ÄRZTE WOLLEN NICHT HELFEN! WAS NUN?

(Krebs, Entzündung, Operation, Nachsorge, Verdauung, Ernährung, Diabetes, Reha, Recht ...)

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ITTI
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Re: ÄRZTE WOLLEN NICHT HELFEN! WAS NUN?

Beitrag von ITTI »

veritas hat geschrieben:Hach, das klingt ja furchtbar. Ich habe ja schonmal Placebo-Schmerzmittel bei einer akuten Pankreatitis bekommen und das sogar nach einer Papillotomie, weil sie gemeint haben, dass ichs ja nur auf die Schmerzmittel abgesehen habe. Dass meine Entzündung in den Blutwerten ersichtlich war, war denen auch irgendwie egal. Manchmal frag ich mich echt was in den Ärzten abgeht. Ich hoffe, du kommst ganz schnell nach Hamburg :)
Ja! Kenne ich! “Was??? Sie wissen wie die Schmerzmittel heißen, die wir ihnen immer wieder geben?!? SEIT WANN SIND SIE DENN DROGENABHÄNGIG?“
Oder
“Wie??? Sie weigern sich diese Lasagne zu essen???“ solange ich keine Kreon bekomme kann ich nichts essen was Fett enthält. “hier! Da haben sie eine“ wie viel Einheiten sind das? “Eine Kapsel“ meine Frage war, wie viele Einheiten sind das? Ich muss das berechnen! “Das weiß ich nicht! In der Akte steht nur Kreon!“ Ich muss das aber wissen. Was beim Diabetiker das Insulin ist, ist bei mir das Kreon. Ich muss das berechnen. “da kann ich ihnen nicht weiter helfen“ dann kann ich das nicht essen!... schwupp haste unter den Diagnosen plötzlich Essstörung stehen.

Ich bekomme übrigens jetzt nicht mal mehr meine regulären Pantoprazol. Ich hatte zum Frühstück eine 20er und zum Abendbrot eine 20er. Nun bekomme ich morgens eine 40er und Abends keine. Begründung: eine 40er ist ja wie zwei 20er!... was soll man dazu noch sagen??? Ich versuchs zu erklären. Aber direkt wird abgeblockt.

Ich bin ja einerseits echt erleichtert, dass es Anderen genauso geht wie mir. Und ich nicht bescheuert bin. Andererseits ist es total erbärmlich, dass es so viele Ärzte gibt, die sich aufführen wie der Henker und willkürlich Patienten leiden lassen...
Muggle
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Re: ÄRZTE WOLLEN NICHT HELFEN! WAS NUN?

Beitrag von Muggle »

Ja, so ab und zu hat man da ein paar... sagen wir mal recht spezielle Persönlichkeiten und geschulte Patienten sind auch nicht jedermanns Liebling. Pankreaserkrankungen scheinen immer noch stark mit Vorurteilen belastet zu sein, auch bei mir kein Alkohol (mich kann man mit nem halben Glas Sekt einschläfern, ich vertrag das Zeug einfach nicht und hab in meinem Ganzen Leben keine 5 Liter alkoholische Getränke geschafft und wer die Berichte liegt, sieht auch, dass das Problem ganz anders lag), aber erstmal... Pankreasinsuffizienz... oh, vom Alkohol sicher? Das mit den Beidiagnosen ist auch so ein Feld, mir hat auch mal jemand ne psychiatrische Diagnose rein gedremmelt, den hab ich dann mal gefragt, welche Kriterien nach DSM bei mir erfüllt gewesen sein sollen :) Um diese Diagnose zu stellen, hätte man nämlich wenigstens mit dem Patienten über persönliche Dinge sprechen müssen, was aber so ein Notaufnahmearzt ja garnicht tut und ohne bestimmte SAchen abzufragen kann theoretisch diese Diagnose garnicht gestellt werden- ich bezweifle, dass der die Diagnosekriterien überhaupt auf dem Schirm hatte, aber hauptsache mal was schreiben. Bei sämtlichen amtsärztlichen Untersuchungen ist jedenfalls kein derartiger Befund erhoben worden nach ausführlichsten Untersuchungen. Wenn du Pech hast, kriegst du das nie wieder aus den Akten raus, weil dann einer vom anderen abschreibt, ohne das je hinterfragt zu haben, ob das eigentlich alles stimmt. Ich hatte auch mal einen Bericht, da stand drin, dass ich mit meinem Untergewicht (die Daten zu Größe und Gewicht stimmten zumindest) adipös wäre :D Gut, der hat sich mit seinem Bericht dann selbst disqualifiziert, aber du glaubst nicht, dass das die nächsten Ärzte davon abgehalten hat, aus diesem Bericht, in dem noch anderer Dummsinn stand, abzuschreiben. Angaben vom Vorpatienten hatte ich auch schon drin, bei Größe und Gewicht wollte das auch keiner ändern, weil es angeblich keine Rolle spielt, dummerweise muss ich mit diesen Befunden meinen Mehrbedarf für Ernährung beantragen und den bekomme ich natürlich nicht, wenn da drin steht, dass ich das Doppelte wiege :P Und weil ein Arzt meine neurologischen Beschwerden ohne dass er mich richtig untersucht hätte als psychisch abtat, sind wichtige Untersuchungen nicht erfolgt, ein Bandscheibenvorfall, der auf das Rückenmark drückte, nicht erkannt und es sind bleibende Schäden zurück geblieben. Also das ist ein weites Feld und als Patient hast du immer den schwarzen Peter, wenn es um Beweise geht, denn in erster Linie zählt ja das, was in den Berichten steht, das MUSS wahr sein *hust* Auch wenn da ein unauffälliger Lungenbefund drin steht von einer Lunge, die garnicht untersucht wurde, sonst hätte man nämlich gemerkt...

