Pankreaselastase erniedrigt und Angst :(

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Olli91
Beiträge: 6
Registriert: 5. August 2020, 23:22

Pankreaselastase erniedrigt und Angst :(

Beitrag von Olli91 »

Liebe Community,

ein wenig verzweifelt wende ich mich an euch, da ich nach einer Stuhluntersuchung etwas Angst um meine Gesundheit bekommen habe.

Mein Beschwerdebild: Regelmäßige Schmerzen im rechten Oberbauch, Blähungen, breiiger Stuhlgang, Abgeschlagenheit. Die Symptome habe ich bereits seit Jahren in unterschiedlicher Stärke.

Im Laufe dieser Jahre habe ich mehrere Ärzte aufgesucht. Die Gastroenterologen haben Tests auf Nahrungsmittelintoleranzen gemacht. Diese waren "glücklicherweise" negativ. Darüber hinaus wurden meine Beschwerden jedoch keineswegs ernst genommen, da meine Blutwerte bisher in Ordnung waren. Ein Arzt sagte mir es wären "Nervenschmerzen", der Gastroenterologe sprach von einer Reizgalle. Mein HA sagt ich hätte den klassischen Reizdarm. Wirkliche Diagnostik wurde jedoch nie betrieben - Ausnahmen waren ein Blutbild und ein Ultraschall vor circa 2 Jahren.

Da die Beschwerden (Schmerzen und breiiger Stuhlgang) in den vergangenen Wochen wieder stärker wurden, hat mein HA eine Stuhluntersuchung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis der Untersuchung ergab, dass verschiedene Leitkeime im Darm fehlen und eine "leichte Dysbiose" vorliegt.

Leider hat der Test auch eine stark erniedrigte Pankreaselastase ermittelt. Der wert liegt bei 106. Der Arzt sagte mir, dass er mich deshalb mit Verdacht auf Pankreasinsuffizienz zum Gastroenterologen überweist. Der Termin ist glücklicherweise schon im November - Ironie Off. Verdammt, das sind noch 3 Monate.

Ich habe große Angst davor, eine chronische Pankreatitis zu haben oder - schlimmer noch - eine bösartige Raumforderung an der Bauchspeicheldrüse. Meine Hoffnung ist jetzt, dass der Wert falsch angezeigt wurde, da die Stuhlprobe von der Konsistenz stark breiig war, keinesfalls "geformt".

Wie schätzt ihr die Situation ein? Kann es tatsächlich sein, dass der Wert falsch erniedrigt angezeigt wurde, aufgrund des breiigen Stuhlgangs? 106 ist immerhin schon stärker erniedrigt, wenn man von einem Normalwert von >200 ausgeht. Hoffnung macht mir mein Blutbild. Dort sind die Pankrraswerte angeblich im Normalbereich.

Was kann ich vor dem November machen, um meine Situation zu verbessern? Sollte ich meinen HA nochmal um einen Test bitten?

Welche Untersuchung könnte eine Pankreatitis sicher nachweisen. Wäre ein MRT aussagekräftig? Ich weiß noch nicht genau, wie ich auf den Arzt zugehen soll, damit er meine Beschwerden ernst nimmt und mich nicht einfach mit "vermutlich Reizdarm" nach Hause schickt.

Vielen Dank für eure Antworten und Einschätzungen.
Ariel
Beiträge: 105
Registriert: 4. Juni 2020, 13:58

Re: Pankreaselastase erniedrigt und Angst :(

Beitrag von Ariel »

Olli91 hat geschrieben: 5. August 2020, 23:53 Liebe Community,

ein wenig verzweifelt wende ich mich an euch, da ich nach einer Stuhluntersuchung etwas Angst um meine Gesundheit bekommen habe.

Mein Beschwerdebild: Regelmäßige Schmerzen im rechten Oberbauch, Blähungen, breiiger Stuhlgang, Abgeschlagenheit. Die Symptome habe ich bereits seit Jahren in unterschiedlicher Stärke.

