Ich hab so Angst

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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MoPee
Beiträge: 90
Registriert: 16. Oktober 2022, 23:15

Re: Ich hab so Angst

Beitrag von MoPee »

Ich wünsche dir, dass du weiterhin metastasenfrei bist!

Mein Mann hat einen großen Abszess am Bauchnabel. Antibiotikum ist angesetzt.
Soll trotzdem morgen in die Onkologie eingeliefert werden. Ich denke die Chemo kann nicht starten.

Krankenhaus macht ihn psychisch immer total fertig . Warum kommt immer noch was dazu?
Ich hab bald keine Hoffnung mehr
Schnerrine
Beiträge: 55
Registriert: 21. Februar 2022, 18:40
Wohnort: Erzgebirge

Re: Ich hab so Angst

Beitrag von Schnerrine »

Das kann ich so gut verstehen 😢bleib tapfer für euch Beide, das muss sein 💞
"Reichtum ist viel, Zufriedenheit ist mehr, Gesundheit ist alles!"
MoPee
Beiträge: 90
Registriert: 16. Oktober 2022, 23:15

Re: Ich hab so Angst

Beitrag von MoPee »

hr Lieben,

gestern war ein schlimmer Tag.

Ich hatte euch ja von der Beule/Abszess erzählt, die sich am Bauchnabel meines Mannes gebildet hatte.
Vorgestern wurde noch Ultraschall gemacht, der Arzt war sich nicht ganz sicher, ob es sich evtl. um eine Darmverletzung handeln könne (OP Bochum) und wollte so nicht drangehen.
Gestern morgen dann CT.
Und dann ging alles rasend schnell.

Ich bekam einen Anruf meines Mannes, der Arzt wäre da gewesen um mit ihm zu besprechen, inwieweit er noch operiert werden will.
Wenn das jetzt eine kleinere Verletzung am Darm wäre, die man mit einer kürzeren OP und evtl. Stoma behandeln könnte wäre das ok, aber wenn das nun eine richtig große Darm-OP von 7, 8 Stunden sein müsste, die eine lange Krankenhausdauer und eine lange Gesesung nach sich ziehen würde, während der Tumor munter weiter wächst, würde er das nicht mehr machen.

Das klingt jetzt sehr strukturiert, aber gestern morgen was das ein heilloses Durcheinander, mein Mann war total durch den Wind, konnte das alles gar nicht so ausdrücken, es müsse jetzt sofort eine Not-OP gemacht werden.
Ich hab dann meine Schwester angerufen, die hat mich dann hingebracht und ich konnte meinem Mann gerade noch ein Küsschen aufdrücken und sagen, dass ich da bin.
Danach war dann Warten angesagt, durch diese Hektik wusste Keiner wann er wo war, meine Schwester ging dann nach Hause, als meine Tochter kam, die ist dann bis Abends bei mir geblieben.

Wir bekamen in 5 Minuten 10 verschiedene Aussagen - letztendlich war dann die kleinere OP gemacht worden. Die haben ein Stückchen vom Bauch aufgeschnitten, den Eiter versucht abzusaugen und Drainagen gelegt. Die Flüssigkeit sah danach ganz gut aus, aber - falls doch eine größere Stelle im Darm verletzt wäre - müsste da irgendwann Darminhalt drin laufen.
Und jetzt warten wir wieder.

Dadurch dass er dann auf die Chirugie verlegt wurde, konnten wir jetzt ein Einbett-Zimmer buchen, da ist über die Feiertage nicht viel los, das ist sein Glück. Gestern war er unheimlich froh, dass es erstmal nur die kleine OP - sie dauerte gut 2 Stunden - war, heute kommt ihm wohl das ganze Elend wieder hoch, dass soviele Baustellen drum herum sind und die Chemo wieder verschoben wurde.
Die Wunde muss ganz verheilt sein und die Entzündungswerte müssen runter. Das wird dauern...

