Das ERCP löste eine heftige Pankreatitis aus.

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die_Kris
Beiträge: 8
Registriert: 14. Dezember 2024, 10:55

Das ERCP löste eine heftige Pankreatitis aus.

Beitrag von die_Kris »

Moin aus dem hohen Norden! Ich habe mich hier angemeldet, um mich mit euch ein wenig auszutauschen, vielleicht auch um erstmal mir Luft machen zu dürfen und gegebenenfalls von anderen zu hören, die eventuell so etwas ähnliches erlebt haben? Ich hoffe, dass der Beitrag hier überhaupt reinpasst, aber ich lese schon seit längerem hier ein wenig mit und hoffe einfach auf ein bisschen moralische Unterstützung, auch wenn das hier der allererste Beitrag von mir ist.

Ich hole ein wenig aus: Schon seit 2023 plagten mich immer mal wieder "Blähungen", die jedoch immer nach einigen Stunden vorbeigingen. Nur waren es keine Blähungen, sondern die Galle, die mit kleinen Steinchen gefüllt war und von denen hin und wieder einer abging und für eine kurze Zeit im Gang feststeckte. Mitte Oktober 2024 ging ich wegen den lange anhaltenden Schmerzen zum Hausarzt, der ein Ultraschall machte und die Steine in der Galle entdeckte. Mir wurde Blut abgenommen und dann wurde ich nach Hause geschickt. Dann stand das Ergebnis fest. Die Lipase war bei rund 9700 und andere Entzündungswerte waren ebenfalls gestiegen. Allerdings ging es mir an dem Tag der Auswertung des Blutes schon besser, so dass ich nicht ins Krankenhaus gegangen bin. Also nochmal zum Hausarzt, Blutentnahme und dann gab es am Montag die Entwarnung. Die Werte waren schon fast wieder auf dem Normalwert gesunken.

Doch damit endet die Geschichte nicht. Seitdem habe ich einen dauerhaft aufgeblähten Bauch und muss ständig aufstoßen. Allerdings habe ich nie das Gefühl, dass die Luft weniger wird. Und dann fingen die Koliken so richtig an. Als ich dann am in der Woche des 13.11 Mittwochs, Donnerstags und Samstags wieder eine Kolik bekam, ahnte ich übles. Ich ging dann am Sonntag Morgen in die Notaufnahme, weil der Schmerz einfach nicht weniger wurde und ich den Verdacht auf eine erneute Pankreatitis hatte. In der Notaufnahme wurde das bestätigt, die Lipase Werte wieder extrem erhöht und man behielt mich gleich für eine Nacht da. Ich bin letztendlich auch ins Krankenhaus gegangen, weil ich wegen den Koliken immer verzweifelter wurde und hoffte, dass man mir helfen kann. Spätestens bei der zweiten Pankreatitis wurde klar, dass die Gallenblase raus musste. In der Notaufnahme bekam ich dann auch am nächsten Tag von einer engagierten Ärztin die Entlassungspapiere, sowie einen Termin für ein ERCP.
Das ERCP - der Goldstandart und ich musste nicht lange dafür warten! Ich war wirklich zuversichtlich und hoffte, dass dieses Verfahren mir helfen könnte, bis zur OP mich vor weiteren Koliken zu bewahren. Dass das ERCP eine Pankreatitis auslösen konnte, war mir klar. Aber ich war davon überzeugt, dass das schon nicht passieren würde.

Das ERCP fand genau eine Woche später statt und zwar am 25.11. Eine ausgeprägte Cholecystolithiasis wurde festgestellt und eine 3/4 Papillotomie in Richtung DHC durchgeführt. Soweit so gut. Im Aufwachraum bemerkte ich einen leicht stechenden Schmerz in der Brust, der dann im Laufe der weiteren Stunden sich zu einem Brüllen wandelte. Auf der Station bekam ich leider nur in unregelmäßigen Abständen Piritramid und andere Schmerzmittel (Buscopan, Ibuprofen).

