Whipple OP

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Timo271196
Beiträge: 3
Registriert: 26. April 2019, 17:19

Whipple OP

Beitrag von Timo271196 »

Hallo zusammen,

mein Vater musste am 22.01 ins Krankenhaus, da er gelbe Augen hatte. Er hatte ein Drücken im Oberbauch war aber ansonsten beschwerdefrei.
Am 23.01 nach dem CT und MRT kam die Vermutung auf, dass es ein Pankreaskarzinom sein könnte. Am 24.01 wurde er direkt vom Oberarzt der Kliniken des MTK in Bad Soden (Dr. Winkels) erfolgreich operiert und der Tumor wurde komplett entfernt.. Eine Woche später dann die Diagnose, dass der Tumor bösartig war und 1 von 16 entfernten Lymphknoten befallen war.
Er war danach knapp 1 Woche auf Intensivstation mit Komplikationen wie einer Lungenentzündung und einer Lunge, die nicht ganz selbstständig atmen konnte.
Dann kam er auf die normale Station für 2 Tage, musste dann jedoch wieder auf Intensiv, da die Wunde im Magen etwas geblutet hat und er dadurch sehr großen Schwindel hatte. Er wurde dann nochmals operiert und die Wunde wurde neu verschlossen.
Dann war er wieder auf der normalen Station und hat wieder angefangen zu laufen, essen und war eigentlich relativ 'stabil'. Er hat dann noch den Port für die vorsorgliche Chemotherapie bekommen..

Am 15.02 war er sehr gut drauf und ich war noch bis knapp 19:30 bei ihm und dann kam nachts um 22:30 der Anruf, dass er sehr viel Blut verloren hat und er nochmal operiert werden muss. Bei dieser OP wurde die ganze Bauchspeicheldrüse, Milz und ein großer Teil vom Magen entfernt. Um 03:00 kam dann der Anruf, dass wir bitte kommen sollen, da er sich von dieser OP der Kreislauf nicht mehr erholt hat. Er hat knapp 4,5 Liter Blut verloren, da eine Arterie in der Nähe der Milz geplatzt ist. Laut dem Chefarzt eine ganz seltene Komplikation der Whipple OP.

Hat jemand auch schon solche Erfahrungen gemacht oder auch bei der Whipple OP große Komplikationen gehabt?

Freundliche Grüße
Lillyfee
Beiträge: 135
Registriert: 25. Februar 2019, 16:01

Re: Whipple OP

Beitrag von Lillyfee »

Hallo Timo,
bei mir ist während der Whipple OP die Vena lienales geplatzt somit hat die ganze OP über neun Stunden gedauert. Komplikationen können leider immer auftreten.
LG
Jannemann
Beiträge: 2
Registriert: 30. Mai 2019, 16:09

Re: Whipple OP

Beitrag von Jannemann »

Viele der beschriebenen Symptome kenne ich auch.

Ich, damals 52, wurde am 2.1.2017 gewhippelt. Ich bin zwar seitdem krebsfrei - was schon fast an ein Wunder grenzt, da im angrenzenden, weggeschnittenen Fettgewebe auch 2 Lymphknoten befallen waren -, aber habe immer noch erhebliche Probleme. Von Anfang an fühlte sich der Bauch wie ein Fremdkörper an. Essen wird trotz enorm hoher Kreon Dosierung eigentlich immer in Form von Durchfall abgeführt. Ständige Blähungen verursachen ständige Schmerzen, die soweit gehen können, dass ich nur mit angezogenen Beinen auf der linken Seite liegen kann und es ist dabei vollkommen egal, ob ich als blähend geltende Lebensmittel esse oder meide. Mein Oberbauch steht auf Höhe der Narbe inzwischen gut 10 cm aus meinem Körper heraus und es fühlt sich ständig an, als ob er reißen würde. Schüttelfrostattacken habe ich auch ca. einmal wöchentlich.

Ich versuche die ganzen Symptome so weit wie möglich zu ignorieren. Aber körperliche Belastung schlaucht mich so sehr, dass ich anschließend liegen muss. Beim Fahrradfahren, was so ziemlich die einzige Bewegung ist, die ich ohne Schmerzen ausüben kann, bin ich schon ein paar Mal ohnmächtig geworden. Ich bin vom Amtsarzt/Gutachter dauerhaft berufsunfähig geschrieben worden und habe zum Glück eine private BU, die anstandslos zahlt. Von daher muss ich mir wenigstens keine Alltagssorgen machen.

Die whipple OP ist so umfangreich und die Körper so verschieden, dass unzählige Kompilationen und Probleme auftreten können. Aber um ehrlich zu sein, wiegt das alles nicht so viel, wenn man bedenkt, dass man einer der wenigen Patienten sein könnte, die den Mist überleben.

Kopf hoch!
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