Was mich neben der ganzen Erschöpfung wieder wütend macht:
Mein Mann ist in Bochum nach all dem Antibiotika mit immer noch zu höhen Entzündungswerten entlassen worden.
Ich hab das der Pallliativärztin mehrmals gesagt "Ja, ich hab das auf dem Schirm".
Nee hat sie nicht, die ganze Zeit zuhause ist nicht einmal Blut abgenommen worden.
Sonst häütte man das ja viel eher gemerkt, dass was nicht stimmt.
Und immer muss mein Mann wieder "durch", und so geht es vielen anderen Menschen auch.
Muss das so sein?

Ich habe heute solche Panikattacken, stehe irgendwie unter Strom.
Vielleicht sind das die Nachwirkungen von gestern, ich hoffe nicht schon wieder irgendwas im Anmarsch.
Da ich immer wieder den Rat kriege, ich muss von Tag zu Tag leben und nicht in die Zukunft schauen, versuche ich das jetzt.
Hab aber noch Rückfälle, man wünscht sich so sehr diese ganzen ganz normalen Alltag zurück, dass man einrfach einen Endpunkt sehen will.
Aber genau das geht nicht mehr.

Danke, dass ihr die Daumen drückt.
Ich wünsche einen schönen Übgergang!
lunetta
Beiträge: 424
Registriert: 6. Dezember 2022, 14:37

Re: Ich hab so Angst

Beitrag von lunetta »

Liebe Monika!

Ich kann dir gar nicht sagen, wie leid mir das alles tut, was ihr durchmachen müßt!

Ich hoffe dass dein Mann den Eingriff doch einigermaßen übersteht und dass es jetzt endlich mal ein wenig aufwärts geht - ihr hättet euch das sowas von verdient!

Leider kann ich deinen Eindruck von KH-Aufenthalten nur bestätigen - man wird entlassen, obwohl man noch in keinem stabilen Zustand ist - war bei mir auch so.
Da sind die ganz eiskalt.
Das geht es um Verrechnungstage, und Liegetage sind keinen Pfennig wert.
Leider ist das Gesundheitssystem kaputt gespart worden - bei euch in DE gleich wie bei uns in Österreich.

Trotz allem wünsche ich euch ein besseres Neues Jahr und deinem Mann gute Besserung und dir alles Liebe und Gute!
Drück dich virtuell ganz fest! GLG!
Schnerrine
Beiträge: 55
Registriert: 21. Februar 2022, 18:40
Wohnort: Erzgebirge

Re: Ich hab so Angst

Beitrag von Schnerrine »

Liebe Monika,
endlich hast du dich gemeldet.. ich hab am Donnerstag sehr oft an euch gedacht und hatte kein gutes Gefühl.

Wie muss es euch zumute sein....ich hoffe mit euch und wünsche alles erdenklich Gute für die nächsten Tage und Wochen, die bestimmt schwer werden und die Ungewissheit dazu, ob die Behandlung anschlägt und man endlich eine Besserung des Allgemeinzustandes erreicht. Was den Krebs anbetrifft, steht sowieso alles in den Sternen, der macht was er will, ob mit oder ohne Chemo 😢
Daumen drücken, hoffen und bangen, das ist das Einzige was wir Menschen tun können.....
Das nächste Jahr muss die entscheide nde Wende zum Guten bringen, das wünsche ich Dir von ganzem Herzen.
Fühle dich umarmt und gedrückt.
Alles Liebe, Erika
"Reichtum ist viel, Zufriedenheit ist mehr, Gesundheit ist alles!"
ginibambini1008
Beiträge: 112
Registriert: 18. Mai 2021, 20:11

Re: Ich hab so Angst

Beitrag von ginibambini1008 »

Ich hoffe ihr habt gut ins neue Jahr gefunden. Es tut mir alles unfassbar Leid und manchmal stellt man sich die Frage, wieviel Leid kann ein Mensch ertragen. ... du bist stark, so wie wir alle.
Henni
Beiträge: 104
Registriert: 8. November 2020, 09:19

Re: Ich hab so Angst

Beitrag von Henni »

Liebe Monika,
Ich habe deine Beiträge alle gelesen. Es tut mir unheimlich Leid, dass es deinem Mann so schlecht geht und du so mitlesen musst.