Dummerweise wirkte nichts davon. So gar nichts! Als würde man mir Wasser verabreichen. Und so lag ich dann 18 Stunden im Bett, die ganze Zeit mit der brüllenden Pankreas, die im Bauchraum gebacken wurde und bettelte um stärkere Schmerzmittel, die ich nicht erhielt. Ich habe noch nie in meinem Leben solche Schmerzen erfahren und möchte sie auch nie wieder erleben.

Am Morgen entließ ich mich dann selbst und schlich wie ein geprügelter Hund zum Hausarzt. Ich fühlte mich einfach nicht ernstgenommen im Krankenhaus. Die Assistenzärztin zweifelte eh daran, dass es eine Pankreatitis wäre und konnte mir allerdings auch nicht sagen, was es sonst sein sollte. Die Lipasewerte deuteten auch auf eine Pankreatitis hin, denn ich hatte mir im Krankenhaus den Laborbericht von einer Schwester ausdrucken lassen und mitgenommen. Ich lies mir erneut beim Hausarzt Blut abnehmen (weil ich wissen wollte, ob die Werte gestiegen waren - einen Tag später rief er mich zurück. Die Werte hatten sich verdoppelt!) und Tramadol verschreiben. Ich ging dann nach Hause und lernte meinen uralten Sessel schätzen, in dem ich ganz vorsichtig sitzen konnte. Elf Tage konnte ich nicht im Bett liegen, sondern verbrachte die Zeit mit Schmerzmitteln vollgepumpt im Sessel. Es war eine harte Zeit.

Ich will echt nicht allzu zynisch klingen, aber ich habe mittlerweile gelernt, dass das Krankenhaus für mich der denkbar schlechteste Ort ist, um eine Pankreatitis ausheilen zu lassen. Gerade das viele Liegen mit der warmen Decke im stickigen Zimmer hat ganz sicher nicht für eine Verbesserung der Situation beigetragen. Ich bin jetzt immer noch im aktuellen "recovery" Modus und muss sehr vorsichtig sein, was ich esse. Und ich verstehe, wenn sich manche fragen, was ich eigentlich mit diesem Beitrag bezwecken möchte.

Ich stelle mir die Frage, ob andere auch schon mal so etwas ähnliches erlebt haben? Ich meine, war ich zu naiv? Ich dachte, dass man heutzutage genügend Schmerzmittel bei Schmerzen bekommt. War es mein Fehler? Hätte ich mich auf den Boden wälzen und vor Schmerzen heulen müssen, damit man mich ernst nimmt? Ich meine, jede kleinste Bewegung löste Schmerzkrämpfe aus - sich theatralisch herumzurollen hielt ich nicht für angebracht. Am schlimmsten war dieser Vernichtungsschmerz, der wirklich ohne Pause sein Ding durchzog. Als ich hier zu Hause im Sessel das erste mal etwas dösen durfte, wusste ich, dass die Entlassung die richtige Entscheidung gewesen ist. Aber ich habe Schwierigkeiten damit, psychisch das erlebte zu verarbeiten. Vielleicht ist es deshalb ein Roman geworden.

Die OP wird frühestens im ersten Drittel des Jahres stattfinden - ich habe noch keinen Termin bekommen und ich hoffe, dass das ERCP wenigstens bis dahin neue Koliken und somit Entzündungen der Pankreas verhindert.

Ich danke jeden, der sich das ganze hier durchgelesen hat.

Grüße Kris
3664645
Beiträge: 567
Registriert: 8. Mai 2018, 12:06

Re: Das ERCP löste eine heftige Pankreatitis aus.

Beitrag von 3664645 »

Hallo,

ich wünsche dir, dass du bald deine OP hast, damit das Risiko vor weiteren Pankreatiden nicht mehr besteht.

Meine ehemalige Hausärztin hat als Klinikärztin auch ERCPs gemacht und hat wohl nie erlebt, dass jemand eine Pankreatitis danach hatte. Vielleicht war es die Papillotomie, die hier den Ausschlag gegeben hat und deine Ärzte sind einfach von ihrem erlebten Standard ausgegangen.

