Ernährung mit exokriner Pankreasinsuffizienz

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

Hier haben Sie als Betroffene(r) und/oder ratsuchende(r) Besucher(in) dieser Plattform die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen oder Hilfestellung zu geben.
Antworten
Maria-S
Beiträge: 10
Registriert: 6. September 2022, 13:13

Ernährung mit exokriner Pankreasinsuffizienz

Beitrag von Maria-S »

Hallo an alle,

kurz zu meiner Situation: Ich bekam dieses Jahr plötzlich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung die als chronisch diagnostiziert wurde. Plötzlich deswegen weil ich vorher nie irgendwelche Probleme oder Symptome diesbezüglich hatte und auch währendessen waren meine Symptome bzw Schmerzen nicht so wie sie überall beschrieben werden. Nachdem die entzündung weg war bekam ich etwas später eine Gelbsucht und Gallengang war verengt und nachdem sich darum gekümmert wurde, ging es nicht aufwärts und nach drängen meinerseits wurde endlich festgestellt das ich eine exokrine Pankreasinsuffizienz habe und Enzyme zur Nahrung einnehmen muss.

Seiddem habe ich bis jetz immer nur Sachen gegessen, die den Pankreas nicht wieder reizen und die ich für mich vertragen habe wie normalen toast mit Marmelade oder Bio Hähnchenbrust, Nudeln oder Kartoffeln mit Hähnchen und Ketchup und ab und an erbsen dazu, Nudeln oder Kartoffeln mit Spinat, Reis Hähnchen und Ketchup seid neurem kann ich auch ab und an Bratwurst essen. und 2 Fertiggerichte von Iglo die ich vertrage: Tortellini mit Ricotta spinat füllung und Penne Creme Spinaci. Ab und an einpaar Fruchtjoghurts oder vanillepuddings mit wenig Fett oder selbst gemachten Bananen/Passionsfrucht yoghurt drink mit naturyoghurt und bisschen 1.5% Milch. Manchmal esse ich auch Zimt flakes oder Schoko Crispies zum Frühstück.

An mehr hab ich mich bis jetz nicht ran getraut und an sich sind meine Werte super, ich spüre aber ab und an, egal ob vor/nach essen oder am Tag verteilt im oberbauch bereich oder linke Seite (meistens aber unter der linken Brust) ein leichtes ziehen oder allgemein ein komisches Gefühl, kann es schlecht beschreiben. Kennt das vll jemand von euch? Manchmal hab ich Angst das wieder was schlimmer wird obwohl Werte stabil bleiben, allgemein mach ich mehr große Gedanken darüber was passieren kann, das der Pankreas raus muss und/oder ich noch dazu Diabetes bekomme.

Und diese Sorge wird momentan immer größer, da ich nun gefühlt schneller Hunger habe trotz gleicher Ernährung (die null ausgewogen ist und net wirklich gesund, ich weiß) und ich gelesen habe das das ein anzeichen sein kann für insulinresistenz was begünstigt wird durch zu Kohlenhydratreiche ernährung.

Deswegen schreibe ich hier in dieses Forum weil ich gern eure Erfahrungen gewusst hätte und vor allem eure Ernährung. Ich weiß jeder Mensch ist anders und mir wurde auch gesagt ich soll einfach mal ausprobieren was ich vertrage, hinzu kommt auch das ich noch nie groß in meinem Leben gekocht habe und auch zu faul war länger in die Küche stellen zu müssen. Also hat jemand vll einpaar einfache Rezepte egal für Frühstück, Mittag oder Abendessen, für eine bessere, gesündere und ausgewogene Ernährung mit wenig Fett natürlich? Und an sich auch einpaar Tipps für mich?

