Wann OP nötig?

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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Bela
Beiträge: 93
Registriert: 22. August 2021, 09:33

Wann OP nötig?

Beitrag von Bela »

Mich würde interessieren, wann die Entscheidung getroffen wird wann die Drüse herausgenommen wird und bei welcher Indikation zusätzlich andere Begleitorgane wie die Gallenblase, Milz, Zwölffingerdarm....werden diese einfach vorsorglich entnommen oder weil sie schon mit geschädigt sind?
Ich möchte gern so viel wie möglich erhalten...meine Drüse verkalkt immer mehr, so dass ich jetzt Insulinpglichtig bin. Ich bekomme erst einmal nur Abasaglar als Langzeitinsulin.
Andi
Beiträge: 1064
Registriert: 15. Februar 2011, 20:42

Re: Wann OP nötig?

Beitrag von Andi »

Hallo Bela,
das ist eine ganz schwierige Frage, abhängig unter anderem vom Alter, vom Leidensdruck, wie sehr beeinflussen dich Einschränkungen im.Alltag.
Was sagen denn die Ärzte?
Ja, je nach Operation müssen sind auch Nachbarorgane mit involviert.
Nach Entfernung der kompletten Pankreas wird die Insulineinstellung auf jeden Fall komplizierter.
So richtig kann ich dir nicht weiterhelfen, eine zweite Meinung wäre bestimmt sinnvoll.
Ich bin auch verunsichert bezüglich einer Operation, bin aber abwartend, weil ich weiß, was da dranhängt oder auch schief gehen kann.
Wird mein Leidensdruck zu groß, werde ich nicht zögern.

Liebe Grüße Andi
Tardis
Beiträge: 24
Registriert: 8. März 2025, 03:23

Re: Wann OP nötig?

Beitrag von Tardis »

Hallo Bela,

mir wurde die BSD im Mai 2025 entfernt: BSD, Zwölffingerdarm, Gallenblase. Milz und Pylorus konnte erhalten bleiben. Befund damals: 4 IPMNs + 2 Kontrastmittel annehmende Punkte (sprich: es war Krebs. Hatte aber noch nicht sichtbar gestreut).

Bei wir war die Entscheidung aufgrund des Befunds relativ flott: CT/MRT Bilder anschauen und vorläufiger Entscheid nach 10 Minuten. Dann wurde es im wöchentlichen Tumorboard der UniKlinik nochmals besprochen, wo die Experten sich die Fälle nochmals anschauen und gemeinsam entscheiden. Also wenn es akut ist dann sollte es ruckzuck gehen. Bei mir waren es von der ersten Untersuchung bis zur OP so 6-8 Wochen.

Also meines "amateurhaften" Wissens nach wird meistens der Zwölffingerdarm entfernt (und somit der Gallengang neu verlegt). Der Rest ist so wie ich meine optional, je nach Befund und Diagnose. Was ich mir jedoch noch als Einflussfaktor vorstellen könnte ist die Art der Operation: Minimalinvasiv(via Roboter, z.B. DaVinci) oder klassisch "offen").

Bei mir wars der Roboter. Der Vorteil: Die Chirurgen arbeiten ja mit einer Videokamera und steuern die "Arme". im Bauchraum. D.h. sie können wie durch eine Lupe viel genauer arbeiten. Und somit "Lateralschäden" besser vermeiden (z.B. durchtrennte Nerven etc.). Und die Genesung geht auch schneller. Natürlich dauert die Operation deshalb länger. Vor allem wenn sie Organe ringsherum erhalten möchten. Bei mir waren es 11 Stunden.

Bez. Insulinumstellung: Don't panic. Du bekommst eine Insulinpumpe und nach einem halben Jahr hast Du Dich total dran gewöhnt. Du bist dann ja soz. Typ 1 Diabetiker. Als Typ 1 ist das mit den Kohlehydraten nicht ganz so schlimm/streng wie bei Typ 2, was Du ja jetzt soz. bist, weil Du Dir Basal-Insulin spritzt. Also ich bin ohne Anpassung meiner Essengewohnheiten (kann zum Glück alles essen), mittlerweile so >= 85% im Zielbereich. Mit Diabetiker optimierter Ernährung über 90%. Also bei mir zumindest kein Problem. Das andere ist halt dann die regelmässige Einnahme von Verdauungsenzyme (Kreon) zum Essen. Aber auch das macht man dann automatisch. Und wenn man es vergisst, dann brubbelts halt nach 4h mal im Gebälk. Aber für all das gibt es spezielle Schulungen in Diabetologischen Praxen/Kliniken die Dich unterstützen und dir die Dinge und Zusammenhänge im Detail erklären.

Fazit: Ich denke welche Organe automatisch mit entnommen werden kann man nicht pauschal sagen. Es hängt vom med. Befund ab und auch von der Operationsmethode. Deshalb würde ich die Operationsmethode auch als ganz wichtigen Entscheidungsfaktor mit einbeziehen.

Viele Grüsse
Michael
Bela
Beiträge: 93
Registriert: 22. August 2021, 09:33

Re: Wann OP nötig?

Beitrag von Bela »

Ganz herzlichen Dank Euch....ich denke auch, ich sollte mal wegen Zweitmeinung woanders hin...der Röntgenarzt in Bochum hat den Befundbeticht fast original vom Vorjahr benutzt, kann ja sein, dass sich seit dem äußerlich, außer der Isthmus-Verschmächtigung der Drüse wirklich nichts verändert hat aber ich habe mit dem Mann ein ungutes Gefühl, wobei die Kasse bestimmt nicht ein zweites MRT/MRCP so kurz hintereinander genehmigt.
Ich nehme ja jetzt auch Insulin zu den Enzymen, also schlechter ist es schon geworden mit der Verkalkung.
thphilipp
Beiträge: 1622
Registriert: 2. November 2010, 07:17

Re: Wann OP nötig?

Beitrag von thphilipp »

Also auch mal wieder etwas von mir. Ich denke ich werde wohl über kurz oder lang was anderes machen müssen, als nur kontrollieren. Die Abstände wo es gut auszuhalten ist, werden immer kürzer, die Schmerzen immer heftiger und länger dauernd.

Ich mache jetzt schon fast alle 3 Monate Endosono und Blut alle 3 - 4 Wochen.

Aber ein MRCP habe ich wegen Bochum schon seit fast 2 Jahren nicht mehr gemacht.
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Liebe Grüße Thorsten
Jana
Beiträge: 364
Registriert: 29. September 2020, 17:29

Re: Wann OP nötig?

Beitrag von Jana »

Es gibt die Möglichkeit nur den BSD Kopf zu entfernen.

https://www.pankreaszentrum-bern.ch/de/medizinisches-angebot-pankreas-bauchspeicheldruese/operationen-pankreas-bauchspeicheldruese/zwoelffingerdarm-erhaltende-pankreaskopfresektion.html

Diese OP wird jedoch nur sehr selten gemacht. Die großen Zentren Whipplen fast nur, d.h. hier wird auch zwingend der Zwölffingerdarm und oft weitere Organe entfernt.

Ich vermute sehr stark, dass es einfacher ist, mehr zu entfernen, als umständlich vorsichtig den Kopf rauszuschälen und somit die Op schneller (und somit kostengünstiger) erfolgt.
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