Aber Schmerzen sollte jeder Arzt ernst nehmen und bei Schmerzen musst du meines Erachtens auch keinen Anstand und Diszplin wahren. Du solltest dir hier alle Aufmerksamkeit holen, die dir Abhfilfe schaffen kann. Du störst niemanden mit deinen Schmerzen.
Ich habe vor Jahren eine Leberpunktion machen lassen – damals stocherte man im wahrsten Sinne noch im Dunkeln, was meine Beschwerden anbelangte – und hatte danach gleichwertige Schmerzen wie auch bei meiner ersten Gallenkollik. Ich habe mich gekrümmt und eigentlich kann ich nicht gut schreien, aber da konnte ich nicht anders und hatte volle Aufmerksamkeit von den Ärzten. Ich hatte sofort Ärzte um mich, die mir obwohl ich nicht ruhig sitzen konnte ein Analgetikum injiziert haben. Ich erinnere mich noch, dass ich den Arm während dieser Prozedur von einem Arzt derart gequetscht habe, dass ich dachte ich verletze ihn.
die_Kris
Beiträge: 8
Registriert: 14. Dezember 2024, 10:55

Re: Das ERCP löste eine heftige Pankreatitis aus.

Beitrag von die_Kris »

Moin Dominik, danke für deine Antwort!

Ich hoffe auch, dass ich im kommenden Jahr bald die OP habe. Leider ist die Uniklinik hier unterbesetzt und es gibt derzeit lange Wartelisten für geplante OPs. Im Forum hier habe ich schon mehrfach gelesen, dass ein ERCP eine Pankreatitis auslösen kann. Ignorant wie ich war, dachte ich nur, dass das ganz sicher nicht bei mir vorkommen wird.

Ein ERCP würde ich jetzt auch nicht mehr machen lassen. Immerhin hoffe ich, dass mit dem Schnitt, die Gallensteine ohne stecken zu bleiben abgehen und vor allem, dass sich durch die häufigen Entzündungen keine chronische Pankreatitis entwickelt. Aber das kann nur die Zukunft zeigen.

Die Sache mit der Schmerzmittelgabe war halt die, dass es egal war, wie viel Druck ich gemacht habe. Man hatte mir klar und deutlich gesagt, dass ich kein anderes Schmerzmittel bekommen würde. Und es war ihnen egal, wie oft ich ihnen den Schmerz geschildert hatte. Und das ist es, was ich eben nicht verstehe und was mir auch ein wenig zu bedenken gibt für die kommende OP, wobei ich nicht damit rechne, dass die Entfernung der Gallenblase halb so schmerzhaft wird, wie ich es beim ERCP erlebt habe.

Letztendlich ist man eben auf die Gnade und das Verständnis der Ärzte angewiesen. Und wenn die der Meinung sind, dass der Schmerz nicht so schlimm sein kann, dann ist man ihnen ausgeliefert. Und das finde ich beunruhigend.

Schönen 3. Advent dir noch.

Grüße Kris
DOKASCH
Beiträge: 419
Registriert: 18. Mai 2017, 20:26

Re: Das ERCP löste eine heftige Pankreatitis aus.

Beitrag von DOKASCH »

