Nach 1 1/2 Jahren plötzlich wieder starke Symptome

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

Hier haben Sie als Betroffene(r) und/oder ratsuchende(r) Besucher(in) dieser Plattform die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen oder Hilfestellung zu geben.
Antworten
Keksdose
Beiträge: 43
Registriert: 6. März 2024, 18:58

Nach 1 1/2 Jahren plötzlich wieder starke Symptome

Beitrag von Keksdose »

Nachdem bei mir wirklich lange Ruhe und ich sehr weit weg von jeder Angst war, hat es mich jetzt wieder voll erwischt und ich könnte gut etwas Zuspruch und Beruhigung gebrauchen.

Ich (inzwischen kurz vor meinem 35. Geburtstag) hatte ja vor ziemlich genau 2 Jahren hier zum ersten Mal gepostet, da ich Anfang 2024 plötzlich eine Reihe von Problemen bekommen hatte: Aufstoßen, Rückenschmerzen links/linke Schulter, Übelkeit. Magen- und Darmspiegelung ohne Befund. Im Mai dann erhöhter CA19-9 (65 kU/l), daraufhin 2 mal im Juni im MRT mit MRCP - beide unauffällig (ohne Befund). Im Juli nochmal CA19-9, aber wieder unterhalb der Nachweisgrenze des Labors (<9 bei Referenz <34 kU/l). Danach langsame Besserung der Symptome, ab November dann auch wieder Schmerzfrei. Ich war mir sicher, mit dem Thema durch zu sein und hab das hier ja auch selbstbewusst geäußert.

2025 habe ich dann mit Diät begonnen und 15 kg abgenommen. Ich hab das Jahr über sehr viel Sport gemacht und bin 5000 km auf dem Rennrad gefahren. Zum Ende der Saison hat sich dann leider wieder der Schlendrian eingeschlichen und ich bin ab November 2025 kaum noch gefahren (trotz Rollentrainer) und hab mich wieder ziemlich mies ernährt. Dazu kommt leider auch enormer Stress (Privat und Arbeit, für den mir ohne Sport der Ausgleich fehlt).

Ab Dezember 25 hatte ich wieder ab und an Verdauungsprobleme (ca 3 Mal am Tag relativ weicher Stuhl, nicht schwimmend und ab und zu viel geschmackloses Aufstoßen von Luft) und ab und an leichte Oberbauchschmerzen (ein Brennen, mittig, ein paar cm überm Bauchnabel). Ich hab über den Winter leider auch 5-6 kg wieder zugenommen.

Am 25.12. hatte ich dann einen Blinddarmdurchbruch und habe die Magenprobleme erstmal darauf geschoben. Die OP-Narbe im Bauchnabel hat sich dann auch noch entzündet gehabt, sodass ich vom 01.-03.01. nochmal in die Klinik durfte und danach bis zum 09.01. Antibiotika (Amoxiclav 875/125) einnehmen musste. Ein paar Tage nach Ende der Einnahme haben die Magenprobleme dann zugenommen. Ich hab mir aber erstmal nichts gedacht.

Vor genau 2 Wochen hat mein Rücken dann auf Höhe der Schulterblätter angefangen wieder weh zu tun. Erst unregelmäßig, dann ab dem vorletzten Sonntag Nacht dauerhaft (hab an dem Wochenende auch echt nicht gut gegessen und ausnahmsweise mal ein Glas Wein getrunken). Ich habe dann mit der Einnahme von Pantoprazol (20 mg morgens und abends) und abends Novalgin angefangen. Über die Woche wurde es schlimmer, sodass ich am Donnerstag bei meinem Hausarzt um einen Termin gebeten habe (den ich leider erst diesen Freitag habe). In der Nacht von Freitag auf Samstag habe ich dann wegen der Schmerzen (Mittig im Rücken, teilweise auch unter oder auf der linken Schulter und wechselnd mittig bis linke Flanke im Oberbauch) so schlecht geschlafen, dass ich Samstag morgen in die Notaufnahme bin.

Dort wurde Blut abgenommen - ohne Befund, auch Pankreas, hab die Werte aber leider nicht mitbekommen - und ich wurde vom Gastro-Oberarzt länger geschallt. Laut seiner Aussage war die Drüse gut zu sehen, aber unauffällig. Einzige Auffälligkeit war eine septierte Gallenblase. Ich soll Pantoprazol auf 2 x 40 mg erhöhen und Novalgin/Paracetamol 4 x 1000 mg nehmen und beim Gastro ne Magenspiegelung machen.

