Neu auftauchende Fragen

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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sammy
Beiträge: 56
Registriert: 27. März 2023, 17:09

Neu auftauchende Fragen

Beitrag von sammy »

Hallo ihr Lieben!
Ich weiß nicht, ob es Sinn macht ein neues Thema zu eröffnen oder ob ich das in meinem anderen Beitrag posten soll.
Naja, deshalb mal hier - da mir zwischenzeitlich vermehrt Fragen durch den Kopf gehen:

1.) Sollte man während einer akuten Pankreatitis tatsächlich keine Enzyme einnehmen? Auch wenn man die gängigen Symptome wie extrem aufgeblähter Bauch und träge Verdauung, Darmgeräusche und immer Fettstuhl hat?
Und wenn die Drüse „noch“ gut arbeitet, braucht man dann denn überhaupt Enzyme wie Kreon etc?

2.) Woran merkt man den Übergang von der akuten zur chronischen Pankreatitis? Sind die Beschwerden anders? Hat man bei der chronischen Form täglich Schmerzen?

3.) In meinem Ultraschall Bericht ist von Organschwellung/Ödemsaum im Kopf die Rede. Könnte es also theoretisch möglich sein, dass ein Stein im Hauptgallengang an der Mündungsstelle bzw. Einmündung in den Zwölffingerdarm und Bauchspeicheldrüsengang steckt? Der Pankreaskopf liegt ja zumindest genau an dieser besagten Stelle, oder?

3.) Seit gestern nehme ich mir vor, wirklich nur sehr wenig zu essen und auch immer nur das selbe: Nudelsuppe mit Brühe, gekochten Karotten und ein wenig gekochtes Geflügelfleisch und dazu noch 2-3 Zwieback. Zum Frühstück gibt‘s zurzeit 2 Scheiben Schwarzbrot mit veganen Schokoaufstrich (Butter, Frischkäse, Käse, Nutella gehen ja nicht bzw. fetthaltig). Dazu gibt’s Kamillentee und ab und an noch ein weichgekochtes Ei.
Rohes Gemüse lasse ich zurzeit weg und ich esse wirklich nur noch diese 2 Mahlzeiten am Tag. Ist halt sehr eintönig, aber ich bin das erste mal seit Dezember beschwerdefrei was die bohrenden Schmerzen angehen und die Übelkeit ist auch fast weg. Der Fettstuhl und der dicke Bauch sind aber beides noch da.

4.) Wie lange kommt man mit so einer eintönigen Ernährung aus? Irgendwie scheint mir das aktuell gut zu tun. Nehme mir auch mal vor zu fasten - das soll ja allgemein gut für den Körper sein, um seine Selbstheilung zu aktivieren und mal die Verdauungsorgane in Ruhe zu lassen.
Außerdem will ich damit mal meine zu hohen Lipase Werte endlich mal in ein normales Niveau bringen!

5.) Ich habe nächste Woche einen Termin beim Hausarzt und spreche ihn auf Überweisungen für ein MRT in einer radiologischen Praxis und für eine Weiterbehandlung in ein Pankreas Zentrum an.
Meint ihr, das gibt Probleme, wenn ich aktuell bei einer Uniklinik in Behandlung bin? Ich habe seit meiner Erkrankung noch kein MRT oder CT bekommen und das MRCP bekomme ich von der Klinik erst im Juni. Also erste Bildgebung erst ein halbes Jahr später nach dem ersten Auftreten der Beschwerden.

6.) Macht es in diesem Zustand Sinn, jetzt schon eine Darmkur bei einem integrativ-arbeitenden Arzt durchführen zu lassen? Oder ist das noch zu früh? Die Therapie müsste ich selber bezahlen, da Privatleistung.

So, ich denke das waren jetzt glaube ich alle Fragen, die mich gerade so beschäftigen 🤔

Danke euch schon mal!

Liebe Grüße
Sammy
Jana
Beiträge: 360
Registriert: 29. September 2020, 17:29

Re: Neu auftauchende Fragen

Beitrag von Jana »

sammy hat geschrieben: 11. April 2023, 15:53
Und wenn die Drüse „noch“ gut arbeitet, braucht man dann denn überhaupt Enzyme wie Kreon etc?