Im Laufe dieser Jahre habe ich mehrere Ärzte aufgesucht. Die Gastroenterologen haben Tests auf Nahrungsmittelintoleranzen gemacht. Diese waren "glücklicherweise" negativ. Darüber hinaus wurden meine Beschwerden jedoch keineswegs ernst genommen, da meine Blutwerte bisher in Ordnung waren. Ein Arzt sagte mir es wären "Nervenschmerzen", der Gastroenterologe sprach von einer Reizgalle. Mein HA sagt ich hätte den klassischen Reizdarm. Wirkliche Diagnostik wurde jedoch nie betrieben - Ausnahmen waren ein Blutbild und ein Ultraschall vor circa 2 Jahren.

Da die Beschwerden (Schmerzen und breiiger Stuhlgang) in den vergangenen Wochen wieder stärker wurden, hat mein HA eine Stuhluntersuchung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis der Untersuchung ergab, dass verschiedene Leitkeime im Darm fehlen und eine "leichte Dysbiose" vorliegt.

Leider hat der Test auch eine stark erniedrigte Pankreaselastase ermittelt. Der wert liegt bei 106. Der Arzt sagte mir, dass er mich deshalb mit Verdacht auf Pankreasinsuffizienz zum Gastroenterologen überweist. Der Termin ist glücklicherweise schon im November - Ironie Off. Verdammt, das sind noch 3 Monate.

Ich habe große Angst davor, eine chronische Pankreatitis zu haben oder - schlimmer noch - eine bösartige Raumforderung an der Bauchspeicheldrüse. Meine Hoffnung ist jetzt, dass der Wert falsch angezeigt wurde, da die Stuhlprobe von der Konsistenz stark breiig war, keinesfalls "geformt".

Wie schätzt ihr die Situation ein? Kann es tatsächlich sein, dass der Wert falsch erniedrigt angezeigt wurde, aufgrund des breiigen Stuhlgangs? 106 ist immerhin schon stärker erniedrigt, wenn man von einem Normalwert von >200 ausgeht. Hoffnung macht mir mein Blutbild. Dort sind die Pankrraswerte angeblich im Normalbereich.

Was kann ich vor dem November machen, um meine Situation zu verbessern? Sollte ich meinen HA nochmal um einen Test bitten?

Welche Untersuchung könnte eine Pankreatitis sicher nachweisen. Wäre ein MRT aussagekräftig? Ich weiß noch nicht genau, wie ich auf den Arzt zugehen soll, damit er meine Beschwerden ernst nimmt und mich nicht einfach mit "vermutlich Reizdarm" nach Hause schickt.

Vielen Dank für eure Antworten und Einschätzungen.
Willkommen hier! Wenn sich dein HA darauf einlässt, würde ich ihn um eine Überweisung zu: Ultraschall bzw. MRT/CT bitten. Das geht wesentlich schneller und würde dir helfen, mehr Klarheit über die Lage zu bekommen. Die Vorstellung, so lange warten zu müssen, würde jeden kirre machen!
Olli91
Beiträge: 6
Registriert: 5. August 2020, 23:22

Re: Pankreaselastase erniedrigt und Angst :(

Beitrag von Olli91 »

Ja, das werde ich machen. Ich hoffe nur, dass die Damen und Herren aus der niedergelassenen radiologischen Praxis auch die Kompetenz besitzen, um die Untersuchung richtig zu deuten. Ich lese immer wieder, dass die Diagnose von Pankreaserkrankungen viel Expertise und Erfahrung bedarf. Ich muss mich in der Zwischenzeit irgendwie ablenken, damit ich nicht gänzlich dieser Angst verfalle. Hoffe, das mein Hausarzt so kulant ist und mir auch wirklich eine Möglichkeit für das MRT eröffnet.
wasistes

Re: Pankreaselastase erniedrigt und Angst :(

Beitrag von wasistes »

Hallo Olli

In Anbetracht dessen, das deine Beschwerden schon solange gehen, nicht die klassische Beschwerdetrias zeigen und die 91 vermutlich für dein Geburtsdatum spricht:
Nein ich glaube ganz sicher das du keinen Krebs, IPMN oder Pseudozyste hast.

