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Re: Chronische Pankreatitis?

Verfasst: 5. Dezember 2014, 20:38
von SaSem
Skyblue hat geschrieben:Hallo Anette,
vielen Dank für Deine Einschätzung.
Es ist ja so, dass man viel zum Thema lesen kann und ich habe mich auch schon mehrmals ziemlich verrückt gemacht. Daraus habe ich gelernt, dass man die zahlreichen Infoseiten zum Thema im Netz mit großer Vorsicht und Selbstdisziplin genießen muss, ansonsten besteht die reale Gefahr, das man als Psychosomat abgeschrieben wird. Insofern wollte ich gern eine Einschätzung von Betroffenen hören, bevor ich eine Vermutung äußere.
Bei mir ist es so, dass wenn Schmerzen da sind, diese eher weniger stark sind und dann für ca. 2-3h. Mein Arzt meinte auch, dass eine Pankreatitis ohne große Schmerzen verlaufen könne, die Blutwerte wären allerdings aussagekräftig. Hier habe ich auch schon gelesen, dass diese Werte nicht übermäßig erhöht sein müssen, was mich leicht verwirrt...
Ich kann nicht sagen, dass ich keinen Alkohol trinke.
Geraucht habe ich nie, aber es gab schon Zeiten, in denen ich täglich sehr gern Whisky oder Bier getrunken habe, wobei auch mal ein halbes Jahr Pause dazwischen war. Wenn man die 40 erreicht hat, gibt es dann öfter morgens Kopfschmerzen und daraufhin habe ich die harten Sachen fast auf 0 reduziert und es gibt ab und zu ein Bier oder einen Wein. Mein Arzt sagte mir nach einer Sonografie, ich hätte eine beginnende Fettleber, was mir auch zu denken gab. Nach der deutlichen Reduzierung des Konsums war die nächste Sono dann unauffällig.
Noch bin ich nicht soweit, absolut nichts mehr zu trinken, aber ich arbeite dran :)

Ich muss demnächst zum Impfen hin und spreche ihn dann auf andere mögliche Ursachen an.
Alles Gute für Dich und nochmals danke für die nette Antwort

Grüße
Martin
Hallo Martin, eine Pankreatitis würde ich als Laie auch ausschließen. Eine chronische BSD geht immer eine lange Leidensgeschichte voran, also zahlreiche rezidivierende Pankreatiten- es stimmt, dass eine chronische BSD schmerzfrei verlaufen kann, aber erst nach Jahren. Auch hätte Dein Arzt alleine bei einer Sono eine Entzündung entdeckt (sogar nach ca. drei Monaten nach einer Entzündung). Die Blutwerte sind bei einer Entzündung fast alle auffällig (Lipase,Normalwert: 30 bis 60 Einheiten pro Liter, Amylase, Laktatdehydrogenase,das C-reaktive Protein (CRP) steigt bei einer Entzündungsreaktion frühzeitig an. Es wird von der Leber gebildet. An den CRP- Werten lässt sich die Schwere der Krankheit sowie ihr Verlauf besser einordnen und der Kalziumwert).
LG Sabine

Re: Chronische Pankreatitis?

Verfasst: 16. Dezember 2014, 09:33
von thphilipp
Hallo,

das mit den Blutwerten kann ich überhaupt nicht bestätigen.

Laut meiner beiden Endosonos von 2012 und vor 4 Wochen habe ich eine chr. Pankreatitis.

Ich habe so viele Blutuntersuchungen machen lassen, wenn ich meine Phasen mit den Bauchschmerzen hatte. Sogar zig Tumormarker habe ich testen lassen. Und nur diese Tumormarker waren vor 2 Jahren auffälig. Nämlich der M2-PK imk Blut. Nie waren Lipase oder Amylase, oder CRP oder ähnliches erhöht. Und trotzdem habe ich jetzt eine chronische Pankreatitis.

Also verläuft so eine chronische Sache auch ohne erkennbaren Blutergebnissen. Außer natürlich eine akute oder ein akuter Schub. Das ist was anderes!

Re: Chronische Pankreatitis?

Verfasst: 16. Dezember 2014, 11:35
von Sirkka
Bei einer chronischen Pankreatitis sind die Werte ja auch nur auffällig wenn gerade ein akuter Schub da ist. Ansonsten nicht :zw: wie Sasem ja auch schrieb. Vielleicht hattest du ja gerade als dein Blut untersucht wurde keinen akuten Schub? Dann sind die Werte auch alle normal ;)
Bist du in einem pankreaszentrum in Behandlung? Oder wo wurden deine ganzen Untersuchungen gemacht?

Re: Chronische Pankreatitis?

Verfasst: 16. Dezember 2014, 13:44
von thphilipp
Also ich habe so viele Blutuntersuchungen selber machen lassen. Immer wenn ich die Probleme im Bauch hatte, war ich mehrmals zur Blutabnahme. Nie war Lipase und Amylase erhöht. Trotzdem ist die Bauchspeicheldrüse jetzt kaputt.