Hallo Kris ,
Ich hatte nach einer ERCP nur einmal während der aufwachphase einen Anflug der Schmerzen und gleich Panik dass sie wieder extrem werden aber sie sind dann vergangen. Ja ich hatte davor ca, 1/4 Jahr davor eine nekrotisierende Pankreatitis , die fing von jetzt auf nachher mit diesem extremen vernichtendem schmerz Zuhause an. Schmerzinfusionen die üblichen halfen nicht und mir ging es wie dir am liebsten sich schreiend auf dem Boden wälzen oder aus dem fenster springen wenn es möglich gewesen währe. Eine nacht später kam ich auf Intensiv ,die haben mich abgeschossen da war alles gut aber wenn die Wirkung nach lies und ich wieder zu mir kam waren die Schmerzen voll da. Nach einer nacht brauchten sie den Platz und ich wurde wieder verlegt mit dem versprechen dass ich die Medikamente per Schmerzpumpe und zusätzl. Bolis weiter bekomme. Ja auf Station ging halt nichts und ich hatte nicht die Kraft mich zu wehren, das Personal war durch Krankheit dezimiert und es gab einige Fälle von Novovirus die auf der station isoliert lagen und wenn die Schwestern darin waren, angekleidet für Infekrionsfälle da kamen sie nicht so schnell raus. Kurz und gut ich muss ganz verzweifelt und durcheinander meinem Mann WatsUps geschrieben haben , irgend wann (mehrere Std. später ) kam die stationsärztin vorbei und fragte mich was los ist, ich konnte mit ihr reden und danach bekam ich zumindest den Schmerzperfusor wieder in Betrieb aber es hat noch drei tage gedauert bis Nachts vor allem dann die schmerzen nachliesen ind beherrschbar waren. Das war vor 7 Jahren seit dem gehts mir recht gut, ja ich merke dass die galle manchmal leicht schmerzt und mir wurde damals von heidelberg zur OP geraten wenn ich keine Ruhe bekomme aber bisjetzt ist alles gut aber die Schmerzen möchte ich nicht wieder erleben deshalb werde ich falls es schlimmer wird die galle entfernen lassen. Hab zufällig im bekanntenkreis ein paar erlebt die die galle nach einer Pankreatitis operieren liesen ( wegen Steine ) die dann keine Probleme mehr hatten und das macht mir Mut.
Andi
Beiträge: 1060
Registriert: 15. Februar 2011, 20:42

Re: Das ERCP löste eine heftige Pankreatitis aus.

Beitrag von Andi »

Hallo Kris,
es ist bei mir zwar schon eine Weile her, aber ich habe diesbezüglich auch noch Erinnerungen.
Ich bin während einer ERCP aufgewacht, habe dann alles mitbekommen, weiß noch, das ich starke Schmerzen empfunden habe, habe dann gestöhnt, der Untersucher meinte , ich müsste das jetzt mal aushalten, er wäre gleich fertig.
Am liebsten hätte ich den Schlauch rausgezogen, während der Untersuchung.
So etwas darf nicht passieren, noch heute belehre ich vor einer Endosono den Arzt, das ich was vernünftiges bekomme an Schmerzmitteln, das mache ich nicht noch einmal mit.
Und ja, man vergisst es nicht.
Außerdem hatte ich 5 Jahre Schmerzen, bevor man den Stein zufällig entdeckt hat im ERCP, ansonsten in keiner Bildgebung.
Man hat mir diese elenden Schmerzen nicht geglaubt, ich habe gelitten, den Lebensmut verloren, 16 kg abgenommen. Schmerzmittel ja, Novalgin, hat aber kaum geholfen, ich bin bald drauf gegangen.
Man wollte mich in die Klappse stecken, ja es ist nun 30 Jahre her, die Folgen dieser Fehldiagnosen trage ich bis heute, der Frust sitzt tief, letztendlich muss man sehen wie man kommt, ich habe viel dazugelernt, mein Vertrauen in Ärzte ist begrenzt, Märchen können die mir nicht mehr erzählen.
Trotzdem ist man darauf angewiesen, schon wegen der Medikamente und paar regelmäßige Untersuchungen.
Ich verstehe dich sehr gut, muss man Schmerzen lange Zeit aushalten bildet sich ein Schmerzgedächtnis, dann hat man noch ein Problem mehr.
Ich wünsche dir, das alles gut wird

Liebe Grüße Andi
die_Kris
Beiträge: 8
Registriert: 14. Dezember 2024, 10:55

Re: Das ERCP löste eine heftige Pankreatitis aus.

Beitrag von die_Kris »

Moin DOKASCH, danke dir für deinen Erfahrungsbericht! Es tut mir leid, was du damals durchstehen musstest! Ich denke auch, dass es wirklich Stationsabhängig ist, ob und was man bekommt. Hier im Krankenhaus konnte man die Fenster leider auch nur auf Kipp stellen. Offenbar wollte man verhindern, dass sich Menschen mit Schmerzen aus den Fenstern stürzen (/Sarkasmus).

