Liebe Community,
ich bin 54 Jahre alt, 1m68 und wiege 60 KG. Bisher, dachte ich, in super Verfassung, sehr sportlich und gesund lebend. Gastritis und Refluxprobleme sehr gut im Griff (nur noch sporadisch). Seit sechs Jahren immer wieder Stechen und Zwicken unter dem linken Rippenbogen (mittig).. Da Ultraschall und das Blutbild ok waren und auch sonst keine Symptome da waren, dachte ich an eine Sehnenentzündung (lt. Dr. Google). Mit der Zeit bemerkte ich (9 Kg über Zeitraum von 1,5 Jahren), dass ich immer mehr an Gewicht verlor (werde ständig darauf angesprochen, allerdings habe ich sehr viel mehr Bewegung und Abendessen vor 18 Uhr). Das Gewicht scheint sich jetzt eingespielt zu haben. Aufgrund der Gewichtsabnahme wurden mir drei Mal Tumormarker genommen. Das Blutbild und Tumormarker waren und sind in Ordnung. Seit geraumer Zeit fiel mir ein immer wieder auftretender Blähbauch auf, sowie die Tatsache, dass ich mein geliebtes alkoholfreies Hefeweizen nicht mehr richtig vertrug.
Nun der Schock bei der jährlichen Bauchraumschallung. Läsion an BSD-Kopf. MRT ( 4x5mm ), Verdacht auf Verkalkung. Das Pankreaszentrum möchte Biopsie machen, um Zysten oder Tumor unter Verkalkung auszuschließen. Der Professor des Zentrums meinte, dass ich eine chron. Pankreatitis hätte. Falls Krebszellen vorhanden wären, müsste es lt diesem Prof. im Anfangsstadium sein. Die Endosonographie zieht sich aufgrund Corona in die Länge und meine Angst ist inzw. so groß, dass ich kaum noch funktionieren kann.
Meine Fragen:
1. Bedeutet eine Verkalkung immer eine fortgeschrittene Pankreatitis, bei praktisch sehr wenigen Symptomen?
2. Der Pankreaskopf ist doch im Oberbauch, warum tut es dann „nur“ unter der Rippe stechen, wo sich der Pankreasschwanz befindet? Ich verstehe das anatomisch nicht?
3. Sollte die Verkalkung, sofern keine Zysten und Tumorzellen vorhanden sind, auf jeden Fall, minimalinvasiv entfernt werden, um das Fortschreiten des BSD-Verfalls aufzuhalten bzw vielleicht schmerzhafte Entzündungsvorgänge in der Zukunft zu vermeiden? Hat diesbzgl. jemand Erfahrungswerten?
Ich weiß, am Ende geht es nur um Krebs ja oder nein. Vielen Dank für Eure Antworten.
Verkalkung
-
wasistes
Re: Verkalkung
Hallo und willkommen im Forum,
wurde ein MRCP gemacht?
Damit lässt sich die Gangstruktur der Bauchspeicheldrüse recht gut darstellen.
Die allermeisten invasiven Läsionen bzw. Vorläuferläsionen eines PC entstehen aus den Zellen des Hauptganges, einige an den Nebengängen.
Verkalkungen können auch ein PC hinweisen, aber treten auch wie du schon sagtest bei einer chronischen Pankreatitis auf, nach vorhergehenden Entzündungen (meistens Schüben), weiterhin wurde mir auch gesagt das Verkalkungen bei einigen im höheren Alter auftreten können.
Ich würde mich erstmal nicht verrückt machen lassen, mir wurde damals in einer Sonographie auch Schollenreiche Verkalkungen diagnostiziert, was dann aber in späteren Endosonographien wiederlegt wurde.
Generell sind Sonographien sehr Untersucherabhängig, was ihre Aussagekraft angeht, sonst hat es ein wenig was von "Teesatz" Lesen, sprich wenn der Schaller unerfahrener ist.
Würde die Endosonographie daher unbedingt in einem Pankreaszentrum machen, wo jährlich im Durchschnitt mehr als 40 Untersuchungen gemacht werden.
Der Gewichtsverlust ist natürlich besorgniserregend, ich denke aber es ist gut das du in einem Pankreaszentrum angebunden bist.
Falls nicht geschehen lass auch ein MRCP machen. Die Bilder kannst du dann auch nach Bochum oder in ein anderes Referenzzentrum zur Zweitbegutachtung übersenden.
Bezüglich der Schmerzen:
Viele klagen hier über ziehende Schmerzen unterhalb der Rippenbogen. Meine Theorie dazu ist, dass diese eine sekundäre Folge eines geschädigten Pankreas darstellt.
Die Verdauungsleistung wird eingeschränkt, der Speisebrei nicht mehr vollständig im Dünndarm durch Enzyme gespalten, was dann zur Folge hat das im oberen Dickdarm, so sich besonders viele Bakterien der Darmflora befinden, auf unverdaute Bestandteile der Nahrung "stürzen". Die Folge ist eine starke Luftbildung (Meteorismus), bzw. ein Blähbauch.
Der obere Dickdarm verläuft übrigens genau unter den Rippenbogen entlang.
wurde ein MRCP gemacht?
Damit lässt sich die Gangstruktur der Bauchspeicheldrüse recht gut darstellen.
Die allermeisten invasiven Läsionen bzw. Vorläuferläsionen eines PC entstehen aus den Zellen des Hauptganges, einige an den Nebengängen.
