ich möchte als Pankreaskarzinom-Patient meine bisher guten Erfahrungen mitteilen. Da ich zu Beginn meiner Diagnose auch sehr viel von Betroffenen gelesen und gehört habe - was mir großteils Mut machte - kann ich hiermit dem Ein oder Anderen vielleicht zumindest ein paar Anregungen geben.
Vorab: ich bin kein Arzt und will und kann keine medizinischen Ratschläge geben.
Meine Diagnose war vor etrwa einem Jahr: ein Adenokarzinom am Pankreasschwanz, ca. 4*3 cm groß (im CT) mit über 30 Metastasen in der Leber. Keine weiteren Organe mit Metastasen. CA 19-9 Wert zum Zeitpunkt der Diagnose: über 6000.
Status heute: keine Metastasen mehr im CT erkennbar, Primarius regredient, im CT noch etwa 1,8*1,5 cm sichtbar. Der CA 19-9 Wert ist seit ca. 2 Monaten im Referenzbereich, alle weiteren Werte (CEA, Leberwerte, Blutwerte) im Norm- bzw. Referenzbereich. Ich habe keinerlei Schmerzen, keine Verdauuungs- oder sonstige Beschwerden.
Therapie: ich habe von Beginn an eine Chemotherapie mit FOLFIRINOX bekommen, die im 14-Tage Rhythmus durchgeführt wurde. Zuerst alle drei Bestandteile, dann Reduktion auf FOLFOX, zuletzt nur noch das 5FU. Bis vor kurzem insgesamt 18 Durchgänge. Im gesamten Verlauf sind die o.a. Werte kontiniuierlich zurückgegangen, die CT-Bilder zwischendurch (etwa alle 3 Monate) haben auch jeweils entsprechende Rückgange gezeigt. D.h. die Chemotherapie hat angeschlagen. Nebenwirkungen: ja, bei mir vor allem die Polyneuropathie und eine doch relativ starke Übelkeit am jeweils letzten Tag der Chemo und am Folgetag. Dazu eine angegriffene Mundschleimhaut mit einem faulen Geschmack - was aber am zweiten Tag nach der Chemo jeweils verschwindet.
Parallel zur Chemotherapie habe ich eine Begleitung in einer immunologischen Praxis, die u.a. auf Krebspatienten spezialisiert ist, durchgeführt. Dort wurden permanent mein Immunsystemstatus und noch weitere Blutwerte kontrolliert. Mit Infusionen (v.a. Antioxidantien) und Thymusdrüsenextraktspritzen wurde mein Immunsystem immer zwischen den Chemos gestärkt. In der Tat habe ich mich jeweils nach den Immunsinfusionen sehr gut gefühlt. Ich kann natürlich nicht belegen, wieviel dieser Teil der Therapie geleistet hat, bin aber überzeugt, dass dies bei mir ein wichtiger Baustein war.
Weiter habe ich v.a. folgende Nahrungsergänzung/Hilfsmedikation zu mir genommen:
1) Brokkolisamen gekeimt (siehe eine Studie des DKFZ Heidelberg, auf deren website zu finden), täglich
2) Graviola (Extrakt einer südmerikanischen Pflanze, gibt es in Kapselform; auch hierzu gibt es einige Berichte und Studien), täglich aber nur außerhalb der Chemo
3) Vitamin D, zwei Kapseln pro Woche
4) Omega 3 Kapseln täglich
5) ein paar Antioxisdantien in Kapselform, die mir der Immunologe verschrieben hat - außerhalb der Chemo
Auch bei den letzten Punkten kann ich nicht "beweisen", wie wirksam das jeweils war/ist. Aber die Kombination von allem hat mich in den heutigen Zustand gebracht.
Aktuelle Prognose: den jetzigen doch ganz stabilen Zustand zu halten ist natürlich das Ziel. Es gibt keine "Musterlösung" dafür, auch keine endgültige Gewissheit. Der Vorschlag meiner behandelnden Onkologen ist: keine OP (die man jetzt theoretisch machen könnte), sondern vorerst eine "dünnere" Fortsetzung der Chemotherapie nur mit dem 5FU in größeren Abständen. Diesem Vorschlag werde ich folgen, aber die Immunssystemunterstützung natürlicvh auch fortsetzen.
Dies in Kurzform ein Bericht, der hoffentlich einigen Mut machen kann!
Nächste Kontrolle am 16.11.!