Vielen lieben Dank im Voraus für eure Antworten.
Benutzeravatar
TomKay
Beiträge: 585
Registriert: 30. Juli 2022, 16:31

Re: Ernährung mit exokriner Pankreasinsuffizienz

Beitrag von TomKay »

Huhu Maria,

die gleiche Frage habe ich hier auch in ähnlicher Art gestellt, weil ich aktuell leider auch offenbar noch immer ganz leicht Gewicht verliere und gar nicht so Recht weiß, was ich essen soll. Ich dosiere eigentlich sehr gut, habe aber trotzdem Angst zu fettig zu essen. Aber irgendwas muss man letztlich ja auch essen, um seine Kalorien zusammen zu bekommen. Und aktuell finde ich es schwer an die empfohlenen 2000Kalorien ranzukommen, ohne mich an Chips oder ähnlichem zu vergehen.

https://www.bauchspeicheldruese-pankreas-forum.de/viewtopic.php?f=14&t=7338

Warte dort aber auch noch auf Rückmeldung.
JuergenZ
Beiträge: 33
Registriert: 25. April 2021, 15:14

Re: Ernährung mit exokriner Pankreasinsuffizienz

Beitrag von JuergenZ »

Hallo

Ich würde hier mal meine Erfahrung teilen obwohl bei mir noch keiner weiß was los ist.
Persönliche Tendenz eher zur chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Nehme noch kein Kreon. Da ich Angst habe die BSD verlernt Enzyme selbst zu produzieren.
In letzter Zeit mehr breiiger Stuhl, ab und zu Blähungen und sonst keine Probleme.

Bin 38 männlich 1.84m groß bei ~ 90kg.... irgendwie nehme ich gerade Gramm weise ab :/
Meine Geschichte:
https://www.bauchspeicheldruese-pankreas-forum.de/viewtopic.php?f=14&t=6361&sid=fac361d32714e873bfd942ea3555c79a

Ernährung:

5:45 Uhr: Kaffee gefolgt von Wasser mit Saft aus einer ganzen Zitrone
9:00 Uhr: Kaffee, Vollkornbrot mit etwas Butter, Kurkuma, Putenschinken, Rucola (Bitterstoffe) eine Scheibe Käse und Knoblauchpulver.
11:00 Uhr: 1 Apfel
11:45 Uhr: Caricol Gastro, ist ein Papaya Mus
12:00 Uhr: Vollkornbrot mit etwas Butter, Kurkuma, Putenschinken, Rucola, eine Scheibe Käse und Knoblauchpulver. Tomaten, Gurken, Radieschen, Zucchini... was grad da ist
15:00 Uhr: Vollkornbrot mit etwas Butter, Kurkuma, Putenschinken, Rucola, eine Scheibe Käse und Knoblauchpulver. Der Rest vom Mittagsgemüse
18:00 Uhr: Haferflocken mit geriebenem Apfel, ein Teelöffel Flohsamenschalen, Zimt, Magermilch und meistens nebenbei eine Handvoll Blaubeeren.
18:05 Uhr: Heidelbergers Sieben-Kräuter-Pulver als Tee
18:45 Uhr: Caricol Gastro
19:00 Uhr: Abendessen, fast immer selbst gekocht. Pute oder Hühnchen mit Nudeln/Kartoffeln/Reis und Gemüse. Gewürze Verdauungsfördernd und für die Sauce etwas fettarme Sahne. Auch sehr gern Currys mit Kürbis und Ananas. Kürbis sollen ja sehr gut für die BSD sein.

Wenns mal passt zwischen durch Nüsse aber die sind halt recht fett.
ca. 2-3 mal zum Mittagessen eine Avocado und einmal in der Woche Fisch.
Natürlich alles oft kauen ca. 35 Mal.

Tagsüber ist es nicht immer einfach da ich am Bau arbeite und man will halt net alles mitschleppen.
Die Zeitangaben sind so in etwa verschieben sich auch mal nach vor oder nach hinten.

Getrunken wird Wasser und ab zu mal ne Dose Limo und Tee nehme ich mir mit.
Auf der Bestellliste stehen zur Zeit Kapseln mit Weintraubenkerne, Kürbisextrakt und Blaubeerenextrakt. einfach um etwas Zeit zu sparen.

