Frage: wie äußert sich eine Pankreatitis

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Juna87
Beiträge: 1
Registriert: 26. Dezember 2025, 13:04

Frage: wie äußert sich eine Pankreatitis

Beitrag von Juna87 »

Hallo,
ich habe immer wieder Magenprobleme (Reizdarm Syndrom, Magenschleimhautentzündungen). Nun habe ich erstmals andere Schmerzen: Oberbauchschmerzen und es zieht rund herum bis in den Rücken.
Es ist sehr unangenehm und tut einfach weh aber nicht so stark, dass ich den Notdienst aufsuchen wollen würde. Kommt und geht in Wellen.
Hat man bei einer Pankreatitis stärkste Schmerzen? Ich habe einfach auch Sorge etwas zu verpassen. Ich gehöre erfahrungsgemäß immer zu den 0,2 Prozent.
Schlafen konnte ich aber gut und eigentlich dürfte das doch dann auch nicht möglich sein oder?
Wie fühlt sich eine Pankreatitis an?
Keksdose
Beiträge: 42
Registriert: 6. März 2024, 18:58

Re: Frage: wie äußert sich eine Pankreatitis

Beitrag von Keksdose »

Ich hatte nie eine, aber gürtelförmige Schmerzen sollen typisch für eine entzündete Drüse sein.

Geh lieber einmal zu viel hin. Ich hab die Bauchschmerzen der letzten Wochen auch auf meinen Reizmagen/-Darm geschoben - mit dem Erfolg, dass ich gestern wegen meines gerissenen Blinddarms notoperiert werden musste. Ich hatte mich einfach zu sehr an Schmerzen gewöhnt, als dass ich die noch ernst genommen hätte - bis sie dann morgens um 9 Uhr bei einer 9.5/10 angekommen waren und ich wusste, dass ich JETZT ins KH muss.

Alles Gute und gute Besserung dir!
Hagemax
Beiträge: 970
Registriert: 24. Dezember 2016, 14:53

Re: Frage: wie äußert sich eine Pankreatitis

Beitrag von Hagemax »

Hallo Juna,
es gibt unterschiedliche Formen der Pankreatitis akut, chronisch, autoimmun.
Die Schmerzen sind oft im Oberbauch, Flanken, Rücken. Der Stuhl auffällig. Solche Sympthome können auch von der Galle kommen zB von Gallensteinen.
Was wurden denn für Untersuchungen gemacht? Blut? Ultraschall? Stuhl?
Ggfs musst Dich ein Gastroenterologe durchchecken.
Erstmal Schonkost!
VG
UschiPf
Beiträge: 130
Registriert: 23. Juli 2025, 18:00

Re: Frage: wie äußert sich eine Pankreatitis

Beitrag von UschiPf »

Hallo! Ich kann dir nur berichten, wie es bei MIR angefangen hat. Im Februar hatte ich meine erste akute Pankreatitis. Ich hatte unbeschreiblich starke Oberbauchschmerzen und mir war übel- so übel, dass ich mich übergeben musste. Ich fuhr ins Krankenhaus, mein Lipasewert über 6000, Amylase stark erhöht und der CRP Wert natürlich auch.
Dann hatte ich monatlich eine Pankreatitis- die Schmerzen fingen immer zirka eine halbe Stunde nach dem Essen an. Ein Druck im Oberbauch und ein Stechen rechts hinter den Rippen.
Jedesmal waren Amylase und Lipase erhöht, eher weicher Stuhl. CRP natürlich auch erhöht, aber nicht so hoch wie im Februar.
Auslöser des ganzen Übels war bei mir ein Stein in der BSPD. Ich habe 3 ERCPs hinter mir, was die ganze Sache natürlich auch nicht besser machte.
Ich habe mich im Oktober freiwillig einer Whipple OP unterzogen- seitdem geht es mir bis noch auf ein paar Wehwehchen wieder gut.
Ach ja, Gewichtsverlust hatte ich auch, seit der OP steht mein Gewicht wieder, 1/2 Kilo auf oder ab.
Lass dir Blut abnehmen, aus den Werten kann man gleich sehen, ob du eine Pankreatitis hast oder nicht.
Alles Gute und gute Besserung! Uschi
AK17
Beiträge: 21
Registriert: 29. August 2025, 06:48