Heute lass ich mir alles sofort aushändigen und ich prüfe das und lasse auch (was große Freude auslöst) korrigieren, wenn Mist drin steht. Was aber nicht heißt, dass nicht die Versionen mit dem Mist noch weiterhin im Umlauf sind. Wenn z.b. ein Bericht angefordert wird, wird noch regelmäßig der Falsche rausgegeben, denn gelöscht wird der Alte dann natürlich nicht... wird mit Aufbewahrungspflicht begründet. Solange man mitkriegt, dass dieser Bericht jetzt wieder von irgendwem angefordert wurde, gehts ja noch, dann kann man was dazu sagen und den Korrigierten nachreichen. Aber dumm wirds, wenn man davon nix weiß und die wieder alles glauben und wiederum abschreiben *seufz*

Ich verstehe, dass Berichte fehlerhaft sein können, die Ärzte müssen die oft irgendwie nebenbei, oft auch sehr müde, verfassen und manchmal kann man sich natürlich auch missverstehen. Aber wenn es schon in so kleinen Sachen keinen vernünftigen Umgang mit dem Thema Fehler gibt (die Kollegen können sich immer garnicht vorstellen, dass in einem Bericht Mist stehen kann), wie schwierig ist dann erst die Sache mit den Behandlungsfehlern? Ich mag es, wenn ein Arzt sagen kann: Tut mir leid, ich habe einen Fehler gemacht. Können aber die allerwenigsten.

Halt durch und sieh zu, dass du in kompetente Hände kommst jenseits persönlicher Empfindlichkeiten wegen irgendwelcher Kosten. Fieber in der Höhe macht man sich wohl auch kaum selber. Zum Glück hast du freie Krankenhauswahl und da würd ich lieber weiter weg gehen als vor Ort zu jemandem gehen, der sich nicht auskennt.

In einem muss ich allerdings veritas widersprechen: Mach es nicht dramatisch! Sei einfach ehrlich und sag es, wie es ist. Extra Dramatik kann deine Glaubwürdigkeit zu recht herabsetzen und genau das Gegenteil bewirken. Du willst doch, dass man dir glaubt. Also sei authentisch, du brauchst da keine Schippe drauf zu legen, die Fakten sollten eigentlich ausreichen.
veritas
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Re: ÄRZTE WOLLEN NICHT HELFEN! WAS NUN?

