Whipple-OP: kein Krebs, aber auch keine Freude darüber

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

Hier haben Sie als Betroffene(r) und/oder ratsuchende(r) Besucher(in) dieser Plattform die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen oder Hilfestellung zu geben.
gitarero
Beiträge: 1
Registriert: 14. Mai 2012, 10:50

Whipple-OP: kein Krebs, aber auch keine Freude darüber

Beitrag von gitarero » 12. Mai 2019, 17:26

Trotz modernster Diagnostik gelingt die Feststellung eines Pankreaskarzinoms manchmal erst durch die Whipple-OP. Bei mir war das in 2011 der Fall. Ich hatte zwar keinen Krebs, kann ich aber bis heute nicht darüber freuen. Denn ich wurde durch die OP von einem Tag zum anderen zu einem sehr kranken Menschen. (Diabetes, voll erwerbsgemindert, miserable Verdauung, chronische Schmerzen u.v.m.)
Meine Frage: Gibt es hier im Forum noch andere Betroffene und wenn ja, wie geht Ihr mit der Situation mental um?

Lillyfee
Beiträge: 62
Registriert: 25. Februar 2019, 16:01

Re: Whipple-OP: kein Krebs, aber auch keine Freude darüber

Beitrag von Lillyfee » 12. Mai 2019, 18:24

Habe die OP im November über mich ergehen lassen, mir geht es soweit ganz gut, bekomme nur den Zucker nicht in den Griff. Habe teilweise Werte an 400 trotz Insulin, manchmal glaube ich das wirkt nicht, obwohl ich mit dem Essen schon sehr aufpasse. Schmerzen liegen im erträglichen Bereich. Das mit der Verdauung nervt mich allerdings auch. Ich stehe jeden morgen auf und sage mir: Alles wird gut, dann habe ich Phasen da falle ich in ein tiefes Loch, weil ich es nicht gewohnt bin andere um Hilfe zu bitten. Vorher konnte man ja doch alles alleine machen heut ist man eingeschränkt. Am meisten nervt mich die lahme Arbeitsweise der Rentenanstalt. Erst wurde mein Antrag vom Dezember verschludert jetzt warte ich wieder 4 Wochen auf einen Termin beim Gutachter. Da frage ich mich wofür bist du 40 Jahre arbeiten gegangen. :denk:

Emilia812
Beiträge: 30
Registriert: 27. November 2018, 10:34

Re: Whipple-OP: kein Krebs, aber auch keine Freude darüber

Beitrag von Emilia812 » 14. Mai 2019, 09:17

Hallo ihr Lieben, auch ich wurde 2007 teiltektomiert und hatte in 2018 ein Rezitiv und unterzog mich einer erneuten OP und habe nun die Bauchspeicheldrüse ganz raus, dazu Milz, Zwölffingerdarm, Galle ein Stück vom Magen. Mir gehts soweit ganz gut. Ich kann alles Essen. Auch ich habe Zucker mal oben/mal unten . Ich sage mir, ich habe die Krankheit, die Krankheit hat nich mich. Ich gehe zum Sport 5 x die Woche (und bin inzwischen 73) auch tägliches nur 'Spazierengehen' reicht anfänglich. Mit meinem Zucker geht es auch nicht so optimal. Ich habe versucht rauszufinden, wann ich nach oben gehe und herausgefunden, dass Stress (auch das ständige Denken an die Krankheit macht Stress) gar nicht gut tut. Versuche mal 'Süsses' zu meiden zumindest minimieren. Klar braucht der Körper auch lange, bis der Stoffwechsel sich auf die neue körperliche Situation eingestellt hat. Jeden Tag denken, schön dass es micht gibt, ich mach das Beste draus. Ich weiss ich hab gut reden, aber es hilft , wenn auch in kleinen Schritten. Die Übelkeit würde ich nochmal beim Arzt abklären, von was die kommt.

V iel Erfolg und Glück

Emilia812

Portugal
Beiträge: 53
Registriert: 9. Juni 2012, 13:13

Re: Whipple-OP: kein Krebs, aber auch keine Freude darüber

Beitrag von Portugal » 14. Mai 2019, 10:54

Guten Morgen,
ich habe eine ähnliche Operation im Jahr 2011 gehabt und bin seitdem auch voll erwerbsgemindert. Ich habe immer wieder Probleme mit einer Cholangitis? Fieber und Bakterien. Seit einem Jahr habe ich das Gefühl das es mir besser geht. Ich denke, man muss viel Geduld mit seinem Körper haben und immer wieder versuchen, sich zu bewegen und viel Sport machen( auch Spazierengehen und Treppensteigen zählt. ) MIr hilft es mit der Bewegung den Kopf frei zu bekommen.

