben, die will ich aber nicht, dann einen schönen guten Tag sagte er.

Und nun????
veritas
Beiträge: 448
Registriert: 29. Juli 2016, 10:58

Re: Tumormarker

Beitrag von veritas »

Hallo :)

Leider gibt es oft ziemlich beschissene Ärzte, die einem eine Heidenangst einjagen, sich überhaupt nicht kümmern oder wie dein Hausarzt da nicht so viel Ahnung von Bauchspeicheldrüsen haben (sowas kommt bei ihnen einfach nicht oft vor). Wie wäre es denn wenn du dir einen Internisten suchst, der sich um deine Drüse kümmert, deine Enzyme einstellen und regelmäßige Ultraschall- und Blutuntersuchungen macht?
Vielleicht musst du da auch ein bisschen suchen, bis du einen guten gefunden hast - aber ein guter Internist ist Gold wert!

Ich würde dir auch dazu raten, dass du einen Heilpraktiker höchstens zusätzlich zur Schulmedizin besuchst. Ein guter Heilpraktiker wird dir auch genau dazu raten.
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Cerberus
Beiträge: 577
Registriert: 28. Juli 2016, 09:04

Re: Tumormarker

Beitrag von Cerberus »

Hier scheint gar keiner der kontaktierten Mediziner plus Heilpraktiker was zu taugen. Ich würde, wenn das alles so ist wie geschildert, die komplette "Mannschaft" austauschen.
Lehnst Du allerdings Chemo ab, wird es sehr schwer bis unmöglich, einen guten Onkologen zu finden.
Aus einem verzagten Arsch kommt nie ein fröhlicher Furz. (Martin Luther) :mrgreen:
ThommyH
Beiträge: 30
Registriert: 2. Juni 2016, 17:02

Re: Tumormarker

Beitrag von ThommyH »

Wo kommst du denn ungefähr her, so dass dir mal jemand einen guten Spezialisten empfehlen kann?
Lilafrosch
Beiträge: 3
Registriert: 12. Januar 2017, 14:12

Re: Tumormarker

Beitrag von Lilafrosch »

ich komme aus hessen unweit von fulda

einen schönen tag euch allen
Allende
Beiträge: 327
Registriert: 21. Dezember 2013, 18:09

Re: Tumormarker

Beitrag von Allende »

Also grundsätzlich ist die Aussage deines Heilpraktikers nicht so falsch, der Marker wird durchaus eingesetzt. Wenn du die Kraft hast, wäre es interessant wie sich der Wert weiterentwickelt. Parallel würde ich dir ein CT oder MRT empfehlen-Schwerpunkt Leber.

Alles, alles Gute!
Farry
Beiträge: 23
Registriert: 19. Januar 2016, 10:01

Re: Tumormarker

Beitrag von Farry »

Hallo Lilafrosch,
ich lese Deine Geschichte und kann vielleicht mit meiner Erfahrung ein wenig helfen:
Ich habe ein Pankreaskarzinom (T4) mit ursrprünglich sehr vielen Metastasen in der Leber und lebe nun seit fast zwei Jahren damit. Der Tumor ist nicht operiert (das macht bei Metastasierung auch nicht soviel Sinn), ich bin fast durchgehend in Chemo-Therapie (mal mit, mal ohne immunonkologische Anti-Körper-Medikamente, mittlerweile in relativ großen Abständen), die Krankheit ist zwar immer mal in leichter "Aufwärtsbewegung", wird dann aber auch immer durch die Chemo reduziert und eingebremst. Insgesamt ein erstaunlich stabiler Verlauf, mir geht es ganz gut.

Zu den Tumormarkern, die bei mir natürlich regelmäßig neben CTs/MRTs genommen werden: Erstmal würde ich auch sagen, dass nur der CEA, und mehr noch der CA 19-9 in unserem Fall relevant sind. Hier sind die Werte, die Du genannt hattest, absolut in Ordnung! Man sollte nur Folgendes bedenken: die Werte alleine sind nicht ausreichend signifikant. Es gibt sowohl Fälle von "erhöhter CA 19-9, aber keinerlei Tumor", als auch "Wert normal, aber Tumorwerkrankung". Bei der Mehrzahl der Patienten ist es wohl wie bei mir: der Wert zeigt den Verlauf der Krebserkrankung tatsächlich an - aber das ist wohl eben nicht bei jedem Menschen so. Also: nur Tumormarker plus Bildgebung plus persönliche Befindlichkeit (z.B. Schmerzen) sind zusammen "sichere" Kennzeichen.

Was mir aber bei Deinem Bericht besonders auffällt ist, dass Du nach der OP keine Chemo machen willst. Was haben die behandelnden Ärzte denn gesagt? Es ist schon üblich, nach einer solchen OP eine Chemo zu machen, ganz einfach aus "Sicherheitsgründen", denn die OP ist keine Garantie, dass alle Tumorzellen erwischt wurden. Ausserdem können sich trotz OP ja Zellen im Blutkreislauf befunden haben, Metastasenbildung eben nicht ausgeschlossen. Natürlich ist auch die Chemo keine Garantie, aber sie nicht zu machen stellt m.E. ein größeres Risiko dar.

Ich verstehe durchaus Angst und Sorge vor einer Chemo. Aber: eine Chemo kann man schon aushalten. Nein, es ist kein Vergnügen - ich würde sie Dir in Deiner Situation aber empfehlen. Die Stärkung des Immunsystems ist absolut vernünftig - das mache ich auch! Das geht aber sehr gut zwischen den Chemo-Einheiten. Ich bin dazu bei einem Immunologen in Behandlung, der sich auf die Begleitung von Krebspatienten, die in Chemo- oder Strahlentherapie sind, spezialisiert hat.

Alles Gute!
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