Also....
mit Sozialrecht usw. kenn ich mich eigentlich aus (ist mal vor vielen Jahren mein Job gewesen, seitdem hat sich aber einiges verändert und ich krieg natürlich nicht immer alles mit). Die hätten die Teststreifen bezahlt, wenn sie nicht im Kassenkatalog gelistet gewesen wären für Ersteinstellungen... also haben sie mich zurück auf die Kasse verwiesen, die es weiterhin drauf ankommen lässt und sich dumm stellt. Die wissen genau, dass man wegen 50 Teststreifen nicht klagt, ich habs aber mal eine Etage höher probiert

Ich hab mir jetzt erstmal ein Darlehen geben lassen und 100 Streifen bestellt. Es nutzt ja nix- wenn ich nicht messe, werden wir nicht wissen, ob es wirkt, da es ja um die Blutzuckerspitzen geht und die kann man nun mal nicht anders nachweisen. Wegen der Mitgliedschaft werde ich überlegen- ich habs nicht so mit Mitgliedschaften, unabhänig vom Geld.
Im Untergewicht bekämpfen bin ich super- ich esse teilweise auch nachts und mein Geheimtipp ist eigentlich Eis- aber das ist wegen des Blutzuckers nicht mehr so die super Idee. Haferflocken esse ich total viele, allerdings gehts nur zerkocht. Insgesamt gehen bei mir von der Verträglichkeit her vor allem Sachen, die ich mir schon vorher aufgeschlossen habe. Obst und Gemüse z.b. hauptsächlich als Smoothie- aber in dieser Form haut der Fruchtzucker dann natürlich auch gleich rein. Esse ich den Apfel einfach so, bekomme ich oft Probleme. Ein paar Apfelschnitze geht, aber ein ganzer oder ein richtiger Teller Salat bringt nur Probleme, also lasse ich es, zerkoche oder püriere... halt so, dass mein Darm damit zurecht kommt.
Die Nebenwirkungen von Metformin hat mein Arzt angesprochen und meinte, wenn das auftritt soll ich sofort aufhören und kommen. Ich hatte heute nacht etwas Bauchweh, aber das muss nicht damit zu tun haben. Ich schau mir das jetzt ein paar Tage an, wenn ich da einen Zusammenhang sehe, hör ich damit auf. Was auf jeden Fall ganz deutlich ist, ist dass ich absolut keinen Appetit habe, was meinen Gewichthalteplan durcheinander bringt. Normalerweise hatte ich Schwierigkeiten, beim Blutzuckergerät zwischen vor und nach dem Essen auszuwählen, weil nach dem Essen ist bei mir vor dem Essen

Ich bin ja quasi am Dauerfuttern. Das muss auch, sonst halt ich mein Gewicht nicht. Ich hab mich mühsam von 46kg auf 51 hoch gefuttert und bin somit jetzt ganz knapp im Normalgewicht- das möchte ich auch nicht so gern einliefern. Ich habe nur momentan wenig Ideen, welche Alternativen ich habe. Ich persönlich wäre ja fast dafür, die Mahlzeiten mit Insulin abzudecken, aber ich bin mir auch bewusst, dass da deutliche Risiken dran sind. Thekla, spritzt du kurz- oder langwirkendes Insulin? Denn letztlich sage ich das auf den blauen Dunst, ohne da wirklcih Erfahrung mit zu haben, dass ich mir das vorstellen könnte- aber die Ärzte kennen die Risiken da deutlich besser und ich habe ja wirklich bis auf diese hohen Spitzen nach dem Essen relativ verträgliche Werte, die gehen wenn ich nix esse auch wieder auf 100 runter und nüchtern bin ich meistenes so zwischen 110 und 125, wobei Letzteres nicht täglich ist. Ich weiß nur, dass ich dann rechnen müsste, wenn ich Insulin spritzen müsste. Das macht ein Daueressen auch nicht gerade einfach. Zudem soll bei Menschen mit Restfunktion das Rechnen auch nicht funktionieren, habe ich gelesen, da es ja immer noch körpereigenes Insulin gibt, das dann auch noch mitmischt. Inwiefern sowas überhaupt möglich ist, weiß ich nicht. Insofern würde es mich interessieren, ob ihr, die ihr noch relativ gute Restfunktionen hattet, da schon mit Insulin behandelt wurdet oder wenn nein, womit dann. Wie läuft da der Einstieg normalerweise, wenn die Werte zu hoch werden, aber eben nur punktuell? Mein Doc kennt sich für einen Hausarzt ziemlich gut aus mit Pankreas und ist immer bereit zu lernen. Ich glaube, er hielt Metformin auch nicht für die erste Wahl, denn er betonte die Nebenwirkungen so sehr, dass es schon fast eine Bitte war, am nächsten Tag wiederzukommen und zu sagen, ich vertrag es nicht

