Psyche oder nicht? das ist oft die Frage

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Sterntaler
Beiträge: 141
Registriert: 23. August 2017, 09:39

Psyche oder nicht? das ist oft die Frage

Beitrag von Sterntaler »

Hallo Ihr Lieben,
vielleicht interessiert Ihr Euch ja für meine kleine Geschichte? Ich leg´mal los:
Bevor mein Papillenkarzinom in 2000 entdeckt wurde, zog ich etliche Untersuchungen durch und rannte von Arzt zu Arzt. Leider sagte man mir immer wieder, dass meine Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, körperliche Schwäche und Antriebslosigkeit, Rückenschmerzen und Appetitlosigkeit psychischer Natur seien, worauf man mich dann zum Psychologen schickte (aufgrund meiner PTBS), der mir erst mal ein Antidepressivum verschrieb. Ich nahm immer mehr an Gewicht ab und lag nur noch apathisch herum.
Eines Morgens wachte ich auf und mir war "kotzübel." Ich schaute in den Spiegel und entdeckte ein gelbes Gesicht (besonders das Augeninnere). Als ich später in die Toilettenschüssel schaute, war mein Stuhl breiig und pechschwarz und mein Pipi war dunkelbraun. Ich war total erschrocken und man brachte mich sofort zum HA, der mich unverzüglich ins Krankenhaus einwies, wo ich dann 2 Tage später gewhippelt wurde.
Irgendwann hat sich mein HA dafür entschuldigt, dass er mein BSD-Karzinom bei der Sono übersehen hätte, worauf er sich ein neues, präziseres Ultraschall-Gerät anschaffte. Ich fand das wirklich eine nette Geste von ihm.
Einige Ärzte haben immer noch das Problem zu erkennen, dass Körper, Geist und 'Seele eine Einheit bilden und ganzheitlich eine Krankheit betrachten/behandeln müssen. Und wie seht Ihr das? fragt grüßend

Sterntaler
DOKASCH
Beiträge: 419
Registriert: 18. Mai 2017, 20:26

Re: Psyche oder nicht? das ist oft die Frage

Beitrag von DOKASCH »

Sterntaler da hast du recht anstatt daß alles zusammen betrachtet wird , wird nur das einzelne betrachtet anstatt alles zusammen. Ich habe als junge Frau 1 Kind damals eine Panik.Angststörung entwickelt wurde mit Lexotanil abgespeißt und ich wäre zu jung für die Psychiatrie. Zum Glück habe ich das ganze mit skepsis betrachtet denn diese medis machen schnell abhängig und durch eine neue schwangerschaft hatte ich einen Grund diese ganz abzusetzen. Immer wenn ich was hatte wurde alles darauf geschoben daß ich überfordert wäre. 5 Kinder halbtags arbeitend , Schwiegermutter Pflegebedürftig usw.. Wenn ich Schmerzen im oberen Rücken hatte hieß es beim Orthopäden wenn man da Schmerzen hätte wäre es was inneres, dabei versorg der angeschlagene Wirbel ( habe ich nach gelesen ) den Bereich der Pankreas. Gut es wurden dann ab und zu spezielle Untersuchungen gemacht aber immer alles extra immer bei einem anderen Arzt wenn man fragt ob das und das zusammenhängen könnte heißt das nein jeder schaut nur auf sich. Im Krankenhaus wo ich jahrelang gearbeitet habe habe ich diese Veränderungen ganz krass zum Teil mitbekommen und ich glaube daß es noch schlimmer geworden ist. In letzter Zeit hatte ich das Gefühl wo freunde auf einer interdiszipliären Station lagen daß es da etwas ganzkörperlich zu ging . Ich möchte manchmal schon ernster genommen werden und im ganzen gesehen werden . Ich habe hohen Blutdruck und nehme regelmäßig Medis aber ich glaube ich habe im KH als der Blutdruck unten war die gleiche Dosis bekommen wie vorher und da tut man sich dann schon schwer um wieder auf die Füße zu kommen wenn Kreislauf im Keller ist.
Hoffentlich habe ich jetzt nicht soviel geschrieben ich neige leider zum Roman schreiben
Dorothea
Andi
Beiträge: 1060
Registriert: 15. Februar 2011, 20:42

Re: Psyche oder nicht? das ist oft die Frage

Beitrag von Andi »