Verkalkungen können auch ein PC hinweisen, aber treten auch wie du schon sagtest bei einer chronischen Pankreatitis auf, nach vorhergehenden Entzündungen (meistens Schüben), weiterhin wurde mir auch gesagt das Verkalkungen bei einigen im höheren Alter auftreten können.
Ich würde mich erstmal nicht verrückt machen lassen, mir wurde damals in einer Sonographie auch Schollenreiche Verkalkungen diagnostiziert, was dann aber in späteren Endosonographien wiederlegt wurde.
Generell sind Sonographien sehr Untersucherabhängig, was ihre Aussagekraft angeht, sonst hat es ein wenig was von "Teesatz" Lesen, sprich wenn der Schaller unerfahrener ist.
Würde die Endosonographie daher unbedingt in einem Pankreaszentrum machen, wo jährlich im Durchschnitt mehr als 40 Untersuchungen gemacht werden.
Der Gewichtsverlust ist natürlich besorgniserregend, ich denke aber es ist gut das du in einem Pankreaszentrum angebunden bist.
Falls nicht geschehen lass auch ein MRCP machen. Die Bilder kannst du dann auch nach Bochum oder in ein anderes Referenzzentrum zur Zweitbegutachtung übersenden.
Bezüglich der Schmerzen:
Viele klagen hier über ziehende Schmerzen unterhalb der Rippenbogen. Meine Theorie dazu ist, dass diese eine sekundäre Folge eines geschädigten Pankreas darstellt.
Die Verdauungsleistung wird eingeschränkt, der Speisebrei nicht mehr vollständig im Dünndarm durch Enzyme gespalten, was dann zur Folge hat das im oberen Dickdarm, so sich besonders viele Bakterien der Darmflora befinden, auf unverdaute Bestandteile der Nahrung "stürzen". Die Folge ist eine starke Luftbildung (Meteorismus), bzw. ein Blähbauch.
Der obere Dickdarm verläuft übrigens genau unter den Rippenbogen entlang.
-
KleinerSchrank
- Beiträge: 338
- Registriert: 16. August 2020, 19:42
Re: Verkalkung
Hallo,
wurde deine Elastase mal bestimmt im Stuhl und wenn ja wie hoch ist diese? Dieses Zwicken unter dem linken Rippenbogen, dachtest du immer das kommt vom Magen?
wurde deine Elastase mal bestimmt im Stuhl und wenn ja wie hoch ist diese? Dieses Zwicken unter dem linken Rippenbogen, dachtest du immer das kommt vom Magen?
-
Pankreas-girl
- Beiträge: 5
- Registriert: 28. März 2021, 10:16
Re: Verkalkung
Vielen Dank für Eure Antworten. Bei dem Zwicken dachte ich an die BSD, da es meinem Schwiegervater bei seinem BSD-Krebs genau dort weh tat. Da aber beim Schallen nichts gefunden wurde (von Radiologen), das ich aus diesem Grund vorsorglich ein Mal im Jahr machen lies, war ich beruhigt. Beim Googeln fand ich viel über Sehnenentzündungen, die unter den Rippenbögen verlaufen. Das passte. Da mein Gewichtsverlust über einen längeren Zeitraum ging und ich mich immer besser und besser fühlte (nur ganz leicht unter dem Bodymassindex, der nach Altersgruppen unterscheidet), war für mich die Welt perfekt. Von Müdigkeit auch keine Spur. Aber das ist wohl das Gefährliche an dem PC.
Dass die Verkalkung auf ein PC hinweisen kann, erschreckt mich natürlich. Eine altersbedingte Verkalkung ist ja mit 54 wohl nicht gegeben. Eine Pankreatitis kann ich bisher nicht glauben, da ich eben sowenig Beschwerden habe. Eine Stuhlprobe werde ich noch machen. Mir wurde nur eine Endosono von dem Pankreaszentrum angeboten, die aber wegen Corona auf der Inneren ambulant gemacht werden wird. Eine Verkalkung vermutete mein Hausarzt, der dem Radiologen sein Ergebnis schallte und bei dem MRT stand ebenso Verdacht auf Verkalkung. Leider ist der Termin erst in drei oder vier Wochen, so ungefähr, wurde mir gesagt. Ich weiß einfach nicht, wie ich diese Ungewissheit solange ertragen kann. Komisch finde ich, dass die MRT-Abt. zu einem Scanner riet, das Pankreaszentrum dies als nicht notwendig ansah, sondern nur die Endosono.
Dass die Verkalkung auf ein PC hinweisen kann, erschreckt mich natürlich. Eine altersbedingte Verkalkung ist ja mit 54 wohl nicht gegeben. Eine Pankreatitis kann ich bisher nicht glauben, da ich eben sowenig Beschwerden habe. Eine Stuhlprobe werde ich noch machen. Mir wurde nur eine Endosono von dem Pankreaszentrum angeboten, die aber wegen Corona auf der Inneren ambulant gemacht werden wird. Eine Verkalkung vermutete mein Hausarzt, der dem Radiologen sein Ergebnis schallte und bei dem MRT stand ebenso Verdacht auf Verkalkung. Leider ist der Termin erst in drei oder vier Wochen, so ungefähr, wurde mir gesagt. Ich weiß einfach nicht, wie ich diese Ungewissheit solange ertragen kann. Komisch finde ich, dass die MRT-Abt. zu einem Scanner riet, das Pankreaszentrum dies als nicht notwendig ansah, sondern nur die Endosono.