Ich weiß nicht, ob er sich da an ein bestimmtes Schema halten muss, dass er z.b. erst einen Therapieversuch mit Tabletten machen muss, bevor er Insulin verschreibt oder keine Ahnung was. Wenn ich da hin gehe und sage, ich will das Metformin nicht, finde ich sicherlich keinen Widerspruch. Ich überleg mir nur lieber vorher, was meine Möglichkeiten sind und ob ich da vielleicht gerade eine der besseren Möglcihkeiten abwähle. Bisher habe ich ja noch keine Nebenwirkungen. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass die nicht kommen, denn wenn die Kohlenhydrataufnahme im Darm behindert wird, dann schwirren da unverdaute Kohlenhydrate herum- also noch mehr als sowieso schon unverdautes Zeugs durch geht. Ich werde da mit Sicherheit mit meinem Hausarzt noch drüber sprechen (einer der wenigen Mediziner, mit denen man wirklich in Ruhe reden kann und der informierte Patienten mag). Nur ist meine Recherche noch nicht abgeschlossen und so lange nehm ich es einfach noch. Dass ich bei Diabetes Typ II einsortiert bin, liegt mit hoher Wahrscheinlcihkeit daran, dass die Diabetesberaterin mich in ein Chronikerprogramm stecken wollte. Ihr ist schon bewusst, dass ich keine Insulinresistenz habe. Im Moment scheint mir aber diese Einsortierung aufs Bein zu fallen wegen der Teststreifen. Wobei ich sie bei Typ 3c- nicht insulinpflichtig- wahrscheinlcih auch nicht bekäme. Nur das Diabetsjournal der Krankenkasse muss ich über mich ergehen lassen, das mir in regelmässigen Abständen erzählt, ich solle doch abnehmen und mich mehr bewegen
Diverse andere Tabletten haben eigentlich fast alle die Wirkung, dass die Glucoseaufnahme im DArm gehemmt wird und genau das will ich ja eigentlicht nicht. Und dass meine Leber Glucose abgibt, scheint mir auch nicht schlecht zu sein, denn wenn ich mich bewege, gerate ich schnell in eher niedrige Werte, ich hab teilweise was zu essen dabei, wenn ich mit dem Hund gehe, weil ich mich irgendwann einfach kraftlos und unterzuckert fühle. Die Werte sind dann allerdings noch moderat, tiefer als 70 hab ich noch nie gemessen. Dafür mal wieder hoch- unter Metformin heute nach dem Abendessen wieder Peak auf 250. Es ist also nicht besser, aber vielleicht dauert es noch, bis es wirkt und ich sollte ja auch mit einer absoluten Minimaldosis beginnen, die weit unter den Empfehlungen liegt, wegen der Nebenwirkungen eben und weil ich wahrscheinlich sowieso nicht so viel brauche.
Die Zeiten mit wirklich schlechten Werten (zumindest ohne Medikation) werden sicherlich noch kommen. Mein Restchen Bauchspeicheldrüse ist am Ende seiner Kräfte und die Werte werden stetig schlechter- ich hoffe aber, dass dieser Prozess langsam vonstatten gehtund letztlich hoffe ich, durch eine gute Einstellung das eine oder andere vielleicht noch aufhalten zu können. Ich lebe an sich gesund, esse ziemlich gesund, bewege mich gern und viel und habe auch sonst keine Risikofaktoren. Ich hoffe ja, dass das eine relativ günstige Prognose ist, denn ich habe ehrlich gesagt schon genug Trödel.
Als chronisch krank zähle ich seit vielen vielen Jahren, schon vor der Pankreas-OP. Dass nur das ein Rausfallen aus der Budgetierung bewirkt, wäre mir neu- denn ich hatte noch lange Zeit enorme Schwierigkeiten, z.b. beim Neurologen die Physiotherapien zu bekommen. Das musste speziell beantragt werden, dass ich nun außerhalb des Budgets bin bei ihm und das ist schon sehr cool. Früher war es ein riesen Kampf. Heute ruf ich da an, ob es möglich wäre, ein Physiorezept... und dann sagt die Tante am Telefon: Aber natüüüürlich...

Also das hat schon was. Ob mein Hausarzt das für mich beantragt hat, weiß ich nicht. Als chronisch krank werd ich ja schon deswegen geführt, weil sie mich in dieses DiabetesII Chronikerprogramm gesteckt haben. Für 3c gibbet ja keins. Seitdem brauche ich der KK nicht mehr nachweisen, dass ich chronisch krank bin, ist wieder ein Papierkram weniger. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass mein Doc speziell beantragt hat, dass ich raus falle, weil die ganzen Opiate, Kreon usw. machen ihn ja sonst arm. Das kann sich ja kein Arzt im normalen Budget leisten.
Ich halte momentan auch Ausschau nach einem Diabetesforum, das nicht ganz so offen ist. Falls jemand eins kennt, wo man nur mit Zugang lesen kann, wär das toll. Ich denke schon, dass es gut wäre, mich da speziell auszutauschen, aber möchte das nicht immer so öffentlich tun- würde hier auch mehr schreiben, wenn es geschützte Bereiche gäbe.