CP, Pankreasinsuffizienz und Diabetes

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Panko
Beiträge: 16
Registriert: 18. April 2020, 17:22

CP, Pankreasinsuffizienz und Diabetes

Beitrag von Panko »

Hallo liebe Mitleidenden,

Seit 4 Jahren leide ich an immer wiederkehrenden erhöhten Lipasewerten. Meine Elastase ist erniedrigt (im Bereich zwischen 100 und 200) und jetzt kam noch eine Insulinresistenz dazu.

Nun wurde mir mit meinen 38 Jahren gesagt, dass ich aufpassen soll da ein Diabetes und der Weg dahin mit der Insulinresistenz ein Vorbote eines Pankreaskarzinom mit einem Vorlauf von 2 Jahren sein kann.

Ich wurde immer per Endosonso, MRCP und Ultraschall abgecheckt. Das erste Jahr hies es CP Cambridge 1 und seit drei Jahren nur Pankreasinuffizienz und Pankreaslipomatose.

Gibt es hier viele Leute die beide Erkrankungen haben, also Diabetes und CP? Was kann ich machen was die Lipase beeinflussen kann? Und würde man durch einen jährlichen Check ein Karzinom frühzeitig entdecken? Ich bekomme es langsam mit der Angst zu tun, da ich eigentlich ausser beige Durchfälle keine anderen Symptome habe und man sagt, dass das bei einem Karzinom oft der Fall ist.

Danke für eure Mühe zu antworten.
mk93
Beiträge: 182
Registriert: 15. Juni 2022, 11:46

Re: CP, Pankreasinsuffizienz und Diabetes

Beitrag von mk93 »

Das eine EPI oder Fettstuhl einem Pankreaskarzinom voraus geht, habe ich noch nie gehört,
Dieser entsteht erst, wenn der Karzinom den DP blockiert und der Saft nicht abfließen kann.
Anders bei Diabetes oder Schmerzen, da hab ich schon mal gehört, dass es sein "kann".

Aber wichtig ist, sich damit verrückt zu machen. Also hast du in den letzten Untersuchung kein "Cambridge I" diagnostiziert bekommen?
Also bei Patienten mit einem Pankreaskarzinom, liest/hört man seltener Symptome wie Fettstuhl (Häufiger sind es Rückenschmerzen, Appetitverlust, Gelbsucht und Oberbauchschmerzen)

Ein Karzinom früh zu entdecken ist schwer, selbst bei jährlicher Kontrolle. Eine Halbjährige Kontrolle ohne morphologische Veränderung macht keine Krankenkasse mit.
thphilipp
Beiträge: 1615
Registriert: 2. November 2010, 07:17

Re: CP, Pankreasinsuffizienz und Diabetes

Beitrag von thphilipp »

https://www.netdoktor.de/news/diabetes-kann-bauchspeicheldruesenkrebs-ankuendigen/

https://www.diabinfo.de/leben/andere-diabetesformen/erkrankungen-der-bauchspeicheldruese.html
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Liebe Grüße Thorsten
Pame
Beiträge: 62
Registriert: 18. Dezember 2021, 14:39

Re: CP, Pankreasinsuffizienz und Diabetes

Beitrag von Pame »

Hallo

Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du. Bei mir ist es immer wieder die Amylase, die erhöht ist. Ebenfalls ist der Morgenzucker immer erhöht. Habe auch eine EPI. Es ist nicht ganz klar, woher sie kommt. In einer Endosonographie sah man leichte Fibrosen in der BSD. Mir macht das auch etwas Angst. Ich bestehe daher darauf, dass ich alle 6 Monate kontrolliert werde inkl. Bildgebung. Bisher haben die Ärzte mitgemacht. Schlimmstenfalls würde ich eine MRCP dazwischen selber bezahlen. Ich möchte diese halbjährliche Untersuchung ingesamt während drei Jahren (seit Beginn der Symptome und der leichten Zuckerentgleisung mit erhöhter Amylase sind nun schon 1.5 Jahre vergangen). Es gibt Studien, die zeigen, dass sich ein Pankreas-CA bereits 3 Jahre vorher ankündigen kann mit dem entgleisenden Blutzucker. Auffällig wäre dann auch noch Gewichtsverlust, der auch schon Monate vor der Diagnose beginnen kann. Neben den Pankreasenzymen lasse ich bis zum Ablauf der 3 Jahre alle 6 Monate auch den CA19-19 messen. Nach meinem Verständnis sinkt das Risiko nach Ablauf der 3 Jahre wieder ab auf ein leicht erhöhtes Risiko (das man mit einer chronischen Pankreatitis sowieso hat) ab.

Man darf sich nicht fertig machen. Wahrscheinlich steht das alles im Zusammenhang mit einer chronischen Pankreatitis. Aber mich beruhigt es etwas, wenn ich alle 6 Monate gecheckt werde bis zum Ablauf der 3 Jahre. Denn eine echte Chance hat man bei diesem Krebs ja wirklich nur, wenn man ihn früh entdeckt.