Das etwas mit der Drüse nicht stimmt kann sein, ist aber schwer aus der Ferne beurteilbar.
Die Elastase kann auch durch andere Folgen erniedrigt sein z.b. Dünndarmerkrankungen, Erkrankungen der Gallenblase und Gallengänge.
Ich schmeiß daher mal Zölialie, Morbus Whipple (eher unwahrscheinlich) oder Gallensäureverlustsyndrom hier rein.

Weiterhin können auch kleinster Gallengries/Sludge in den Gallengängen (die ja auch durch die Drüse führt) zu Schäden an der Drüse führen oder einer erniedrigten Elastase.

Wichtig wäre mal nach solanger Zeit eine vernünftige Bildgebung:
Magen & Darmspiegelung, Endosonografie ggf. Dünndarmspiegelung oder MRT Sellink.

Die Schmerzlokalisierung klingt für mich eher nach Gallenblase oder aufsteigender Dickdarm. Der führt auch unter den rechten Rippenbogen entlang.
Gerät die Darmflora durcheinander (z.b. auf Grund einer EPI) bläht sich der Darm einige Stunden nach Nahrungsaufnahme auf was sehr Schmerzhaft ist.

Hast du das Gefühl das deine Beschwerden nach der Nahrungsaufnahme zunehmen?

Ich würde dir raten ausserdem ein Ernährungstagebuch anzufertigen. Viele hier vertragen eine Vielzahl an Nahrungsmitteln nicht mehr. Die Standarttests beim Arzt bringen meist wenig oder schlagen erst sehr spät an.
Hattest du hier einen IGG Test gemacht?

Wie häufig war die Elastase erniedrigt? Erst ab widerholter Messung unter geeigneten Bedingungen spricht man von einer EPI.

Schau auch ruhig mal in meine Sammelthreads rein (was tun bei chronischer Pankreatitis - hier gebe ich Tipps welche Supplements helfen Beschwerden zu lindern), (andere Beschwerden die ähnliche Symptome verursachen können viewtopic.php?f=14&t=5428 ).

Gute Besserung und Beste Grüße
Olli91
Beiträge: 6
Registriert: 5. August 2020, 23:22

Re: Pankreaselastase erniedrigt und Angst :(

Beitrag von Olli91 »

Hallo wasistes,

danke auch dir für deine aufmunternden Worte und deine ausführliche Antwort. Du hast Recht, ich bin "erst" 29 und glaube ebenfalls nicht an einen Tumor. Aber auch eine chronische Entzündung würde bereits einen riesigen Einschnitt bedeuten, sowohl gesundheitlich als auch beruflich (Als angehender Lehrer würde ich vermutlich nicht mehr verbeamten werden - wobei das meine kleinste Sorge wäre.)

Ich hoffe einfach, dass du damit Recht behältst und der Elastase-Wert aufgrund anderer Kriterien erniedrigt ist (Breiiger Stuhlgang, Reizdarmsyndrom etc.).

Leider habe ich Panik entwickelt und befinde mich in einer vollkommen neuen Situation, mit der ich derzeit nur schwerlich zurecht komme. Glücklicherweise hat mein HA nächste Woche Dienstag Zeit für ein Gespräch. Dort werde ich ihn darum bitten, ein MRT in Auftrag zu geben. Bei Wartezeiten von 3 Monaten bis zu einem Termin beim Gastro ist das m.E. nicht unhöflich. Einen Termin für ein MRT könnte ich in drei Wochen bekommen.
Ariel
Beiträge: 105
Registriert: 4. Juni 2020, 13:58

Re: Pankreaselastase erniedrigt und Angst :(

Beitrag von Ariel »

wasistes hat geschrieben: 6. August 2020, 09:47 Hallo Olli

In Anbetracht dessen, das deine Beschwerden schon solange gehen, nicht die klassische Beschwerdetrias zeigen und die 91 vermutlich für dein Geburtsdatum spricht:
Nein ich glaube ganz sicher das du keinen Krebs, IPMN oder Pseudozyste hast.