Ich hab aktuell vorallem dumpfen Druck zwischen Sternum und Bauchnabel - manchmal auch links unter den Rippen. Meim Stuhlgang ist ganz seltsam, ich fühle mich abgeschlagen, neben mir und mir ist etwas schwindelig. Mein Rücken fühlt sich auf Höhe des Magens extrem verspannt an - manchmal zieht es auch nach links Richtung Schulter. Appetit habe ich auch nicht wirklich und bilde mir auch ein, in den letzten 2 Wochen ~2 kg abgenommen zu haben.

Ich musste mich wirklich zwingen, nicht heute direkt die Tumormaker bestimmen zu lassen und total in Panik zu verfallen. Ich hab die nächsten 3 Tage noch wichtige Arbeitstermine. Ich weiß, dass es unwahrscheinlich ist, dass das was wirklich schlimmes ist. Ich hab jetzt abends Promethazin genommen, um mich zu beruhigen. Und ich hab versucht, zumindest jeden zweiten Tag auf's Rad zu steigen, mich so oft es geht auf die Akkupressurmatte zu legen und das Tens-Gerät zu benutzen. Ein wenig hilft's.

Danke für's Lesen, ich kann vor Freitag mit meinem Arzt (dem ich vertraue) mit niemandem so richtig drüber reden und musste mir das einmal von der Seele schreiben.
DBREF
Beiträge: 6
Registriert: 2. Februar 2026, 19:34

Re: Nach 1 1/2 Jahren plötzlich wieder starke Symptome

Beitrag von DBREF »

Hallo,

willkommen im Club würde ich sagen, siehe mein Beitrag weiter unten. Der Verlauf bei mir ist 1:1 derselbe und gefunden wurde bis heute gar nichts, auch nach mehrfacher Bildgebung bei verschiedenen Radiologen. Ganz ehrlich: Wenn deine Symptome nahezu verschwunden waren und weiterhin keine offensichtlichen Ursachen gefunden werden (du könntest jetzt natürlich Tumormarker bestimmen oder ein weiteres MRT mit MRCP machen), solltest du dich damit beschäftigen, was dir vor 1 1/2 Jahren geholfen hat und genau dasselbe nochmal versuchen. Warum traten die Symptome über 1 1/2 Jahre überhaupt nicht mehr auf? Für progressive Krankheiten ist das eher untypisch (wenn auch nicht ausgeschlossen).

Wenn wir ehrlich sind, sähe dein Leben radikal anders aus, sofern deine damaligen Symptome mit einer malignen Erkrankung assoziiert wären. Es gibt neben dem klassischen Angstmacher BDSK noch sehr viele andere, weitaus schlimmere, aber symptomatisch ähnliche (unangenehme) Erkrankungen, die man sehr gut behandeln kann (was im Übrigen bei BDSK auch der Fall sein kann). Es fängt bei deinem Körper, deiner Fitness und deinem Kopf an und wenn auch die Jahreszeit und der Stress dich nicht übermäßig motivieren, versuch trotzdem nochmal fit zu werden, dich gesund zu ernähren und psychische Belastungen zu minimieren. Der Körper kann durchaus mit solchen Symptomen ("auf den Magen schlagen") auf äußere und psychische Stresszustände reagieren.

Du hast jedenfalls in mir einen Leidensgenossen. Positiv denken, das hilft in jedem Fall enorm!

Viele Grüße
Ulli
Beiträge: 159
Registriert: 8. Januar 2024, 16:23

Re: Nach 1 1/2 Jahren plötzlich wieder starke Symptome

Beitrag von Ulli »

Keksdose hat geschrieben: 23. Februar 2026, 19:19 Danke für's Lesen, ich kann vor Freitag mit meinem Arzt (dem ich vertraue) mit niemandem so richtig drüber reden und musste mir das einmal von der Seele schreiben.
Hallo,

das hast du ja schon mal gut und richtig gemacht, deine Sorgen und Probleme hier von der Seele zu schreiben. Ich weiß auch wie das ist,
wenn man in solchen, besonders akuten, Phasen niemanden hat darüber zu reden.
Die Sache mit dem Blinddarmdurchbruch ist ja noch nicht so lange her, und der Körper und die Seele stecken ja sowas auch nicht so schnell weg. Als Folge der Antibiotikbehandlung werden ja meist auch die "guten" Darmbakterien ge-/zerstört. Da ist es gut die Darmflora mit Probiotika (z.B. Naturjoghurt, Kefir) wieder aufzubauen.
Nach den bisherigen Untersuchungen und Blutwerten sieht es ja nicht danach aus, dass es etwas schlimmeres ist.
Seelische Belastungen können auch ziemlich heftige körperliche Probleme verursachen. Dann rede erstmal am Freitag mit deinem Arzt und ich hoffe er kann dir helfen und die nächsten Untersuchungen veranlassen.

VG Ulli
Antworten