Liebe sonnige Grüße

Tomas von Hindenburg
Beiträge: 166
Registriert: 19. Oktober 2018, 09:37

Re: Whipple-OP: kein Krebs, aber auch keine Freude darüber

Beitrag von Tomas von Hindenburg » 14. Mai 2019, 14:19

Guten Tag,
Trotz modernster Diagnostik gelingt die Feststellung eines Pankreaskarzinoms manchmal erst durch die Whipple-OP. Bei mir war das in 2011 der Fall. Ich hatte zwar keinen Krebs, kann ich aber bis heute nicht darüber freuen. Denn ich wurde durch die OP von einem Tag zum anderen zu einem sehr kranken Menschen. (Diabetes, voll erwerbsgemindert, miserable Verdauung, chronische Schmerzen u.v.m.)
Das tut mir sehr leid, wenn ich so etwas lese, wie es Ihnen ergangen ist.
Aber wie meinen Sie das, dass trotz modernster Diagnostik man diesen Krebs erst durch das Aufschneiden und Freilegen des Organs diagnostizieren kann? Wenn ich so etwas lese, das macht mir schon große Angst muss ich sagen. Denn auch ich bin mittlerweile Schmerzpatient, bei nahezu unauffälliger Bildgebung. Ich kann mit Ihnen Mitfühlen, da ich mich auch „sehr sehr krank“ fühle und jeder Tag symptomatisch zu einer reinsten Qual wird.

Viele Grüße
Tomas von Hindenburg
Bevor Sie bei sich selbst eine schwere Depression oder Antriebsschwäche diagnostizieren, stellen Sie sicher, dass Sie nicht komplett von Arschlöchern umgeben sind. — „Siegmund Freud“

Lillyfee
Beiträge: 62
Registriert: 25. Februar 2019, 16:01

Re: Whipple-OP: kein Krebs, aber auch keine Freude darüber

Beitrag von Lillyfee » 14. Mai 2019, 16:58

Emilia812 hat geschrieben:
14. Mai 2019, 09:17
Hallo ihr Lieben, auch ich wurde 2007 teiltektomiert und hatte in 2018 ein Rezitiv und unterzog mich einer erneuten OP und habe nun die Bauchspeicheldrüse ganz raus, dazu Milz, Zwölffingerdarm, Galle ein Stück vom Magen. Mir gehts soweit ganz gut. Ich kann alles Essen. Auch ich habe Zucker mal oben/mal unten . Ich sage mir, ich habe die Krankheit, die Krankheit hat nich mich. Ich gehe zum Sport 5 x die Woche (und bin inzwischen 73) auch tägliches nur 'Spazierengehen' reicht anfänglich. Mit meinem Zucker geht es auch nicht so optimal. Ich habe versucht rauszufinden, wann ich nach oben gehe und herausgefunden, dass Stress (auch das ständige Denken an die Krankheit macht Stress) gar nicht gut tut. Versuche mal 'Süsses' zu meiden zumindest minimieren. Klar braucht der Körper auch lange, bis der Stoffwechsel sich auf die neue körperliche Situation eingestellt hat. Jeden Tag denken, schön dass es micht gibt, ich mach das Beste draus. Ich weiss ich hab gut reden, aber es hilft , wenn auch in kleinen Schritten. Die Übelkeit würde ich nochmal beim Arzt abklären, von was die kommt.

V iel Erfolg und Glück

Emilia812
Huhu Emilia812, was sagt dein Diabetologe zu den Zuckerwerten? Ich habe jetzt für mich fest gestellt das mein Essensinsulin wenn ich in den Oberschenkel spritze nicht mehr wirkt. Hatte einen Zucker von 400, gespritzt und auch nach 2 Stunden tat sich nichts, dann in den Bauch gespritzt und alles ist bestens. Stress tue ich mir nicht an wirkt sich Negativ auf den Zucker aus ;) ;) Ich sage mir auch immer, ich habe diese Krankheit und muss damit leben, Hauptsache Leben :prost:

Lillyfee
Beiträge: 62
Registriert: 25. Februar 2019, 16:01

Re: Whipple-OP: kein Krebs, aber auch keine Freude darüber

Beitrag von Lillyfee » 14. Mai 2019, 17:04

Tomas von Hindenburg hat geschrieben:
14. Mai 2019, 14:19
Guten Tag,
Trotz modernster Diagnostik gelingt die Feststellung eines Pankreaskarzinoms manchmal erst durch die Whipple-OP. Bei mir war das in 2011 der Fall. Ich hatte zwar keinen Krebs, kann ich aber bis heute nicht darüber freuen. Denn ich wurde durch die OP von einem Tag zum anderen zu einem sehr kranken Menschen. (Diabetes, voll erwerbsgemindert, miserable Verdauung, chronische Schmerzen u.v.m.)
Das tut mir sehr leid, wenn ich so etwas lese, wie es Ihnen ergangen ist.
Aber wie meinen Sie das, dass trotz modernster Diagnostik man diesen Krebs erst durch das Aufschneiden und Freilegen des Organs diagnostizieren kann? Wenn ich so etwas lese, das macht mir schon große Angst muss ich sagen. Denn auch ich bin mittlerweile Schmerzpatient, bei nahezu unauffälliger Bildgebung. Ich kann mit Ihnen Mitfühlen, da ich mich auch „sehr sehr krank“ fühle und jeder Tag symptomatisch zu einer reinsten Qual wird.