Re: Frage: wie äußert sich eine Pankreatitis

Beitrag von AK17 »

Hi Juna87.
Ich habe mein gesamtes Leben schon immer Pankreasbeschwerden in Episoden gehabt. Als Kind mochte ich kein Fett essen... insbesondere tierische Fette habe ich immer "chirurgisch" genau vom Fleisch abgeschnitten. Ich hatte öfter Magen-Darm Beschwerden mit Übelkeit und Übergeben, wenn ich durcheinander aß oder im jungen Erwachsenenalter Fettiges und Alkohol zusammen. Auch bei Schulstress (damals) oder in Hormonumstellungsphasen (Pubertät/Präklimakterium) hatte ich immer Ober- und -bauchbeschwerden. Das wurde früher gerne auf die Psyche geschoben, solange, bis ich selber dachte, dass nur Stress die Symptome auslöst, da bei Magen und Darmspiegelungen nix gefunden wurde. Einzig "viel Luft im Bauch" wurde seitens der Mediziner öfter festgestellt. ZB bei Ultraschalluntersuchungen, wodurch ich auch phasenweise Unterbauchbeschwerden hatte. Nie was gefunden, bis ich mich (mit 50 Jahren) plötzlich, mit akuter Pankreatitis im Krankenhaus wiederfand. Bei mir gab es nur noch das Krankenhaus, hatte 11cm große Zyste gebildet, Wasser im Bauchraum, stark erhöhte Lipase, aufgetriebenen Bauch und SCHMERZEN ohne Ende. Habe ich alles 4Stunden in der Nacht ausgehalten, dann 112 gerufen. Ursachen dafür gibt es ja viele, von Gallensteinen bis Alkohol oder oder oder. Bei mir wurde darauf - nach und nach - ein komplettes Divisum festgestellt und an der Minorpapille noch eine Miniaussackung (im ERCP).
Rückblickend hatte ich mit zunehmendem Alter immer längere und häufigere Symptomepisoden. Ich habe dann immer mit Nahrungskarenz und fettfreiem Ernährungswiederaufbau reagiert. Die Episoden wurden aber immer länger und nach und nach hatte ich immer chronischere Beschwerden. Und den Magen in den Episoden habe ich immer öfter mittels Säureblocker (Natron, Panteprazol) beruhigt... auch weil nie was gefunden wurde, aber diese Selbstbehandlung gut half.
Nun denn, scheinbar wird bei Oberbauchbeschwerden o. Verdauungsbeschwerden viel zu selten die Bauchspeicheldrüse betrachtet... immerhin gibt es alleine bei 3-7%?! an dem Organ Anomalien, die ggf. auch keine o. nur wenige Beschwerden machen. Die Pankreas ist schwierig zu diagnostizieren. Liegt im Bauchraum auch sehr geschützt ganz hinten! Wenn sie stark betroffen ist kommen die Symptome dann oft gleich heftig, wie bei Pankreatitis.
Ich denke, aufgrund meiner Erfahrung (und weil ich im Gesundheitswesen tätig bin), man sollte bei wiederkehrenden unerklärlichen Bauchbeschwerden diese sehr sehr ernst nehmen und sich nicht abspeisen lassen mit psychisch o. Ä. ... auch Unverträglichkeiten die zunehmen nicht auf die leiche Schulter nehmen. Einfach solange den passenden Arzt suchen, bis man sich wirklich ernst genommen fühlt. Und sich selber auch kritisch hinterfragen, was Ernährung und Drogen, also insbes. Alkoholkonsum angeht... jeder Tropfen Alkohol ist Gift!
Heute lebe ich sehr vorsichtig, versuche auftretende Beschwerden sofort mit besserem Ess-, Trink-, Ruhe-, Bewegungsverhalten oder Arztterminen und Medikamenten (selber) zu behandeln und zu heilen.
Das richtige Maß an Achtamkeit für sich ist, meiner Meinung nach, das Wichtigste!
Vll. hilft meine Krankheitsgeschichte dem einen oder anderen, die eigenen Beschwerden besonnen und richtig einzuschätzen!
Gruß, Anja und ein Frohes Neues Jahr ins Forum :)
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