Lieben Gruß
Jürgen
Maria-S
Beiträge: 10
Registriert: 6. September 2022, 13:13

Re: Ernährung mit exokriner Pankreasinsuffizienz

Beitrag von Maria-S »

Hab mir deine Geschichte durchgelesen Jürgen, klingt bei dir auch net lustig, bei mir waren es bis etz 3 Krankenhaus besuche, einmal die entzündung, dan die gelbsucht und dann nochmal weil ich schmerzen im bauch hatte bei denen ich mich 5 min nicht bewegen konnte.

ich hab momentan auch ständige Angst wieder ins Krankenhaus zu müssen und hab auch ständig mal ein ziehen hier oder zwicken da meist eben linksseitig oberbauch ca. unter der linken brust. Essen tu ich momentan 4x am tag, in der früh den toast, mittag und abend eins von den sachen die ich genannt hab. Fisch hab ich mal probiert aber war noch nie wirklich ein fisch fan, außer fischstäbchen aber das geht nimmer wegen paniert, zumindest würd ichs persönlich nicht probieren. und spätabend nochmal toast und dazu natürlich die enzyme genau ausgerechnet auf des fett was meine mahlzeit hat. pro fett rechnet man mit 2.000 einheiten.
Jetzt scheint es plötzlich so zu sein das es zu wenig ist. entweder hab ich hungergefühl oder ein komisches gefühl bishin zum ziehen im oberbauch, seid 2 tagen. Und bin jetzt wieder noch mehr in Panik das wieder was schlimmer wird und ich ins krankenhaus muss und ich weiß das es ja net besser macht im kopf her den Körper in panik zu versetzen.
Wie schaffst du des in solchen Situationen wenn dich die angst überkommt runter zu kommen?
Harpyia
Beiträge: 67
Registriert: 21. August 2017, 08:38

Re: Ernährung mit exokriner Pankreasinsuffizienz

Beitrag von Harpyia »

Hallo, vor meinen Operationen (Pankreatektomie etc.) Ende 2017 in Bochum, war ich von 2015-2017 an der Uniklinik Essen in Behandlung. Dort ging man, nach umfangreichen Bluttest, ( letztendlich irrtümlich) von einer Autoimmunpancreatitis aus. Da ich ab 2015 teilweise alle 2 Wochen starke Schübe hatte (also extrem starke Bauchspeicheldrüse-Entzündungen mit Lipasewerten im nicht mehr messbaren Bereich), die nur noch mit Morphium auf der Intensivstation behandelt werden konnten, stellte ich meine Ernährung stark um: sehr, sehr wenig Fett, viel Reis mit Tomaten deren Haut ich abgezogen habe, viele Kartoffeln (nicht frittiert) mit gedünstetem Gemüse, Fleisch und Fisch habe ich nicht gegessen, da ich Vegetarier bin. Weiterhin habe ich viele Reiswaffeln gegessen, Marmelade habe ich nur selbstgemachte gegessen, nur mit Zucker, ohne geliermittel ohne Zitrone , und Natur-Quark und etwas Obst . Habe dies ein Jahr durchgezogen und natürlich stark abgenommen. Die Schübe wurden tatsächlich viel weniger (was aber auch an der Einnahme von Cortison liegen kann), Schmerzen, gerade links im Oberbauch und in die linke Schulter , waren trotzdem oft auch noch stark vorhanden, aber die Lipasewerte waren unauffällig auch CT und MRT waren immer unauffällig, im Gegenteil es hieß von den Ärzten immer meine BSD sähe top aus (wie sich hinterher aber rausstellte war meine BSD aber wahrscheinlich bereits zu diesem Zeitpunkt von innen schon arg „vergeigt“). Nachdem ich ab Mitte 2017 in Bochum behandelt wurde und es sich nicht um eine Autoimmunpancreatitis handelte, aß ich wieder normal und bekam keinen Schub. Seit meine BDS entfernt wurde kann ich seit 4 Jahren nahezu alles wieder essen (auch ein paar Chips sind drin). Nur große Portionen machen Probleme, logisch:-). Bei meiner BSD hatte ich den Eindruck, dass ich sie mit sehr, sehr strenger Diät und Kortison so einigermaßen in Schach halten konnte, aber letztendlich ließ sich der „Verfall“ meiner BSD nicht aufhalten. Meiner Erfahrung nach kann man ernährungstechnisch sicher sehr viel machen, aber dass ist sehr individuell, dass war der eine verträgt, kann bei jedem anderen bereits einen Entzündungs-Schub auslösen. Ich hatte mal einen privaten Bluttest gemacht ( im Internet recherchiert) um Nahrungsmittel Unverträglichkeiten zu bestimmen, hiernach hatte ich angeblich auf alles mögliche reagiert, in meiner Verzweiflung habe ich mich aber daran gehalten, ob das Institut aber seriös war, weiß ich nicht, auch glaube ich im Nachhinein nicht , dass ich so viele Unverträglichkeiten hatte. Alles Gute an alle! Inge
Maria-S
Beiträge: 10
Registriert: 6. September 2022, 13:13

