seit Juni 2017 bin ich stille Leserin hier im Forum. Bei meiner Mama (62) wurde damals ein Adenokarzinom im Pankreaskopf mit Infiltration der Leberpfortader diagnostiziert. Wie bei so vielen hier im Forum war der Weg bis zur Diagnose ein langer. 2010 und 2012 schwere Bauchspeicheldrüsenentzündungen, 2012 Gallenblase entfernt, Herbst 2016 Leistungseinbruch und mehrere Untersuchungen, CT Befunde im Bezirkskrankenhaus verschlampt und deshalb erst mehrere Monate später der erschreckende Befund.
Im Juli 2017 wurde sie magenerhaltend nach Whipple operiert. Der postoperative Tumorbefund lautete wie folgt: pT3, R0, pN0 (0/26), G1, Pn1. Meine Mama war schon immer sehr schlank und sportlich. Man kann sich vorstellen, welche Spuren die OP und die adjuvante Chemotherapie mit Gemzitabine hinterlassen haben. Die Durchfälle bekam sie lange nicht in Griff und die Chemo musste nach 4 Zyklen aufgrund des starken Gewichtsverlustes und der schlechten Verträglichkeit abgebrochen werden. Über ein Jahr nach der OP hat meine Mama nun einen BMI von 14,2. Sie wurde gerade 1,5 Monate parenteral ernährt. Das brachte gewichtmäßig nicht wirklich was, aber es hat ihr Kraft gegeben. Sie konnte den Haushalt wieder erledigen, spazieren gehen und wieder ihre Enkelkinder mitbetreuen, was ihr besonders am Herzen liegt. Jetzt will sie die parenterale Ernährung nicht mehr, was ich auch verstehe, weil's einfach keine Dauerlösung darstellt.
Sie hat die Durchfälle zwar im Griff, aber trotz ausreichender und korrekter Kreoneinnahme leidet sie unter massiven Blähungen. Sie wurde erst kürzlich positiv auf Laktose- und Fruktoseunverträglichkeit getestet und versucht jetzt darauf Rücksicht zu nehmen. Sie verwendet laktosefreie Produkte, vermeidet Lebensmittel mit höherem Fruktosegehalt und nimmt zusätzlich zu Kreon Enzyme zur besseren Laktose- und Fruktoseverwertung. Dass ihr bei dem Pillenhaufen der Appetit vergeht, kann ich ihr nicht verübeln. Sie bemüht sich trotz der Blähungen und häufigen Übelkeit ausreichend zu essen. Das Trinken fällt ihr extrem schwer. Auch dazu muss sie sich überwinden.
Es wurde erst kürzlich ein Pet Scan durchgeführt, der Gott sei Dank den Verdacht auf ein Rezidiv nicht bestätigte. Man konnte aber deutlich Entzündungen im Darm erkennen. Pilz- und Bakterienbefall wurden aufgrund der durchgeführten Darmspiegelung ausgeschlossen. Es steht jetzt noch eine Untersuchung der Gallengänge an, weil sie bereits im Juni diesen Jahres eine Cholangitis hatte und erst kürzlich unter unerklärlichen Fieberschüben litt. Ihr wurde nun eine Reha genehmigt. Meine Mama bezweifelt aber aufgrund der bisherigen Erfahrung, dass man ihr dort helfen kann.
Liebe Betroffene und Angehörige habt ihr noch einen Ratschlag, der helfen kann, damit meine Mama die Verdauung besser in Griff bekommt und wieder an Gewicht und Kraft gewinnt? Gibt es Hoffnung auf Besserung? Ich bin sehr stolz auf meine Mama. Sie ist sehr tapfer und versucht wirklich alles. Aber sie resigniert nun aufgrund ihres schlechten körperlichen Zustandes immer mehr
Ich danke euch vorab für euren Rat und eure Erfahrungsberichte. Ich wünsche allen hier im Forum viel Kraft und Zuversicht!
Beste Grüße aus Österreich
Kathrin