Beitrag von veritas »

Ich hab gar nicht von Dramatik gesprochen. Ich finde eine Patientenverfügung kürzt das Drama eher ab. Da muss man sich dann nicht den ganzen Tag herumärgern und immer wieder auf Ärzte und Schwestern einreden sodass alle komplett genervt voneinander sind - da sag ich einfach bei der nächsten Gelegenheit, dass ich jetzt gerne heim würde und ich würde auch eine Verfügung unterschreiben, wenn die Ärzte damit nicht einverstanden sind. Dann gibt es ein Gespräch mit einem Arzt, bei dem man dann wiederholen muss, dass man gerne heim würde und dass es mein Recht ist und dann unterschreibe ich das und geh. Einmal hat allerdings eine Schwester ein komplettes Drama daraus gemacht und mich angeschrien, dass ich nicht glauben brauche, dass ich je wieder auf diese Station kommen darf (die Schwester hat mich schon davor angeschrien, dass ich nichts zu essen kriege, weil ich totkrank bin und hier sowieso nicht mehr rauskomme (hatte eine akute Pankreatitis, allerdings war ich schon beim Auskurieren und wollte Suppe und Zwieback) und da kriegt man dann nichts zu essen, dafür bin ich viel zu krank - ich hatte dementsprechend heftigen Hunger). Aber wenn man sonst bei der Frage nach der Verfügung höflich bleibt, bleiben Schwestern und Ärzte auch höflich.

Meiner Mutter haben sie ja sogar mal gesagt, dass ich drogenabhängig bin, weil bei mir die Narkose nicht gut gegriffen hat und dann die Einstiche von den Blutuntersuchungen zum Anzeichen von Heroinsucht gemacht. Das hat mein Leben auch nicht gerade einfacher gemacht :(
angel29280
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Re: ÄRZTE WOLLEN NICHT HELFEN! WAS NUN?

Beitrag von angel29280 »

Hallo Itti und ihr anderen Forumsmitglieder,

das ist schon heftig, was so alles passiert und wie es zugeht in vielen Kliniken. :shock:

Ich hoffe du kannst diese Klinik wechseln so schnell wie möglich und nach Hamburg gehen. Die eigene Gesundheit ist das Wichtigste, man hat nur das Eine Leben. Klar wenn man nicht viel Geld hat, da kann man nicht so einfach mal Fahrtkosten und Co ausgeben, wenn die Krankenkasse sich weigert zu zahlen. Aber versuche dein Bestmögliches! So wie es in dieser Klinik zugeht und abläuft, kannst du unmöglich dort bleiben. Leider ist so was keine Seltenheit, wie man meinen würde.

Drück dir die Däumchen, dass das klappt ohne Zicken der Ärzte und Pflege!

Liebe Grüsse

Angel
Liebe Grüsse eure Angel
ITTI
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Re: ÄRZTE WOLLEN NICHT HELFEN! WAS NUN?

Beitrag von ITTI »

Hallo in die Runde. Ich wollte mich mal melden, um den aktuellen Stand der Dinge zu nennen.
Ich bin am Donnerstag entlassen worden, mit der Begründung, dass sie nicht wissen, was sie tun sollen. Gestern direkt zum Arzt. Der hatte schon im Vorfeld versucht, das Pankreaszentrum in Hamburg Barmbek und Heidelberg zu kontaktieren. Beide rufen Montag zurück, da bei beiden kein Zuständiger im Hause war. Heißt erstmal abwarten und hoffen, dass ichs bis dahin aushalte. Ich soll erstmal Cannabis rauchen, wenn die Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind. Das hilft auch ganz gut und vor Allem auch schnell. Ab 1.3. bekomme ich dann ganz offiziell welches verschrieben. Seit heute Nacht bin ich nur noch am kotzen. :( ich hoffe, dass sich schnell was tut. Mein Arzt riet mir aber, sobald ich Fieber habe, umgehend ins Krankenhaus zu gehen. Egal wie die da drauf sind. Zumindest bekäme ich dort etwas gegen die Schmerzen und bin unter Beobachtung. Er sagt, dass es wieder Lebensgefährlich ist. Vor Allem befürchtet er, dass durch die Entzündungen eine Blutvergiftung verursacht werden kann. :(
Momentan sieht er, mit Rücksprache verschieder Ärzte Deutschlandweit, folgende Möglichkeiten: Bauchspeicheldrüsentransplantation (was eher unsinnig ist bei einer Autoimmunerkrankung durch ne Genmutation), Bauchspeicheldrüse ganz weglassen, Nerven gezielt kappen (was allerdings nur die Schmerzen lindert aber nicht die Entzündungen bekämpft) oder hoffen das es ne Genbehandlung gibt. Hat jemand von euch noch Ideen? Bin echt für alles offen!
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