Auch hätte ich akute Schübe gespürt und wenn meine Bauchschmerzattacken akute Schübe gewesen wären, hätte ich es an den Blutwerten gesehen. Also muss so eine Entzündung auch völlig unentdeckt verlaufen.

Re: Chronische Pankreatitis?

Verfasst: 16. Dezember 2014, 15:51
von Norbert
Es gibt auch Verläufe, die milder sind. Bei einer persistierenden chron. Pankreatitis muss es nicht immer zwangsläufig zu Enzymerhöhungen im Blut kommen. Die Schmerzen bestehen meist länger, aber nicht so stark wie bei einem akuten Schub.

Im Gegensatz dazu die chron. rezidivierende Pankreatitis, die in Schüben verläuft. Meist mit starken gürtelförmigen Schmerzen im li. Oberbauch und Rücken. Da ist dann auch häufig Lipase und Amylase und CrP erhöht.


Was ich damit sagen will: die Pankreatitis hat so viele verschiedene Gesichter, sie verläuft bei jedem anders. Man sollte nicht zu viel von sich auf andere schließen.

Re: Chronische Pankreatitis?

Verfasst: 24. Dezember 2014, 12:55
von thphilipp
Frohe Weihnachten,

ja das glaube ich auch, das es da verschiedene Formen gibt.

Bei mir waren es seit 2007 immer so jährlich Bauchschmerzattacken mittig und unter dem linken Rippenbogen. Dauerte immer so mindestens 4 Wochen, wo dann auch immer alle Untersuchungen wie MRCP, Magen- und Darmspiegelungen gemacht wurden und alle Blutuntersuchungen. Verschwand auch alles immer wieder, nur aktuell nicht mehr ???

Wieder seit ca. 8 Wochen Bauchprobleme und teilweise Rücken. Habe jetzt mal Elastase testen lassen. Lag unter 50. Also völlig kaputt. Blutzucker morgens manchmal bei 140.

Wie sieht es bei Euch aus mit Zucker und Elastase. Wie schnell kamen die Probleme mit Zucker und Elastase dazu?

Re: Chronische Pankreatitis?

Verfasst: 22. Februar 2016, 21:29
von Skyblue
Ich wollte mal wieder ein Update liefern - vielleicht findet sich ja jemand in meinem Fall wieder.
Nach meiner letzten geschilderten Episode hat sich das Befinden ganz langsam wieder gebessert und war ca 2-3 Monate danach wieder das, was ich als normal bezeichnen würde. Über den ganzen letzten Sommer bis zu den Weihnachtsmärkten habe ich auch keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt. Sogar das typische griechische Essen habe ich wieder vertragen. Allerdings hatte ich immer mehr Probleme mit Reflux, die ich auch mit reichlich Protonenpumpenhemmern kaum in den Griff bekomme. Schließlich bin ich zu einen anderen Gastrologen gegangen um eine zweite Meinung einzuholen - die Aussage, da müsste ich mit leben, hat mich nicht zufrieden gestellt. Vor dem Besuch des neuen Arztes habe ich mir noch den letzten Gastroskopie-Befund von alten Arzt abgeholt - und bin aus allen Wolken gefallen...
Da stand, ich hätte eine große Hiatushernie in Verbindung mit chronischer C-Gastritis.
Ein Quercheck der Symptome über Google ergab ein Beschwerdebild, das sich ziemlich exakt mit meinen Prblemen deckt - bis auf die akuten Phasen.
Der neue Arzt war dann eine Enttäuschung und schob alles auf funktionelle Störungen, wobei die Gesprächschemie von Anfang an eh nicht gepasst hat.
Daraufhin bin ich zurück zum alten Gastro (Gemeinschaftspraxis, wobei ich den einen Arzt als Berater für sehr fähig halte und sein Kollege zwar sehr gut spiegeln kann, aufgrund seiner muslimischen Herkunft jedoch etwas schwierig ist) und habe klargemacht, dass ich bei dieser Diagnose langfristig doch eine Reflux-OP anstreben würde. Das möchte ich jetzt in Ruhe abklären.
In diesem Bewusstsein bin ich gut durch den Winter gekommen und habe auch mal wieder etwas Alkohol getrunken, sogar meinen geliebten Whisky.
Das ging gut und ich habe bis gestern :roll: auch keine Probleme gehabt.
Es war das Übliche: Abends was getrunken, morgens leicht verkatert, nachmittags Rückenschmerzen, die gürtelförmig werden ohne dass es im Magenbereich groß wehtut, leichte Übelkeit, deswegen kaum etwas gegessen.Dazu ab und zu aufflackernde Schmerzen, bei denen man denkt, die möchte man lieber nicht dauerhaft und wirklich haben... Heute über den Tag noch Rückenschmerzen und nicht viel Appetit, aber Kaffee und Frühstücksbaguette vertragen, am Abend eine Bratwurst - es hat im Bauch reichlich gegluckert.
Aktuell geht es, keine Schmerzen. Schätze aber, dass meine BSD mir den diskreten Hinweis gibt, es mit Alkohol sehr vorsichtig zu halten...bin wieder brav und gespannt, wie es sich weiterentwickelt.