Re: Ernährung mit exokriner Pankreasinsuffizienz

Beitrag von Maria-S »

Hi Inge, danke dir für deine Erfahrung. Ich ess ja a viel kartoffeln, nudeln und reis (nur zu wenig gemüse was ich jetz ändere) und hab bissl angst das das zu viel Kohlenhydrate für den körper sind. Hab gelesen man kann eine Insulinresistenz davon bekommen, was mir sorge macht weil ich mega schiss vorm diabetes hab. Wenn deine bsd ja jetz weg is, hast du ja diabetes ubd brauchst insulin. Wie lebt es sich damit?
Lg
Harpyia
Beiträge: 67
Registriert: 21. August 2017, 08:38

Re: Ernährung mit exokriner Pankreasinsuffizienz

Beitrag von Harpyia »

Hallo Maria, wegen der fehlenden BSD bin ich nun Diabetiker vom Typ 3c. In den ersten Monaten war mir mein Diabetes echt sowas von egal, da ich mich mit vielen Schmerzen und ständiger Übelkeit rumgeplagt habe. Ich empfinde mein Diabetes eigentlich nicht als schlimm, aber schon als recht nervig. Heutzutage muss man ja zum Glück nicht mehr laufend picksen, da es ja für die Blutzucker-Bestimmung gute Geräte gibt (free Style Libre, Dexcom). Ich trage am Oberarm ein Dexcom Gerät, womit sich meine Blutzuckerwerte ständig überprüfen lassen. Das wichtigste , jetzt im Nachhinein, finde ich aber, einen guten Diabetologen zu finden, der sich mit den Besonderheiten des Typs 3c wenigstens einigermaßen auskennt. Ich habe oft noch starke Blutzuckerschwankungen, die echt nerven. Manchmal ist der Blutzucker sehr hoch und ich spritze Insulin, aber es hilft nicht, Ich wusste anfangs gar nicht was los war. Bis mir meine Hausärztin sagte, sobald Entzündungen im Körper vorliegen, reagiert der Blutzucker bei manchen Patienten darauf sehr stark. Ich hatte oft eine Blasenentzündung oder auch manchmal auch einfach nur so leicht erhöhte Entzündungswerte , hierauf reagiert aber mein Blutzucker sehr stark indem er einfach nicht runtergeht und in einem sehr hohen Bereich bleibt, gleiches passiert ebenfalls wenn ich bestimmte Medikamente nehme, wie gesagt: das nervt! Ich empfinde einen hohen Blutzuckerwert (über 250) schon als recht unangenehm. Ein niedriger Blutzucker finde ich angenehmer, da dieser ja durch etwas Süßem schnell wieder nach oben steigt. Die Schwierigkeit ist nur , herauszufinden, wievielt Süßes man essen kann, damit der Blutzucker moderat ansteigt. Anfangs lag ich nach einer Unterzuckerung 10 Minuten später wieder im 300er Bereich, auch echt nervig. Das bekomme ich jetzt aber schon um einiges besser im Griff. Teilweise bin ich die Blutzuckerschwankungen aber auch selber schuld, da ich es momentan einfach nicht in Griff bekomme mich besser zu ernähren, ich muss wirklich weniger Kohlenhydrate und viel mehr Gemüse zu mir nehmen, auch wenn es schwerfällt, ich habe oft einfach starken Heißhunger nach Nudeln, Kartoffeln usw.! In letzter Zeit habe ich leider auch noch starken Heißhunger nach Kuchen und Süßigkeiten und habe mich dann echt kaum unter Kontrolle, auch das muss ich unbedingt ändern. Ich werde meine Ernährung aber jetzt in Angriff nehmen, da ich im Oktober , über meinen Hausarzt, eine Ernährungsberatung bekomme. Auch sagte mir mein Hausarzt , nachdem er sich mein Bauchnarben ansah, dass ich nun mit etwas Muskelaufbau (leichtes Krafttraining unter Anleitung) anfangen kann. Durch Muskelaufbau beugt man wohl einer Insulinresistenz vor. Damit werde ich wohl Anfang nächsten Jahres anfangen, da ich jetzt erstmal 1 mal pro Woche Yoga mache und zuviel an „Programm“ darf ich mir nicht zumuten. Fazit: Diabetes ist nicht schlimm, nur hin und wieder arg nervig:-) und erfordert leider Eß-Disziplin , die mal mehr mal weniger schwer fällt:-). Übrigens spritze ich nach Plan, zähle also keine Kohlenhydrate. Wievielt Insulin-Einheiten ich vor jeder Mahlzeit spritze , legte damals die Diabetes-Schulung im Krankenhaus fest. Liebe Grüße Inge
Jana
Beiträge: 360
Registriert: 29. September 2020, 17:29