:hallo:
Leider ist es so nach meiner Erfahrung, das wenn der Arzt keine Ursache für die Beschwerden findet wird das ganze Problem auf die Psyche geschoben, nur deswegen weil die Ärzte allwissend sein wollen.
In Wirklichkeit ist die Erforschung der Pankreas erst am Anfang, nur gibt man das ungern zu.
Wäre ich nicht so hartnäckig gewesen, hätte mein Weg auf anraten der Ärzte in die Psychiatrie geführt und ich wäre warscheinlich schon tot.
Gott sei Dank habe ich nicht das gemacht, was die Ärzte wollten, entschuldigt hat sich bis heute keiner, ich selber muss mit den Beschwerden einer chronischen Pankreatitis leben, wegen einer unzureichenden Diagnostik damals vor 25 Jahren.
Eins möchte ich noch sagen, auch eine psychiatrische Behandlung hat Nebenwirkungen, man sollte kranke Menschen nicht in die Klappse schicken, nur weil man sonst keine andere Diagnose stellen kann, leider wird das viel zu oft gemacht.
Ich denke jeder kranke Mensch spürt am ehesten selber ob was mit der Psyche nicht stimmt, wenn man mal in sich hinein horcht. Ich mag es nicht den Leuten was einzureden was nicht ist.
Mein Glaube gibt mir halt im Leben und ich komme innerlich zur Ruhe.

Schönen Abend noch
Lg Andi
DOKASCH
Beiträge: 419
Registriert: 18. Mai 2017, 20:26

Re: Psyche oder nicht? das ist oft die Frage

Beitrag von DOKASCH »

Hallo Andy,
Schön hast du es gesagt, Danke.
Allen einen guten tag
Dorothea
Sterntaler
Beiträge: 141
Registriert: 23. August 2017, 09:39

Re: Psyche oder nicht? das ist oft die Frage

Beitrag von Sterntaler »

Ich grüße Euch,
unter einem anderen Thema "Verschiedenes" habe ich auch erwähnt bezw betont, dass mir das Beten wichtig ist. Und wenn die Schmerzen oder mein Dasein zu heftig werden, dann schicke ich ein Stoßgebet zu meinem Schöpfer, lasse los, gebe ab und lege meine Leben in seine Hände. Dieses Gefühl, das sich daraus entwickelt alleine hilft mir schon, mehr Kraft und Ruhe zu schöpfen und weiterzumachen. Seit der BSD-Erkrankung bin ich noch dankbarer und demütiger geworden. Ich weiß auch die kleinen Dinge mehr zu schätzen, die ich früher als selbstverständlich einstufte.
Das Buch "Schicksal als Chance" hat mir eine andere Sichtweise geschenkt.
@ Ich denke das schöpfen von Schöpfer abgeleitet wird. Das würde ja dann passen.
Andi
Beiträge: 1060
Registriert: 15. Februar 2011, 20:42

Re: Psyche oder nicht? das ist oft die Frage

Beitrag von Andi »

:hallo:
Ich sehe das auch so wie Sterntaler.
Die Frage ist, wo finde ich für mein Leben halt bzw. auch einen Sinn. Die Krankheit zieht einem die Füße unter dem Boden weg, Pläne im Leben werden über den Haufen geworfen, vieles wird anders, der Blick verändert sich, dann ist es gut wenn man Hilfe verspürt, das es jemanden gibt der die ganze Sache im Griff hat, einen Gott der einem auffängt wenn das Leben aus den sicher geglaubten Bahnen gleitet.
Die Angst vor der Zukunft steht nicht mehr an erster Stelle, den das Leben hier auf der Erde ist nicht das Ende.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, mich an vielen kleinen Dingen zu erfreuen, dankbar zu sein für das was noch geht, diese Dankbarkeit hilft positiv zu denken, damit man nicht in Depressionen versinkt und aufgibt, das heißt nicht, das es auch bei mir Zeiten des Zweifels gibt.
Ich möchte dankbar sein, auch für schwere Zeiten, denn dort habe ich das Meiste gelernt für mein Leben.
Wie heißt es: Der Glaube versetzt Berge
In diesem Sinne allen Betroffenen noch einen schönen Tag und danke für dieses Thema, auch darüber sollte man sich austauschen.

Lg Andi :daumenh:
Sterntaler
Beiträge: 141
Registriert: 23. August 2017, 09:39

Re: Psyche oder nicht? das ist oft die Frage

Beitrag von Sterntaler »

Ich finde es ermutigend, wenn man Gleichgesinnte trifft und sich auf der selben Wellenlänge bewegt. Das gibt unheimlich viel Kraft zum Weitermachen.
Manchmal besuche ich dieses Forum für Monate nicht (weiß auch nicht warum), aber dann überkommt mich eine tiefe Sehnsucht danach und ich spüre, wie gut es mir tut. Hier werde ich verstanden, fühle mich gut aufgehoben und bekomme zusätzlich noch Streicheleinheiten für die Seele.
Und das alles frei Haus.

DANKE!!!!!
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