Guten Abend Andi,
Danke für Deine Antwort und Deine Sichtweise der Dinge
Das Leben ist leider nicht fair.
Aber ich glaube darum geht es nicht, es bringt mich nicht weiter, ich versuche im schlechten immer das positive zu sehen und da kann ich auch einiges in die Waagschale legen.
Nein ist es wirklich nicht, fair. Leider

. Früher war ich genauso. Ich konnte sehr gut aus allem schlechten, das positive heraussehen. Und wenn es mir nicht gut ging, mich aber Leute gefragt haben, wie es denn so geht, habe ich steht’s und immer gut gesagt. Mir geht es sehr gut. Und diese Autossugestion hat bei mir meist geklappt. Es ging mir dadurch tatsächlich besser, wieder gut. Mann hat mich dafür beneidet. Ich war ein Mensch dem‘s ständig gut ging. Aber seitdem das Pankreas ins Spiel kam (Du hast es mal ganz gut ausgedrückt, dass Du die Rechnung ohne das Pankreas gemacht hast), war plötzlich alles nicht mehr so lustig! Ganz im Gegenteil, meine Beschwerden empfinde ich existenzbedrohend. Teilweise haben sich Panikattacken eingeschlichen.
Ich muss wieder lernen die Kontrolle zu bekommen.
Auch ich hatte Träume und Pläne für mein Leben, manchmal wird alles über den Haufen geworfen und man muß sich neu orientieren, überlegen was jetzt zählt und wirklich wichtig ist.
Mit der Krankheit treten dann ganz andere Dinge in den Vordergrund, das Blickfeld weitet sich, auch für kleine Dinge die früher nicht so wichtig waren.
Das hast Du gut gesagt!
Für mich liegt der Schlüssel in der Dankbarkeit für das was noch geht, was ich erleben konnte, auch zurückschauend für dieses Jahr.
Mein Gesundheitszustand verschlechtert sich, die Schmerzen nehmen zu, auch das registriere ich und es macht mir manchmal Angst wie die Zukunft so aussieht.
Bei mir ist es genauso und das macht mir große Angst. Ich merke es ja. Merke wie es leider immer schlechter wird. Mit solch starken Schmerzen, die ja jetzt durch Medikamente „unterdrückt“ werden geistig zu leben, ist nicht einfach. Es kann einfach kein gutes Zeichen sein. Gott sei Dank ist die Bildgebung weitestgehend in Ordnung, das beruhigt etwas. An die Vergangenheit darf ich überhaupt nicht denken, was für eine schöne Zeit es doch war, ich werde mit diesen Gedanken noch stark melancholisch, da ich die Vergänglichkeit von allem dadurch stark im Fokus habe. Und nach vorne schauen ist auch schwierig mit dieser Erkrankung, machen wir uns nichts vor. Aber im selben Augenblick wo ich diese Zeilen schreibe, merke ich gerade, wie wichtig eine Psychotherapie für mich geworden ist. Hätte es mir vor 5 Jahren, nicht ansatzweise gedacht daß es so kommen kann. Ich war einfach sehr erfolgreich, glücklich, steht’s auf Zack. Und jetzt, jetzt fühle ich mich wie ein Wrack

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Aber ich will positiv sein, ist eine Frage der Einstellung.
Mein Glaube hilft mir sehr mich mit der Thematik auseinanderzusetzen und ich muß mich der Angst nicht hingeben.
Nach dem Warum fällt mir bei dir ein, ohne dir zu Nahe zu treten,positiv ist, das du den Alkohol sein läßt, das bewahrt dich bestimmt vor schlimmeren, man rutscht schnell ab.
Bitte sehe deine Krankheit nicht als Strafe.
Da hast du ja ganz schnell losgelassen, gut gemacht, psychologische Beratung ist immer gut, wenn es paßt miteinander, das nehme ich auch in Anspruch und bin froh darüber. Meine Psychologin sitz im Rollstuhl, sie ist da sehr mitfühlend, was Krankheit angeht.
Ja es ist eine Frage der Einstellung mit dem positiv sein. Alles spielt sich im Kopf ab. Und, Du trittst mir nicht Nahe mit Alkohol. Ich hatte nie ein Problem damit, offen drüber zu sprechen. Ich habe mich ja auch nie als Alkoholiker gesehen. Ich habe ohne körperliche Probleme, von einem auf den anderen Tag aufgehört zu trinken. Psychisch allerdings, trauer ich schon den einen oder anderen Tropfen Wein hinterher. Ich muss schmunzelnd dazu sagen, dass ich großer Weinsammler bin und sehr sehr teure Tropfen im Keller habe. Da bin ich dann doch sehr traurig drüber, mir nie mehr mal einen schönen Château zu öffnen. Ich war halt ein Genussmensch.
Das paradoxe ist, dass ich allerdings noch rauche, habe mir aber zum Neujahresbeginn schwer vorgenommen dies zu ändern. Große Hoffnung setze ich aber auch an die Psychotherapie. Klar, was das Rauchen anbelangt kann sie nur begleitend helfen. Das ist klar.
Na was ich gerne noch gesagt haben möchte ist, dass ich nicht gerne vor meiner Mutter von diesem Planeten gehen möchte, und ich habe eine junge Mutter. Dies würde Sie nicht verkraften. Und nach meinen Kindern möchte ich auch nicht gehen, wenn es anders wäre, dies würde ich nicht verkraften.
Jetzt habe ich mich hier im Forum aber ganz schön geöffnet, ist sehr seltsam für mich gerade, da ich über mich, bei fremden Leuten, nicht gerne erzähle. Es gibt ein Sprichwort, welches lautet; wer nach allen Seiten offen ist, der ist nicht ganz dicht. Und in der Psychotherapie bin ich hier ja auch nicht. Ist schon ein komisches Gefühl im Forum zu schreiben. Ich habe da auch keine Erfahrungen.
Ich wünsche Dir eine schöne Adventszeit und Gute Besserung
Dankeschön, das wünsche ich Dir und allen anderen, die hier lesen auch
Tomas von Hindenburg