Re: Ernährung mit exokriner Pankreasinsuffizienz

Beitrag von Jana »

Harpyia hat geschrieben: 7. September 2022, 11:22 Hallo Maria, wegen der fehlenden BSD bin ich nun Diabetiker vom Typ 3c. In den ersten Monaten war mir mein Diabetes echt sowas von egal, da ich mich mit vielen Schmerzen und ständiger Übelkeit rumgeplagt habe. Ich empfinde mein Diabetes eigentlich nicht als schlimm, aber schon als recht nervig. Heutzutage muss man ja zum Glück nicht mehr laufend picksen, da es ja für die Blutzucker-Bestimmung gute Geräte gibt (free Style Libre, Dexcom). Ich trage am Oberarm ein Dexcom Gerät, womit sich meine Blutzuckerwerte ständig überprüfen lassen. Das wichtigste , jetzt im Nachhinein, finde ich aber, einen guten Diabetologen zu finden, der sich mit den Besonderheiten des Typs 3c wenigstens einigermaßen auskennt. Ich habe oft noch starke Blutzuckerschwankungen, die echt nerven. Manchmal ist der Blutzucker sehr hoch und ich spritze Insulin, aber es hilft nicht, Ich wusste anfangs gar nicht was los war. Bis mir meine Hausärztin sagte, sobald Entzündungen im Körper vorliegen, reagiert der Blutzucker bei manchen Patienten darauf sehr stark. Ich hatte oft eine Blasenentzündung oder auch manchmal auch einfach nur so leicht erhöhte Entzündungswerte , hierauf reagiert aber mein Blutzucker sehr stark indem er einfach nicht runtergeht und in einem sehr hohen Bereich bleibt, gleiches passiert ebenfalls wenn ich bestimmte Medikamente nehme, wie gesagt: das nervt! Ich empfinde einen hohen Blutzuckerwert (über 250) schon als recht unangenehm. Ein niedriger Blutzucker finde ich angenehmer, da dieser ja durch etwas Süßem schnell wieder nach oben steigt. Die Schwierigkeit ist nur , herauszufinden, wievielt Süßes man essen kann, damit der Blutzucker moderat ansteigt. Anfangs lag ich nach einer Unterzuckerung 10 Minuten später wieder im 300er Bereich, auch echt nervig. Das bekomme ich jetzt aber schon um einiges besser im Griff. Teilweise bin ich die Blutzuckerschwankungen aber auch selber schuld, da ich es momentan einfach nicht in Griff bekomme mich besser zu ernähren, ich muss wirklich weniger Kohlenhydrate und viel mehr Gemüse zu mir nehmen, auch wenn es schwerfällt, ich habe oft einfach starken Heißhunger nach Nudeln, Kartoffeln usw.! In letzter Zeit habe ich leider auch noch starken Heißhunger nach Kuchen und Süßigkeiten und habe mich dann echt kaum unter Kontrolle, auch das muss ich unbedingt ändern. Ich werde meine Ernährung aber jetzt in Angriff nehmen, da ich im Oktober , über meinen Hausarzt, eine Ernährungsberatung bekomme. Auch sagte mir mein Hausarzt , nachdem er sich mein Bauchnarben ansah, dass ich nun mit etwas Muskelaufbau (leichtes Krafttraining unter Anleitung) anfangen kann. Durch Muskelaufbau beugt man wohl einer Insulinresistenz vor. Damit werde ich wohl Anfang nächsten Jahres anfangen, da ich jetzt erstmal 1 mal pro Woche Yoga mache und zuviel an „Programm“ darf ich mir nicht zumuten. Fazit: Diabetes ist nicht schlimm, nur hin und wieder arg nervig:-) und erfordert leider Eß-Disziplin , die mal mehr mal weniger schwer fällt:-). Übrigens spritze ich nach Plan, zähle also keine Kohlenhydrate. Wievielt Insulin-Einheiten ich vor jeder Mahlzeit spritze , legte damals die Diabetes-Schulung im Krankenhaus fest. Liebe Grüße Inge
Hallo Inge,