3.) Seit gestern nehme ich mir vor, wirklich nur sehr wenig zu essen und auch immer nur das selbe: Nudelsuppe mit Brühe, gekochten Karotten und ein wenig gekochtes Geflügelfleisch und dazu noch 2-3 Zwieback. Zum Frühstück gibt‘s zurzeit 2 Scheiben Schwarzbrot mit veganen Schokoaufstrich (Butter, Frischkäse, Käse, Nutella gehen ja nicht bzw. fetthaltig). Dazu gibt’s Kamillentee und ab und an noch ein weichgekochtes Ei.
Rohes Gemüse lasse ich zurzeit weg und ich esse wirklich nur noch diese 2 Mahlzeiten am Tag. Ist halt sehr eintönig, aber ich bin das erste mal seit Dezember beschwerdefrei was die bohrenden Schmerzen angehen und die Übelkeit ist auch fast weg. Der Fettstuhl und der dicke Bauch sind aber beides noch da.

4.) Wie lange kommt man mit so einer eintönigen Ernährung aus? Irgendwie scheint mir das aktuell gut zu tun. Nehme mir auch mal vor zu fasten - das soll ja allgemein gut für den Körper sein, um seine Selbstheilung zu aktivieren und mal die Verdauungsorgane in Ruhe zu lassen.
Außerdem will ich damit mal meine zu hohen Lipase Werte endlich mal in ein normales Niveau bringen!

5.) Ich habe nächste Woche einen Termin beim Hausarzt und spreche ihn auf Überweisungen für ein MRT in einer radiologischen Praxis und für eine Weiterbehandlung in ein Pankreas Zentrum an.
Meint ihr, das gibt Probleme, wenn ich aktuell bei einer Uniklinik in Behandlung bin? Ich habe seit meiner Erkrankung noch kein MRT oder CT bekommen und das MRCP bekomme ich von der Klinik erst im Juni. Also erste Bildgebung erst ein halbes Jahr später nach dem ersten Auftreten der Beschwerden.

6.) Macht es in diesem Zustand Sinn, jetzt schon eine Darmkur bei einem integrativ-arbeitenden Arzt durchführen zu lassen? Oder ist das noch zu früh? Die Therapie müsste ich selber bezahlen, da Privatleistung.
Zu der halben Frage bei 1.)
Kreon wird offiziell nur von der Krankenkasse bezahlt, wenn eine chronische exokrine Pankreasinsuffizienz vorliegt. Daher könnte es ohne diese Diagnose Schwierigkeiten geben. Meine eigene Meinung dazu, solange die Bauchspeicheldrüse gut arbeitet, braucht man kein Kreon. Du würdest ja auch ohne Diabetes kein Insulin spritzen, wobei das auch die BSD produziert.

Zu 3.)
Schwarzbrot und Zwieback sind tatsächlich nicht so gut verträglich. Versuche eher Kartoffeln und Naturreis. Bei mir gab es bei den leichten Pankreatiten auch mal einen Tag gar nichts. Und sonst waren gekochte Kartoffeln mit gekochten Karotten sehr gut. Auch Kartoffelsuppe, Möhrensuppe, gehen sehr gut. Vorsichtig versuchen könntest du dann auch Nudeln mit fettarmer Tomatensoße (am besten selbst eine Packung pürierte Tomaten vorsichtig würzen), Reis mit gekochten Gemüse, Tomaten-Fenchel-Suppe,... ich schaue, dass ich zu dieser Zeit möglichst Kohlenhydratreich und Fett-/Eiweiß/Ballaststoffarm mich ernähre. Google mal nach leichter Vollkost da findest du auch einiges. Wichtig ist auch, je geringer eine Zutatenliste, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man es verträgt.

Vorsicht auch bei diesen veganen Brotaufstrichen, die haben häufig sehr viel Fett.

Zu 4.) Langfristig sollte man so eine Ernährung nicht durchführen, aber einige Tage bis wenige Wochen je nachdem wie einseitig du dich ernährst, sind schon möglich.

Zu 5.) Offen ansprechen und dann schauen, ob es Probleme gibt. Ich war mal in einem Quartal bei zwei Gastroenterologen oder zwei Diabetologen, ich habe überall mit offenen Karten gespielt, habe klar gesagt, warum ich noch zu jemand zweites muss/möchte und dann war es komplett okay. Wobei natürlich Klinik nochmal ein wenig anders ist. Das müsste jedoch dein Hausarzt wissen, ansonsten mal bei der Krankenkasse nachfragen.