Das etwas mit der Drüse nicht stimmt kann sein, ist aber schwer aus der Ferne beurteilbar.
Die Elastase kann auch durch andere Folgen erniedrigt sein z.b. Dünndarmerkrankungen, Erkrankungen der Gallenblase und Gallengänge.
Ich schmeiß daher mal Zölialie, Morbus Whipple (eher unwahrscheinlich) oder Gallensäureverlustsyndrom hier rein.

Weiterhin können auch kleinster Gallengries/Sludge in den Gallengängen (die ja auch durch die Drüse führt) zu Schäden an der Drüse führen oder einer erniedrigten Elastase.

Wichtig wäre mal nach solanger Zeit eine vernünftige Bildgebung:
Magen & Darmspiegelung, Endosonografie ggf. Dünndarmspiegelung oder MRT Sellink.

Die Schmerzlokalisierung klingt für mich eher nach Gallenblase oder aufsteigender Dickdarm. Der führt auch unter den rechten Rippenbogen entlang.
Gerät die Darmflora durcheinander (z.b. auf Grund einer EPI) bläht sich der Darm einige Stunden nach Nahrungsaufnahme auf was sehr Schmerzhaft ist.

Hast du das Gefühl das deine Beschwerden nach der Nahrungsaufnahme zunehmen?

Ich würde dir raten ausserdem ein Ernährungstagebuch anzufertigen. Viele hier vertragen eine Vielzahl an Nahrungsmitteln nicht mehr. Die Standarttests beim Arzt bringen meist wenig oder schlagen erst sehr spät an.
Hattest du hier einen IGG Test gemacht?

Wie häufig war die Elastase erniedrigt? Erst ab widerholter Messung unter geeigneten Bedingungen spricht man von einer EPI.

Schau auch ruhig mal in meine Sammelthreads rein (was tun bei chronischer Pankreatitis - hier gebe ich Tipps welche Supplements helfen Beschwerden zu lindern), (andere Beschwerden die ähnliche Symptome verursachen können viewtopic.php?f=14&t=5428 ).

Gute Besserung und Beste Grüße
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Ich wusste nicht von diesem ausführlichen und hilfreichen Thread. An dieser Stelle möchte ich gerne ein großes Lob aussprechen, für das, was du hier tust. Bin aber sicher, dass ich nicht der einzige bin! :daumenh:
Olli91
Beiträge: 6
Registriert: 5. August 2020, 23:22

Re: Pankreaselastase erniedrigt und Angst :(

Beitrag von Olli91 »

Achja, um auf deine Frage zu antworten: Ja, meine Schmerzen werden unmittelbar nach/bei der Nahrungsaufnahme stärker.

Danke für den Hinweis auf den Threads, ich werde ihn ausführlich lesen.
Legolas612
Beiträge: 1
Registriert: 2. November 2021, 09:59

Re: Pankreaselastase erniedrigt und Angst :(

Beitrag von Legolas612 »

Hallo liebe Gemeinde. Bei mir wurde im Stuhl ein hoher Entzündungswert und eine
Pankreasinsuffizienz festgestellt. Seit ca. 4 Wochen habe ich Durchfall wie Brei.

Jetzt habe ich Angst das in der Bauchspeicheldrüse ein Tumor ist.

Habe kein Blut im Stuhl oder Schmerzen im Bauch.

Hat jemand von euch das selbe Problem gehabt und was ist bei der Untersuchung bei euch rausgekommen?

Muss am Freitag zur Darm und Magenspiegelung. Es wird auch ein Ultraschall von der Bauchspeicheldrüse gemacht.

Oh man hab ich Angst davor.

Kann kaum noch was essen.

Vielen Dank für eure Hilfe.

VG Pedro
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