Am schlimmsten ist meiner Meinung nach dieses Gefühl der Hilflosigkeit. Man kann ja leider den Schmerz nicht für einige Sekunden in den Körper des anderen „senden“, damit derjenige merkt, dass man eben nicht übertreibt. Menschen zeigen ja auch unterschiedliche Schmerzreaktionen. Manche schreien, andere weinen und wiederum andere verziehen ihr Gesicht. Aber aufgrund dessen sollte man als Arzt nicht den Schmerz beurteilen und ggfs. verharmlosen.

Nachdem ich jetzt drei Pankreatitis und über ein halbes Dutzend Koliken alleine nur von Mitte Oktober bis jetzt erleben „durfte“, habe ich die Trennung ausgesprochen gegenüber der Blase. Unüberbrückbare Differenzen steht auf dem Scheidungspapier. Jetzt kommt es nur noch darauf an, wann sie entfernt wird. Aber ich kann und möchte das Risiko einer chronischen Pankreatitis einfach nicht eingehen, zumal die Galle voller kleiner Steine ist und diese ja mit der Zeit größer werden und andere nachkommen. Ich hoffe nur, dass die OP erfolgreich verläuft und die Pankreas dann Ruhe gibt und komplett ausheilt. Und in diesem Sinne wünsche ich dir auch alles Gute für die Zukunft!

Grüße Kris
Zuletzt geändert von die_Kris am 16. Dezember 2024, 09:53, insgesamt 1-mal geändert.
die_Kris
Beiträge: 8
Registriert: 14. Dezember 2024, 10:55

Re: Das ERCP löste eine heftige Pankreatitis aus.

Beitrag von die_Kris »

Moin Andi, danke dir für deine Antwort und deinen erschütternden Erfahrungsbericht! Ich glaube, dass ich deine Geschichte sogar beim Stöbern hier im Forum schon einmal gelesen habe. Während des ERCPs aufwachen zu müssen, grenzt doch sicher an Körperverletzung.

Manchmal glaube ich, dass wir uns trotz der modernen Technik zurück entwickeln. Vielleicht gibt es irgendwann wieder den Beißring für ambulante Operationen, wo wir 30 Euro Nutzungsgebühr bezahlen müssen. Natürlich ist die medizinische Versorgung hier im Land außerordentlich gut, das will ich nicht bestreiten. Allerdings ist man eben auf die Empathie von anderen angewiesen. Und wenn derjenige dich während des ERCP aufwachen lässt, dann mangelt es ihm offenbar gewaltig daran.

Ich habe hier im Forum auch schon mehrfach gelesen, dass man immer mal wieder die Psyche für die Pankreasschmerzen verantwortlich macht. Als Patient ist das mehr als frustrierend, nicht ernst genommen zu werden. Ich werde vor der OP auch in Ruhe nochmal über das erlebte sprechen, denn leider gibt es bei der Gallenblasenentfernung als Nebenwirkung die Möglichkeit, eine Pankreatitis auszulösen.

Dadurch, dass ich auch schon einige schlimme Dinge in Kliniken erleben musste, hält sich das Vertrauen auch bei mir in Grenzen, wobei ich nicht vorverurteilen möchte. Es gibt viele engagierte Ärzte und Pfleger und ich möchte die nicht alle über einen Kamm scheren. Aber nochmal werde ich auch nicht so etwas durchmachen. Gerade das Liegen, das Anstarren der Wanduhr und die Aussicht, für weitere 12 Stunden wach zu bleiben, da läuft es mir kalt den Rücken runter.

Ich hoffe, dass durch die vielen Entzündungen, die Pankreas nicht geschädigt wurde und hoffe, dass das ERCP weitere Koliken verhindert. Aber du hast recht, man muss weiterhin zu Ärzten gehen und ich bin froh über jeden, der mich ernst nimmt. Doch einfach so still abnicken werde ich definitiv nichts mehr, ich kann schon meinen Mund öffnen und auch mal Konter geben. Ärzte mögen fachlich mehr wissen, aber letztlich ist das mein Körper und ich stecke darin. Ich bin froh, dass dieser Sessel es mir ermöglicht hat, die elf Tage halbwegs gut zu überstehen. Dafür bin ich auch dankbar.