Liebe Grüsse,
Pame
Pame
Beiträge: 62
Registriert: 18. Dezember 2021, 14:39

Re: CP, Pankreasinsuffizienz und Diabetes

Beitrag von Pame »

Hey ich nochmals. Sehe grad, dass bei dir die Geschichte ja auch schon eine Weile läuft. Da würde ich mal meinen, dass eine jährliche Bildgebung reicht. Vielleicht kannst du aber alle 6 Monate noch die Blutwerte inkl. CA19-9 messen lassen. Dann könnte man reagieren, wenn der plötzlich ansteigt. Auch bei Gewichtsverlust oder wenn aus der Insulinresistenz plötzlich ein richtiger Diabetes wird, würde ich eine Bildgebung machen lassen.
Jana
Beiträge: 360
Registriert: 29. September 2020, 17:29

Re: CP, Pankreasinsuffizienz und Diabetes

Beitrag von Jana »

Zuallererst man kann immer auch einen klassischen Typ2 Diabetes entwickeln, auch bei einer anderen Pankreaserkrankung oder sogar zusätzlich zu Typ1 Diabetes. Es heißt also nicht, dass jeder auffällige BZ zwingend mit der BSD-Erkrankung zu tun haben muss.

Ich selbst habe die Diagnose pankreopriver Diabetes seit ca. 5 Jahren. Bis jetzt hat nie jemand von einem erhöhten Krebs Risiko bei mir gesprochen. Ich bin jedoch auch nicht im Pankreaszentrum, sondern werde ambulant von niedergelassene Diabetologen, Gastroenterologen, Hausarzt und Endokrinologen betreut. Untersuchungen gab es zur Diagnosestellung u.a. Elastase, MRT/MRCP, OGTT... seit dem gibt es als Verlaufskontrollen halbjährliches Ultraschall (kein EUS) sowie Lipasemessungen (und halt Diabetesparameter wie HbA1C). Wenn ich irgendwelche deutlichen Symptoem/Verschlechterung hätte, würde auch mehr gemacht werden.

Ich persönlich finde ja die Insulinresistenz bei dir auffällig. Ich habe nämlich keine Insulinresistenz, sondern einen Insulinmangel. Heißt meine BSD kann durch die Entzündungen nicht mehr genug Insulin herstellen. Genau deswegen gab es auch bei mir die Diagnose pankreopriven Diabetes. Typ1 (und Typ2) wurden ausgeschlossen.
Gleichzeitig zeigt sich bei mir und angeblich bei allen pankreopriven Diabetikern eine hohe periphere Insulinsensibilität, das Gegenteil wäre eine Insulinresistenz, wie bei Typ2. D.h. bei pankreopriven Diabetes sind die Zellen sehr sensibel auf Insulin, das merkt man in einem sehr geringen Insulinbedarf ggü. Typ1 Diabetes. Hingegen bei Insulinresistenz reagieren die Zellen sehr schlecht auf Insulin. Bei der Diagnostik spricht eine stärkere Insulinresistenz sogar gegen einen pankreopriven Diabetes.

Leider steht in der Pankreas-Leitlinie nur wenig zwecks pankreopriven Diabetes. Es steht aber drin, dass explizit nicht auf die Unterscheidung Typ2 <> pankreopriver Diabetes eingegangen wird an dieser Stelle. Schade eigentlich.
Pame
Beiträge: 62
Registriert: 18. Dezember 2021, 14:39

Re: CP, Pankreasinsuffizienz und Diabetes

Beitrag von Pame »

Liebe Jana

Ist bei dir denn eine chronische Entzündung diagnostiziert?
Manchmal ist es eben unklar, ob es ein Typ2 oder Typ3 Diabetes ist (zumindest bei mir ist es so).
Und Diabetes kann quasi als paraneoplastisches Symptom bereits vor einer Pankreaskrebsdiagnose auftreten. Meines Wissens ist insbesondere ein gleichzeitiger Gewichtsverlust dafür verdächtig.

LG
Pame
mk93
Beiträge: 182
Registriert: 15. Juni 2022, 11:46

Re: CP, Pankreasinsuffizienz und Diabetes

Beitrag von mk93 »

Wenn man den Link von thphillip sich anschaut, denn ist es eine Wahrscheinlichkeit von 0,85%, das bei neu aufgetretenen Diabetes ein Karzinom hinter steht. Hab mich auch versucht zu belesen, außerdem muss da ein ziemlich eindeutiger Diabetes feststehen, ich weiß nicht ob sowas wie Prädiabetes mit reinfließt.
Auch müssen die Symptome sich im schnellen Tempo verschlechtern.

Ich glaube kaum, dass bei Nüchtern-Werten von 100-110 z.B. und das schon zwei Jahre, sich dahinter ein Karzinom verbirgt.
thphilipp
Beiträge: 1615
Registriert: 2. November 2010, 07:17

Re: CP, Pankreasinsuffizienz und Diabetes

Beitrag von thphilipp »

Glaube ich auch nicht. Auf dem Boden einer chronischen Pankreatitis sieht das allerdings schon wieder gaaaaanz anders aus.
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Liebe Grüße Thorsten
Pame
Beiträge: 62
Registriert: 18. Dezember 2021, 14:39

Re: CP, Pankreasinsuffizienz und Diabetes

Beitrag von Pame »

Auch prädiabetische Werte KÖNNEN ein frühes Zeichen sein (müssen aber selbstverständlich nicht). Wie gesagt, vor allem dann, wenn es mit einem deutlichen Gewichtsverlust einhergeht. Da meine Bauchspeicheldrüse irgendwie spukt und man nicht genau weiss warum, möchte ich lieber vorsichtig sein. Mein Arzt unterstützt das.

https://www.cancer.gov/news-events/cancer-currents-blog/2021/pancreatic-cancer-diabetes-early-detection
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