ich habe auch einen pankreopriven Diabetes, allerdings habe ich noch meine Bauchspeicheldrüse, jedoch produziert sie kaum noch Insulin und auch vermutlich kein Glukagon mehr.

Deine Blutzuckerschwankungen sind z.T. sicher auf Probleme bei Verdauung, Entzündungen, etc. zurückzuführen.
Aber wenn du nicht jeden Tag ungefähr die gleiche Menge Kohlenhydrate für eine Mahlzeit zu dir nimmst, dann ist dein fester Spritzplan auch sehr stark daran beteiligt.

Es gibt zwei Möglichkeiten der Insulinbehandlung.
Entweder man zählt seine Kohlenhydrate und berechnet daraus die passende Menge Insulin. Dabei kann man dann sehr variable essen, mal viele Kohlenhydrate (hat somit dann eine größere Insulinmenge) oder weniger Kohlenhydrate (somit geringere Insulinmenge) auch Zwischenmahlzeiten etc. sind mit etwas Erfahrung somit gut händelbar.
Oder aber man hat einen festgelegten Plan mit Bolusinsulineinheiten, dann muss allerdings auch die Kohlenhydratmenge bei der jeweiligen Tageszeit immer ähnlich sein. Du brauchst einfach abends für einen Teller Nudeln deutlich mehr Insulin als für eine Scheibe Brot. Wenn du mal nur die Hälfte deiner normalen Portison ist, brauchst du auch weniger Insulin als sonst, ... Wenn du dann aber immer nach Schema die feste Anzahl Insulineinheiten spritzt und mehr Kohlenhydrate isst als sonst, ist es dann zu wenig Insulin und dein Blutzucker steigt stark. Genauso wenn du mal deutlich weniger Kohlenhydrate isst als sonst, dann war die festgelegte Menge Insulin zu viel und dein Blutzucker sinkt zu stark.

Welche Vorgehensweise für dich besser passt: Kohlenhydrate berechnen und somit flexibel essen oder feste Insulinmengen und somit immer gleichbleibende Mengen Kohlenhydrate/Mahlzeit, ist dir überlassen.
Aber feste Insulinmengen und flexibeles Essen funktioniert einfach nicht zusammen und provoziert jede Menge Schwankungen, leider gibt es nach wie vor Praxen und Kliniken, die diesen Zusammenhang ignorieren.
JuergenZ
Beiträge: 33
Registriert: 25. April 2021, 15:14

Re: Ernährung mit exokriner Pankreasinsuffizienz

Beitrag von JuergenZ »

Hi Maria

Also das mit der Angst hab ich gut im Griff. Man liest halt viel und macht sich Gedanken über die Lebenserwartung.
Hier im Forum sind viel mehr denen es viel schlechter geht wie mir, da denk ich dann auch öfter an jammern auf hohem Niveau meinerseits.
Größere Sorge bei mir ist die Leistungsfähigkeit bei der Arbeit, Freizeit oder beim Sport. Wann sie mal nach lassen wird, mit 38 hast halt doch noch ein wenig vor.