Ich werde auch in Bochum behandelt. Ich hab "nur" eine chronische Pankreatitis. Ich persönlich fühle mich in Bochum sehr wohl. Da ich eine private Zusatzversicherung habe, werde ich von Prof. Schmidt behandelt.

Wie geht es deinem Mann und dir????

Ganz liebe Grüße, ich denke an euch.

Henni
MoPee
Beiträge: 90
Registriert: 16. Oktober 2022, 23:15

Re: Ich hab so Angst

Beitrag von MoPee »

Hallo liebe Leser,

ich habe meinen Mann inzwischen nach Hause geholt.
Der Arzt sagt, das Abheilen dieses eitrigen Abszesses im Bauch könne jetzt 3 - 4 Wochen dauern, wenn alles gut klappt.
Dafür müsse er nicht im Krankenhaus bleiben. Er hat jetzt eine Drainage am Bauch, die täglich geleert wird und die ml Wundsekret schreibe ich auf.
Er wird weiter durch den Palliativdienst versorgt, die wechseln alle paar Tage diesen Beutel usw.

Im Krankenhaus hab ich mit Hilfe der Fachschwester für parenterale Ernährung erreicht, dass er über Nacht angeschlossen wurde und das soll jetzt auch hier weitergeführt werden. Allerdings wusste ich nicht, dass dafür schon wieder eine LKW-Fuhre Sachen gebracht werden mussten. Unser Zuhause verwandelt sich langsam in ein Lazarett.

Er hat - evtl. von dem ganzen Antibiotika im Krankenhaus - viel mit Übelkeit zu kämpfen und er sagt, alles schmeckt nicht und komisch und er hat auch eine Abneigung gegen Essen, sobald er dann anfängt geht eine kleine Portion.
Leider geht auch das Trinken nicht mehr gut, deswegen ist das mit der Ernährung - da steckt ja auch viel Flüssigkeit drin - auf jeden Fall wichtig, mal sehen wie es hier läuft.
Antibiotika für nach Hause hat er nicht mehr bekommen - da hab ich schon wieder ein Fragezeichen im Kopf...
Blutabnahme ist für nächsten Montag/Dienstag geplant wegen der Entzündungswerte und nächsten Mittwoch müssen wir in die Chirugie zur Kontrolle.
So ist die Chemo dann wieder aufgeschoben, ich denke Anfang Februar.

Wir haben nun nochmal genauere Infos bekommen von der Onkologie/Chirugie.
Er hat ja nochmal ein CT bekommen wegen des Abszesses, er hat nach wie vor keine Metastasen oder ähnliches.
Der Tumor ist ca 1,6 x 1,8 cm groß, wenn er nicht die ganzen Neben-Baustellen hätte und die Chemo starten würde, könnte man das Biest evtl. klein kriegen, aber sein Zustand wird nicht wirklich besser, darum hoffen wir auf die nächtlichen Infusionen. Er muss irgendwie zu Kräften kommen und ich wüsste nicht wie sonst.

Manchmal hat er es alles satt, z. B. als gestern die ganzen Sachen gebracht wurden.
Er tut mir schon sehr leid. Verliert langsam die Geduld und wohl auch ein bisschen die Hoffnung, er liegt jetzt seit 5 Monaten überwiegend im TV-Sessel oder im Bett, ihm tut schon alles weh davon.
Ich versuche ihn immer wieder zu animieren, bewegungsmäßig Kleinigkeiten zu machen, zu laufen, eine Treppe zu gehen u. ä. - mal klappt es, mal will oder kann er nicht. Er hat ja auch immer Schmerzen, vom Tumor, von der Wunde, vom Liegen usw.
Ab nächste Woche kommt Physio zu uns ins Haus.

