ich heiße Michael, bin 46 und ich habe mir die Bauchspeicheldrüse selbst kaputt gemacht.
Im Oktober 2017 bekam ich starke Durchfälle - bis zu 20x täglich. Von unverdauter Nahrung bis nur noch Wasser. Der Hausarzt unternahm nichts weiter bis auf Stuhlproben (drei innerhalb von 5 Wochen um Bakterien/Vieren etc. auszuschließen). Nach 5 Wochen dann die Überweisung zur Magen- und Darmspiegelung. Bei der Vorstellung bei der Internistin wurde als erstes ein Ultraschall gemacht, welches nichts Auffälliges zeigte. Zudem wurde auch Blut abgenommen.
Die Spiegelungen erfolgten dann Anfang Januar. Magen ok, Dickdarm ok. Das Blutbild zeigte einen erheblichen Eisenmangel – der Eisenwert lag bei 30. Das Minimum liegt bei 40 (Ferritin 7,4 anstatt mind. 22). Ursache für den Eisenmangel war ein desaströser Zwölffingerdarm – Schleimhäute kaputt und leichte Geschwüre. Daher kam es zum Blutverlust und dies führte zum Eisenmangel.
Das schlimme daran: Ich habe das selbst verursacht. Hatte/habe viel Stress mit meinen Eltern und habe diesen mit Alkohol (2 - 3l Bier) in Verbindung mit bis zu 10 Schmerztabletten (bunt gemischt: Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen, Thomapyrin) täglich zu bewältigen versucht. Hat natürlich nicht geholfen.
Die nun folgende Behandlung bestand aus 80mg Pantoprazol zu jeder Hauptmahlzeit für 60 Tage. Und ein Eisenpräparat mit 100mg Eisen 1x täglich für 100 Tage. Eine Behandlung durch einen Psychologen um die ganzen Probleme zu bewältigen läuft noch parallel.
Nach den 60 Tagen wurde das Pantoprazol komplett abgesetzt. Eine Woche später begannen die Durchfälle erneut.
Bis zu dieser Zeit hatte ich mittlerweile 32kg abgenommen. Das konnte ich bei einem Ausgangsgewicht von 138kg aber gut wegstecken.
Nun gab es noch die Idee den Elastasewert im Stuhl bestimmen zu lassen – und siehe da: ein Wert von 50. Seitdem nehme ich Kreon bzw. Ersatzpräparate (Kreon ist z.Z. nicht lieferbar): anfänglich 80000 Einheiten pro Hauptmahlzeit, dann reduziert auf 40000 bzw. dem Essen angepasst. Ich halte jetzt mein Gewicht, der Stuhlgang ist weich bis normal. In unregelmäßigen Abständen kommt es nochmal zu Durchfällen. Bauchgrummeln und Blähungen sind aber leider an der Tagesordnung. Ab und an nehme ich deswegen noch 20mg Pantoprazol (1 bis 2x die Woche) - aber laut Arzt wäre das nicht nötig und bekomme es auch nicht verschrieben. Aber damit ist das Wohlbefinden viel besser.
Außerdem merke ich jetzt, dass ich viele Sachen nicht/nicht mehr vertrage: Süßes und Fettiges ist nicht sehr bekömmlich, Würziges geht noch. Alkohol und Schmerztabletten jeglicher Art sind absolut tabu.
Aufgrund meiner Essgewohnheiten (von Kindheit an keinen Fisch, Fleisch, Wurst, Salat, Obst, Gemüse) wirds grad schwierig sich verträglich zu ernähren. Nur Beilagen (Nudeln, Kartoffeln, Reis) mit Tütensoßen und Pommes oder Pizza Margherita bekommen nicht mehr so gut. Und der Fleischmangel wird auch den Eisenwert wieder langsam sinken lassen.
Besteht überhaupt die Möglichkeit, dass sich die Bauchspeicheldrüse wieder erholt?