Zu 6.) wenn du noch mit deiner BSD so Probleme hast, würde ich persönlich keine Experimente machen.
sammy
Beiträge: 56
Registriert: 27. März 2023, 17:09

Re: Neu auftauchende Fragen

Beitrag von sammy »

Hallo Jana, vielen Dank!

Zu 1.) Ich habe von meinem Hausarzt einmal Pankreatin und Kreon verschrieben bekommen, um zu gucken, ob sich etwas was an meinen Beschwerden ändert. Leider habe ich aber beides nicht vertragen. Das hat mir der Hausarzt aber „einfach so“ verschrieben.
Was das Insulin angeht, stimmt natürlich! Hier wäre es ja vermutlich auch kontraproduktiv, wenn man Insulin gespritzt bekommt, obwohl man es nicht bräuchte.

Zu 3.) Ich dachte immer, dass Zwieback gut verträglich ist. Aber ja, ist ja viel Zucker drin.
Weiß nicht so recht, ob ich gekochte Kartoffeln zum Frühstück runterbekomme 😅 für abends geht das aber sicherlich gut mit Karotten.
Nudeln mit Tomatensoße hatte ich in den letzten Wochen sehr häufig, aber auch davon bekomme ich Schmerzen und ein unangenehmes Völlegefühl.

Der vegane Schoko Brotaufstrich enthält Sonnenblumenöl, Kokosöl und Kakaobutter. Also alles sehr fetthaltig?

Zu 4.) Ja das stimmt. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Das ist alles noch so neu und ungewohnt und mühsam…Ich habe das Gefühl das es einfach nicht besser wird, egal was ich esse. Der Schmerz ist aktuell doch wieder da. Habe mich wohl zu früh gefreut 😞

Zu 5.) Auf jeden Fall! Gegen eine Zweitmeinung haben normalerweise die meisten Kassen nichts, das kommt aber vermutlich auch auf die Problematik an.
Meinem Hausarzt lasse ich auch alles wissen. Ohne ihn bekomme ich ja auch keine Überweisungen. Und da sich die Sache jetzt doch länger zieht als erwartet, sollte dem auf dem Grund gegangen werden. Bis Juni kann ich tatsächlich nicht mehr warten.

Zu 6.) Ja, es tut einfach immer noch täglich weh und die Entzündungswerte gehen nicht runter. Dachte nur, dass ich mir durch eine Darmkur meinen Darm damit einen Gefallen tue.
So langsam glaube ich wirklich, dass ich irgendwo einen Stein oder ein anderes Abflusshindernis habe. Der Pankreas Verdauungssaft lässt die Drüse permanent entzünden und deshalb kommt auch im Darm nichts an = aufgeblähter Darm = Fettstuhl, weil nichts Richtung Darm ankommt?
Ich hoffe einfach nur, dass noch nichts vernarbt ist, da ich seit dem Erstauftreten noch weitere Schübe hatte.

Liebe Grüße
Sammy
Jana
Beiträge: 360
Registriert: 29. September 2020, 17:29

Re: Neu auftauchende Fragen

Beitrag von Jana »

Ich frühstücke sehr ungerne, da können dir hoffentlich andere hier bessere Tipps geben.
Darmpatienten wird ein Porridge empfohlen, ich würde dazu Schmerzflocken nehmen und eine Pflanzenmilch (vermutlich Hafer oder Reismilch). Das könntest du mal versuchen. Auch bei den Pflanzenmilch gibt es verschiedene, mit zugesetzten Öl und ohne. Viele Supermärkte haben mittlerweile Eigenmarken, aber es gibt natürlich auch A**pro und auch einge Bio-Marken, die sich besonders durch wenige Zusatzstoffe auszeichnen.

Das mit Zwieback ist so ein Märchen, dass der gut verdaulich ist.
Wenn ich mir die Zutatenliste mal anschaue lese ich:
Weizenmehl, Zucker, Hefe, Sonnenblumenöl, Glukosesirup, Traubenzucker, Invertzuckersirup, Gerstenmalzextrakt, Speisesalz, Süßmolkenpulver, Sojalecithine, Kondensmagermilch, Ascorbinsäure.