Viele Grüße
Tomas von Hindenburg
Es ist leider so das man es erst sieht wenn man aufgeschnitten wurde. Bei mir wurde erst eine Abtragung gemacht, dann über 2 Jahre alle 6 Monate Kontrolle. Als es dann grösser wurde hat man sich entschlossen die OP durch zu führen. Hat man denn bei dir mal einen Tumormarker gemacht? Man hat es in der Fachklinik mit Verwunderung aufgenommen, dass dieser Marker trotz geringer Kosten( Ca 25€) nie gemacht wurde.

Emilia812
Beiträge: 30
Registriert: 27. November 2018, 10:34

Re: Whipple-OP: kein Krebs, aber auch keine Freude darüber

Beitrag von Emilia812 » 14. Mai 2019, 18:39

Hallo Lillyfee, mein Diabetologe meint ich sei keine Maschine und ich sollte mit meinenm Langzeitzucker von 7,2 zufrieden sein(bin ich nicht) haha; ICH WÄRE WOHL KEIN #ECHTER# DIABETIKER SONDERN EIN MENSCH OHNE Bauspeicheldrüse meinte er und mein Körper hätte nicht mehr den normalen Stoffwechsel. Aber was noch ein Versuch wert ist, mal zu prüfen was an Kreon notwendig ist. Ich hatte zu wenig genommen und mein Zucker war höher. Auch die Kreon sind wichtig. Also pro Gr.Fett/2.000 Lipase ist so ein Maßstab der anzunehmen wäre. Was natürlich auch wiederum von Patient zu Patient unterschiedlich sein kann.
Probieren ob's besser wird. Auch verzögert spritzen, wenn sehr fettig gegessen wird. All das ist auch für uns wichtig. Naja wir werden wohl immer am Probieren/Studieren sein und wie alle nicht dahinter kommen, warum das nicht so genau klappt. Jeden Tag heißt es auf zur neuen Runde!.

LG Emila812

Tomas von Hindenburg
Beiträge: 166
Registriert: 19. Oktober 2018, 09:37

Re: Whipple-OP: kein Krebs, aber auch keine Freude darüber

Beitrag von Tomas von Hindenburg » 14. Mai 2019, 19:36

Hallo, guten Abend!
Es ist leider so das man es erst sieht wenn man aufgeschnitten wurde. Bei mir wurde erst eine Abtragung gemacht, dann über 2 Jahre alle 6 Monate Kontrolle. Als es dann grösser wurde hat man sich entschlossen die OP durch zu führen. Hat man denn bei dir mal einen Tumormarker gemacht? Man hat es in der Fachklinik mit Verwunderung aufgenommen, dass dieser Marker trotz geringer Kosten( Ca 25€) nie gemacht wurde.
Auch Sie schreiben dass man es erst sieht wenn man aufgeschnitten wird. Aber Sie hatten ja vorher schon was gehabt, irgendetwas wurde ja gesehen im Anfangsstadium, oder? Was für eine Abtragung und Kontrolle über 2 Jahre? Und was wurde größer? Doch wohl das was identifiziert wurde? Oder?
Ich stelle diese Fragen vor Neugier, um daraus zu lernen. Ja Tumormarker wurde gemacht, war aber soweit ok.
Umso trauriger zu hören, dass das bei Ihnen noch nie gemacht wurde. Ein Skandal. Ich überlege von daher mir den Marker in regelmäßigen Abständen selbst bei einem Labor bestimmen zu lassen. Die Ärzte sind dann doch zu geizig so mein Empfinden. Es soll 1x jährlich alles gemacht werden bei mir. Tumormarker, CT, MRCP. Ich hoffe das reicht :denk:
Bevor Sie bei sich selbst eine schwere Depression oder Antriebsschwäche diagnostizieren, stellen Sie sicher, dass Sie nicht komplett von Arschlöchern umgeben sind. — „Siegmund Freud“

thphilipp
Beiträge: 842
Registriert: 2. November 2010, 07:17

Re: Whipple-OP: kein Krebs, aber auch keine Freude darüber

Beitrag von thphilipp » 15. Mai 2019, 08:16

Leider reicht das überhaupt nicht. Daher gibt es für das Pankreaskarzinom auch kein Schema zur Vorsorge. Ich mache alles jährlich (MRT/MRCP, Blut, Stuhl, Endosono, usw.) und alle 3 Monate Blut, Stuhl, Tumormarker etc.

Wenns denn sein soll und gerade nach einer jährlichen Kontrolle entsteht der Krebs bringt das überhaupt nichts und den Krebs bei einer jährlichen Kontrolle so
im Anfangsstadium zu finden das er vielleicht noch heilbar wäre ist wohl ein Lottogewinn.

Antworten