Ich hatte anfangs gehadert, hier im Forum zu schreiben, weil es hier so viele Menschen gibt, die so viel ernstere Schwierigkeiten als ich haben. Aber es tat mir gut, diese Geschichte mal von der Seele zu schreiben. Danke dir für deine ermutigenden Worte!

Viele Grüße Kris
Hagemax
Beiträge: 970
Registriert: 24. Dezember 2016, 14:53

Re: Das ERCP löste eine heftige Pankreatitis aus.

Beitrag von Hagemax »

Hallo Kris,
ich finde es auch immer schlimm, wie man von den Ärzten nicht ernst genommen wird. Ich hoffe, Du hast nach der Gallen OP eine deutliche Besserung.

Ich habe mal gelesen, dass man jeden Tag morgens nüchtern lauwarmes Zitronenwasser gegen Nieren u Gallensteine trinken soll, was ich auch mache. Die Säure soll die Kristalle auflösen. Jmd hier Erfahrungen?

VG
die_Kris
Beiträge: 8
Registriert: 14. Dezember 2024, 10:55

Re: Das ERCP löste eine heftige Pankreatitis aus.

Beitrag von die_Kris »

Danke dir Hagemax, das hoffe ich ebenso!

ich bin kein Mediziner, aber ich habe bisher nirgendwo gehört, dass man die Steine mit konventionellen Mitteln auflösen kann. Nicht umsonst werden die Steinchen auch nicht mehr zertrümmert, wie man das früher gemacht hat. Es bringt nichts. Selbst, wenn man die Steine zertrümmert, neue werden nachkommen. Einzig und alleine die Entfernung der Gallenblase hilft, die Steine loszuwerden. Wobei sich Steine auch im Gallengang bilden können, der ja nicht entfernt wird.

Rein anatomisch her würde ich sagen, dass die Zitronensäure keine Möglichkeit hat, in die Gallenblase überhaupt hinein zu gelangen und auf der anderen Seite, ist in unserem Magen einprozentige Salzsäure enthalten. Es gibt Videos, die so etwas behaupten, aber die sind meines Erachtens unseriös. Nicht umsonst bezahlt die Krankenkasse nur die Operation und nicht mehr die Steinzertrümmerung, weil diese sich als nicht effektiv erwiesen hat.

Grüße Kris
lunetta
Beiträge: 424
Registriert: 6. Dezember 2022, 14:37

Re: Das ERCP löste eine heftige Pankreatitis aus.

Beitrag von lunetta »

Erschütternd....

Ich hatte schon einige sehr schwere Erkrankungen, unter anderem einen Gehirntumor mit 3 Operationen, und noch vieles andere auch:(
Mit Schmerzmittel hatte ich nie Probleme im KH. Es galt immer die Devise: ausreichend Schmerzmittel, nur so kann eine gute Genesung gewährleistet sein. Das war bei mir wirklich immer top, egal in welchem KH, und bei welcher OP.
Nach Gallen-OP hatte ich kaum Schmerzen, nur ab da zuerst eine Pankreatitis 1 Woche nach OP, das kann sein nach Gallenblasenentfernung, und dann eine EPI als Diagnose.
Diese Diagnose bezweifle ich da ich so extremen Durchfall hatte für ca 2 Jahre nach OP, dass da denke ich die Elastasewerte verfälscht waren. Hatte nur Werte zwischen NUll und 30.
Ich hatte sehr viele Steine, alle ca. 1 cm Durchmesser.
Danach keine Koliken mehr, aber vertrage kein Fett mehr, oft Durchfall, muß beim Essen sehr aufpassen.
Ich würde die Gallenblase aber jederzeit wieder rausnehmen lassen. Diese Koliken waren der Horror.

Nur bitte nicht denken, dass man ohne Gallenblase keine Steine mehr kriegt - die können sich genauso bilden, wie mit Gallenblasen, nur dass sie dann im Gallengang bleiben, oder hoffentlich durch den Gallengang abtransportiert werden.
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