Zutatenliste von Brandt Markenzwieback, zu finden hier: https://www.brandt-zwieback.de/produkte/klassiker.html

Da brauche ich mich nicht wundern, warum ich das dann nicht vertrage..
Betalka16
Beiträge: 139
Registriert: 25. Juni 2022, 10:04
Wohnort: Lütjensee bei Hamburg

Re: Neu auftauchende Fragen

Beitrag von Betalka16 »

Thema Frühstück: Ich esse in 'Krisenzeiten' Porridge - 3 EL klassische Haferflocken, 1 Prise Salz, in reichlich Wasser!!! Keine Milch! - aufkochen, kurz wimmern lassen. Dazu eine kleine Menge säurearmes Obst - reife Mango, reife Birne ohne Schafe, im Sommer reifen Pfirsich. Wenn ich ganz verrückt werde, gibts etwas Honig dazu. Es tut einfach gut - und man (ich) kann es 3 x täglich essen ;) Ein paar Tage fasten zur Entlastung tut auch gut, dann reichlich dünnen Tee und Wasser ohne Kohlensäure trinken.
sammy
Beiträge: 56
Registriert: 27. März 2023, 17:09

Re: Neu auftauchende Fragen

Beitrag von sammy »

Jana hat geschrieben: 12. April 2023, 21:13 Ich frühstücke sehr ungerne, da können dir hoffentlich andere hier bessere Tipps geben.
Darmpatienten wird ein Porridge empfohlen, ich würde dazu Schmerzflocken nehmen und eine Pflanzenmilch (vermutlich Hafer oder Reismilch). Das könntest du mal versuchen. Auch bei den Pflanzenmilch gibt es verschiedene, mit zugesetzten Öl und ohne. Viele Supermärkte haben mittlerweile Eigenmarken, aber es gibt natürlich auch A**pro und auch einge Bio-Marken, die sich besonders durch wenige Zusatzstoffe auszeichnen.

Das mit Zwieback ist so ein Märchen, dass der gut verdaulich ist.
Wenn ich mir die Zutatenliste mal anschaue lese ich:
Weizenmehl, Zucker, Hefe, Sonnenblumenöl, Glukosesirup, Traubenzucker, Invertzuckersirup, Gerstenmalzextrakt, Speisesalz, Süßmolkenpulver, Sojalecithine, Kondensmagermilch, Ascorbinsäure.

Zutatenliste von Brandt Markenzwieback, zu finden hier: https://www.brandt-zwieback.de/produkte/klassiker.html

Da brauche ich mich nicht wundern, warum ich das dann nicht vertrage..
Ich habe mich an Porridge noch nicht getraut, weil ich bedenke, dass er meinen Bauch noch mehr aufquellen lässt als er ja eh schon ist. Aber probieren tu ich trotzdem mal…
Und gut das du das mit der Pflanzenmilch ansprichst. Muss eh noch einkaufen, ich schau mal was mich ansprechen wird.

Du hast recht. So gesund ist Zwieback also tatsächlich nicht. Wundert mich aber, dass er immer als Schonkost bei Magenverstimmungen etc. empfohlen wird.
sammy
Beiträge: 56
Registriert: 27. März 2023, 17:09

Re: Neu auftauchende Fragen

Beitrag von sammy »

Betalka16 hat geschrieben: 12. April 2023, 21:58 Thema Frühstück: Ich esse in 'Krisenzeiten' Porridge - 3 EL klassische Haferflocken, 1 Prise Salz, in reichlich Wasser!!! Keine Milch! - aufkochen, kurz wimmern lassen. Dazu eine kleine Menge säurearmes Obst - reife Mango, reife Birne ohne Schafe, im Sommer reifen Pfirsich. Wenn ich ganz verrückt werde, gibts etwas Honig dazu. Es tut einfach gut - und man (ich) kann es 3 x täglich essen ;) Ein paar Tage fasten zur Entlastung tut auch gut, dann reichlich dünnen Tee und Wasser ohne Kohlensäure trinken.
In Krisenzeiten. Ja, so kann man es in der Tat nennen :D
Porridge mit Wasser schmeckt mir leider gar nicht, bekomme es so nicht herunter.
Auf Dauer wird er mir glaube ich auch ohne viel „Schnickschnack“ wie leckeres Obst und Nussmus zu langweilig.
Aber für ein paar Tage in der „reduzierten Version“ sollte ich es schon herunterbekommen.
Honig muss ich auch mal probieren, ob ich den noch vertrage.
Und ja, ich merke es auch, dass es mir mit ganz kleinen Portionen und nur 2x am Tag viel besser geht.
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