ich wollte gerne mal wieder ein Update geben, da ja immer wieder Fragen zu EPI, zu den Symptomen und zur Medikation im Forum aufkommen.
Bei mir wurde die EPI vor 1,5 Jahren diagnostiziert, die Elastase war in mehreren Messungen zu verschiedenen Zeiten immer unter 50.
Ich hatte Sono, MRCTP, Magen- / Darmspiegelung und dann noch Endsono in einem Pankreaszentrum - abgesehen von einem Pankreas Divisum und leichten Inhomogenitäten im Pankreaskopf alles unauffällig (Arzt meinte, aus seiner Sicht wären die Befunde keine ausreichende Erklärung für die schwere EPI).
Was habe ich für mich gelernt, was mache ich aktuell:
- Ich nehme aktuell Pangrol, bin hier bei ca. 250k-300k Einheiten pro Tag und fahre ok damit. Nachdem ich Kreon nicht vertragen hatte, bin ich auch durch dieses Forum zeitweise auf Nortase in Kombination mit einem Probiotikum eingeschwenkt. Bei Nortase hat der Stuhl relativ normal ausgesehen, zusammen mit dem Probiotikum konnte ich die Frequenz auch stabilisieren und war nur 1-2x am Tag, wobei der Stuhlgang immer leicht geglänzt hat, und ich nach wie vor starke Probleme mit etwas fettigerem Essen hatte und mir auch oft nach dem Essen schwindlig war. Jetzt mit Pangrol sieht der Stuhl zwar weniger gut aus, schwimmt mal oben, ist mal heller, all in all fühle ich mich aber deutlich besser mit dem Präparat, und auch wenn Gewichtsaufbau schwierig bleibt, habe ich seit Einnahme kein Gewicht mehr verloren.
- Es ist bei mir mitnichten so, dass ich alles wie früher Essen kann. Es ist viel "Trial and Error" dabei. Ich habe für mich ein paar Lebensmittel identifiziert, die ich gut vertrage, Haferflocken, Laugenstangen, Bananen, Eier, Reisgerichte, Sushi; Ich habe Lebensmittel, die ich mir hin und wieder gönnen kann und aushalte, darunter Äpfel, Nüsse, Pizza, Steak, etc. und ich habe Lebensmittel, die ein No Go sind, darunter Wiener, Leberkäse, Süßigkeiten. Ich könnte mir vorstellen, dass das zumindest teilweise bei jedem anders gelagert ist, wobei natürlich generell gilt, dass schwer verdauliche Lebensmittel unseren Verdauungstrakt ganz anders fordern als bei einem Gesunden. Generell kaue ich deutlich mehr und esse viel langsamer als früher, ich esse konsequent 3 Mahlzeiten und meistens einen Snack am Tag und deutlich ausgewogener, was Gemüse angeht. Es empfiehlt sich bei einer EPI, auch andere Allergene Stoffe wie Laktose, Fructose etc. abtesten zu lassen. Ich weiß mittlerweile, dass ich auch laktoseintolerant bin und es geht mir besser, wenn ich Laktose weglasse. Alk trinke ich nicht mehr, nur noch 0,0 Biere. Ich nehme Vitamin D und Magnesium.
- Ich hatte die letzten Jahre immer Schmerzen am Rücken linksseitig & mittig oben, dachte hier zunächst an Sitzen und Haltung. Auch bei diesem Thema scheint aber die EPI ursächlich zu sein. Wenn ich mich schlecht ernähre, bspw. ein großes Steak oder wenn ich bspw. zu Bitterstoffen greife, um meine Verdauung anzuregen, sind die Schmerzen entweder sehr schnell mit / nach dem Essen oder in der Nacht beim Liegen da. Sie sind selten ausgeprägt, meistens eine 1/10, eine 2/10, aber man spürt, dass der "Pankreas hier etwas nicht gefällt".
- Auf Anraten des Arztes habe ich nach den vorangegangenen Erfahrungen Pangrol hochdosiert begonnen, ich bin mit 500k-550k am Tag gestartet und habe dann über die Monate sukzessive reduziert. Es hat gefühlt 4-5 Monate gedauert, bis es mir tatsächlich besser gegangen ist, also geringere Stuhlfrequenz, höheres Wohlbefinden, höhere Nahrungsmitteltoleranz.
Ich hoffe, die Gedanken helfen dem einen oder anderen im Forum.
All the best,