Was mir persönlich am meisten hilft ist ein Spaziergang. Mach mir einen Tee und spaziere los, auch gern nach Mitternacht da is es schön ruhig. Führe dann paar Selbstgespräche und versuch mich neu zu ordnen oder genieße einfach den Spaziergang. Klar wird die Verdauung nicht besser davon aber der Psyche hilfts enorm und Geist und Körper sollen ja im Einklang sein. :)
Ich kenn das mit dem Hungergefühl oder dem komischen Gefühl und das mit dem Zwicken. Aber denk mal zurück wo du noch nichts von deiner BSD wusstest. Da gabs bestimmt auch solche Tage nur hast du da nichts reininterpretiert. Ich kannte das Organ vor Doktor Google garnicht.
Der Körper ist halt auch keine Maschine.
Man muss auch akzeptieren das es auch schlechte Tage gibt die garnichts mit der BSD zu tun haben. Einfach ein schlechter Tag, oder 2 oder 3. :)

Ich hab jetzt echt viel ausprobiert, Ernährung, etliche Untersuchungen und zu viele Ärzte gesehn, irgendwie brachte alles nicht wirklich was. Ändern kann man nicht viel außer zu hoffen das die Zeit für Medikamente, Enzyme und Insulin noch lange auf sich warten lässt. Also kannst eh nur weiter machen und dich bemühen einen gesunden Lebensstil zu halten.
Ich war vor einer Woche im Krankenhaus weil ich einen gutartigen Lagerschwindel hatte. Auch keine feine Sache wenn einen so schwindlig ist das man nicht mal gescheit was lesen kann. Dort wurde neben dem Schädel CT auch ein Blutbild gemacht (ohne Lipase/Amylase). Der Doc meinte ein perfektes Blutbild, die Leberwerte wie von einem 15 jährigen der noch nie was getrunken hat. Zucker -107- 2 Stunden nach dem Essen. Kann dir nicht sagen ob der in Ordnung ist. Im Referenzbereich war er.

Was ich damit sagen will ist das der Rest von mir noch gut in Schuß ist und denn werd ich auch weiter pflegen. Kanns ja net sein das ich in 10 Jahren abkratzen soll wenn man nach Doktor Google geht. :D
Vielleicht brech ich mir auf der Baustelle das Genick, verunglück beim Motorrad fahren, stürz beim klettern ab oder rutsch unter den Rasenmäher und verblute was weiß ich. Kann ja viel passieren.
Wenn du ins Krankenhaus musst dann is einfach so, du kannst dir aber sicher sein das dir dort geholfen wird. Könnt mir auch was besseres Vorstellen als mit Schmerzen im Krankenhaus zu liegen aber ich für meinen Teil habe im Krankenhaus noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Zaubern können sie dort auch nicht. :)
Grundsätzlich halt ich mich an meine Ernährung und sollte es mal soweit kommen das ich ohne Enzyme nicht mehr kann dann muss man sich halt strikt an die Regeln halten, dann wird man auch alt. :)
Ich hab neulich jemanden kennengelernt der Mukoviszidose hat. Da verschleimt unter anderem die BSD. Er war immer unterernährt schon als kleines Kind. Mit Kreon und an die Regeln halten ist er mittlerweile 35 und sieht super aus. Hätte er nicht ein Lungenvolumen von 45% dann wär er gleich fit wie ich trotz komplett Versagen der BSD. Als sie das im Säuglingsalter feststellten gaben sie im 18 Jahre. :)

Werd aktiv und leb dein Leben weiter. Probiers mal mit nem Spaziergang, oder mach Yoga. Führ ein Selbstgespräch, aber wenn dann analytisch und nicht das es dich noch mehr runter zieht. Rück die positiven Aspekte mehr in den Vordergrund als die Belastenden Symptome. Schon mal versucht das Zwicken weg zu massieren? oder eine Wärmeflasche aufzulegen?.

Wünsch dir die Kraft und Energie das du Im Kopf bald wieder freier bist!
Lieben Gruß
Jürgen
Harpyia
Beiträge: 67
Registriert: 21. August 2017, 08:38

Re: Ernährung mit exokriner Pankreasinsuffizienz

Beitrag von Harpyia »

Hallo Jana, herzlichen Dank für deine Tipp‘s! Sind für mich sehr hilfreich und ich werde das auf alle Fälle beim nächsten Termin mit dem Diabetologen besprechen. Wird sicher eine Umstellung, aber da die letzte Diabetes Schulung (an Maria: es gibt gute Schulungen, die in der Regel der Diabetologe oder das Krankenhaus einleiten und die die Krankenkasse bezahlt) schon einige Jahre her ist, werde ich sicher wieder eine neue Schulung bekommen, vielleicht wird auch dann noch einmal das Insulin gewechselt/umgestellt, ich werde es sehen und dann berichten. Liebe Grüße an alle! Inge
Antworten