Tja, so ist der Stand bei uns.
Meine Panikattacken hab ich leider im Monat täglich, das liegt einfach an der ganzen Situation und dass sich nirgends mal ein "aufwärts" zeigt und weil mein Mann auch manchmal so down ist.
Dann frage ich mich schon, wie kann - soll - wird alles weitergehen.
Ich muss auch versuchen, wenigstens mal eine halbe Stunde am Tag an die frische Luft zu gehen, ich hoffe mir hilft das ein wenig. Man muss mal einmal am Tag eine kleine Auszeit haben.

LG Monika
Schnerrine
Beiträge: 55
Registriert: 21. Februar 2022, 18:40
Wohnort: Erzgebirge

Re: Ich hab so Angst

Beitrag von Schnerrine »

Liebe Monika,
habe alles gelesen und alle Achtung, was Ihr gerade durchmacht und das schon so lange ....ich bewundere Dich sehr.
Der Tumor ist noch nicht so groß und bestimmt kleinzukriegen, aber ohne Chemo oder OP geht es eben leider nicht. Wichtig ist, dass keine Metastasen da sind.
Ich weiß nicht, wie sich eine Chemo mit Tumor anfühlt, bei mir war ja nach der OP das Biest erstmal weg und ich hab sie ganz gut vertragen bis auf die Neuropathie in den Füßen. Es kommt eben immer wieder etwas dazu...aber das kennst du aus eigener Erfahrung am besten.
Ich denk an euch und hoffe und wünsche sehr, dass ihr beide die Kraft habt, weiter stark zu bleiben und damit auch endlich Besserung erreicht.
Alles Liebe
"Reichtum ist viel, Zufriedenheit ist mehr, Gesundheit ist alles!"
MoPee
Beiträge: 90
Registriert: 16. Oktober 2022, 23:15

Re: Ich hab so Angst

Beitrag von MoPee »

Hallo zusammen,

seit gestern morgen geht es meinem Mann etwas besser.
Er kann besser essen und die Schmerzmittel reduzieren, bewegt sich mehr und ist besser drauf.

Woran es jetzt liegt weiss ich nicht, er hat jetzt mit einer Pause dazwischen 4 mal diese Nahrung über den Port über Nacht bekommen.
Morgens ist es ihm dann immer leicht übel, aber dafür werden alle Nährstoffe usw. aufgefüllt.
Jetzt am Wochenende pausiert er, am Montag evtl. nochmal 4 Tage, mal sehen wie es ihm so ist.

Unser Sohn hat ihn vorgestern abend mit zur Kartbahn genommen, wo er mit seinen 2 Jungs gefahren ist.
Mein Mann sass dann da in einem Sessel und hat zugeguckt.
Gestern nachmittag kam unsere Tochter und war etwas mit ihm im Auto unterwegs, das hat ihm gut getan, ein bisschen Normalität.

Einziger Wermutstropfen:
Gestern abend hat er - mit Enzymkapsel - ein Ministückchen Schokolade gegessen und 3 so fruchtgummiartige Bonbons.
Das war wohl ein fataler Fehler, danach ging es ihm dann wieder so schlecht, dass er doch noch Morphium nehmen musste
und es hat eine ganze Zeit gedauert, bis es dann besser wurde.
Tja, dann verträgt er das wohl überhaupt nicht und man lässt es besser weg.
Normales Essen klappt im Moment ganz gut, natürlich nur kleine Portionen, aber egal, der Darm hat zu tun.

Im Moment läuft es so, dass man nicht so hoffnungslos ist und ich hoffe, dass es jetzt ein bisschen so bleibt.
Seine Wundflüssigkeit wird weniger, aber das wird noch dauern.
Die Palliativschwester sagte dann: "Ach nee, die Zeit im Nacken usw".
Ich hab dann gesagt, dass ich im Moment fast soweit bin "Tag für Tag" zu sehen und nicht mehr was dahinten noch kommt.
Hoffentlich bleibt es so.

Ich danke euch alle fürs Lesen und Antworten und Daumen drücken!

LG Monika
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